0) Individuelle Kompetenzentwicklung
Ich versuche, am Ende der Stunde wieder am Anfang anzuknüpfen.
1) Der Winter naht
Std. Thema der Stunde Inhaltlicher Schwerpunkt
1 „Wohin man schaut, nur Schnee - Cluster zum Winter erstellen und Eis …“ - Lesen von Robert Reinicks Gedicht „Winterlust“
- Abschreiben und Illustrieren des Textes - Fragen zum Text beantworten - Das Gedicht mit Gesten begleitet vortragen 2 Der Winter und ich - Namens-Akrostichon zum Winter schreiben, illustrieren und vortragen 3 Warten auf den Frühling -- Bearbeitung unterschiedlicher produktiver Textszenario zum Gedicht Aufgaben zu Joseph von Eichendorffs „Winternacht“ Gedicht „Winternacht“ 4 Warten auf den Frühling II - Bearbeitung unterschiedlicher produktiver - Textszenario Aufgaben zu Joseph von Eichendorffs Gedicht „Winternacht“ 5 Präsentation der Arbeitsergeb-- Präsentieren und Besprechen der Ergebnisse nisse des Textszenarios 6 Auf den Spuren des Dichters - Quiz zu Eichendorffs Gedicht quer durch die „Winterland-- Ordnen von Friedrich Hebbels Gedicht schaft“ „Winterlandschaft“ - Vergleichen und Besprechen unterschiedlicher Lösungen - Besprechung von Form und Inhalt 7 Mein Wintergedicht I - Abschreiben und Gestalten von Wintergedichten, die die Schüler selbst mitgebracht haben - Vortragen der eigenen Wintergedichte 8 Krähen im „Winter“ - Lesen des Gedichts „Winter“ von Gustav Falke
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- Das Gedicht Zeile für Zeile erklären - Formale und stilistische Merkmale besprechen - Vortragen von Wintergedichten 9 Mein Wintergedicht II - Vortragen von Wintergedichten 10 Haiku zum Winter - Vortragen von Wintergedichten - Schreiben eines Haikus zum Winter
2) Kompetenzen und Standards
Standard des RLP Kompetenzentwicklung Konkretisierung des im Bereich der Standards für diese Stunde Unterrichtseinheit
Kernkompetenz: Die S. formulieren Die Schüler können sich den Reaktionen auf einen Text, Inhalt eines Gedichtes er-Verschiedene fiktionale
entwickeln eine Hypothese schließen, indem sie eine von Texte (Gedichte)
zum Textverständnis, (…) 5 produktiven Aufgaben zum verstehen
verändern Textstellen oder Text bearbeiten und sich mit gestalten sie unter Verwen-anderen über ihre Ergeb-Lesen:
dung auditiver und visueller nisse austauschen. Die S. erweitern ihre
Mittel, um ein persönliches Fähigkeiten, auch (…)
Verständnis zu dokumenschwierigere
tieren oder bestimmte Textliterarische Texte zu
intentionen zu betonen. erschließen, (…)
(15) unterscheiden
Sie lernen die Begriffe zwischen wörtlich
Strophe, Reim und Rhyth-Gemeintem und
mus kennen, erschließen Bedeutung in Texten
themenverwandte Gedichte und setzen sich mit
in ihrer Bedeutung für die anderen über ihre
Präsentation eines Themas Untersuchungsergeb-(…) und berücksichtigen nisse auseinander (S.
3
15). dabei einfache Formmerkmale (16)
Niveau A (D., S., N.)
Die Schüler können sich den Inhalt eines Gedichtes weitgehend eigenständig erschließen, indem sie eine von 5 produktiven Aufgaben zum Text bearbeiten und sich mit anderen über ihre Ergebnisse austauschen.
Niveau B (D., B., T.)
Die Schüler können sich den Inhalt eines Gedichtes mit etwas Unterstützung erschließen, indem sie eine von 5 produktiven Aufgaben zum Text bearbeiten und sich mit anderen über ihre Ergebnisse austauschen.
Niveau C (C., H., A.)
Die Schüler können sich den Inhalt eines Gedichtes stark gelenkt erschließen, indem sie eine von 5 produktiven Aufgaben zum Text bearbeiten und sich mit anderen über ihre Ergebnisse austauschen.
3) Fachlich-inhaltlicher Schwerpunkt
Schüler der 7. und 8. Klasse haben im Allgemeinen mit Lyrik nicht viel am Sinn. Lyrische Texte gehören nicht zu ihrer Lebenswelt und weichen erheblich von den Texten ab, sie in ihrer Freizeit lesen. Die Sprache wirkt besonders auf sprachlich nicht versierte Schüler fremd und zum Teil abstoßend. Erfahrungen mit dieser Textart beschränken sich meist auf die Unterrichtszeit. Dementsprechend haben Schüler Schwierigkeiten, ein Gedicht zu verstehen oder zu genießen.
Trotzdem sollen sie an Gedichte herangeführt werden, um ihr ästhetisches Empfinden, ihren Wortschatz und ihr Gefühl für Klang und Rhythmus zu erweitern. Die Erfahrung, dass Sprache auch im übertragenen Sinn gebraucht werden kann,
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wird ihnen im Alltag helfen, Ironie, Redensarten, Sprüche und Metaphern, aber auch Liedtexte besser zu verstehen.
Schüler sollen bis zum Abschluss der 10. Klasse lernen, was Endreime (Paarreim, Kreuzreim, umarmender Reim), Strophen (Absatz) und Verse (Zeilen) sind. Sie sollten wissen, was ein lyrisches Ich (Sprecher des Gedichts) ist und können mit dem Versmaß / Metrum (Jambus, Daktylus, Trochäus, Anapäst) vertraut gemacht werden. Wichtig ist, dass sie lernen, die Intention eines Gedichts zu erschließen, sie müssen bis zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keine vollständige Interpretation schreiben können. Ferner sollten sie einige rhetorische Figuren (Vergleich (Er ist so stark wie ein Löwe), Metapher (Vergleich ohne ‚wie’: Gespensterbaum), Personifikation (Vermenschlichung: Der Herbst streut Blätter aus.), Anapher (Wiederholung eines oder mehrerer Wörter an mehreren Versanfängen: Er schaute … / Er schaute…), Alliteration (Wiederholung eines oder mehrerer Wörter in einem Vers: Trüber Tag und trübe Stunde), Symbol (Wahrzeichen, Sinnbild, Gegenstand, der für einen Sachverhalt steht: Herz für die Liebe, Taube für den Frieden), Ellipse (verkürzter Satz: Je schneller, desto besser.) kennenlernen und verstehen, dass Wörter in übertragener Bedeu-tung gebraucht werden können.
Es gibt zwei gängige Verfahren zum Unterrichten von Gedichten: den Analyseunterricht und den handlungs- und produktionsorientierten Unterricht. Die Einheit greift den Ansatz des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts auf. Dieser geht davon aus, dass zuerst Lesemotivation entwickelt werden muss und dass dies nur möglich ist, „wenn sich die Schüler mit allen Sinnen, so weit wie möglich eigenbestimmt und grundsätzlich auch eigenproduktiv mit den Texten verbinden können.“ 1 Dies ist über handlungs- und produktionsorientierte Verfahren möglich, wobei Schüler zunächst aktiv und produzierend an Texte herangehen. Erst auf dieser Grundlage wird nach Haas motiviertes analysierendes Lesen möglich. 2 Durch den produktiven Umgang mit Lyrik sollen sich die Schüler intensiver mit dem Text beschäftigen und im Idealfall einen emotionalen Zugang zum Gedicht finden. Die verschiedenen Ergebnisse der Schüler führen nach Haas ganz automatisch zu Gesprächen über Inhalt und Aussage, Form und Gehalt. 3
1 Haas, 2003: 728.
2 Vgl. Haas, 2003: 729.
3 Vgl. Haas, 2004: 67.
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Im Rahmen der Einheit werden verschiedene Wintergedichte behandelt. In dieser Stunde geht es um das Gedicht „Winternacht“ von Joseph von Eichendorff, das zur Epoche der Romantik gehört und die Betrachtung einer Winterlandschaft durch das lyrische Ich darstellt, wobei besonders ein Baum im Vordergrund steht.
In der ersten Strophe betrachtet das lyrische Ich die verschneite Umgebung (V. 1). Schließlich fällt der Blick auf einen Baum, der kahl und einsam auf einem Feld steht (V. 3f.). Durch das Adjektiv „verlassen“ (V. 3) und Wendungen wie „nichts was mich freuet“ (V. 2) und „hat längst sein Laub verstreuet“ (V. 4) wird eine gewisse Trostlosigkeit vermittelt.
In der zweiten Strophe „rüttelt“ (V. 6) der Wind am Baum. Die Intensität dieses Vorgangs wird durch die Personifikation des Windes und die Alliteration der Verben „rüttelt, rührt, redet“ verstärkt. Der ebenfalls personifizierte Baum beginnt dadurch „wie im Traume“ (V. 8) zu reden. In der letzten Strophe träumt der Baum vom Frühling (V. 9), einer Zeit, in der er im neuen Blütenkleid zu „Gottes Lob“ rauschen wird (V. 11f.).
Das Gedicht besteht aus drei Strophen mit je vier Versen, enthält Kreuzreime und ist durchgängig im Jambus geschrieben. Es ist formal regelmäßig aufgebaut und die Sprache ist recht einfach. Die rhetorischen Figuren beschränken sich auf die Personifikationen von Wind und Baum (V. 6, V. 9), einen Vergleich (V. 9), eine Metapher (V 11) und eine Alliteration (V. 6, 7 und 8). Der regelmäßige Aufbau und der Jambus verleihen dem Gedicht den Eindruck von Ruhe.
Das Gedicht spricht mehrere Sinnesorgane an: In der ersten Strophe überwiegen visuelle Elemente und in den letzten beiden akustische, was die inhaltliche Aussage intensiviert. Der Autor untermalt seine Aussage durch klangliche Gestaltungsmittel: Die Alliteration der Verben „rüttelt“, „rührt“ und „redet“ klingt dumpf, was zu der Schilderung des Winterwindes passt. In der letzten Strophe erhellt sich der Klang durch die Wörter „künft’ger, Grün, Blütenkleid“, was zum inhaltlichen Warten auf den Frühling passt.
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Arbeit zitieren:
Angelina Kalden, 2010, Textszenario zu einem Wintergedicht, München, GRIN Verlag GmbH
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