Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
Definition Splatter 3
1 Splatter 4
die historische Aufarbeitung eines Genres
1.1 Vorläufer und das menschliche Verlangen nach Gewalt 4
1.2 Vom Monster zum Menschen oder „das Monster Mensch“ 5
1.3 Remember it’s just a movie - der Beginn des Splatters 7
1.4 Die Nacht der lebenden Toten - Splatter wird zum Mainstreamkino 8
1.5 Die 70er Jahre 9
1.6 Die 80er Jahre 10
1.7 Der Splatterfilm heute 11
2 Der Zuschauer muss geschützt werden 13
FS ,K Indizierung und Zensur am Beispiel Deutschland
2.1 Gesetzgebung 14
2.2 Kontrollinstutitionen 16
2.2.1 FSK - Freiwillige Selbstkontrolle 16
2.2.2 Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften 17
2.2.3 Staatsanwaltschaft und Gerichte 17
2.3 The Evil Dead - Ein Fallbeispiel 18
3 Theorien zur Wirkung von Gewaltdarstellungen 23
3.1 Die Katharsisthese 24
3.2 Die Inhibibationsthese 25
3.3 Kognitive Unterstützungsthese 26
3.4 Die These von der Wirkungslosigkeit 26
3.5 Die Lerntheorie 26
3.6 Stimulationsthese 27
3.7 Habitualisierungsthese 27
3.8 Suggestionsthese 27
Fazit 28
Literaturverzeichnis 31
Abkürzungsverzeichnis
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien: BjPM
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften: BjPS
Bundesverfassungsgericht: BVerFGE
Freiwillige Selbstkontrolle: FSK
Jugend Medien Schutz-Report: JMS-Report
Name unbekannt: o. V.
ohne Jahresangabe: o. J.
Spitzenorganisation der Filmwirtschaft: SPIO
Strafgesetzbuch: StGB
und andere: et al.
und folgende Seite: f
und folgende Seiten: ff
vergleiche: vgl.
Video Home System: VHS
Abstract (English)
When in 2003 the remake of the 1974 cult classic Texas Chainsaw Massacre was released in theaters and grossed over $100,000,000 worldwide it became a milestone for Hollywood in terms of remaking classic horror/splatter films. Halloween, The Hills Have Eyes, Friday the 13 th and more recently in April 2010 the remake of Wes Cravens A Nightmare on Elm Street became box office hits.
The horror/splatter genre, with its gruesome display of violence on screen, and its franchise were rebooted and an often called dead genre became important for the movie industry once again. The Splatter genre itself started in the early 1960s and shocked audiences and upholders of moral standards were outraged and started a wave of indignation. By its depiction of violence, splatter films and its directors crossed lines, which were declared taboo since the beginning of filmmaking. Never before graphic violence was shown on screen and critics immediately screamed with horror about barbarization. Splatter was immediately called a not tolerable outgrowth of the art of filmmaking.
What has been started with Herschell Gordon Lewis’s Blood Feast in 1963 set the stage for movies like The Last House on the Left, Texas Chainsaw Massacre or George A. Romero’s Night of the Living Dead and it continues until today with film series like Hostel and Saw. The outrage of critics never stopped as well. Serious allegations are still made against splatter movies. Violence is said to be glorified and especially teenagers are prepared to use violence by its explicit portrayal in the movies. The inhibition threshold of using violence in real life is said to be reduced and although many films of the splatter genres are listed as culturally, historically and aesthetically significant, critics only see them as perverse graphic portrayals of violence and gore. In my bachelor thesis I want to discuss the splatter genre and its development. In the first chapter I will concentrate on the history of splatter movies. I will show, how the classic horror era of Frankenstein and Dracula transformed into the genre of splatter throughout the 1950s and 1960s. There should be a basic overview of the history of splatter until today. In addition I will talk about all the barriers it had to overcome since its start. The next chapter will focus on the dealing with splatter movies by the German voluntary self-regulation of the movie industry (Freiwillige Selbstkontrolle - FSK) and its fine line to be a matter of censorship (which is not permitted in Germany at all). Critical Allegations will be discussed in the third chapter and theories of how the portrayal of violence could have an effect on the audience will be included. The idea is to take a closer look on the splatter genre, which is a subject of controversial public discussion, is often accused wrongly and reduced to its graphic violence by many critics. It’s not my goal to determine, if movies, including graphic violence have bad effects on the viewer, because there are only theories of how it affects the mind and therefore it’s not possible to make a clear and proper statement. There should be a discussion of whether splatter movies are just violence packed perversities or if there is more behind it. Are splatter movies artistically and aesthetically significant or is there a grain of truth in the critic’s point of view?
Abstrakt (deutsch)
Als im Jahre 2003 das Remake des Horrorklassiker The Texas Chainsaw Massacre (dt. Titel: Blutgericht in Texas) in den Kinos veröffentlicht wurde und insgesamt über 100 Millionen Dollar an Einspielergebnissen aufweisen konnte, löste dies einen wahre Welle an Neuverfilmungen alter Filmklassiger des Horror- bzw. Splattergenres aus. Halloween (2007), The Hills Have Eyes (2006), Freitag der 13. (2009) und erst im April 2010 die Neufassung von Wes Cravens A Nightmare on ELm Street konnten Massen an Kinogängerinnen und Kinogängern mobilisieren. Das Splattergenre mit seinem abschreckenden und blutigem Zeigegestus, das schon viele Male für tot und für irrelevant erklärt worden war, wurde neu belebt und sowohl für Produktionsfirmen als auch für ZuschauerInnen wieder interessant gemacht.
Das Genre als solches startete in den frühen 1960er Jahren und konnte seitdem KinogängerInnen und SittenwächterInnen gleichermaßen schocken und in helle Aufruhr versetzen. Durch die zuvor nie dagewesene Zeigefreudigkeit, was Gewaltakte und Monstrosität anbelangt, wurde dem Splattergenre alsbald der Ruf eines entarteten und verabscheuungswürdigen Auswuchses des Films zuteil. Die Regisseurinnen und Regisseure und die ins Kino strömenden ZuseherInnen wurden als Sinnbild für ein verfallendes Sittenbild ausgemacht und die Angst vor der Barbarisierung der Gesellschaft versetzte KritikerInnen in Angst und Schrecken. Was mit Herschell Gordon Lewis’s Blood Feast im Jahre 1963 gestartet wurde, ebnete den Weg für unzählige Filme des Horror/Splattergenres und gilt auch heute noch als wegweisend für aktuelle Filmreihen wie Hostel (2005) oder Saw (2004).
Aber nicht nur die FilmemacherInnen arbeiten weiterhin an neuen Horrorstoffen, auch die KritikerInnen verstummten über die Jahre hinweg nicht. Sie richten immer noch schwere Anschuldigungen an den Splatterfilm und seine MacherInnen. So glorifiziere man durch die Filme Gewalt und bereite gerade Jugendliche, die besonders zugänglich für diese Filme seien, für den aktiven Gebrauch von Gewalt im realen Leben vor, bzw. werde deren Hemmschwelle zumindest enorm gesenkt, was die potentielle Anwendung von Gewalt betrifft.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich den Splatterfilm und seine Entwicklung näher betrachten. Es soll die Entstehungsgeschichte des Genres aufgezeigt werden und dabei anfangs Vorläufer und die Transformation von den Horroklassikern wie Frankenstein und Dracula in ein eigenes Filmgenre in den 1960ern behandelt werden. Danach soll eine historische Aufarbeitung erfolgen, die die Entwicklung des Genres bis zum heutigen Tage darstellt.
Im zweiten Kapitel der Arbeit soll der Fokus auf dem (rechtlichen) Umgang mit Splatterfilmen liegen. Die Arbeits- und Vorgehensweise der Freiwilligen Selbstkontrolle und anderen involvierten Stellen soll beleuchtet werden, und hierbei auch auf den schmalen Grad zur Zensur eingegangen werden. Dies wird anschließend auch an einem Fallbeispiel dargestellt. Im abschließenden Kapitel sollen Wirkungstheorien zum Thema Gewalt behandelt werden. Wertungsfrei sollen diese Theorien dargelegt und ein kurzer Überblick vermittelt werden, welche
Annahmen es zur Wirkung von fiktionaler Gewalt im Film auf die Rezipientinnen und Rezipienten gibt, bzw. inwiefern diese durch den Konsum von gewalttätigen Filmen, selbst ein höheres Gewaltpotential aufweisen könnten. Da es sich aber hier nur um Theorien handelt, soll, bzw. kann abschließend auch kein Urteil gefällt werden, sondern nur ein genereller Überblick verschafft werden.
Einleitung
1974 bot der amerikanische Regisseur Tobe Hooper sein Filmprojekt The Texas Chainsaw Massacre großen Hollywood-Studios an. Der vom Serienmörder Ed Gein inspirierte Film wurde jedoch von allen angefragten Studios als belanglos und nicht finanzierenswert angesehen und abgelehnt. Nachdem Hooper den Film als Independent-Produktion selbst umgesetzt hatte und letztlich doch in die amerikanischen Kinos bringen konnte, wandten sich KritikerInnen angewidert ab. Die Geschichte einer Kannibalenfamilie im amerikanischen Hinterland, die eine Gruppe von Teenagern nach und nach dezimiert, sei grausam, abscheulich und widerspreche jedem Sinn von gutem.Geschmack.
2003 spielt das Remake von Hoopers Werk weltweit über 100 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein und startet damit eine Welle an Neuverfilmungen von klassischen Splatterfilmen. Und auch das Original ist heute Bestandteil des Museum of Modern Art und gilt als Meilenstein der (Horror)Filmgeschichte.
The Texas Chainsaw Massacre ist nur ein Beispiel für ein Genre, das seit seinem Entstehen mit Vorurteilen und Anschuldigungen zu kämpfen hat. Und doch finden aktuell immer mehr neu aufbereitete Klassiker den Weg ins Kino und sprechen ZuschauerInnenmassen an. Trotz dem unbestreitbaren Zuspruch seitens des Publikums wird dem Splatterfilm dennoch immer wieder der Kunstcharakter abgesprochen. Der Begriff Kunst ist in vielen Menschen immer noch als eine Darstellungsform des Schönen verankert. Eine Vorstellung, die Filme, in denen Menschen auf grausamste Weise zu Tode kommen, mutierte und verstümmelte Antagonisten Jagd auf Teenager machen und Gewalt und Grausamkeit einen hohen Stellenwert einnehmen, nicht erfüllen. Splatterfilme zeigen Terror in Form von schockenden Konstellationen von auf Authentizität ausgerichteten Gewalt- und Ekelelementen mit modernen ästhetischen Bild- und Erzählstrategien. Der Schrecken in Form von Körperlichkeit ist seit langem eine treibende Kraft in der Gattung Film, die sich der Splatterfilm zunutze macht.
Das Interesse an der Auflösung und Verschiebung von Körpergrenzen- und Bildern, das Interesse des Menschen an der Öffnung des Körpers am Bildschirm ist scheinbar in vielen Rezipientinnen und Rezipienten verankert. Und diese Rezipientinnen und Rezipienten sind oftmals einem Rechtfertigungszwang ausgesetzt, denn die Frage, wie man Gefallen an einem Genre finden kann, das auf negative Emotionen wie Furcht und Abscheu setzt, ist für viele KritikerInnen nach wie vor unerklärbar.
Obwohl es heutzutage viele Antworten in Form wissenschaftlicher wie nichtwissenschaftlicher Abhandlungen gibt, rückt der Splatterfilm immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Insbesondere, wenn Gewaltverbrechen stattgefunden haben und die TäterInnen im Vorfeld Horror- oder andere Gewaltdarstellungen konsumiert haben sollen. Das Genre, dient ähnlich den sogenannten Killercomputerspielen, als willkommener Erklärungsversuch, wie es zu einer Verrohung der Gesellschaft kommen könne. So vertrat die heutige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Diskussionsrunde im deutschen Fernsehen 1992 die Ansicht, dass TV-
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Arbeit zitieren:
Patrick Lochner, 2010, Splatter - Der Moderne Horror, München, GRIN Verlag GmbH
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