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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die Rahmengeschichte zu Le Déjeuner sur l´herbe. 3
3 Bildbeschreibung 7
3.1 Etude pour Le Déjeuner sur l´herbe 7
3.2 Le Déjeuner sur l´herbe 10
4 Figurenanalyse 11
4.1 Etude pour Le Déjeuner sur l´herbe 11
4.2 Le Déjeuner sur l´herbe 12
5 Technik und Licht 13
6 Fazit 15
7 Literaturverzeichnis 17
8 Abbildungsverzeichnis 18
9 Abbildungsteil 19
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1 Einleitung
„Ich kann an nichts anderes mehr denken als an das Bild, und wenn es mißlingt, werde ich wahrscheinlich verrückt“ 1
Diese Worte schrieb Monet seinem Freund Frédéric Bazille während der Arbeit an den Studien zu seinem Gemälde Le Déjeuner sur l´herbe. Es war eines der Frühwerke im Œuvre Monets, das für dessen persönliche Entwicklung bedeutsam wie auch in seiner Entstehung und Technik äußerst innovativ war. Le Déjeuner sur l´herbe, zu Deutsch Das Frühstück im Grünen, sollte als erstes lebensgroßes Freilichtgemälde dem jungen Monet zum Rang eines allgemein angesehenen Malers verhelfen, weshalb er ein derart einfaches, kommerzielles und publikumsfreundliches Motiv wählte: Eine Picknickszene im Wald. Er war regelrecht gebannt von dem Gedanken, ein Monumentalwerk der Pleinairmalerei zu erschaffen. Doch seine Befürchtung trat ein und Probleme verschiedener Art bedingten, dass das Bild nicht rechtzeitig vollendet, niemals öffentlich präsentiert wurde und heute nur noch in Fragmenten erhalten ist.
Aus diesem Grund stützt sich die Arbeit nicht allein auf das Hauptwerk, sondern ebenfalls auf die Gesamtstudie Etude pour Le Déjeuner sur l´herbe. Es soll im ersten Teil anhand verschiedener Forschermeinungen die Entstehung von Le Déjeuner sur l´herbe geschildert und die konkreten Probleme umrissen werden, die zum Scheitern des Projektes beitrugen. Die anschließende Bildbeschreibung erfolgt ohne zu Hilfename von wissenschaftlicher Literatur und betrachtet zunächst Etude pour Le Déjeuner sur l´herbe, anhand welcher die signifikanten Veränderungen zum Hauptwerk dargelegt werden. Im letzten Schritt erfolgt eine genauere Analyse der beiden Werkversionen auf die zu Grunde liegenden Modelle sowie die Technik und damit verbundene Lichtwirkung. Die Dissertation von Beatrix Ahrens, die sich mit der Déjeuner-Malerei zur Zeit des Französischen Impressionismus und so unter anderem mit Monets Le Déjeuner sur l´herbe beschäftigt, dient hierfür als Grundlage.
1 Gordon und Forge 1985, S. 23.
4
2 Die Rahmengeschichte zu Le Déjeuner sur l´herbe
Nachdem Claude Monet im Jahre 1865 erstmals zwei Seestücke im Pariser Salon des Refusés ausstellen durfte und mit diesen beim Kunstpublikum auf unerwartet positive Resonanz stieß, nahm er sich vor, für das Folgejahr ein monumentales Werk zu erschaffen, das seine Reputation als Künstler erheblich steigern sollte. Den Anstoß für das geplante Gemälde gaben ihm nicht zuletzt die Bildwände seines Freundes und Künstlerkollegen Gustave Courbet, dessen Gruppenbilder von übergroßem Format als Orientierungswert für Le Déjeuner sur l´herbe dienten. Monets Werk sollte rund viereinhalb Meter in der Höhe und sechs Meter in der Länge messen, was annähernd den Maßen von Courbets Gruppengemälde L´Atelier entsprach. 2 Die direkte Vorlage für Le Déjeuner sur l´herbe war jedoch das gleichnamige Gemälde Edouard Manets, das gerade zwei Jahre zuvor im Salon erschienen und als „skandalumwitterte Attraktion“ 3 heftig aber begeistert diskutiert worden war. An diesen Erfolg wollte Monet anknüpfen, gleichwohl dass den beiden Werken lediglich die Thematik der Picknickszenerie im Wald gemein sein sollte. Von Manets Orientierung an den alten Meistern (Raffael und Giorgione), der akademiegerechten Malweise und den erotischen, anzüglichen und ironischen Anspielungen distanzierte sich Monet deutlich. Vielmehr war ihm daran gelegen, ein Flaggwerk der Freilichtmalerei von bisher nie dagewesener Größe zu schaffen: eine reine Hommage an die Landschaft von Chailly-en-Bière als Mahlzeitendarstelllung im Freien, die zugleich den Zeitgeist der damaligen Pariser Gesellschaft widerspiegelte. Das Picknick war eine beliebte Freizeitgestaltung der Städter im 18. Jahrhundert. Monet selbst verbrachte die Ostertage 1863 gemeinsam mit den Künstlerkollegen Sisley, Bazille und Renoir im Wald von Fontainebleau und kehrte in den Monaten zwischen April und September 1865 dorthin zurück, um in eben diese Landschaft die Picknickszene von Le Déjeuner sur l´herbe einzubetten.
2 Vgl. Gordon und Forge 1985, S. 22.
L´Atelier, 1855, Öl auf Leinwand, 3,61 x 5,89 m, Paris, Musée du Louvre
3 Ebd., S. 22.
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Aufgrund der monumentalen Größe des geplanten Werks war es ihm jedoch unmöglich, die knapp 28 Quadratmeter große Leinwand auf die Waldlichtung zu transportieren und das Gemälde entsprechend en plein air zu gestalten. So musste sich Monet auf die Fertigung der Skizzen vor Ort beschränken, zu denen ihm Frédéric Bazille (Abb. 6) Modell stand. 4 Doch die Vollendung der Studien verzögerte sich in Folge diverser gesundheitlicher und finanzieller Probleme Monets sowie der auseinandertriftenden Freundschaft zwischen ihm und Bazille. 5 Schon nach wenigen Tagen im Wald von Fontainebleau erlitt Monet eine Beinverletzung. 6 Schlechtes Wetter und die zwischenzeitliche Rückkehr Bazilles nach Paris erschwerten das Unterfangen zusätzlich. 7
Nachdem Monet schließlich den ganzen Sommer im Freien verbracht und in Form dutzender fragmentarischer Skizzen, von denen heute nur noch wenige erhalten sind, die Waldlichtung von Fontainebleau (z.B. Le Pavé de Chailly, Abb. 4) sowie Einzelfiguren und Kombinationen (z.B. Les promeneurs, Abb. 5) studiert hatte, fertigte er einen farblich und kompositorisch vollständig ausgearbeiteten Entwurf des geplanten Gesamtwerkes an, der heute im Puschkin-Museum in Moskau aufbewahrt ist. Etude pour Le Déjeuner sur l´herbe (Abb. 3) misst 1,3 mal 1,81 Meter und soll im Folgenden aus Gründen der Vollständigkeit im Fokus der Betrachtung stehen, da verlorengegangene Elemente des Hauptwerks durch diese Studie erschließbar sind. 8 Dass von Le Déjeuner sur l´herbe nur noch Fragmente bestehen, begründet sich durch die temporären, künstlerischen und finanziellen Probleme Monets. Nachdem er mit großem zeitlichen Verzug, sämtliche Studien vervollständigt hatte, widmete sich Monet gegen Oktober 1865 deren Übertragung auf die Großleinwand. Auch dies gestaltete sich schwieriger als vermutet, da
4 Vgl. Wildenstein 1999, S. 58 f.
5 Bazille fühlte sich in dieser Zeit stark zu Renoir hingezogen und betrachtete die Zeit und
Modellarbeit mit Monet zunehmend als Pflicht und Belastung. Erst auf einen verzweifel-
ten Brief vom 16. August 1856 hin, kehrte er nach Chailly zurück um ihn bei der Fertig-
stellung der Studien zu unterstützen.
6 Vgl. Dennler 2004, S. 692.
Monet wurde von einem Bronzediskus verletzt, während er beistehende Kinder vor dem
Wurfgerät spielender Passanden zu schützen versuchte. Bazille - seiner Zeit Medizinstu-
dent - pflegte den Freund, der Heilungsprozess aber dauerte mehrerer Wochen.
7 Vgl. Wildenstein 1999, S. 59.
8 Vgl. Ahrens 2006, S. 116.
6
sich seine, auf die kleineren Studien erfolgreich angewandte Maltechnik, auf das große Format nicht übertragen ließ. 9
Kritik des Freundes Courbet, der als Vertreter der akademisch-naturgetreuen Malerei unter anderem die Skizzenhaftigkeit und technische Vielfalt von Le Déjeuner sur l´herbe bemängelte, entmutigten Monet zusätzlich bei der Arbeit an seinem Werk. 10
Der schlussendlich ausschlaggebende Faktor, der zum Versäumen des Salonabgabetermins im März 1866 führte, war die Kündigung des gemeinsamen Ateliers von Monet und Bazille in der Rue de Furstenburg am 15. Januar des Abgabejahres. Aufgrund mangelnder Liquidität musste das Studio geräumt werden. Monets Einzug in die neue Werkstätte in der Rue Pigalle erfolgte erst einige Wochen später, in welchen ihm die Arbeit an Le Déjeuner sur l´herbe nicht möglich war. Das Projekt misslang und Le Déjeuner sur l´herbe konnte nicht rechtzeitig zur Salonausstellung fertiggestellt werden. 11 Als Monet einige Zeit später, angesichts der monetären Notlage auch sein Haus verpfänden musste, ließ er das womöglich noch immer unvollständige Werk zusammengerollt im Keller zurück. Wegen der feuchten Kälte schimmelte das Leinen. Mit der späteren Auslösung der Immobilie, gelangte auch das mittlerweile stark lädierte Gemälde zurück in Monets Besitz, das jedoch auf Grund der Fäulnisschäden bis auf den heutigen Bestand beschnitten werden musste. 12
Das knapp zweieinhalb mal zweieinhalb Meter große Mittelfragment (Abb. 2), das bis zu Monets Tod Teil dessen Atelierbestands war, das erhaltene Seitenstück (Abb. 1) und ein vermisstes drittes Fragment blieben von Le Déjeuner sur l´herbe übrig. Daher wird im folgenden Kapitel zunächst die vollständige Ölstudie Etude pour Le Déjeuner sur l´herbe bezüglich der Farbgestaltung, Anordnung und besonderer Details näher betrachtet, um anschließend Rückschlüsse auf das Hauptwerk ziehen zu können.
9 Vgl. Gordon und Forge 1985. S. 25 f.
10 Vgl. Seitz 1990. S. 72.
11 Vgl. Wildenstein 2003, S. 60 f.
An dessen Stelle reichte Monet das, in angeblich nur vier Tagen gemalte, lebensgroße
Ganzkörperportrait Camilles La Femme á la robe verte, 1866, Öl auf Leinwand, 1,51 x
2,31 m, Bremen, Kunsthalle ein.
12 Es ist anzumerken, dass das Mittelfragment später von unbekannter Hand und aus nicht
geklärten Gründen nochmals um einige Zentimeter beschnitten wurde. In diesem Zu-
stand ist es heute vorzufinden.
Arbeit zitieren:
Laura Näder, 2010, Analyse, Entstehungsgeschichte und Interpretationsansätze zu Claude Monets "Le Déjeuner sur l´herbe", München, GRIN Verlag GmbH
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