• Unterscheidet es sich erkennbar/deutlich vom Wettbewerb?
• Ist es zukunftsfähig/ausbaubar?
• Stimmt das Preis-Leistungsverhältnis?
• Besteht ausreichend Bedarf?
• Erreiche ich genügend Kunden in dem vorgesehenen Einzugsgebiet? Diese Grundfragen müssen Sie ohne Einschränkung mit „Ja“ beantworten können. Wenn das nicht der Fall ist, müssen Sie sich fragen, ob die Idee so verbesserungsfähig ist, dass Sie dieses Ziel erreichen. Wenn das nicht möglich ist, müssen Sie sich eine neue Idee suchen.
Wenn Sie glauben, eine tragfähige Geschäftsidee gefunden zu haben, suchen Sie sich Firmen, die mit ähnlichen Angeboten bereits auf dem Markt sind. Schauen Sie sich diese Unternehmen genau an, damit Sie wissen, mit welchen Leistungen und Argumenten diese arbeiten, welche Zielgruppen sie bedienen und wie sie diese ansprechen.
Nachdem Sie sich umfassend Informiert haben, stellen Sie Ihre Idee und Ihr geplantes Angebot dagegen und fragen sich, ob Sie mit Ihren Leistungen den bestehenden Unternehmen die Kunden abwerben können. Bevor Sie jetzt mit „Ja“ antworten, müssen Sie sich fragen: „Wie würde ich reagieren, wenn mir ein Existenzgründer Konkurrenz machte?“Hier begehen viele Existenzgründer einen Kardinalfehler, weil sie diese Reaktion nicht berücksichtigen. Aber, würden Sie sich ihre Kunden ohne Gegenwehr abwerben lassen, wenn ein neuer Wettbewerber auftritt? Sicher nicht. Also müssen Sie sich diese Frage stellen. Wenn Sie das nicht tun, geraten Sie später in Schwierigkeiten, weil Sie auf die Abwehrmaßnahmen der Wettbewerber nicht vorbereitet sind. Beispiel
Sie bieten eine verbesserte Dienstleistung an. Der oder die Konkurrenten versuchen Ihr Angebot zu kopieren und reduzieren zusätzlich ihre Preise, um Sie als Newcomer vom Markt zu verdrängen. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie darauf reagieren wollen, sondern ebenfalls mit einem Preisnachlass reagieren, werden Sie den Wettbewerb sehr wahrscheinlich verlieren. Deshalb ist es wichtig, dass Sie diese Entwicklungen einplanen, damit sie für diese Situation eine Lösung haben. Zu 2. Ich habe eine Idee
Grundsätzlich gelten für diesen Fall die gleichen Regeln und Fragen wie zu 1. Sie müssen ebenfalls prüfen, ob Ihre Idee in allen Punkten wettbewerbsfähig ist. Können Sie die Fragen nicht uneingeschränkt mit ja beantworten, ist die Wahrscheinlichkeit dass Sie scheitern, groß.
Dass Problem vieler Existenzgründer besteht darin, dass sie ihre Idee nicht objektiv bewerten (können). Sie sehen alles durch eine rosarote Brille und lassen Gegenargumente und Fakten nicht gelten. Wer aber Gegenargumente abwürgt, wird selten erfolgreich sein, weil er das Wissen und Know-how seiner Gesprächspartner ignoriert. Existenzgründer die so handeln, sind logischerweise
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selten teamfähig, denn sie verhalten sich auch in ihrer Selbständigkeit mehr oder weniger autoritär und uneinsichtig.
Unabdingbar ist, dass Sie ihre zukünftige Zielgruppe bzw. möglichen Kunden befragen. Diese können am besten beurteilen, ob Ihr Angebot wettbewerbsfähig ist. Wie wettbewerbsfähig Ihr Angebot ist, erfahren Sie wenn Sie fragen: “Würden Sie für das neue Angebot ihren Lieferanten wechseln?“ Ebenso wichtig ist die 2. Frage: „Welchen Preis würden Sie für die neuen Leistungen maximal zahlen?“ Wenn hier Ihre Vorstellungen und die Vorstellungen der möglichen Kunden auseinander gehen, müssen Sie nachbessern oder nach neuen Lösungen suchen.
Zu 3. Prüfung der alternativen Möglichkeiten
Wer das Risiko reduzieren möchte, hat zwei Alternativen. 1. die Übernahme eines bestehenden Betriebes und 2. die Gründung eines Unternehmens auf der Basis von Franchising.
Die Möglichkeiten, ein bestehendes Geschäft zu übernehmen werden von vielen Existenzgründern unterschätzt. Jedes Jahr gibt es tausende Unternehmer, die für ihren Betrieb einen Nachfolger suchen. Die Übernahme bestehender Betriebe ist auch für Existenzgründer mit geringen finanziellen Mittel oft eine gute Alternative, weil es hier viele Möglichkeiten der Finanzierung gibt. Wenn man hier Hilfe benötigt, helfen die Industrie- und Handelskammern und auch die Handwerkskammern bei der Suche und Vermittlung. Dieser Weg in die Selbständigkeit reduziert -wenn die Bedingungen stimmen- das Risiko erheblich. Wichtig ist, dass die Substanz und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gründlich, am besten von den entsprechenden Fachleuten, untersucht werden. Anders ist die Situation beim Franchising. Für diese Form der Existenzgründung und der daraus resultierenden Partnerschaft, gibt es in Deutschland keine rechtlichen Vorgaben. Deshalb gibt es in diesem Bereich (viele) schwarze Schafe. So ist generell Vorsicht geboten. Wer auf der sicheren Seite stehen will, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass der Franchisegeber Mitglied im „Der Deutsche-Franchise-Verband e.V.“ ist und dessen Ethikkodex schriftlich anerkennt. Auf Grund dieser Situation gibt es keine Standardverträge. Somit ist es für Franchisenehmer grundsätzlich sinnvoll einen Rechtsanwalt einschalten, der den Vertrag auf „Herz und Nieren“ prüft. Es ist besser vorher einen geringen Betrag für die Prüfung des Vertrages auszugeben, als später ein vielfaches, weil man eine Klausel falsch gedeutet hat. Gut ist es, wenn das Angebot des Franchisegebers das Prüfsiegel des Verbandes hat. Das Prüfsiegel sagt aus, dass das Angebot dem Ethikkodex entspricht.
Weil jeder Franchisegeber seine Leistungen grundsätzlich nach eigenem Ermessen festlegen kann, gibt es auch sehr unterschiedliche Leistungsangebote und Gebühren. Ihr Vorteil ist, dass es für die meisten Branchen viele Anbieter gibt. Deshalb können Sie die verschiedenen Angebote im Vorfeld prüfen und die für Sie beste Lösung suchen.
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Ebenso wichtig ist, dass die „Qualität“ des Franchiseangebots geprüft wird. Wenn die Geschäftsidee des Franchisegebers keine erkennbare Alleinstellung oder eine deutliche Differenzierung zu den Wettbewerbern besitzt, ist immer Vorsicht geboten.
Ferner sollte auch darauf geachtet werden, dass sich das Geschäftskonzept des Franchisegebers bereits bewährt hat. Neu startende Angebote oder Angebote, die sich nicht über 2-3 Jahre als erfolgreich bewährt haben, sollten zwar nicht generell abgelehnt werden, sind aber mit „Vorsicht“ zu behandeln. Teil II: Die Informationsgewinnung
Wenn Sie wissen, was Sie wollen, beginnt die vertiefende Information. Da es in der Bundesrepublik jedes Jahr zigtausend Existenzgründer gibt, haben insbesondere die Berater diesen Markt für sich entdeckt. In der Sparte „Berater für Existenzgründer“ gibt es keinen Beratungsbereich, der nicht von zig Beratern abgedeckt wird. Sie alle versprechen viel, bieten kostenlose e-books und Newsletter aber konkrete Hilfe lassen sie sich gut bezahlen. Sie nutzen gezielt die Unwissenheit der Existenzgründer und versprechen die perfekte Lösung, sowohl für die Gesamtbetreuung als auch für die verschiedenen Teilbereiche. Egal, ob es sich um Hilfe bei der Beantragung von Fördermitteln, dem Aufbau des Geschäftsplanes oder um Fragen des Marketings handelt, sie haben für alles eine Lösung, die sie in Form von Coachings, Beratungen oder Seminaren anbieten.
Da sie davon leben, dass sie beraten, sind ihre Lösungsangebote immer vielversprechend. Das gilt ganz besonders für den Bereich des Marketings, insbesondere in den Feldern Werbung und PR. Und wenn sie dann noch mit Erfahrungsgruppen der verschiedensten Art -mit und ohne social web- werben, ist das für Unwissende verlockend.
Gängige Versprechungen sind z. B.: „Wir zeigen Ihnen, wie sie PR-Texte formulieren müssen, damit sie in die Presse kommen!“ Diese Aussage wird dann meisten mit einem oder zwei Beispielen untermauert, so dass die Angesprochenen glauben, es sei nur eine Frage des Textes, ob ein Redakteur den Text veröffentlicht oder nicht.
Das sind nach meinem Kenntnis- und Erfahrungsstand falsche Informationen. Die Wirklichkeit dagegen sieht so aus, dass jeder Redakteur, jeder Anzeigenvertreter seine Macht, bzw. die Macht seiner Zeitung, seines Anzeigenblattes, seines regionalen Radios kennt.
Jeden Tag landen -zig PR-Texte sowie Einladungen auf den Schreibtischen der Redakteure. Da genügt es nicht einen interessanten Text zu schreiben wie viele andere auch, sondern da hilft meisten nur „Vitamin B“. Um diese Informationsflut zu bewältigen, wird von den Redakteuren im Normalfall streng nach vorgegebenen Kriterien selektiert. Die Kriterien sind:
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Arbeit zitieren:
Hans-Jürgen Borchardt, 2011, Von der Idee zur erfolgreichen Existenzgründung, München, GRIN Verlag GmbH
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