Inhalt
Abbildungsverzeichnis 3
I. Einleitung 4
II. Staatenpolitische Relevanz von Kultur und Religion 5
1. Huntington vs. Müller 5
1.1 Huntingtons Kampf der Kulturen 5
1.2 Müllers Zusammenleben der Kulturen 8
1.3 Müller gegen Huntington 10
2. Die Türkei und die Europäische Union 12
2.1 Allgemeine Argumentation 14
2.2 Zivilisation und EU-Identität nach Kuzmanovic 16
Die Bedeutung von Religion und Kultur nach Criss 18
2.3
III. Schlussbetrachtung 20
Literaturverzeichnis 22
Abbildungsverzeichnis
Karte 1: Zivilisationen nach Huntington
http ://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/d/d5/Clash of Civilizations map2.png
(2009-03-20) 6
Abbildung 1: Weltpolitik und Kulturkreise - Potentielle Bündnisbildungen
http ://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/33/Huntington Clash of Civilizatio
ns chart.gif (2009-03-20) 7
Karte 2: Geografische Ostgrenzen Europas
http ://nibis.ni.schule.de/ vdsg/Seiten/sin/sin 24/medien/karte1.gif
(2009-03-22) 15
3
I. Einleitung
Zu den Beitrittsverhandlungen der Türkei zur Aufnahme in die Europäische Union wurde und wird in der Fachliteratur viel publiziert. Die Argumente sind häufig auf kulturelle Faktoren zurückzuführen. Es ist jedoch auffällig, dass der Faktor Religion als Unterscheidungsmerkmal von Kulturen dabei häufig nicht ausreichend und klar diskutiert wird. Aber eben dies findet sich schon im 'Kampf der Kulturen' Huntingtons wieder. Seine Unterteilung der Welt anhand von verschiedenen Kulturkreisen basiert im Wesentlichen auf den Faktor Religion. Deshalb beschäftigt sich diese Arbeit auch mit dem Faktor Religion als Unterscheidungsmerkmal von Kultur als Frage nach staatenpolitischer Relevanz. Besonderer Bedeutung soll dabei die Debatte um den EU-Beitritt der Türkei zukommen.
Im Folgenden wird die Theorie Huntingtons kurz zum Thema dargelegt und mit Müllers Kritik an Huntington in Verbindung gebracht. In einem zweiten Teil wird sich der Türkei näher angenommen. Dabei werde ich nach einem allgemeineren Part zwei Argumentationen bezüglich der Relevanz von Religion in der EU-Beitritts-Debatte darlegen. Dies ist zum einen die Argumentation über Zivilisation und EU-Identität nach Daniella Kuzmanovic und zum anderen ein Beitrag über die Bedeutung von Religion in der Türkei nach Nur Bilge Criss. Aber zunächst wende ich mich Huntington und Müller zu.
4
II. Staatenpolitische Relevanz von Kultur und Religion
1. Huntington vs. Müller
Als erstes soll hier die Theorie Huntingtons und dessen Kritik von Müller kurz dargelegt werden. Ziel ist es sich einen Überblick über Kultur und Religion bezüglich Identifikation zu liefern.
1.1 Huntingtons Kampf der Kulturen 1
Identität definiert sich bei Huntington durch Differenz. „Wir wissen, wer wir sind, wenn wir wissen, wer wir nicht sind und gegen wen wir sind.“ 2 Dies wendet er auf die Nationalstaaten an, welche seiner Meinung nach die Hauptakteure des Weltgeschehens bleiben. Nationalstaatlichkeit ist nur ein Identitätskonzept. Beispielsweise ist ein Westfale in Nordrhein-Westfalen ein Westfale aber in Westfalen entweder ein Westfale oder ein Ost-Westfale. In Berlin ist er ein Nordrhein-Westfale, in Brüssel ein Deutscher und in New York ein Europäer. Identität ist also kontextabhängig. Der zunehmende Druck der Globalisierung würde zur Rückbesinnung auf eigene Kulturen führen. Bei Huntington zerfällt die Welt in eine Westliche Kultur und einige nicht westliche. Wohl auch deshalb
plädiert er, dass sich der Westen - auch militärisch - seiner bisherigen Vormachtstellung versichere. Mit Hilfe der verschiedenen Kulturkreise kann man kulturelle Identität auf politisches Handeln übertragen.
• Der sinische China • Der japanische Japan • Der hinduistische Indien • Der islamische (ohne)
• Der westliche (USA)
1 Vgl.: Huntington, Samuel Phillips (2002): Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im
21. Jahrhundert. 6. Aufl., Goldmann, München.
Vgl.: Müller, Francis (2006): Zu: Samuel Huntington - Kampf der Kulturen. GRIN Verlag, München.
2 Huntington, Samuel Phillips (2002): Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21.
Jahrhundert. 6. Aufl., Goldmann, München. S. 21
5
• Der lateinamerikanische (ohne) • Der afrikanische 3 (Südafrika) • Der slawisch-orthodoxe 4 Russland • Der buddhistische 5 (ohne)
Karte 1: Zivilisationen nach Huntington
„Ein elementares Merkmal von Kulturkreisen ist die Religion.“ 6 Nach Max Weber gibt es fünf große
Weltreligionen: Christentum, Islam, Hinduismus, Konfuzianismus, Buddhismus, die laut Huntington mit großen Kulturkreisen zusammenhängen, mit Ausnahme des Buddhismus. Nachdem sich die nicht westlichen Länder an politische Theorien, wie den Marxismus, Liberalismus, Nationalismus oder Faschismus wandten, gäbe es im 21. Jahrhundert eine Rückbesinnung zu den kulturellen Wurzeln. Und dies geschähe eben durch ihre Religion. Staaten müssen sich anderweitig orientieren. Nach Huntingtons Auffassung werden sie es anhand von Kultur tun. Staaten, die sich kulturell näher sind werden auch eher zusammenarbeiten, kooperieren oder verbünden. Religion ist für Huntington das wichtigste Merkmal der Kultur. „Die Religion stiftet in Zeiten des Wandels kulturelle und individuelle Identität. Sie erfüllt eine stabilisierende Funktion.“ 7 Dazu dienen im politischen Sinne die jeweiligen
3 Huntington ist sich hier selbst nicht sicher und fügt ein 'vielleicht' hinzu
4 Dieser Kulturkreis taucht erst später in seinem Werk auf
5 Auch dieser Kulturkreis taucht erst später in seinem Werk auf
6 Huntington, Samuel Phillips (2002): Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21.
Jahrhundert. 6. Aufl., Goldmann, München. S. 61
7 Müller, Francis (2006): Zu: Samuel Huntington - Kampf der Kulturen. GRIN Verlag, München
6
Arbeit zitieren:
Thomas Oeljeklaus, 2009, Staatenpolitische Relevanz von Kultur und Religion in Bezug auf den EU-Beitritt der Türkei, München, GRIN Verlag GmbH
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