Erklärung
Ich versichere,
dass ich die vorliegende Projektarbeit selbstständig verfasst, andere als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel nicht benutzt und mich auch sonst keiner unerlaubten Hilfe bedient habe,
dass ich die vorliegende Projektarbeit bisher weder im In- noch im Ausland einer/m Beurteiler/in zur Begutachtung in irgendeiner Form als Prüfungsarbeit vorgelegt habe und dass die Projektarbeit mit der von dem/der Gutachter/in beurteilten Projektarbeit übereinstimmt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Problem Übergewicht und Adipositas 6
2.1 Bewertung des Körpergewichts 6
2.2 Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas in Deutschland 7
2.3 Ursachen von Übergewicht und Adipositas 8
3. Fehl- und Überernährung als Mitauslöser von Übergewicht und Adipositas 8
4. Therapiestrategien bei Übergewicht und Adipositas 9
4.1 Ernährungstherapie bei Übergewicht und Adipositas 10
5. Verhaltenstherapie bei Übergewicht und Adipositas 10
5.1 Methoden zur Erfassung des Ernährungsverhaltens 11
5.1.1 Vor- und Nachteile der retrospektiven Ernährungsanamnese 12
5.1.2 Die prospektive Ernährungsanamnese als Verlaufskontrolle 13
6. Die Ernährungsanamnese und die Verlaufskontrolle als Voraussetzung des
Beratungserfolges 14
6.1 Problem Ernährungsanamnese 14
7. Theoretische Überlegungen zur qualitativen Sozialforschung 15
7.1 Die quantitative und die qualitative Sozialforschung 15
8. Methodenauswahl 16
8.1 Die qualitative Sozialforschung erschließt das Ernährungsverhalten 17
9. Das qualifizierte Interview als Methode der Datenerhebung 19
9.1 Das problemzentrierte Interview 19
10. Darstellung der Probleme der Ernährungsanamnese in der Standardliteratur 21
11. Reflexion 22
12. Literatur 24
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1. Einleitung
Aktuellen empirischen Studien zufolge sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland übergewichtig oder adipös. Eine übermäßige Fettmasse-Ansammlung im menschlichen Organismus hat unzweifelhaft negative Einflüsse auf die Gesundheit und ist mitverantwortlich für die Auslösung und das Voranschreiten von Krankheiten. Zu den übergewichtsmitbedingten Erkrankungen gehören insbesondere Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen und Hyperurikämie. Außerdem haben Übergewicht und Adipositas negative Einflüsse auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Übergewicht ist auch mitverantwortlich für Gelenkerkrankungen und nimmt Einfluss auf die psychosoziale Gesundheit.
Übergewicht und Adipositas haben multifaktorielle Ursachen. Dazu gehören insbesondere Bewegungsmangel, genetische und soziale Bedingungen, Stoffwechselstörungen und natürlich die Ernährungsweise. Übergewicht liegt ein Missverhältnis von Energiezufuhr und Energieverbrauch zugrunde. Das Ergebnis einer interdisziplinär eingebetteten Ernährungsberatung ist zu Beginn die Erreichung einer negativen Energiebilanz und schließlich einer energetischen Balance. In der zielgerichteten Ernährungsberatung ist es notwendig, das Ernährungsverhalten zu modifizieren, um nachhaltig und klientenbezogen Veränderungen des Essverhaltens herbeiführen zu können.
In der klientenzentrierten Ernährungsberatung ist es erforderlich, die bisherigen Ernährungsgewohnheiten und die Lebensmittelauswahl sowie die Zubereitungsform und ‚Ess-Settings’ zu analysieren. Nur nach einer stattgehabten Analyse der Ernährung und des Ernährungsumfeldes ist es dem Berater überhaupt möglich, zielgerichtete Maßnahmen für den Übergewichtigen oder Adipösen zu erarbeiten und schließlich in eine neue Ernährungsweise münden zu lassen. Der Modifikation geht also grundsätzlich eine exakte Anamnese voraus. Und das ist problematisch. Die Ernährungsanamnese führt nur unzureichend zu Ergebnissen, die wahrhaftig sind. Übergewichtige neigen zum Underreporting, während Untergewichtige zum Overreporting neigen. Das heißt, Übergewichtige unterschätzen oftmals die Dimension ihrer Mahlzeiten und der aufgenommenen Lebensmittel. Zudem nehmen sie insbesondere Snacks und Zwischenmahlzeiten nicht ausreichend wahr. Ernährungsprotokolle von
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Übergewichtigen sind in vielen Fällen schlichtweg kein valider Beleg für das tatsächliche Ernährungsverhalten. Problematisch ist außerdem, dass Übergewichtige im Beratungsgespräch durch ein klares Ablehnungsverhalten und Verweigerung auffallen. Sie stellen den Aussagen des Beraters klare Hinweise voraus, indem sie beispielsweise ihr angeblich optimales Ernährungsverhalten darstellen und deutlich machen, dass sie bereits alles wissen.
Da eine optimale Ernährungsberatung bei Übergewichtigen nur effektiv sein kann, wenn sie das bisherige Ernährungsverhalten einschließt und auf zielgerichteten Modifikationen des selbigen beruht, ist der Anamnese und der Verlaufskontrolle größte Wichtigkeit beizumessen. Grundlage jeder Therapie ist die Anamnese. Hier gilt es, Stärken und Schwächen abzubilden und durch Verstärkung und Motivation zu einem klientenzentrierten Ergebnis zu führen. Die bisherigen Formen der Ernährungsanamnese scheinen nicht geeignet, valide Aussagen zu treffen und eine Veränderung der Energiebilanz hervorzurufen. In der auf diese Projektarbeit folgenden Masterarbeit ist es mein Ziel, zu analysieren, warum Übergewichtige falsche Aussagen (Over-/Underreporting) gegenüber der Beratungskraft machen. Mit welchem Ziel gehen Übergewichtige zur Ernährungsberatung, um dort kontraproduktiv zu handeln? Auf welcher Basis beruht ihr Verhalten? Belügen Übergewichtige als offensive Täter ihren Berater und handeln damit bewusst oder bleiben sie unbewußt in der Opferrolle? In dieser Projektarbeit widme ich mich eingangs der Übergewichtsproblematik im medizinischen und epidemiologischen Sinne und anschließend der Entstehung von Übergewicht. Im Mittelpunkt meiner Projektarbeit stehen das Ernährungsverhalten und die Möglichkeiten der Erfassung von Problemstellungen. Die Erhebung von Datenmaterial ist qualitativ und quantitativ möglich. Ich werde darstellen, warum ich mich für welche Methode der Datenerhebung entscheide und wie ich die Befragung konkret durchführe.
Ziel der Masterarbeit ist die Entwicklung eines Fragebogens und eines Interview-Leitfadens zur Ermittlung der Hintergründe der bei vielen Übergewichtigen und Adipösen immer wieder scheiternden Ernährungsumstellung und der Problematik der Erhebung des Ernährungsverhaltens mit Ernährungstagebüchern und ähnlichen Protokoll- beziehungsweise Anamnesemethoden. Die Projekt-Voraussetzungen sind die statistischen,
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verhaltenspädagogischen und diätetischen Grundlagen der Erhebung von Daten und deren Auswertung mittels Fragebogentechniken. Anhand wissenschaftlicher Fachliteratur findet die Erarbeitung und Begründung eines Fragebogens zur Ermittlung des Ernährungsverhaltens sowie der Resistenz gegenüber gesundheitsförderlichen Verhaltensmodifikationen statt. In der sich an die Projektarbeit anschließenden Masterarbeit soll der Fragebogen als Forschungsmethode an einer Gruppe von übergewichtigen Probanden (BMI 25 bis 30) getestet werden Zielsetzung der Erhebungsmethode ist die Ermittlung der Ernährungsprobleme, der Körperwahrnehmung, der Einschätzung des Ernährungsverhaltens und der Auswirkung von Diäten sowie die Schwierigkeiten und Probleme der Diätumsetzung im pragmatischen, sozialen und psychischen Bereich.
Zur Verifizierung, dass Ernährungstagebücher und andere Methoden zur Protokollierung des Ess- und Trinkverhaltens wenig den Tatsachen entsprechen, habe ich auf meine eigenen Erfahrungen in der Diät- und Ernährungsberatung zurückgegriffen und habe diese Problematik mit Kollegen (Diätassistentinnen) besprochen (10).
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2. Problem Übergewicht und Adipositas
Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas hat in den letzten Jahrzehnten global zugenommen. Die Bundesrepublik Deutschland (BRD) bildet bei dieser Entwicklung keine Ausnahme. Überspitzt sprechen sogar Experten von einer globalen Adipositas-Epidemie, die die BRD wie andere westliche Industrieländer besonders bedroht. Die Entwicklung stellt ein gravierendes Gesundheitsproblem dar, da Übergewicht (BMI > 25,0) und Adipositas (BMI > 30,0) die Entwicklung einer großen Anzahl von chronischen Erkrankungen in besonderem Maße begünstigen können. Übergewicht ist als gesundheitlicher Risikofaktor allgemein anerkannt. Dabei spielen insbesondere die Ausprägung der Fettdepots und deren Manifestationsort eine entscheidende Rolle.
2.1 Bewertung des Körpergewichts
Die Einschätzung des Körpergewichts von Bevölkerungsgruppen findet anhand des Body Mass Index (BMI) statt. Dieser ist eine Orientierungsgröße für die Körperfülle. Die Zunahme des Körpergewichts durch Erhöhung der Körperfettmasse kennzeichnet das Übergewicht. Der Body Mass Index (BMI) hat sich zur Einteilung des Körpergewichts international etabliert. Durch seine Berechnungsgrundlage bedingt macht der BMI aber keine Aussage über die Körperfettmasse und die Körperzusammensetzung. Da jedoch ein erhöhter BMI in der Regel nicht auf erhöhte Muskel- oder Wassermasse zurückzuführen ist, scheint der BMI, zumindest solange keine anderen allgemein verfüg- und finanzierbaren Methoden vorliegen, zur statistischen Einschätzung und Einteilung des Körpergewichts von Bevölkerungsgruppen durchaus geeignet. Den Einzelpatienten anhand des Body Mass Index einzuschätzen, ist hingegen nur sinnvoll, sofern Ödeme und eine übermäßige Muskelmasse nicht auf ein erhöhtes Körpergewicht zurückzuführen sind. Zudem ist es wichtig zu beachten, dass bei Kindern und Jugendlichen sowie extrem kleinen oder großen Menschen die üblichen BMI-Einschätzungen nicht sinnvoll sind. Zur Bewertung des Körpergewichts und der gesundheitlichen Probleme von Einzelpersonen erscheint der BMI wenig zielführend. Der Body Mass Index ist das Ergebnis aus dem Verhältnis von Körpergewicht und Körperoberfläche - dargestellt als Körpergröße zum Quadrat. Der BMI ist für beide Geschlechter und mit Modifikation für alle Altersgruppen anwendbar. Bei Kindern und Jugendlichen erfolgt die Bewertung anhand alters- und geschlechtsspezifischen BMI-
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Arbeit zitieren:
M.Sc. Sven-David Müller, 2008, Entwicklung eines Fragebogens für Übergewichtige und Adipöse zur Feststellung von Problemen bei der Erhebung des Ernährungsverhaltens (Ernährungsanamnese), München, GRIN Verlag GmbH
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