Einleitung
Im Rahmen des Majors “Change & Communication“ befassten wir Masterstudenten der Leuphana Universität uns im Sommersemester 2010 unter anderem mit den strategischen Kommunikationsprozessen, welche das Verständnis und die Akzeptanz von Wandel beeinflussen können.
Wenn der Status Quo verlassen wird, zieht Wandel in Unternehmen immer mindestens eine Veränderung nach sich. Diese kann, muss aber nicht von den Mitarbeitern akzeptiert werden.
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit den Widerständen im unternehmerischen Wandel und geht dabei spezifisch auf die Rolle des Vertrauens ein. In dem ersten Teil der Arbeit werden die Definitionen aus dem Referat in den Gesamtkontext eingebettet, um dann im zweiten Abschnitt mit dem Ansatz von Egbert Kahle und weiteren Wissenschaftlern praxisnah am Beispiel des Unternehmens Schlecker (XL) GmbH erklärt zu werden. Abschließend werden im Fazit die Erkenntnisse der Au-torin kurz und kritisch resümiert. Das Thesenpapier, welches sich im Anhang befindet, fasst sowohl die Kernaussagen des Referats als auch die der Ausarbeitung zusammen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung-------------------------------------------------------------------------------------------2
Aufgabenstellung --------------------------------------------------------------------------------2
Inhaltsverzeichnis --------------------------------------------------------------------------------3
Definition von: Vertrauen Kommunikation Widerstand Wandel -------------------4
Kahles Ansatz zu Vertrauen im Fall der Schlecker XL Umfirmierung ------------------7
Detaillierte Vorstellung des Ansatzes von Egbert Kahle 7
Analyse der Umfirmierung Schleckers. 9
Kritische Zusammenfassung der Ausarbeitung “Widerstände im
unternehmerischen Wandel: Die Rolle des Vertrauens“--------------------------------14
Literaturverzeichnis----------------------------------------------------------------------------15
Definition von: Vertrauen | Kommunikation | Widerstand | Wandel
Für das Wort “Vertrauen“ gibt es keinen Plural. Jedoch gibt es viele Möglichkeiten sich diesem alltäglichen Begriff zu nähern. Wenn der Begriff des Vertrauens angesprochen wird, so ist das Vertrauen nach Ansicht der Autorin bereits fast immer beschädigt. Dies kann aber nach Mayer nicht gemessen werden. 1 In der Wissenschaft wird der Begriff unter verschiedenen Fragestellungen schon lange konträr diskutiert. Wissenschaftler aus den Disziplinen der Soziologie (Luhmann 2 | 1989; Coleman | 1995), der Organisation (Mayer, Davis, Schoorman |1995), des Marketings (Garbarino, Johnson | 1999) und der Psychologie (Deutsch | 1962) haben sich mit dem Begriff auseinandergesetzt. Speziell in organisationstheoretischen Debatten wird Vertrauen unter dem Aspekt des Wandels stets neu aufgegriffen. 3 Diese umfassende wissenschaftliche Betrachtungsweise zeigt nicht nur die Relevanz, sondern auch die Komplexität des Begriffs. Die Folge der Komplexität des Vertrauensbegriffs ist die Schwierigkeit, ihn vollständig darzustellen, beziehungsweise ihn in einer einheitlichen Definition zu erfassen. Bisher hat sich in der Wissenschaft keine allgemein verbindliche Definition durchgesetzt. 4 Folgende Definitionen werden in der Fachliteratur verwendet:
Trust has been defined as “the willingness of a party to be vulnerable to the actions of another party based on the expectation that the other will perform a particular action im-portant to the trustor, irrespective of the ability to monitor or control that other party.“ 5 -Mayer et al. (1995)
“A psychological state comprising the intention to accept vulnerability based upon positive expectations of the intentions or behavior of another.“ 6 - Rousseau et al. (1997)
“Vertrauen als ökonomisches Prinzip, das sich rechnet. Vertrauen ist die reflektierte Erwartung, dass kooperatives Handeln nicht ausgebeutet wird. Dabei ist der Vertrauensgeber bereit die Kontrolle eines anderen zu reduzieren, weil er erwartet, dass der andere kompetent, integer und wohlwollend ist.“ 7 - Sprenger (2010)
1 Mayer, Roger C. et al. | 1995 | S. 711
2 Im Thesenpapier (im Anhang) wird Luhmanns Ansatz prägnant ausgeführt.
4 Vgl. Kahle, Egbert | n.d. | S. 2f. 5 Mayer, Roger C. et al. | 2007 | S. 712
6 Rousseau, Denise | 1998 | S. 395
7 Spenger, Reinhard | 2010 | Audio Handelsblatt
Diese drei Definitionen weisen folgende Merkmale auf:
- Erwartungen an das Gegenüber
- Eingehen eines Risikos
- Verzicht auf Kontrolle
- Ausrichtung auf die Zukunft.
In der vorliegenden Arbeit wird die von Jost (2000) vorgestellte Definition verwendet, da sie nach Meinung der Autorin die präziseste und für den Fokus dieser Arbeit passende Definition darstellt:
“Vertrauen wird durch Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Authentizität begründet, wirkt sich in der Gegenwart aus, ist aber auf künftige Ereignisse gerichtet.“ 8
Wie aus der Definition geschlussfolgert werden kann, findet Vertrauen in wechselseitigen Beziehungen statt. Vertrauensbeziehungen werden durch Charakteristika des Vertrauensgebers und Vertrauensnehmers bestimmt. In dem Entstehungsprozess von Vertrauen werden die Eigenschaften der Parteien analysiert. Mayer et al. haben über Jahre die vertrauenerweckenden Faktoren untersucht und konkretisiert. Sie sind der Ansicht, dass ein großer Teil der Vertrauenswürdigkeit durch eine Mischung von drei Charaktereigenschaften des Vertrauensgebers erklärt werden kann: Fähigkeit, Wohlwollen und Integrität. 9 Weibler erweitert diese Charakteristika durch Kompetenz, soziale Orientierung, offenes Kommunikationsverhalten und Integrität. 10
Mit einem Verständnis, was Vertrauen bedeutet und aufbauend auf dem Wissen aus der Veranstaltung “Communication and Change“ 11 , wird im folgenden die bereits bekannte Definition von Kommunikation genannt:
“Menschliche Kommunikation kann definiert werden als Prozess wechselseitig aufeinander bezogener, reflexiver und intentionaler Symbolverwendung (symbolische Interaktion) mit dem Ziel gegenseitiger Verständigung über Bedeutungen.“ 12 - Beck (2006)
Diese Definition beschreibt aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive 13 die Verständigung untereinander 14 , das heißt zwischen Menschen im sozialen System. Humankommunikation wird als “spezifische Form der sozialen Interaktion“ 15 ver-standen.
8 Jost, Hans R. | 2000 | S.17
9 Mayer, Roger C. et al. | 1995 | S. 717
10 Weibler, Jürgen | 1997 | S.128
11 Referat von Susann Carmohn und Franciska Dignas | Herleitung der Dimensionen und Charakteristika von Kommunikation
12 Beck, Klaus | 2006 | S. 23f.
13 Animalische und technische Kommunikation werden in dieser Ausarbeitung nicht berücksichtigt.
14 Drosdowski, Günther et al. |1982 | S.407
15 Burkart, Roland | 1998 | S. 30
Arbeit zitieren:
Susanne Handorf, 2010, Widerstände im unternehmerischen Wandel: Die Rolle des Vertrauens, München, GRIN Verlag GmbH
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