1. Einleitung
So stellt sich nun schon zu Beginn die Frage, ob denn diese Auseinandersetzung zwischen den beiden hellenistischen Schulen, namentlich die der Epikureer und die der Stoiker, hätte vermieden werden können, wäre man mehr mit der klaren Differenzierung und Auskleidung von Begriffen verbunden oder ist es gar ein Sein, ein Disput der trotz mannigfaltiger bestehender Definitionen nicht so gänzlich einfach zu lösen ist, beziehungsweise gar unlöslich ist? Beide Lehren stützen sich auf die Natur des Menschen und verfolgen nur ein Ziel, nämlich das der Glückseligkeit - Eudämonie! Jedoch ist der Weg dahin für jede einzelne dieser Schulen, ein anderer. Während die Epikureer als ihr höchstes Gut, die Lust sehen, ist es für die Stoiker die Tugend. Diese Arbeit wirft einen Blick auf die beiden verschiedenen philosophischen Denkrichtungen in der Zeit des Hellenismus und im speziellen welche Einstellung sie hatten, bezüglich des eben angesprochenen Glücksbegriffes. „Hat man auch nichts Ganzes erreicht, so kamen doch zusammenhängende Strecken zum Vorschein …“ (Pörnbacher, 1988, S.261., zit. nach Kimmich, 1993, S. XIII). Ebenso stellt diese Ausarbeitung auch nicht den Anspruch, eine allumfassende Übersicht zu sein. Das anschließende Kapitel wird, mit Blick auf die zeitliche Spanne in der unsere Betrachtungen verwurzelt sind, eine kurze Bestimmung des Wortes Hellenismus vornehmen. Daraufhin sollen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Zustände Eudämonie und Glückseligkeit herausgestellt werden und dabei noch die Funktion einer begriffserläuternden Instanz haben. Daraufhin folgen in Abschnitt vier die Ausführungen über die Stoa. Die Entwicklung dieser Schule, verschiedene Vertreter und ihre Denkansätze werden dabei beleuchtet. Das Gleiche passiert danach auch, wenn der Abschnitt über den Epikureismus in den Fokus der Betrachtungen rückt. Bei dem Punkt Ethik, der jeweiligen Instanz, wird die Eudämonie detaillierter betrachtet. Da zwar die Schulen ein Ende gefunden haben, nicht aber das Denken, ist der Abschnitt sechs, ein Überblick über das Fortschreiten der antiken philosophischen Ideen im Laufe der Geschichte, bis dann im letzten Teil die verschiedenen Denkweisen zusammengezogen und abschließend betrachtet werden.
Wie bereits erwähnt beschäftigt sich der folgende Teil mit dem Hellenismus und was diese Zeit im groben charakterisiert. Wie kann man sonst über Philosophen und ihre Schulen sprechen, wenn nicht die Zeit in der sie lebten, Eingang findet in die Betrachtungen.
2. Der Begriff des Hellenismus
Der als Epochen beschreibende Begriff des Hellenismus, entstammt in seiner Bedeutung der Feder von J. G. Droysen. Die ursprüngliche Bedeutung die er dieser Beschreibung zugedachte, nämlich die Verschmelzung von Abend- und Morgenland, ist faktisch nicht mehr zu halten (vgl. Gehrke, 2003, S. 1). Vielmehr geht es um eine politisch-kulturelle Überlagerung im gesamten Mittelmeerraum und um ein Nebeneinander, strukturiert in der Art wie sie der Region am besten zuträglich ist (vgl. Kimmich, 1993, S. 1). Der Zeitraum indem sich diese Epoche bewegt, ist zu Anfang eine leichte Erklärung. Gemeinhin gilt die Annahme, dass mit dem Tode Alexanders des Großen im Jahre 323 v.Chr. der Hellenismus seinen Ursprung hatte. Wann das ganze Spektakel jedoch ein Ende fand, ist umso schwieriger zu bestimmen, als das es verschiedenste Ausführungen gibt. Im Konsens sind sich die meisten Autoren einig, dass es sich um das Jahr 30 v.Chr. handelt. Zu diesem Zeitpunkt fiel Ägypten, als letzter ehemaliger Diadochenstaat in römische Hände (vgl. Long, 1986, S. 1; Hossenfelder, 1985, S. 11; Gehrke, 2003, S. 3). Fraglich bleibt dabei, ob eine geisteswissenschaftliche Epoche sich einer historischen Eingrenzung unterziehen muss. Das Denken einer Gesellschafft lässt sich nicht binnen eines Tages aus der Taufe heben und eines anderen wieder zunichtemachen. Doch diese Diskussion wäre an dieser Stelle zu viel (vgl. Hossenfelder, 1985, S. 11).
Anders als bisher, wie bei Platon und Sokrates, ging es im Hellenismus nicht mehr vorrangig um die Gemeinschaft sondern um das Individuum in derselben. Gesetze sollten für den Einzelnen sein und nicht andersherum. Die Polis als solche, hatte zwar an Bedeutung verloren, woraufhin die Bürger den Fokus auf sich selbst als Wesen legten, aber dennoch war sie eine standhafte, verlässliche Struktur, selbst nachdem Alexander der Große sie entmachtet hatte. Griechisches Gedankengut war zu dieser Zeit bestimmend (vgl. Ruffing, 2007, S. 60; Kimmich, 1993, S. 5).
Über ihr Bestehen hinaus, genoss die Zeit des Hellenismus einen gar schlechten Ruf, der ihrer wahren Reputationen nicht gerecht wird. Wenige überlieferte Schriften und divergentes Denken, haben ihr Übriges getan. Doch was langewährt, wirdendlich gut.
It cannot be denied that time has served the period badly. If the textual situation is less desperate than has sometimes been pretended, it remains true that for the most part we are obliged to reconstruct the thought of the Hellenistic philosophers from later reports - and these reports are indeed often thin or confused or biased. But such difficulties no longer dauntrather, they add a certain piquancy to the study. (Algra, Barnes, Mansfeld, & Schofield, 2005, S. xi)
Der folgende Teil, versucht eine begriffliche Linie zu ziehen, zwischen dem Glück und der Eudämonie um herauszufinden, ob es sich um zwei Begriffe handelt die lediglich das Gleiche beschreiben oder doch so ganz verschieden sind, in dem was sie auszudrücken versuchen.
3. Glück vs. Eudämonie
„Wer über Glück … nachdenkt, kann dem Kind verglichen werden, das am Ufer sitzt und versucht, das Meer mit dem Löffel auszuschöpfen. Was es mit dem Löffel herausbringt, wird nicht hinreichen.“ (Jünger, 1976, S. 7) Eine definitive Definition anzustreben ist, wenn man dem Zitat Glauben schenken mag, ein Kampf gegen Windmühlen. Es soll auch primär nicht um solch eine profane Begriffserläuterung gehen, denn das wir der Intention nicht gerecht. Glück ist hier auch gleichzusetzen mit Glückseligkeit. Es gab und gibt die mannigfachsten Ausführungen bezüglich dieses Themas und es wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch weiterhin viele geben.
Nun sei nicht zu behaupten, dass sich die eifrigen Philosophen schon unlängst die Lösung dieses verbalen Rätsels auf die Fahnen geschrieben hätten, sondern vielmehr die Unfähigkeit der Masse sich danach zu richten. Wonach aber richten, wenn derart Erläuterungen zu Hauf vorhanden sind und man nicht weiß welcher zu folgen, den wohl größtmöglichen Zustand an Glückseligkeit beschert. Ein römischer Gelehrter namens Marcus Terentius Varro, rechnete aus, dass zu seinen Lebtagen (116 v.Chr. - 27 v.Chr.) allein etwa 288 verschiedene Ausführungen, den Glücksbegriff betreffend existiert haben. Unverkennbar, dass diese Tage nun schon etwa 2000 Jahre vorüber sind, und seitdem, auch wenn es nur spekulativ ist, sich mit enormer Gewissheit eine eklatante Anzahl an Definitionen, sich diesem Pool angeschlossen haben. Zu allem Überfluss, schafft die Krux der Sprache einen Bedeutungsschwall, wenn es allein um das geht, was Glück bedeutet (vgl. Marcuse, 1962, S. 18f).
Die Hellenisten, zu denen unmissverständlich, die Epikureer und Stoiker zählen, betrachten als ihr höchstes zu erreichendes Gut, dem Telos, die Eudämonie. Die übliche Übersetzung lässt daraus die Glückseligkeit werden, also warum etwas abgrenzen, was anscheinend keiner Abgrenzung bedarf? In seiner ursprünglichen Übersetzung bedeutet Eudämonie „einen guten Dämon haben“, „unter einem guten Stern stehen“ (Hossenfelder, 1985, S. 23). Frei von jeder inhaltlichen Spezifikation, geht es vielmehr um ein Leben, das funktioniert oder besser gesagt gelingt. Nach HOSSENFELDER ist der Begriff der Glückseligkeit zu sehr abhängig vom
inneren Zustand, wohingegen es bei der Eudämonie um den Erfolg von außen geht (vgl. Hossenfelder, 1985, S. 23).
Diese Differenzierung ist notwendig auf der Grundlage eines weiteren Vorgehens, das sich im späteren Verlauf noch eingehender mit der jeweiligen Glücksethik beschäftigt. Eines sei aber schon vorweg genommen. Es ist nicht die Eudämonie als höchstes Gut, worüber die beiden konkurrierenden Schulen debattieren, sondern vielmehr der Weg dorthin. Was die Schule der Stoa im Allgemeinen ausmacht und welchen Weg sie einschlagen, auf dem Pfad zum Glück, beleuchtet der folgende Abschnitt.
4. Stoa
4.1 Geschichte
Nach Sokrates Tod und der Wiederherstellung des Ranges von Athen als Metropole der philosophischen Bildung, wurden zwei neue Schulen gegründet. Die epikureische und die stoische Schule (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 133). Der Gründer der stoischen Schule war Zenon von Kition zunächst ca. 300 v. Chr. auf Zypern. Im Jahr 311 v. Chr. kam er nach Athen, wo er die Lehrstätte „Stoa poikile“ gründete. Die stoische Geschichte lässt sich in drei Epochen einteilen. Zum einen gibt es die ältere Stoa, deren Vertreter Zenon (ca. 333/2 - 262/1) und Chrysipp von Soloi (gest. 208/4). Letztere wurde u.a. auch Nachfolger der Schule von Zenon (vgl. Ricken; Philosophie der Antike - Grundkurs Philosophie Band 6, 2007, S. 209). Die nächste Epoche ist die Mittlere Stoa. Diese Zeit wird geprägt durch die Stoiker Panaitios von Rhodos (ca. 185 - 109), der hauptsächlich in Rom lehrte, und Poseidonios von Apameia in Syrien (ca. 135 -50), der in Rhodos lehrte, wo er auch von Cicero gehört wurde (vgl. Ricken; Philosophie der Antike - Grundkurs Philosophie Band 6, 2007, S. 209). Zur Späten, oder auch Römischen, Stoa zählen Lucius Annaeus Seneca (4 v. Chr. - 65 n. Chr.). Seneca war der Erzieher und der einflussreichste Minister von Kaiser Neros. Des Weiteren gab es in dieser Epoche noch den freigelassenen Sklaven Epiktet (ca. 55 - 138 n. Chr.) und den römischen Kaiser Marc Aurel (121 - 180 n. Chr.) (vgl. Ricken; Philosophie der Antike - Grundkurs Philosophie Band 6, 2007, S. 209).
Die Stoa repräsentierte den kosmischen Geist des Hellenismus, d.h. also, dass die Stoa sich nicht, wie früher Aristoteles, Sokrates und Platon, mit der Polis beschäftigte, sondern mit dem Kosmos.
Die Stoiker waren fast alle durchweg Ausländern. Aus diesem Grund hatten sie anfangs keinen eigen Ort, an dem sie lehren konnten. Sie waren auf öffentliche Gebäude angewiesen (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 134). Diese Tatsache, dass die stoische Basis wenig institutionell war, ist auch ein Grund dafür, warum die Stoa eine ganz andere Richtung eingeschlagen hat, als die Epikureer. Der „Nachfolger“ von Zenon, Chrysipp, hielt an dessen Lehre fest, jedoch suchte er sich einen anderen Ort zum Lehren. Dieser Wechsel gilt auch als Neugründung der Stoa. Do heißt es in Überlieferungen: „Denn ohne den Chrysippgäb´s auch die Stoa nicht.“ (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 135). Chrysipp ist für die Geschichte der Stoa insofern wichtig, dass er für den steten Ausbau der stoischen Lehre verantwortlich war. Des Weiteren ist er zahlreiche Bücher über die stoische Philosophie verfasst (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 135). Der Hauptbereich in dem Chrysipp tätig war, war das Gebiet der Logik bzw. Dialektik. Durch seine Beiträge zu diesem Thema wurde die stoische Logik, neben der aristotelischen, zu einer der wichtigsten Forschungsbeiträge zum Thema Logik. Es wird gesagt: „wenn die Götter es mit der Dialektik zu tun hätten, wäre es keine andere Dialektik als die des Chrysipp.“ (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 135).
Die Stoa gilt als eine der fruchtbarsten und bedeutendsten philosophischen Schulen, hinsichtlich des wissenschaftlichen Ertrages.
Trotz der vielen unterschiede der beiden hellenistischen Schulen, stimmen sie doch in zwei Merkmalen überein. Zum einen teilen sie in ihrer Schulphilosophie drei Disziplinen, Physik, Logik und Ethik. Diese Dreiteilung kommt daher, weil man der Meinung ist, dass dort, wo nicht nur philosophiert wird, sondern auch Philosophie gelehrt wird, diese Einteilung notwendig ist (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 135). Das zweite Merkmal besteht darin, dass nicht die Philosophie als solche das höchste Glück, die Eudaimonia, garantiert, sondern die richtige Philosophie (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 136). Dies stellt ein Unterschied zu den Lehren von Platon und Aristoteles dar. Dennoch hat jede Schule seinen eigenen Weg zum Glück. Dies hat zur Folge, dass es ein großes Konkurrenzdenken unter den Schulen gibt.
Die stoische Schule ging ungefähr im ersten Jahrhundert v. Chr. unter. Gründe dafür sind viele überliefert. Ein Grund dafür war der erste Mithridatische Krieg 86 v. Chr. durch Sulla (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 138).
Durch die politischen Schwierigkeiten in Athen kamen auch immer weniger Studenten in die philosophischen Schulen. Aber die Philosophie verschwand nicht einfach von der Bildfläche. Immer mehr philosophische Schulen wurden im Römischen Reich, vor allem in Rom eröffnet. Dies hatte den Vorteil, dass man nicht mehr in das politisch geschädigte Athen musste. Mit Rom verbindet die Stoa ihre letzte große Wirkungszeit. Dort studierte Seneca Philosophie und machte eine Ausbildung in Rhetorik. Epiktet erlernte die stoische Philosophie von dem Ritter MusoniusRufus und lehrte später selbst in Rom (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 138 f.).
Verändert hat sich von der späteren zur früheren Zeit vor allem die Tatsache, dass die Schulen früher private Einrichtungen waren. Im Laufe der Zeit haben aber immer mehr von öffentlichen Mitteln unterhaltene Lehrstühle hinzu. Ein Beispiel dafür ist u.a., dass der Philosophieunterricht Bestandteil der Wehrpflicht wurde (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 139). Marc Aurel ist stark beteiligt an dieser Entwicklung, indem er 176 n. Chr. vier Lehrstühle finanzierte. An diesen Lehrstühlen wurden die vier traditionellen Lehren unterrichtet, Platonismus, Aristotelismus, Epikureismus und Stoizismus (vgl. Niehues-Pröbsting; die antike Philosophie - Schrift, Schule, Lebensform, 2004, S. 139). Man muss jedoch erwähnen, dass die öffentlichen Lehrstühle den privaten Unterricht nicht ersetzen, sie ergänzten ihn lediglich. Ein privater Lehrer war z.B. Epiktet.
Dass die Philosophie nicht mehr nur an privaten Einrichtungen gelehrt wird, hat auch insofern den Vorteil, dass immer mehr Menschen in die Tiefen der Philosophie eingeführt werden konnten.
4.2 Vertreter
4.2.1 Cicero
Am 3. Januar 106 v. Chr. wurde Marcus Tullius Cicero im südlichen Latium geboren. Ebenso wir Seneca ging er nach Rom um dort Rhetorik, Rechtwissenschaft und natürlich Philosophie zu studieren (vgl. Ricken; Philosophie der Antike - Grundkurs Philosophie Band 6, 2007, S. 246). Beeinflusst wurde von Philon von Larisa, der die Akademie leitete an der er studierte. In den 80er Jahren v. Chr. begann Cicero den Beruf des Anwalts auszuführen. In dieser Zeit wurde Cicero krank. Um sich wieder zu erholen unternahm er eine Reise nach Griechenland und Kleinasien (vgl. Ricken; Philosophie der Antike - Grundkurs Philosophie Band 6, 2007,
S. 246). Auf dieser Reise hörte er sich Lesungen der epikureischen Philosophie an und lernte den Stoiker Poseidonios kennen. Nachdem er wieder nach Rom zurückgekehrt war, begann seine große Karriere u.a. als Konsulat. Jedoch zwar die angespannte politische Lage Cicero sich immer mehr aus Politik zurückzuziehen. Cicero war zufrieden mit der Ermordung von Caesar. In der folgenden Herrschaft wurde er jedoch Opfer der Proskriptionen, er wurde also geächtet. Folgedessen ermordete man Cicero am 7. Dezember 43 v. Chr. auf seinem Landgut Formiae (vgl. Ricken; Philosophie der Antike - Grundkurs Philosophie Band 6, 2007, S. 246). Die wichtigsten Werke von Cicero waren „de oratore“ - „Über den (idealen) Redner“ und „de republica“ - „ Über den Staat“ (vgl. Ricken; Philosophie der Antike - Grundkurs Philosophie Band 6, 2007, S. 246). Eines seiner bekanntesten Werke ist aber auch „Tusculanaedisputationes“, in diesem Buch geht es um die Frage, ob der Tod ein Übel ist.
4.2.2 Seneca
Lucius Annaeus Seneca wurde ca. im Jahr 4 v. Chr. in Cordoba, Spanien, geboren. Seine Eltern waren gebildet und wohlhabend. Über Senecas Vater ist zu sagen, dass er in den Ritterstand aufgenommen wurde und sich für die Rhetorik interessierte (vgl. Maurach; Seneca - Leben und Werk, 2004, S. 16f.). Über seine Mutter weiß man nur sehr wenig. Eine Leidenschaft von ihr war die Philosophie und die Literatur, dies sollte auch Seneca begeistern. Jedoch war die Vorliebe der Mutter, dem Vater ein Dorn im Auge, da jener der Meinung war, dass sich Frauen nicht um sowas kümmern sollten. Für sie sollte nur der Haushalt interessant sein (vgl. Maurach; Seneca - Leben und Werk, 2004, S. 18). Seneca hatte zwei Geschwister Novatus und Lucius AnnaeusMela. Schon sehr früh wurde Seneca von seinem Vater nach Rom gebracht, damit er die feine Sprache der Römer lerne und nicht die provenzalischen Laute Cordobas (vgl. Maurach; Seneca - Leben und Werk, 2004, S. 18). In Rom studierte Seneca Rhetorik, Rechtswissenschaften, aber vor allem Philosophie. Seneca verfiel vor allem der Philosophie des Sextius, der sich u.a. der Stoa zuwandte (vgl. Maurach; Seneca - Leben und Werk, 2004, S. 20). Diese Schule, die sich Seneca zuwandte, war jedoch von Enthaltsamkeit geprägt, d.h. man durfte dort kein Fleisch zu sich nehmen und man musste auf komfortable Unterkünfte und Sitzgelegenheiten verzichten. Das Meiste lernte Seneca jedoch von Attalus. Jener lehrte ihm die wesentlichen Elemente der philosophischen Überlieferung (vgl. Maurach; Seneca - Leben und Werk, 2004, S. 23). Durch dieSextier lernte Lucius die stoische Gedankenwelt kennen und er lebte sie auch.
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Tobias Engfer, 2011, Der stete Disput, München, GRIN Verlag GmbH
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