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Der Un-Klang Neuer Musik - Warum sie nicht gehört werden will

Title: Der Un-Klang Neuer Musik - Warum sie nicht gehört werden will

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 23 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Moritz Weisskopf (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Es ist offensichtlich, dass Neue Musik heutzutage eher auf ablehnende Haltungen stößt, als auf große Zuneigung. Fragt man nach Neuer Musik, hört man oft „Das verstehe ich nicht.“ oder „Das klingt ja furchtbar.“ Fragt man dann hingegen nach Mozart oder Telemann, bekommt man ein „Ja, das ist doch schön!“ zurück.
Auf den ersten Blick scheint dies klar. Das eine ist schön, das andere klingt furchtbar und ist deshalb in seinem Unharmonischsein abzulehnen.
Wir haben es hier mit einem sehr multidimensionalen Problem zu tun, determiniert durch geschichtliche, gesellschaftliche sowie wissenschaftlich-ontologische Hintergründe. Die Beschäftigung mit Musik generell ist heute, im Zeitalter der reflexiven Moderne (Beck), der Postmoderne (Jencks), wie immer man es nennen möchte, nicht eindimensional möglich. Musik ist eine Avantgarde, eine Antithese zum gesellschaftlichen Zustand, ein Indikator für Bewusstseinsebenen, ein symbolisches Kapital zur Statuserhöhung, ein Untersuchungsgegenstand für die Wissenschaft, ein Experimentierfeld für Komponisten. Versucht man auszumachen, was Neue Musik ist oder sein soll, müssen alle Punkte angesprochen werden, ansonsten ist das entstehende Bild unvollständig und somit unverständlich.
Während der Beschäftigung mit diesem Thema stieß ich auf viele Fragen, die beantwortet werden müssen, damit sich - zumindest ein grobes - Bild der Neuen Musik zeichnen lässt: In wie weit ist Musik in den gesellschaftlichen Kontext eingebettet und wie stark wird sie dadurch geformt? Ist Musik ein progressives Moment inhärent und hatte Musik nicht schon immer einen avantgardistisch-progressiven Charakter, welcher bei ihrem Publikum nicht immer auf Gegenliebe stieß? Unterliegt eine Vielzahl von Menschen einem solchen Harmoniebedürfnis, dass Rezeption Neuer Musik für sie völlig unwahrscheinlich ist? Wieso hört man heute primär ältere bzw. alte Musik? Was passierte mit der Musik 1945 und welche Auswirkungen hatte das auf die weitere Entwicklung? Ist Neue Musik nur noch aus der Wissenschaft heraus verstehbar?


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Musik und Gesellschaft

Hin zur Neuen Musik - Eine historische Reflexion

Neue Musik als Antithese

Musikrezeption, progressiver Avantgardismus und die Rationalität

Die Musikwissenschaft und ihr Einwirken auf Musik heute

Relativierende Einwände

Schluß

Bibliographie

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Einbettung und die schwierige Rezeption Neuer Musik. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, warum Neue Musik auf so große Ablehnung stößt und ob sie zwangsläufig als Antithese zur gesellschaftlichen Funktionslogik und Kulturindustrie verstanden werden muss.

  • Die gesellschaftliche Determination und Funktion von Musik
  • Historische Entwicklung der Neuen Musik nach 1945
  • Das Spannungsfeld zwischen Avantgardismus und Publikumsakzeptanz
  • Die Rolle der Musikwissenschaft als ordnende Instanz
  • Kulturindustrie und die Verblendung des Hörgeschmacks

Auszug aus dem Buch

Neue Musik als Antithese

„Einen ‘Konsum’ Neuer Musik gibt es überhaupt nicht.“

Warum? Das Konzept der Neuen Musik scheint aufzugehen. Nicht gesellschaftlich sein wollen, aus dem Bewußtsein heraus, daß eine gesellschaftliche Inklusion den sicheren Tod der Idee bedeute. Neue Musik begibt sich freiwillig in die Isolation, da nur dort der Ort ist, an welchem sie das sein kann, was sie vorgibt zu sein. Nur durch gesellschaftliche Abstinenz kann sie wieder gesellschaftlich werden, indem sie der Gesellschaft zeigt, wie sie ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die Problematik, dass Neue Musik auf eine breite Ablehnung stößt und ein multidimensionales Phänomen darstellt.

Musik und Gesellschaft: Analyse der Musik als gesellschaftliches Produkt und die Auswirkungen der Vermarktung und Kulturindustrie auf die Musikrezeption.

Hin zur Neuen Musik - Eine historische Reflexion: Untersuchung der historischen Entkopplung der Musik von traditionellen gesellschaftlichen Zwängen, insbesondere nach den Weltkriegen.

Neue Musik als Antithese: Betrachtung der bewussten Isolation Neuer Musik als notwendige Abgrenzung gegenüber der vereinnahmenden Kulturindustrie.

Musikrezeption, progressiver Avantgardismus und die Rationalität: Erörterung der spannungsgeladenen Beziehung zwischen Publikum und Komponist durch die totale Rationalisierung der Musikproduktion.

Die Musikwissenschaft und ihr Einwirken auf Musik heute: Diskussion der Rolle der Musikwissenschaft bei der Einordnung und Konstruktion von Musikgeschichte und Epochen.

Relativierende Einwände: Kritische Reflexion des eigenen dogmatischen Ansatzes und Auseinandersetzung mit der Position der Neuen Musik in der pluralistischen Gesellschaft.

Schluß: Zusammenfassendes Plädoyer für die Freiheit der Kunst und die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit trotz des Widerstands einer auf Konsum ausgerichteten Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Neue Musik, Gesellschaft, Kulturindustrie, Avantgarde, Musikrezeption, Musikwissenschaft, Rationalität, Autonomie, Widerstand, Entfremdung, Konsum, Musikgeschichte, Historismus, Kunst, Sozialphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche Stellung und Wahrnehmung Neuer Musik sowie die Gründe für deren oft ablehnende Rezeption im Vergleich zu älterer Musik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Wechselwirkungen zwischen Musikproduktion, gesellschaftlichen Marktmechanismen, der Rolle der Musikwissenschaft und der bewussten Abgrenzung der Avantgarde.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Neue Musik in ihren gesellschaftlichen und historischen Kontext zu rücken und aufzuzeigen, warum ihre vermeintliche Elitarität eine notwendige Reaktion auf die Konsumkultur darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die musiksoziologische Theorien, insbesondere der Frankfurter Schule (Adorno), mit historisch-analytischen Reflexionen verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der Neuen Musik seit 1945, der Kritik an der Kulturindustrie und der Herausforderung, Musik als Kunstform in einer durch Rationalität geprägten Welt zu erhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autonomie, Entzauberung, gesellschaftliche Determination, Antithese und Avantgardismus charakterisiert.

Warum ist die Rezeption Neuer Musik nach Ansicht des Autors so schwierig?

Die Rezeption ist schwierig, da die Kulturindustrie den Hörer auf triviale Konsummuster dressiert, während die Neue Musik bewusst Widerstand leistet und sich der bloßen Unterhaltung entzieht.

Welche Rolle spielt die Musikwissenschaft laut dem Text?

Die Musikwissenschaft fungiert als ordnende Instanz, die durch die historische Einordnung und Reflexion zwar zum Verständnis beiträgt, aber auch die Gefahr der Vereinnahmung oder "Verblendung" birgt.

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Details

Title
Der Un-Klang Neuer Musik - Warum sie nicht gehört werden will
College
Dresden Technical University  (Institut für Musikwissenschaften)
Course
Hauptseminar Musikwissenschaft
Grade
2,7
Author
Moritz Weisskopf (Author)
Publication Year
2000
Pages
23
Catalog Number
V1672
ISBN (eBook)
9783638110358
ISBN (Book)
9783638637343
Language
German
Tags
Neue Musik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Weisskopf (Author), 2000, Der Un-Klang Neuer Musik - Warum sie nicht gehört werden will, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1672
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