Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
1. Was ist „Intelligentes Üben“? 2
2. Probleme bei der Durchführung 3
3. Wieso ist „Intelligentes Üben“ ein Bestandteil guten Unterrichts? 3
4. Training des Gedächtnisses 4
5. Lernstrategien nach Meyer und Leutwyler 6
Literaturverzeichnis 8
1
1. Was ist „Intelligentes Üben“? 1
Hilbert Meyer sieht „Intelligentes Üben“ als eine besonders effektive Form des Übens an. Geübt wird nach seiner Definition, wenn eine Aneignungs- und Erarbeitungsphase ganz oder halbwegs abgeschlossen ist. Üben kann drei grundlegenden Zwecken dienen: der Automatisierung des zuvor Gelernten, der Qualitätssteigerung und Vertiefung und dem Transfer in neue Könnens- und Wissensbereiche.
Intelligent gestaltete Übungsphasen orientieren sich an diesen Zwecken, verfeinern jedoch die Voraussetzungen und die angestrebten Ergebnisse. Es soll ausreichend und im richtigen Rhythmus geübt werden, die Übungsaufgaben sollen passgenau zum Lerngegenstand formuliert werden, die Schülerinnen und Schüler sollen Übekompetenz entwickeln und die für sie individuell richtigen Lernstrategien nutzen, die die Lehrkraft durch gezielte Hilfestellungen beim Üben helfen soll zu finden. Des Weiteren sollten die äußeren Voraussetzungen klar geregelt sein. Hilfreich um auch die echte Lernzeit zu erhöhen, sind gemeinsam Regeln, die durch Lehrer und Schüler gemeinsam aufgestellt und damit akzeptiert werden. Dazu gehören beispielsweise eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre und ein unmittelbares Ansprechen und Beheben von Störfaktoren durch Lehrer wie auch durch Schüler. Ebenso müssen alle Übeutensilien in der Stunde vorhanden sein und erledigte Hausaufgaben von der Lehrkraft angemessen gewürdigt werden. Für erfolgreiches Üben ist es eine notwendige Bedingung, dass die Arbeitsaufträge seitens der Schülerinnen und Schüler verstanden wurden und die Ergebnisse und Lösungen möglichst nicht durch den Lehrer, sondern durch Eigenkontrolle oder durch Kontrolle durch eine Mitschülerin oder einen Mitschüler, überprüft werden. Die Lehrkraft sollte in dieser Unterrichtsphase eine moderierende Rolle einnehmen und sich so passiv wie möglich verhalten. Wichtig ist auch ein Feedback an die Schülerinnen und Schüler nach erfolgreichen Übungen („Lob“). Die Anerkennung der Übungsleistungen steigert die Motivation und die Arbeitsbereitschaft.
1 Vgl.: Meyer 2004: 104-106.
2
2. Probleme bei der Durchführung 2
Im „herkömmlichen“ Unterricht treten bei der Durchführung „intelligent“ gestalteter Übungsphasen vor allem strukturelle Probleme auf. Das Fachunterrichtsprinzip behindert das umfassende Üben zur rechten Zeit, ebenso wie die antiquierte 45-Minuten-Taktung. Die Schülerinnen und Schüler können sich nicht ausführlich mit einem Thema beschäftigen und aufgrund des engen Zeitrahmens werden undifferenzierte Übungsphasen eingebaut. Das Üben wird somit oftmals in die Hausaufgaben verlagert. Dies benachteiligt leistungsschwache Schülerinnen und Schüler, und Schülerinnen und Schüler aus schwierigem sozialen Umfeld.
3. Wieso ist „Intelligentes Üben“ ein Bestandteil guten Unterrichts? 3
„Intelligentes Üben“ zählt zu Hilbert Meyers „zehn Merkmalen guten Unterrichts“. Die Gründe dafür sind in den Erfolgs- und Lernerlebnissen der Schülerinnen und Schüler erkennbar. Durch intelligent gestaltete Übungsphasen festigen die Schülerinnen und Schüler ihr Fachwissen und können es besser vernetzen. Weiterhin machen sie für ihre Lerndisziplin förderliche Könnenserfahrungen und haben dadurch Erfolgserlebnisse. Es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler sich mit Lernstrategien auseinandersetzen und für sich die individuell effektivste finden, bzw. entwickeln. Diese können sie anwenden und verbessern und auch außerhalb des speziellen Fachunterrichts in weiteren Aneignungs-und Erarbeitungsphasen aktiv einsetzen. Es findet bei den Schülerinnen und Schülern eine Selbstreflexion statt; sie denken über ihr eigenes Leben nach und entwickeln dadurch „metakognitive Kompetenz“.
Empirisch lassen sich die Erfolge „intelligenten Übens“ (noch) nicht konkret nachweisen, da sich noch keine Studie explizit mit dieser Lernform beschäftigt hat. Nur aus einer Studie von Hage, Dichanz et al. (1985) lässt sich ableiten, dass der prozentuale Anteil der Unterrichtszeit, in der geübt wird, sehr gering ist (2,82% beträgt der Durchschnitt in allen Schulformen). Aktuell geht der Trend jedoch nach den PISA-Studien wieder hin zu mehr Übungsphasen, sodass momentan wieder ein Perspektivenwechsel zu beobachten ist.
2 Vgl.: Meyer 2004: 105-106.
3 Vgl.: ebd.: 107-108.
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Arbeit zitieren:
Carlos Steinebach, 2009, Intelligentes Üben, München, GRIN Verlag GmbH
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