Inhaltsverzeichnis S.1
1. Einleitung S.2
2. Die Soziologie der Interaktionsordnung nach Goffman S.2
2.1. Die Interaktionsordnung S.3
2.2. Der Goffmensch S.3
3. Was ist die totale Interaktion? S.4
3.1. Merkmale einer totalen Institution S.4
3.2. Der Verlust seiner sozialen Rolle S.5
4. Das Unterleben einer totalen Institution S.6
4.1. Die sekundäre Anpassung S.6
4.1.1. Zerstörerische und gemäßigtere Form der sekundären S.7
Anpassung
4.2. Möglichkeiten des Unterlebens einer psychiatrischen Anstalt S.7
4.2.1. Die Ausbeutung des Systems S.8
4.2.2. Freiräume und Depots S.8
4.2.3. Möglichkeiten zum Erlangen privater Sachen S.9
5. Schluss S.10
6. Literaturverzeichnis S.11
1
1. Einleitung
„Identität ist das Bewusstsein, ein unverwechselbares Individuum mit einer eigenen Lebensgeschichte zu sein, in seinem Handeln eine gewisse Konsequenz zu zeigen und in der Auseinandersetzung mit anderen eine Balance zwischen individuellen Ansprüchen und sozialen Erwartungen gefunden zu haben“ (Abels 2004, S.347). Um es einfach auszudrücken wird im Allgemeinen unter Identität die Übereistimmung mit sich selber verstanden. Dabei ist die eigene Identität Grundlage für eine Interaktion mit anderen Menschen, denn durch ein Bewusstsein seiner Einzigartigkeit und seiner Normalität, wird dem Gegenüber eine, für eine Interaktion nötige, Verlässlichkeit gezeigt (vgl. Abels 2004, S.347). Die Identität eines Individuums wird durch den Prozess der Sozialisation entworfen, allerdings ist Identität kein abgeschlossenes oder festes Konstrukt sondern kann durch besondere Lebensereignisse immer wieder in Frage gestellt werden. Beispielsweise ist immer wieder der Begriff „Identitätskrise“ zu hören, der eintreffen kann wenn jemand in die Arbeitslosigkeit abdriftet, oder eine lange Partnerschaft auseinandergeht (Abels, 2004, S.348).
Goffman schildert in seinen Schriften über totale Institutionen, wie Individuen versuchen solche extremen Identitätskrisen zu bewältigen.
Im Folgenden wird zuerst die von Goffman aufgestellte Soziologie der Interaktionsordnung vorgestellt. Danach werden die Merkmale einer totalen Institution beschrieben. Daran knüpft das vierte Kapitel an, indem dargestellt wird wie eine solche Institution unterwandert wird, um einen Verlust der Identität zu vermeiden.
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2. Die Soziologie der Interaktionsordnung nach Goffman
Es ist schwer Goffman in eine bestimmte Richtung zu stecken, da der Soziologe auf unterschiedliche Theorietraditionen Bezug nimmt. Lange wurde er dem symbolischen Interaktionismus zugeordnet, jedoch hielt er selber diesen wegen der mangelnden Betrachtung des Regelkonzepts für nicht ausreichend. Vielmehr wird man Goffman gerecht wenn man die Interaktionsordnung, um die es bei ihm geht, als zentralen Gegenstand der Analyse zu belassen (Hettlage, 1999 S.190), dabei untersucht der kanadische Soziologe, wie vom Individuum aus die Gesellschaft erscheint (vgl. Hitzler 1992, S.458)
2.1. Die Interaktionsordnung
Unter Interaktionsordnung versteht Goffman eine stetig wechselnde Anordnung von Regeln und Handlungen die ein Individuums stets subjektiv neu deutet und neu bewältigen muss. Solche Situationen entstehen in Zusammenkommen mit anderen Individuen mit denen man in Wechselwirkung steht (vgl. Hitzler S.452). Um solche Situationen erfolgreich meistern zu können muss sich der Mensch immer wieder die Frage stellen „was geht hier eigentlich vor?“ (Goffman 1974/1977, S.16). Eine Interaktion ist somit in ihrem Ausgang stets offen, weshalb sie auch risikobelastet und bedrohlich ist. Es muss immer wieder ausgelotet werden wie die Situation zu meistern ist. Dabei liegt es an beiden Interaktionspartnern die Situation zu definieren ansonsten kommt es zu einer Kommunikationsstörung (Hettlage, 1999 S.191, 192).
Hilfe gibt den Menschen dabei die Kultur, die bestimmte Interaktionsordnungen vorgibt und uns somit entlastet (Hitzler, S.453). Die Kultur gibt einen Teil des Rahmens vor, der aber auch vom Ort, Zeitpunkt, den unausgesprochenen Informationen und allgemeinen Erfahrungen lage, 1999, S.194). bestimmt wird (Hett
2.2. Der Goffmensch
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Arbeit zitieren:
Michael Hegele, 2010, Erving Goffman - Eine Analyse der totalen Institution, München, GRIN Verlag GmbH
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