Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Geschlechtsidentität 4
2.1 Die Komponenten der Geschlechtsidentität 4
2.1.1 Die Kern-Geschlechtsidentität. 4
2.1.2 Die Geschlechtsrolle. 4
2.1.3 Die Geschlechtspartnerorientierung 4
3. Theorien zur Entwicklung der Geschlechtsidentität. 5
3.1 Psychoanalytischer Ansatz nach Margaret Mahler 5
3.2 Lerntheoretischer Ansatz nach John Money 6
3.3 Kognitiv-struktureller Ansatz nach Lawrence Kohlberg. 6
4. Transsexualität 8
4.1 Zum Begriff der Transsexualität 8
4.2 Symptome. 8
4.3 Diagnostik 8
4.4 Die Rechtslage. 9
5. Erklärungsansätze für die Transsexualität. 9
5.1 Somatisch 9
5.2 Psychoanalytisch 10
5.2.1 Robert Stoller 10
5.2.2 Leslie Lothstein 11
5.3 Zusammenfassung 12
6. Behandlungsmöglichkeiten bei transsexuellen Patienten 12
6.1 Therapeutische Behandlung 12
6.1.1 Verhaltenstherapie bei transsexuellen Kindern 12
6.1.2 Therapie bei transsexuellen Jugendlichen 13
6.1.3 Therapie bei transsexuellen Erwachsenen. 13
6.2 Die Geschlechtsangleichung 13
7. Die Rolle der therapeutischen/ sozialpädagogischen Begleitung 15
8. Kritische Betrachtung 16
9. Fazit 17
9. 17
Literaturverzeichnis. 18
Literaturverzeichnis. 18
Literaturverzeichnis. 18
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1. Einleitung
Kaum eine Tatsache gilt in unserer Gesellschaft als so unumstößlich, wie die Geschlechtszugehörigkeit. Niemand kann sich aussuchen, ob er als Junge oder Mädchen geboren wird. Man ist eben entweder männlich oder weiblich.
In unserem alltäglichen Umgang mit Menschen registrieren wir automatisch, ob wir es mit Mann oder Frau zu tun haben. Oft beeinflusst das Geschlecht des Gegenübers unser Verhalten. Aber auch in Situationen, in denen es völlig irrelevant ist, nehmen wir unbewusst Kategorisierungen des Anderen vor, auch dahingehend mit „was für einem Typ Mann oder Frau“ wir es gerade zu tun haben. Äußere Merkmale sind zunächst das wichtigste Kriterium, nach dem wir unterscheiden. Wie selbstverständlich man sich auf diese Zuordnungen verlässt, macht die Verunsicherung Personen gegenüber deutlich, deren Stimmlage nicht zu ihrem Erscheinungsbild zu passen scheint.
Dass es Fälle gibt, bei denen durch einen operativen Eingriff das Geschlecht eines Säuglings erst festgelegt werden muss, weil er sowohl mit männlichen als auch mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen geboren wurde, ist bekannt, legitim und unumstritten, da die Vorstellung, ohne festgelegtes Geschlecht zu leben in unserem Denken nicht möglich scheint. Deswegen beschäftige ich mich in der vorliegenden Arbeit mit einem Phänomen, das gesellschaftlich und wissenschaftlich umstrittener, da kausal nicht erklärbar ist; dem Wunsch nach einer Geschlechtsumwandlung, obwohl die eigenen Geschlechtsorgane eindeutig ausgebildet und voll funktionstüchtig sind: der Transsexualität.
Ich möchte der Frage nachgehen, was Transsexualität ist, wie sie erklärt werden kann und wie mit transsexuellen Menschen verfahren wird, die einen Arzt aufsuchen. Da die Transsexualität als eine Störung der Geschlechtsidentität gilt, beginne ich mit der Klärung des Begriffs der Geschlechtsidentität und den wichtigsten Erklärungsansätzen zu ihrer Entstehung. Anschließend soll es darum gehen, was unter Transsexualität zu verstehen ist und wie sie sich äußert. Es folgt ein Einblick in die wichtigsten Ansätze zur Entstehung der Transsexualität sowie in das Vorgehen bei ihrer Behandlung. Meine Ausführungen beziehen sich auf die unten angeführte Literatur und sind entsprechend gekennzeichnet.
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2. Geschlechtsidentität
Das Konzept der Geschlechtsidentität bezeichnet eine individuelle Kombination aus Männlichkeit und Weiblichkeit, das konkrete Vorstellungen und unbewusste Phantasien beinhaltet und von sozialen, psychologischen, kulturellen und biologische Faktoren beeinflusst wird. Sie setzt sich aus den folgenden Komponenten zusammen: (Mertens 1992, S.23).
2.1 Die Komponenten der Geschlechtsidentität
2.1.1 Die Kern-Geschlechtsidentität
Die Kern-Geschlechtsidentität ist die Gewissheit des Kleinkindes, ein Junge oder ein Mädchen bezüglich seines biologischen Geschlechts zu sein. Es handelt sich dabei um einen unbewussten Vorgang, der hauptsächlich durch den stereotypen Umgang der Eltern mit ihrem Kind beeinflusst wird (Mertens 1992, S.24).
2.1.2 Die Geschlechtsrolle
Die Entwicklung der Geschlechtsrolle knüpft an die der Kern-Geschlechtsidentität an. Das Kind verinnerlicht im Laufe seines Sozialisationsprozesses Vorstellungen über geschlechtsspezifische Verhaltensmuster und es lernt „männlich“ und „weiblich“ als zwei sich ausschließende Attribute zu unterscheiden. Das führt dazu, dass es sich selbst zu einem der beiden Geschlechter zuordnet. Die Geschlechtsrolle lässt sich als die Auffassung darüber sehen, wie man selbst wahrgenommen werden möchte und als welches Geschlecht man behandelt werden möchte. Dementsprechend richtet man sein Verhalten an diesen Erwartungen aus (Mertens 1992, S.24f).
2.1.3 Die Geschlechtspartnerorientierung
Die Geschlechtspartnerorientierung ist die am wenigsten körpergebundene Komponente, da sie sich meistens unabhängig davon entwickelt, ob sich jemand als Mann oder Frau fühlt. Sie bezeichnet die Vorliebe für eines der beiden Geschlechter als Geschlechtspartner und schließt die Präferenz für bestimmte sexuelle Praktiken und Objekte ein (Mertens 1992, S.26f) Im Folgenden ist mit „Geschlechtsidentität“ der Aspekt der Geschlechtsrolle gemeint.
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3. Theorien zur Entwicklung der Geschlechtsidentität
3.1 Psychoanalytischer Ansatz nach Margaret Mahler
Margaret Mahlers Konzept entstand aus psychoanalytischen Erkenntnissen und hebt die frühkindliche Entwicklung als entscheidend für die Bildung der Geschlechtsidentität hervor. In den ersten zwei Lebensmonaten hat das Kind noch keine Selbstwahrnehmung, so dass es kaum zwischen sich selbst und der Mutter, die seine Bedürfnisse befriedigt, differenzieren kann. Es erlebt eine Art Symbiose zwischen sich und seiner Mutter. Erst im dritten Lebensmonat entwickelt das Kind innerhalb dieser Symbiose die Wahrnehmung des eigenen Körpers, sowie von Innen und Außen und von Ich und Nicht-Ich. In dieser Phase sieht Mahler einen wichtigen Schritt für das Identitätsgefühl des Kindes: die Entwicklung des sog. Urvertrauens. Das Urvertrauen ist für die spätere Sicherheit im Bezug auf das eigene Geschlecht und die Beziehungsfähigkeit grundlegend. Die Ursachen für einen mangelnden Aufbau des Vertrauens liegen in der Mutter-Kind Beziehung: wenn sich die Mutter dem Kind z.B. aus Überforderung physisch und emotional entzieht, als frustriert erlebt wird oder nur eingeschränkten körperlichen Kontakt zulässt.
In den folgenden Monaten lernt das Kind schließlich, sich als von der Mutter getrennt wahrzunehmen; die Phase der Individuation beginnt. Mit wachsender Mobilität übt das Kind die räumliche Trennung von der Mutter sowie die Rückkehr. Die Interaktion zwischen Mutter und Kind ist gekennzeichnet von Signalen, die das Kind gibt und den selektiven Reaktionen der Mutter. Aufgrund dieser Reaktionen beginnt das Kind, sein Verhalten zu verändern und sich an die Mutter anzupassen. Es benötigt jedoch immer den emotionalen Rückhalt der Mutter. Ist dieser durch feindselige Reaktionen oder Zurückweisung nicht gegeben, kann das Kind das, laut Mahler, als Ablehnung sich selbst gegenüber auffassen, also seinem Geschlecht gegenüber. Um die Zuneigung der Mutter zu erlangen, können gegengeschlechtliche Verhaltensweisen übernommen werden.
Um den 18. Monat beginnen die Phase der Wiederannäherung und die Entwicklung der Geschlechtsidentität. Wenn die Mutter auf das wieder zunehmend stärkere Bedürfnis des Kindes nach Nähe zurückweisend reagiert, kann auch in dieser Phase versucht werden, durch gegengeschlechtliches Verhalten die Aufmerksamkeit der Mutter zu erhalten. Das Bewusstsein der körperlichen Geschlechtsunterschiede entwickelt sich im 20. und 21. Lebensmonat. Zunächst ruft es Verunsicherung bei den Kindern hervor. Für Mädchen kann es 5
Arbeit zitieren:
Hanna Kunze, 2010, Transsexualität als eine Störung der Geschlechtsidentität, München, GRIN Verlag GmbH
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