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Postmoderne Pädagogik

Fächerübergreifende Bildungsaufgaben für Erziehung, Schule und Hochschule

Titel: Postmoderne Pädagogik

Fachbuch , 2011 , 166 Seiten

Autor:in: Professor Dr. Karl-Heinz Ignatz Kerscher (Autor:in)

Pädagogik - Reformpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Erziehung ist heute mit neuartigen Herausforderungen konfrontiert, die einmalig in der bisherigen Geschichte sind. Die Epoche der Postmoderne geht einher mit dem Prozess der Globalisierung.
Multinationale Unternehmen agieren global. Politik und Kultur haben globale Auswirkungen. Das Leben auf der Erde wird zu einem globalen Dorf. Die Langzeit-Effekte der Revolution in der Informations-Technologie sind noch nicht erfahrbar geworden. Der technologische Wandel beschleunigt sich jeden Tag. Die Postmoderne Pädagogik stellt sich den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft.
Schulangst, Schulabsentismus und Schülersuizidgefährdung könnte durch eine Krisenpädagogik vorgebeugt werden. Aufmerksamkeitsgestörten und Indigo-Kindern wäre durch einen pädagogischen Perspektivwechsel zu helfen. Das Konzept der Multiplen Intelligenzen dient der Entwicklung vielfältiger Begabungen und mannigfacher Innovationskräfte. Anti-Mobbing-Pädagogik versucht, die verloren gegangene Solidarität neu zu beleben. Die Methode der Mediation könnte einen positiven Beitrag zu einer Konfliktkultur leisten. Eine Erziehung zum Genuss könnte in der postmodernen Konsumgesellschaft zur Linderung des Suchtverhaltens und des Drogen-und Medikamenten-Missbrauchs beitragen. Auch Gesundheitserziehung, Sexualpädagogik und die Erziehung mit Betonung der Gleichstellung der Geschlechter sind unumgänglich. Eine soziale Erziehung zur Gewaltlosigkeit und Rechtschaffenheit, eine Erziehung zur Menschlichkeit und eine Werte-Erziehung sind notwendig. Das Positive Denken kann in der Erziehung und Pädagogik günstig wirken. Und auch die Friedenserziehung hat angesichts des globalen Waffenarsenals hohe Priorität. Bildung sollte auf Zukunft ausgerichtet werden. Menschenrechtserziehung tut Not. Die Globalisation fordert eine Erziehung zum globalen Bewusstsein heraus. Kreativität und Innovation sind Schlüsselqualifikationen der Menschheit für die Zukunft. Als oberstes Ziel allerdings einer jeden Erziehung weltweit wäre die Entbarbarisierung des menschlichen Zusammenlebens wünschenswert.
Postmoderne Pädagogik fördert Kreativität, Positives Denken und Innovation. Postmoderne Bildungsangebote berücksichtigen Kulturkritik und Trans-Humanismus. Postmoderne Pädagogen denken global und human. Das Konzept der Postmodernen Pädagogik zehrt von pädagogischem Optimismus und der Liebe zum Leben. Postmoderne Pädagogik ist die Pädagogik des Einundzwanzigsten Jahrhunderts.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kindheitssicht im Wandel

2. Krisenpädagogik

3. Förderung durch Perspektivwechsel

4. Förderung Hochbegabter und das Konzept der Multiplen Intelligenzen

5. Soziale Erziehung durch Anti-Mobbing-Pädagogik

6. Erziehung zur Konfliktlösung durch Mediation

7. Erziehung zum Genuss anstatt Drogenmissbrauch

8. Gesundheitserziehung

9. Gleichstellung der Geschlechter

10. Sexualpädagogik

11. Soziale Erziehung zur Gewaltlosigkeit und Rechtschaffenheit

12. Erziehung zur Menschlichkeit

13. Werte-Erziehung

14. Positive Erziehung

15. Friedenspädagogik

16. Bildung für die Zukunft

17. Menschenrechtserziehung

18. Erziehung zum globalen Bewusstsein

19. Erziehung zur Kreativität

20. Erziehung als Entbarbarisierung

Zielsetzung & Themen

Das Buch analysiert postmoderne Herausforderungen an Erziehung, Pädagogik und Bildung unter besonderer Berücksichtigung globaler Entwicklungen, individueller Kindheitskonzepte und der Suche nach humanen Orientierungspunkten in einer komplexen Welt. Es zielt darauf ab, als Anregung für eine Neuausrichtung erzieherischer Prioritäten zu dienen.

  • Krisenprävention durch moderne Pädagogik (Schulangst, Mobbing)
  • Individuelle Begabungs- und Potenzialförderung (Hochbegabung, Multiple Intelligenzen)
  • Gesundheits- und Genusserziehung als suchtpräventive Maßnahmen
  • Kulturelle Identität, Menschenrechte und globale Verantwortung in der Bildung
  • Kreativitätsförderung und Entbarbarisierung in einer globalisierten Welt

Auszug aus dem Buch

3. Förderung durch Perspektivwechsel

Was bedeutet und ist ADS? ADS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, angblich eine Entwicklungsstörung, die sich beim heranwachsenden Kind vor allem in einer Verzögerung der folgenden zwei Bereichen zeigt:

Mangelnde Aufmerksamkeit: das Kind wird leicht abgelenkt, hat Mühe Aufgaben zu beenden.

Mangelnde Kontrolle der Impulsivität und motorischen Aktivität: das Kind handelt impulsiv, häufig der Situation nicht angepasst, bewegt sich übermäßig (ADHS), wobei der Buchstabe H Hyperaktivität bedeutet.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Transformation des Wissens in der Postmoderne, charakterisiert durch den Verlust alter Ideale, Konsumorientierung und globale Vernetzung, und stellt die Frage nach moralischen Orientierungspunkten für die Erziehung.

1. Kindheitssicht im Wandel: Das Kapitel diskutiert den historischen Wandel vom Kind als unvollkommenem Wesen hin zur Anerkennung der Kindheit als eigenwertige Lebensphase mit großem Entfaltungspotenzial.

2. Krisenpädagogik: Es werden Ursachen und Formen von Schulangst sowie Wege zur Prävention durch wertschätzendes Lehrerverhalten und positive Leistungsbeurteilung thematisiert, ergänzt durch Überlegungen zum Schülerselbstmord.

3. Förderung durch Perspektivwechsel: Das Kapitel beleuchtet ADHS als moderne Herausforderung, diskutiert kritisch die medikamentöse Therapie und stellt alternative Konzepte wie das der Indigo-Kinder zur Diskussion.

4. Förderung Hochbegabter und das Konzept der Multiplen Intelligenzen: Hier werden Fallbeispiele zur Förderung Hochbegabter sowie Howard Gardners Theorie der multiplen Intelligenzen zur differenzierten Begabungsförderung vorgestellt.

5. Soziale Erziehung durch Anti-Mobbing-Pädagogik: Es wird die Mobbing-Forschung im Schulkontext erörtert und präventive Maßnahmen wie Mediatoren-Projekte zur Förderung einer Konfliktkultur aufgezeigt.

6. Erziehung zur Konfliktlösung durch Mediation: Dieses Kapitel erläutert Mediation als Verfahren der konstruktiven Konfliktbearbeitung in fünf Phasen zur Förderung eines friedlichen Miteinanders.

7. Erziehung zum Genuss anstatt Drogenmissbrauch: Es werden Drogen, Suchtursachen und Suchtphasen definiert, gefolgt von einem Plädoyer für Genussfähigkeit als präventiven Ansatz in der Schule.

8. Gesundheitserziehung: Das Kapitel stellt die Ottawa-Charta der WHO und das Salutogenese-Modell nach Antonovsky als Basis für eine ganzheitliche Gesundheitsförderung in der Schule dar.

9. Gleichstellung der Geschlechter: Hier werden geschlechtsspezifische Sozialisation, Essstörungen bei Mädchen und die Notwendigkeit der Reflexion von Rollenstereotypen thematisiert.

10. Sexualpädagogik: Basierend auf James W. Prescotts Thesen wird die Verbindung zwischen körperlicher Lust, Zuwendung und der Entstehung von Gewalt analysiert.

11. Soziale Erziehung zur Gewaltlosigkeit und Rechtschaffenheit: Das Kapitel reflektiert wissenschaftliche Erklärungsansätze für deviantes Verhalten und fordert eine Pädagogik der Gewaltfreiheit.

12. Erziehung zur Menschlichkeit: Es werden Merkmale rechtsextremer Einstellungen bei Jugendlichen analysiert und pädagogische Interventionen zur Stärkung demokratischer Werte vorgeschlagen.

13. Werte-Erziehung: Diese philosophische Grundlegung diskutiert Ethik, Moral und Werte im Kontext der pluralistischen Gesellschaft und stellt das Modell der moralischen Entwicklung nach Kohlberg vor.

14. Positive Erziehung: Das Kapitel erläutert die Ursprünge und Methoden Positiven Denkens als pädagogisches Instrument zur Förderung von Resilienz und Lebensfreude.

15. Friedenspädagogik: Es wird die Kritik am Sozialdarwinismus geübt und Kropotkins Ansatz der gegenseitigen Hilfe als Alternative zur Rechtfertigung von Kriegen propagiert.

16. Bildung für die Zukunft: Hier wird der kritische Bildungsbegriff Adornos und der Bedarf an einer Bildung zur Mündigkeit sowie zur Bewältigung globaler Zukunftsrisiken diskutiert.

17. Menschenrechtserziehung: Dieses Kapitel definiert Menschenrechte als universelle Grundlage und plädiert für deren zentrale Bedeutung in Erziehungsprozessen.

18. Erziehung zum globalen Bewusstsein: Es wird der Einfluss multinationaler Unternehmen analysiert und die Notwendigkeit für eine Erziehung zu globaler Verantwortung verdeutlicht.

19. Erziehung zur Kreativität: Das Kapitel reflektiert die Kunsterziehungsbewegung und moderne Ansätze zur Kreativitätsförderung als Schlüsselqualifikation für das 21. Jahrhundert.

20. Erziehung als Entbarbarisierung: Abschließend werden die totalitären Gefahren des autoritären Charakters gegen die Notwendigkeit einer mündigen, reflektierten Pädagogik gestellt.

Schlüsselwörter

Postmoderne Pädagogik, Erziehung, Bildung, Menschenrechte, Friedenspädagogik, Suchtprävention, Gesundheitserziehung, Kreativitätsförderung, Multiple Intelligenzen, Sozialisation, Ethik, Werteerziehung, Globalisierung, Konfliktlösung, Mündigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Werk primär?

Es geht um eine Analyse moderner Erziehungs- und Bildungsaufgaben in einer postmodernen Gesellschaft, die von Globalisierung, Wertewandel und neuen Herausforderungen geprägt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Felder umfassen die Friedens-, Gesundheits-, Werte- und Menschenrechtserziehung, die Förderung von Hochbegabten und Kreativität sowie die Auseinandersetzung mit Gewalt und Suchtprävention.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Der Autor möchte als Anregung für eine Neuorientierung der Pädagogik dienen, die sich an humanistischen Werten orientiert und Kinder und Jugendliche für die Herausforderungen der Zukunft stärkt.

Welche wissenschaftlichen Ansätze kommen zur Anwendung?

Das Buch stützt sich auf Erkenntnisse aus der Psychoanalyse, Soziologie, Kulturanthropologie und der erziehungswissenschaftlichen Forschung, etwa zu Theorien von Adorno, Freud, Rogers oder Gardner.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Problemlagen wie Schulangst, Mobbing, Essstörungen, Rechtsextremismus und die Auswirkungen der Globalisierung, jeweils verbunden mit praktischen pädagogischen Interventionsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Buch?

Begriffe wie Postmoderne Pädagogik, Entbarbarisierung, Mündigkeit, kreatives Potenzial und ganzheitliche Bildung sind leitend für die Argumentation des Autors.

Welche Bedeutung kommt dem Konzept der "Indigo-Kinder" zu?

Das Konzept dient hier als Impuls für einen Paradigmenwechsel, um verhaltensauffällige Kinder nicht nur defizitär, sondern als Individuen mit besonderen Potenzialen zu begreifen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Lehrenden?

Der Autor plädiert für ein Lehrerbild, das sich vom reinen Verwalter zum "multitalentierten Künstler" und beziehungsorientierten Erzieher wandelt, der Empathie und Ganzheitlichkeit fördert.

Ende der Leseprobe aus 166 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Postmoderne Pädagogik
Untertitel
Fächerübergreifende Bildungsaufgaben für Erziehung, Schule und Hochschule
Autor
Professor Dr. Karl-Heinz Ignatz Kerscher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
166
Katalognummer
V167200
ISBN (eBook)
9783640853595
ISBN (Buch)
9783640853953
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Postmodernität Postmoderne Pädagogik Postmoderne Erziehung Postmoderne Bildung Schulangst Schulabsentismus Schülersuizid Schülerselbstmord Krisenpädagogik Pädagogischer Perspektivwechsel Indigo-Kinder ADHS-Kinder Aufmerksamkeitsstörungen Hyperaktivität Multiple Intelligenzen Begabungsförderung Hochbegabte Mobbing Anti-Mobbing-Pädagogik Mediation Konfliktpädagogik Erziehung zum Genuss Genussfähigkeit fördern Suchtverhalten Drogenmissbrauch Medikamenten-Missbrauch Gesundheitserziehung Sexualpädagogik Gleichstellung der Geschlechter Gender-Pädagogik Erziehung zur Gewaltlosigkeit Erziehung zur Rechtschaffenheit Soziale Erziehung Erziehung zur Menschlichkeit Erziehung zur Menschenfreundlichkeit Werte-Erziehung Moralische Erziehung Positives Denken Positive Erziehung Friedenspädagogik Menschenrechtserziehung Erziehung zum globalen Bewusstsein Kreativitätserziehung Erziehung zur Innovation Pädagogik der Kreativität Erziehung als Entbarbarisierung.
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Arbeit zitieren
Professor Dr. Karl-Heinz Ignatz Kerscher (Autor:in), 2011, Postmoderne Pädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167200
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