Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 3
2. Das AGIL-Schema 4
2.1 Die Grundstruktur der Viergliederung 4
2.2 Die Funktionen der Subsysteme des allgemeinen 5
Handlungssystems
3. Das Vier-Funktionen-Paradigma in der Gesellschaft 7
3.1 Definition des Gesellschaftsbegriffes 7
3.2 Ökonomie und Politik 9
3.3 Gesellschaftliche Gemeinschaft und Treuhandsystem 9
3.4 Die Interaktionsmedien der Subsysteme 10
4. Kritik 12
5. Schlussbetrachtung 14
Literaturverzeichnis 16
2
1. Einleitung
Talcott Parsons gilt als Begründer der Systemtheorie, beziehungsweise des Struktur-Funktionalismus, welches eine spezielle Form der Systemtheorie ist. Die Systemtheorie ist gekennzeichnet durch die Vorstellung, dass Systeme aus einzelnen Elementen bestehen und sich durch eine sie umgebende Umwelt abgrenzen und austauschen. Es geht um die Differenz von System und Umwelt. Das allgemeine Handlungssystem bildet den Kern dieser Theorie. (Vgl. Esser 2001: 65)
Im Verlauf dieser Arbeit wird auf die Frage eingegangen, inwieweit das AGIL-Schema 1 zum Verständnis des Sozialsystems Gesellschaft beiträgt. Agil bedeutet in diesem Zusammenhang allerdings nicht lebhaft. Dennoch ist es interessant, dass das Wort „agil“ vom lateinischen Verb „agere“ abstammt, was so viel wie „handeln“ bedeutet.
Talcott Parsons erweiterte das von Robert Bales 2 in Kleingruppen konstruierte AGIL-Schema in den 50er Jahren. Es interessierten ihn die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit sich aufeinanderbezogene Handlungen als selbstständiges System zu einer Umwelt abgrenzen können. (Vgl. Schneider 2002: 144)
Vergleichbar mit den Prozessen eines Organismus, bei dem Stoffwechselfunktionen, Austausch von Nährstoffen und diverse Mechanismen der Selbstregulation ein große Rolle spielen, ist es auch in einer Gesellschaft nötig, Prozesse gezielt zu koordinieren, zu verknüpfen und aufrecht zu erhalten. Hierbei sollen Anpassung (adaption), Zielerreichung (goal attainment), Integration (integration) und Strukturerhaltung (latent pattern maintenance) als zentrale Dimensionen des AGIL-Schemas die Abläufe sichern und steuern. (Vgl. ebd.) Parsons betrachtet die vier Funktionen als universale Bezugsprobleme, die zur Lösung eines jeden Systems erfüllt werden müssen, damit der Fortbestand der Austauschprozesse des Systems sichergestellt ist. (Vgl. ebd.:146)
1 Die Bezeichnung AGIL ist auf die Anfangsbuchstaben der Benennung der Funktionen zurückzuführen: adaption; goal-attainment; integration; latent pattern-maintenance. (Schneider 2002: 147)
2 Robert Bales war ein amerikanischer Sozialpsychologe und Professor an der Harvard-Univerität. (Wikipedia)
Er bevorzugt im Gegensatz zu Robert Bales die deduktive Vorgehensweise bei der Konstruktion des AGIL-Schemas. Handlungssysteme müssen also sowohl ihr äußeres Verhältnis zur Umwelt, als auch das Verhältnis zu sich selbst so gestalten, dass eine Reproduktion des Systems gewährleistet ist. (Vgl. Schimank 2007: 86) Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Betrachtung des allgemeinen Handlungssystems und des Gesellschaftssystems mit seinen Subsystemen Politik, Wirtschaft, gesellschaftliche Gemeinschaft und des Treuhandsystems.
2. Das AGIL-Schema
2.1 Die Grundstruktur der Viergliederung
In Handlungssystemen gibt es eine Differenz zwischen Innen- und Außenbezug sowie Zukunfts- und Gegenwartsbezug. Diese Differenzen bilden die vier grundlegenden Funktionen und somit den Aufbau des AGIL-Schemas. (Vgl. Schimank 2007: 86)
Quelle: Schimank 2007: 87
adaption: Anpassung eines Handlungssystems an seine Umwelt mit • Außen- und Zukunftsbezug
goal attainment: Anpassung eines Handlungssystems zur Zielverfolgung- •
und erreichung im Außen- und Gegenwartsbezug.
integration: Abstimmung der internen Strukturen und Prozesse eines •
Handlungssystems in der Innen- und Gegenwartsperspektive damit es in der Umwelt Ziele verfolgen und erreichen kann. latent pattern maintenance: Der Innen- und Zukunftsbezug eines •
Handlungssystems zur permanenten Gewährleistung seiner inneren Ordnung durch latente Ausbildung von Ordnungsmustern. (Vgl. ebd.: 87) Talcott Parsons ist der Meinung, dass man in jedem Handlungssystem vier Subsysteme unterscheiden kann, die sich auf eine der vier Funktionen beziehen.
2.2 Die Funktionen der Subsysteme des allgemeinen Handlungssystems In den 70er Jahren ergänzte Parsons die Besetzung der Anpassungsfunktion mit der des Verhaltensystems. Bis dato gab es lediglich das kulturelle System, das soziale System und das Persönlichkeitssystem. Somit ergibt sich folgende Zuordnung:
• Strukturerhaltung - kulturelles System
• Zielerreichung - Persönlichkeitssystem
• Integration - soziales System
• Anpassung - Verhaltenssystem
Die Funktion Anpassung (adaption) wird im Handlungssystem von den Verhaltensorganismen der einbezogenen Handelnden erfüllt. Sie sind es, die für das Handlungssystem den Bezug zur biologischen und physikalischen Umwelt des Handelns herstellen. Deren Konstituenten sind körperliche Bedürfnisse und Triebe, sowie Fähigkeiten zur Wahrnehmung und Gestaltung der Umwelt. Voraussetzungen für eine dauerhafte Reproduktion sind somit der Einsatz und der Erhalt der angeborenen und erlernten körperlichen Fähigkeiten in Bezug auf soziales Handeln. (Vgl. ebd.: 88)
Laut Opielka stammt die Funktion der Anpassung aus der Biologie und kennzeichnet eine Schnittstelle zwischen System und Umwelt. Sie beinhaltet sowohl passive als auch aktive Kompetenzen zur Nutzung in der Umwelt
Arbeit zitieren:
Jennifer Hansen, 2010, Braucht die Kommunikationswissenschaft Systemtheorie?, München, GRIN Verlag GmbH
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