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1 Einleitung
Probleme Menschen mit besonderen Bedürfnissen waren schon immer ein Gegenstand in den Medien. Behinderte zählen zu den Minderheiten unserer Gesellschaft, und wie sie von den „Nicht-Behinderten“ behandelt werden hängt natürlich davon ab, wie sie in den Medien dargestellt werden.
Es wäre wünschenswert, durch Sendungen, Berichte und verschiedene Beiträge das Verständnis für Behinderte zu erweitern. Dies könnte in Form von sachlicher Information, durch Beeinflussung der öffentlichen Meinung in Richtung einer höheren Toleranz und einer größeren Bereitschaft, sich mit dem Thema Behinderung auseinander zusetzten, geschehen. Es muss aber erwähnt werden, dass die Behindertenthematik in den letzten Jahren in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt ist. Vor allem behinderte Kinder sind geradezu in Mode.
Aber, dies geschieht leider nicht aus Interesse an den Problemen der Behinderten, sondern dann, wenn es um Werbekampagnen und um Aktionen geht, die die Mitleidskomponente ansprechen sollen.
Deshalb lautet die Hauptfrage mit der ich mich auseinandersetzen will folgendermaßen:: Das Fernsehen beeinflusst die Integration behinderter Menschen in unserer Gesellschaft. Mit welcher Sorgfalt verfolgt der ORF das Interesse die Integrationsfunktion nach Maletzke zu erfüllen?
Der ORF ist bemüht das Behindertenthema aufzugreifen. Die Auswahl der Sendungen ist jedoch meistens Mitleidsorientiert, und aus diesem Grunde nicht als Erfüllung der Integrationsfunktion anzuerkennen.
Zur Ausarbeitung dieser Frage werde ich mit Hilfe der Thesen von Gerhard Maletzke und der Analysen folgender Sendungen versuchen, meine Hypothese zu verfestigen. Ein Beispiel stellt die Sendung „Kaisermühlen Blues“, die ich analysieren möchte.
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2 Definitionen
2.1 Behinderung und geistige Behinderung
Zu diesen Begriffen gibt es einige verschiedene Definitionsmöglichkeiten: Im Behindertenkonzept der Bundesregierung aus dem Jahre 1992 wird folgende Definition wiedergegeben:
„ Behinderte Menschen sind Personen jeglichen Alters, die in einem lebenswichtigen sozialen Beziehungsfeld körperlich, geistig oder seelisch dauernd wesentlich beeinträchtigt sind. Ihnen stehen jene Personen gleich, denen eine solche Beeinträchtigung in absehbarer Zeit droht. Lebenswichtige soziale Beziehungsfelder sind insbesondere die Bereiche Erziehung, Schulbildung, Erwerbstätigkeit, Beschäftigung, Kommunikation, Wohnen und Freizeitgestaltung.“
Eine weitere Definition lässt sich im § 3 des BEinstG wiederfinden: „ Behinderung ist die Auswirkung einer nicht nur vorübergehenden
Funktionsbeeinträchtigung, die auf einem regelwidrigen körperlichen, geistigen oder psychischen Zustand beruht. Als nicht nur vorübergehend gilt ein Zeitraum von mehr als voraussichtlich sechs Monaten.“
Die WHO unterscheidet bei Begriffsbestimmung von Behinderung zwischen drei Begriffen:
• Impairment: Schädigungen, die auf eine Krankheit oder Störungen psychophysischer
Struktur zurückgehen und medizinisch und psychologisch klar erfassbar sind.
• Diability: Eine Beeinträchtigung als Folge einer Schädigung, eine Unfähigkeit zu
normentsprechendem Verhalten.
• Handicap: Eine Benachteiligung als Folge einer Schädigung und Beeinträchtigung,
die sich darin äußert, dass sich der Betroffene in bezug auf gesellschaftliche und soziale Aspekte benachteiligt fühlt. Die letzte Definition ist von der UNO, und lautet:
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„ Behinderte im Sinne dieser Erklärung sind alle Personen, die aufgrund einer angeborenen oder erworbenen Schädigung körperlicher oder geistiger Art nicht in der Lage sind, sich voll oder teilweise aus eigener Kraft wie ein Nichtbehinderter die entsprechende Stellung zur Arbeit, Beruf und Gesellschaft zu sichern.“
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Behinderung entweder geistig, körperlich oder psychisch ist. Natürlich lässt sich oft nicht unterscheiden, denn viele geistigbehinderte sind gleichzeitig körperlichbehindert.
Ich möchte mich in erster Linie mit geistig Behinderten beschäftigen. Mit Ausnahme der Kindersendung „Heidi“, aber da werde ich noch erklären warum gerade dieses Beispiel. Folgende Gründe können für die Entstehung geistiger Behinderung herangezogen werden:
• Vernachlässigung: Wenn Kinder ohne Aufmerksamkeit, Liebe und Fürsorge
aufwachsen, wird das Nervensystem nicht genug gefördert und es kann zu einer geistigen Behinderung kommen. In der Geschichte gab es einige Beispiele der „Wolfskinder“. Sogar der Film hat sich mit dieser Thematik auseinander gesetzt: „Nell“ mit Jodie Foster.
• Chromosomenstörungen: Zu einer geistigen Behinderung kommt es, wenn die
Chromosomenzahl oder Anreihung nicht stimmt.
• Stoffwechsel- und Drüsenerkrankungen: Es handelt sich dabei in der Regel um
Enzymdefekte.
• Exogene ( erworbene) geistige Behinderung: Diese Art der Behinderung ist nicht
angeboren, sondern wird durch äußere Formen verursacht. z.B.: Kinderlähmung, Sauerstoffmangel bei der Geburt, nach Unfällen usw.
• Genetisch, erbliche Behinderung: dies betrifft ca 5% der Behinderte
Geistig Behinderte Menschen sind Menschen, die gleiche Anliegen haben wie wir. Sie möchten „normal“ behandelt werden, sie möchten zu Hause bei ihrer Familie wohnen, sie möchten beschäftigt werden, das was sie nicht wollen ist, bemitleidet werden. Die meisten sind seit ihrer Geburt an behindert, sie kennen nichts anderes. Sie s ind mit ihrer
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Lebenssituation einverstanden, sie haben sie akzeptiert. Sie sehen kein Problem mit der Tatsache, dass sie behindert sind. Ihre Umwelt macht die Probleme.
2.2 Integration
„Integration bedeutet, dass die Beziehung zwischen Menschen auf der gegenseitigen Anerkennung der Integrität des anderen und auf gemeinsamen Grundwerten und rechten beruht. Fehlt diese Anerkennung, dann kann es zu Entfremdung, Trennung und Aussonderung kommen.“
Man kann zwischen sechs verschiedenen Stufen der Integration unterscheiden:
1. die räumliche Integration
2. die funktionale Integration
3. die soziale Integration
4. die personale Integration
5. die gesellschaftliche Integration
6. die organisatorische Integration
1. Räumliche Integration
Räumliche Integration bedeutet, dass Behinderte Menschen in die Umwelt der Nichtbehinderten eingegliedert werden. Und zwatr findet dies in deren Wohnnähe, Arbeitsnähe usw. statt. Einige Beispiele für räumliche Integration: Behinderte als Nachbaren, Integrationsklassen, Arbeitsplätze in Betrieben, die Freizeit spielt sich im Rahmen des üblichen Freizeitangebotes ab usw.
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2. Funktionale Integration
Diese Form ist eine Erweiterung der räumlichen Integration. Darunter versteht man die Erleichterung für körperlichbehinderte Menschen. Die Anpassung der Straßenverkehrsmittel an die Benutzung mit Rollstühlen, das Barrierefreimachen der Gehwege egal ob auf der Straße oder im Einkaufszentrum.
3. Soziale Integration
Dies ist wohl die am schwierigsten zu beeinflussende Integrationsart. Denn hier geht es um die Zwischenmenschlichen Beziehungen. Und hier treten die Medien in den Vordergrund. Diese Komponente können sie nämlich stark beeinflussen. Das Bild das sie von geistig Behinderten Menschen zeigen bleibt den Nachbaren, den Klassenkameraden und Arbeitkollegen in Erinnerung.
4. Personale Integration
Jeder Mensch hat Freunde. Zuerst lebt er bei den Eltern, dann zieht er aus um selbstständig zu sein. Auch geistig Behinderte haben das Verlangen nach so einer Entwicklung. Auch sie wollen sich von ihrem Elternhaus trennen, und ein neues Leben in Gemeinschaft mit andern zu leben. Hierbei gehen sie Beziehungen ein, die für sie sehr wichtig sind. An dieser Stelle sollte natürlich auch der Wunsch nach einer Partnerschaft erwähnt werden. Bei Behinderten Menschen wirkt sich dieser Fall meistens durch eine enge Freundschaft, mit einfachem Körperkontakt, aus.
5. Gesellschaftliche Integration
Auch der geistig behinderte Mensch hat ein Recht auf Mitbestimmung. Er kann nicht einfach übergangen werden. Menschen mit geistiger Behinderung müssen in Entscheidungen, die ihr
Arbeit zitieren:
Rut Morawetz, 2001, Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen mit Hilfe von Fernsehsendungen, München, GRIN Verlag GmbH
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