Inhalt
1. Einleitung. S.3
2. Quellenlage. S.4
3. Die Enstehung des Mithraismus in der traditionellen
Forschung. S.5
4. Mithraismus in der neuen Forschung. S.6
4.1 Mithräen. S.6
4.2 Neuer Ansatz. S.8
5. Auswertung und Perspektiven. S.10
6. Literatur. S.12
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1. Einleitung
Der Mithras-Kult verbreitete sich im römischen Reich ab dem ersten Jahrhundert nach Christus 1 und hatte zur seiner Blütezeit im dritten Jahrhundert Anhänger in einem Gebiet, dass von Mesopotamien bis zu den britischen Inseln reichte. 2 Kaum 150 Jahre später war dieser Kult im Zuge der Christianisierung in Vergessenheit geraten. Die Geschichte um die Verehrung des unbesiegten Sonnengottes ist eine Geschichte des schnellen Erfolges, doch auch des schnellen Verfalls. Obwohl seine Spuren teilweise erhalten sind 3 , bleiben viele seiner Geheimnisse ungeklärt. Einige seiner Traditionen konnten sich in abgewandelter Form im Christentum erhalten 4 ; des weiteren bildeten sich im Zuge des Neopaganismus 5 , der in den vergangenen Jahren auftrat, neue „Mithras-Zirkel“, die angeblich den alten Traditionen folgen. Grund genug also diesen Mysterienkult und seine Ursprünge genauer zu untersuchen. Im persischen Raum wurde Mithras bereits verehrt, bevor er im römischen Reich Anhänger fand. Doch kann man den römischen Mithraismus auf einen persischen Ursprung zurückführen oder hat der römische Kult eine unabhängige Tradition? Es wäre nicht undenkbar, dass der römische Kult sich lediglich einiger Elemente aus dem persischen bedient und diese in einem unabhängig entstandenen Kult integriert hat.
Um die Ursprünge dieses Kultes zu beleuchten bedarf es einer speziellen
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Es gibt mehrere Daten, wann man die Enstehung ansetzen könne, die unter anderem mit der Frage im Zusammenhang stehen, worin man den Ursprung des Kultes sieht.
2 Turcan liefert genaue Angaben zur Ausbreitung des Mithras-Kultes im römischen Reich. Vgl. hierzu: Turcan, R.: The cults of the roman empire, Oxford 1997, S. 203fff.
3 z.B. die zahlreichen Überreste ehemaliger Mithräen (Dura Euporos, Basilica San Clemente, London, etc.).
4 z.B. die sieben Weihegrade (bzw. Sakramente), die Weihnachtsgeschichte oder die Anordnung der Sitzreihen in Kirchen.
5 Im Internet lassen sich leicht Kulte und Zirkel, die alte Religionen imitieren, finden. An dieser Stelle sei als Beispiel eines modernen „Mithras-Kultes“ folgender Kult genannt: http://www.datacomm.ch/olhaenzi/roem.civ13.html.
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Herangehensweise, denn viel Wissen über ihn ist mit seiner Auslöschung verloren gegangen, ebenso wie viele seiner Heiligtümer zerstört oder zu christlichen umgestaltet wurden. Einleitend ist es notwendig zuerst die Quellen zu betrachten. Welcher Art sind diese Quellen? Wie zuverlässig sind sie? Welche Interpretationsmöglichkeiten sind vorhanden? Und was können wir an Schlussfolgerungen aus ihnen ziehen? Diese Fragen sind unvermeidbar bei der Betrachtung einer solchen Thematik. Nachdem die Quellenlage analysiert wurde, wird im Weiteren versucht die Erkenntnisse der Forschung vor den 70er Jahren zu skizzieren und diese den neuen Ansätzen der Wissenschaftler bezüglich der persischen Einflüsse im Mithraismus, die in den Jahren darauf entstanden, gegenüberzustellen, um abschließend eine Bewertung bezüglich des Mithras-Kultes und einer hypothetischen Abstammung aus den Zoroaster-Lehren zu vollziehen.
2. Quellenlage
Der Mithras-Kult war ein Mysterienkult. Seine Geheimnisse waren also nur für seine Anhänger bestimmt. Diese Anhänger rekrutierten sich lediglich aus einem bestimmten Kreis. Zum einen wurden nur Männer in den Kult aufgenommen, was auch beim Eintritt in die Religionsgemeinschaft überprüft wurde, zum anderen war der Kult durch seine Auslegung des Glaubens 6 zwar attraktiv für Soldaten und die obere Schicht, aber weniger ansprechend für die restliche Bevölkerung. 7 Die Einschränkung der Mitgliedschaft auf eine spezielle Gruppe und die Geheimniswahrung hatten zur Folge, dass der Mithras-Kult nicht nur in der Anzahl seiner Mitglieder eingeschränkt, sondern er auch nach außen
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Der Gott Mithras immer heroisch dargestellt. Die Stiertötungsszene zeugt davon. Dies hatte zur Folge, dass gerade die Soldaten in Mithras einen Vorbild der Tugenden (Virtus) sahen. Vgl. hierzu: Schütze, A.: Mithras, Mysterien und Urchristentum, Stuttgart 1972, S. 15f.
7 Vgl. hierzu: Johnston, S.: Religions of the ancient world, a guide, London 2004, S. 103; zur Bedeutung des Heeres bei der Verbreitung der Religion siehe: Cumont, F.: Die Mysterien des Mithra, Ein Beitrag zur Religionsgeschichte der römischen Kaiserzeit, Leipzig 1903, S. 29f.
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hin isoliert war. Diese Isolation mag auch zu seinem Untergang geführt haben, als das Christentum seinen Siegeszug nach Konstantin begann, aber für uns ist diese Isolation deswegen von Interesse, weil sich in Folge dessen kaum Schriftzeugnisse erhalten haben. Auch die Zerstörung von Mithras-Heiligtümern durch Christen wirkt sich enorm auf die Quellenlage aus. Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass zum einen wenige Schriftzeugnisse erhalten sind, wobei diese überwiegend von Kult-fremden verfasst wurden, zum anderen sind nur verhältnismäßig wenige Mithräen erhalten. Dadurch, dass die meisten schriftlichen Quellen von Außenstehenden verfasst wurden liefern sie uns also keine zuverlässigen Informationen, weswegen es sinnvoll erscheint den wenigen erhaltenen Mithräen besondere Aufmerksamkeit in der Untersuchung zu widmen.
3. Die Enstehung des Mithraismus in der traditionellen
Forschung
Bis zur zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts betrachtete man die Religion um den Sonnengott als Reinterpretation des Mazdaismus auf römischem Terrain. Schon Plutarch berichtet uns davon, dass der Kult seine Verbreitung im römischen Reich durch die von Pompejus unterworfenen Seeräuber von Cilicien ins Imperium importiert wurden. 8 Cumont, als Vertreter des frühen 20. Jh., sieht hingegen den Ursprung in der Ostexpansion der frühen Kaiserzeit. 9 Die rasche Ausbreitung der Religion war bedingt durch die Beliebtheit unter den Soldaten, die durch ihre ständigen Versetzungen den Kult bis in die entlegensten Winkel des Imperiums tragen konnten. 10 Zusammengefasst lassen sich die Ergebnisse
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Vgl. hierzu: Cumont, F.: Die Mysterien des Mithra, S. 27.
9 Cumont schreibt, dass mit der Eroberung Kappadociens durch Tiberius erstmals die Römer in Kontakt mit der Religion kamen. Dazu ist zu berücksichtigen, dass Cumont den Mithras-Kult als romanisierte Variante des Ahura Mazda-Kultes sieht und die Einverleibung Kappadociens nicht zwangsläufig mit der Entstehung des Mithras-Kultes im Zusammenhang steht. Vgl. hierzu: Cumont, F.: Die Mysterien des Mithra, S. 27.
10 Vgl. hierzu: Schütze, A.: Mithras, S. 16.
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der älteren Forschung durch folgende Beschreibung von Schütze zusammenfassen:
„Die Mithrasreligion ist keine einheitliche Stifterreligion. Sie geht in ihren Anfängen auf den persischen Avesta und die indischen Veden zurück und hat zahlreiche Verwandlungen und Entwicklungen durchgemacht, ehe sie der abendländischen Welt bekannt wurde. Diese iranisch-persische Religion vermischte sich in Babylon mit der der chaldäisch-semitischen Magier und nahm nach dem Sturz des Perserreiches, als in Vorderasien eine völlige Vermischung der Rassen und Religionen stattfand, zahlreiche andere Einflüsse auf, um schließlich durch die hellenistische Welt weitere ideelle Anregungen zu erfahren.“ 11
Der Mithraismus ist keine Stifterreligion und es lassen sich auch keine Hinweise auf eine Zentralgewalt erkennen. Die Kaiser haben zwar zeitweilig viel Einfluß auf die Mithras-Gläubigen gehabt, dennoch ist abgesehen von ihren Eigendarstellungen als göttlich Gesegnete 12 kein Beweis vorhanden, dass sie die Rolle einer zentralen Verwaltungs- und Herrschaftsfigur innerhalb des gesamten Kultes übernommen haben. Aus diesen Gründen kann man tradieren, dass sich möglicherweise diese Religion lokal unterscheiden konnte. Die Verehrung von Lokalgottheiten unterstützt diese Theorie.
Das Mithräum bildet den zentralen Handlungsort für Rituale im Mithras-Kult. Typischerweise wurde es unterirdisch erbaut. Diese Tradition lässt sich auf den Mythos dieser Religion zurückführen, wonach Mithras in
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Vgl. hierzu: Schütze, A.: Mithras, S. 14.
12 Vgl. hierzu: Schütze, A.: Mithras, S. 16.
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einer Höhle geboren wurde. Im Zentrum der Stätte befand sich der Altar mit einem Relief, das Mithras darstellt, wie er einen Stier tötet. 13 Daraus lässt sich ersehen, dass die Stiertötungssymbolik eine besondere Bedeutung im Kult hatte. Mithras, so war der Glaube der Anhängerschaft, tötete den Stier um die Welt vom Bösen zu reinigen. Oft trug Mithras eine phrygische Haube, seine übrige Kleidung konnte jedoch sowohl persischer, als auch römischer Tradition entsprechen. 14 Die griechischrömischen Einflüsse werden auch an den Bildnissen von Mithras zusammen mit dem griechischen Helios deutlich, die mit ähnlichem Rang dargestellt wurden. So wurde beispielsweise gezeigt, wie Mithras die Strahlenkrone von Helios ergreift oder wie beide ein gemeinsames Mahl zu sich nehmen. 15 Gelegentlich waren neben dem Mithrasrelief Reliefs oder Statuen von anderen Gottheiten, wie im Mithräum in London 16 , zu finden. Sitzgelegenheiten waren meist seitlich in der vorderen Hälfte angeordnet. 17
Die anderen Symbole in einem Mithräum konnten variieren. So wurden oft ein Rabe, ein Bräutigam, ein Soldat, ein Löwe, ein Perser, eine Sonne und ein Vater dargestellt 18 . Diese sieben Symbole entsprechen den sieben Weihegraden im Kult. Ein Initiant war ein Rabe. Je weiter er in die Geheimnisse des Kultes eingeweiht wurde, desto höher stieg er im Rang auf. Einige Interpretationen legen nahe, dass diese sieben Zeichen der
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Ein Beispiel für den Aufbau eines Mithräum bietet uns das Virtuelle Museum der Universität Newcastle in dem das Mithräum von Carrawburgh nachgebildet wurde. Vgl. hierzu: http://museums.ncl.ac.uk/archive/mithras/intro.htm.
14 Vgl. hierzu: Turcan, R.: The cults of the roman empire, S. 195; eine Darstellung mit römischer Bekleidung findet sich in:
http://museums.ncl.ac.uk/archive/mithras/intro.htm.
15 Vgl. hierzu: Schütze, A.: Mithras, S.34.
16 Im Mithräum in Walbrook (London) wurden in den 50er Jahren neben einer Mithrasstatue Statuen von Merkur und Seraphis gefunden. Vgl. hierzu: http://www.museumoflondon.org.uk/archive/exhibits/hslondon/roman/mithras. htm.
17 Vgl. hierzu: Johnston, S.: Religions of the ancient world, S. 103f.
18 In Carrawburg wurde eine Wandtafel mit der Darstellung der ersten fünf Symbole entdeckt. Vgl. hierzu: http://museums.ncl.ac.uk/archive/mithras/intro.htm.
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Initiationsgrade gleichzeitig die Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Mond, Sonne und Saturn symbolisieren. Zusätzlich wurden manchmal weitere Gottheiten aus anderen Religionen dargestellt. Mithras konnte also sowohl als Teil eines Pantheons gezeigt werden, als auch als ein Gott in monotheistischer bzw. dualistischer 19 Tradition. Ein weiteres typisches Merkmal von Mithräen waren die Darstellungen von astronomischen Symbolen. 20 Abgesehen von der Sonne, in Form des Helios oder Sol mit der Quadriga, lassen sich Bildnisse der Luna mit dem Mondwagen erkennen. 21 Im Gegensatz zu diesen hellenistisch bzw. römisch geprägten Symbolen steht, z.B., ein Bildniss des „Aion“, um den spiralförmig eine Schlange gewunden ist. 22
4.2 Neuer Ansatz
Der Gott Mithras ist eine Abstraktion des Gottes Mithra aus den Zoroasterlehren. Nicht nur der Name weist Similaritäten auf, sondern auch einige Attribute. Mithra 23 wird im persischen Raum als ein kriegerisch gewandter Gott und als Schutzgott von Bündnissen (bzw. Gott der
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Ahriman, der Gott des „Bösen“ wird Mithras sowohl im Zoroaster-Kult, als auch im Mithras-Kult entgegengestellt.
20 Beck beschreibt in seinem Werk diverse Interpretationsmöglichkeiten für das Mithrasrelief, worin Mithras im Stiertötungsakt dargestellt wird. In den Darstellungen wird er oft von einem Hund, einer Schlange, einem Skorpion, einem Raben, einem Zwillingspaar, und manchmal auch von einem Welpen und Löwen umgeben. Die Interpretationen gehen zum einen in die Richtung, dass dies den Jahresverlauf kennzeichnet (wobei die Mithras umgebenden Wesen Sternenkonstellationen symbolisieren sollen, die im Ablauf des Jahres zu sehen sind), und zu anderen werden die Reliefs auch als Symbolik für den Tagesablauf gedeutet (wobei die Symbole Tagesabschnitte darstellen). Vgl. hierzu: Beck, R.: The religion of the mithras cult in the roman empire, mysteries of the unconquered sun, Oxford 2006, S. 31f.
21 Vgl. hierzu: Beck, R.: The religion of the mithras cult in the roman empire, S. 30; Schütze, A.: Mithras, S. 43.
22 Die Schlange symbolisiert den unendlichen zyklischen Ablauf der Zeit, wie sie in der orientalischen und indischen Mythologie aufgefaßt wird. Vgl. hierzu: Schütze, A.: Mithras, S.44f.
23 In einigen Abhandlungen wird der römische Mithras mit dem persischen Mithra gleichgesetzt. Im Folgenden wird allerdings zu Unterscheidung mit dem Begriff „Mithras“ der Gott des westlichen Kultes bezeichnet, während mit dem Namen „Mithra“ derjenige aus dem asiatischen Bereich definiert wird.
8
Gerechtigkeit) dargestellt. 24 Im römischen Raum wird Mithras ebenfalls als fähiger Krieger dargestellt und oft mit Namen versehen, die dieses Merkmal betonen, so z.B. „Sol Invictus“ oder „Stiertöter“. Zusätzlich wird Mithras im Abendland als Gott der Mysterien verehrt. 25 Auch wenn man hier Parallelen erkennen mag, so sind auch Unterschiede zu sehen. Die Stiertötungsszene, die im vorangegangenen Kapitel erwähnt wurde, entspricht zwar dem kriegerischen Aspekt des Mithra, jedoch wird jener im Ahura Mazda-Kult nie als Stiertöter dargestellt 26 , wohingegen im römischen Kult (nach dem Aufbau der Mithräen zu schließen) dies die zentrale Schlüsselszene zu sein scheint. Diese Szene hat enorme Ähnlichkeit zu der Darstellung der stiertötenden Nike und der des Herakles, der die kerynitische Hirschkuh bändigt, 27 was auf eine griechische Tradition bezüglich der künstlerischen Darstellung hindeutet. 28 Die Verehrung von fremden Gottheiten könnte ein Zeichen dafür sein, dass möglicherweise Mithras mit Mithra erst im späteren Verlauf identifiziert wurde. So, wie die kultfremden Gottheiten importiert wurden, um Mächte der anderen astronomischen Objekte zu symbolisieren, so wäre es denkbar, dass die Sonne verehrt wurde, bevor Mithras als Inkarnation ihrer gesehen wurde. In den sieben Weihegraden befindet sich die Bezeichnung “Perser“. Dies zeigt uns zwar, dass der Kult offensichtlich eine Nähe zum Persischen suchte, und damit auch eine Nähe zu Mithra, aber es belegt nicht einen zoroastischen Ursprung der Traditionen. Vielmehr könnten die astronomische Komponente 29 (in Form der Gleichsetzung der Weihegraden
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„While Mithra was a complex deity, the essence of his being was that he was foremost the god Covenant. That is, he presided over all treaties between nations and covenants between people. The image of him as a mighty warrior riding in his chariot full of weapons reflects his ability to enforce the sanctity of covenants.“ Vgl. hierzu: Johnston, S.: Religions of the ancient world, S. 199.
25 Vgl. hierzu: Johnston, S.: Religions of the ancient world, S. 103.
26 Vgl. hierzu: Beck, R.: The religion of the mithras cult in the roman empire, S.
29; Turcan, R.: The cults of the roman empire, S. 195.
27 Vgl. hierzu: Schütze, A.: Mithras, S.32f.
28 „Man nimmt an, daß ein Bildhauer aus der Schule von Pergamon das Mithras„Urbild“ geschaffen hat, das dann zum Typus aller anderen Altarbilder geworden ist.“ vgl. hierzu: Schütze, A.: Mithras, S. 34.
29 An dieser Stelle sei nochmal darauf hingewiesen, dass die Weihegrade mit den sieben Planeten gleichgesetzt wurden.
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mit den Planeten) ein Hinweis auf den graeco-romanischen Ursprung sein. 30 Denn dieser Aspekt weist insofern eine Ähnlichkeit zur römischen Tradition auf, als dass die Planeten im Jupiter-Kult mit den Göttern des Pantheons identifiziert wurden, also wie auch im Mithraismus durch Lebewesen symbolisiert wurden. Die dualistische oder monotheistische Darstellung des Mithras weist ebenfalls nicht eindeutig auf zoroastische Traditionen hin, da zum einen oft Mithras auch als Teil eines Pantheons klassifiziert wird, und zum anderen, weil mit dem frühen Christentum sich in der Kaiserzeit eine weitere wichtige monotheistische Religion, die Elemente des Mithraismus aufweist, aber keinen zoroastischen Ursprungs ist, ausbreitete. Somit muss man zu dem Schluss gelangen, dass man voreilig handeln würde, sollte man diese Form der Mithras-Darstellungen auf rein orientalischem Ursprung hin deuten.
5. Auswertung und Perspektiven
Wenn man die Ergebnisse dieser Analyse zusammenträgt, muss man zu dem Schluss gelangen, dass der Mysterienkult des Mithras für uns selbst ein Mysterium bleibt. Man bekommt bei der Betrachtung der archäologischen Funde, vor allem bei der Betrachtung der Mithräen, einen guten Einblick in das Weltbild des Kultes, jedoch lassen sich weder die Ursprünge des Kultes an sich, noch die Ursprünge einzelner Aspekte genau bestimmen. Man kann für jeden Beleg einer persischen Herkunft auch graeco-romanische Elemente finden, die dem Beleg widersprächen. Gegenseitige kulturelle Einflüsse zwischen Griechen und Persern sind spätestens seit dem Einsetzen des Hellenismus so intensiv, dass man eine
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„In point of fact, certain components of the iconography are indeed unilingual; or rather, they speak about referents in one culture only. These are explicit astronomical symbols, and what they refer to are things in the heavens as constructed in Graeco-Roman culture, for example the zordiac and its signs. To my knowledge, there is no equivalent feature in the iconography that refers solely to a referent in Iranian culture or in Mazdaism.“ Vgl. hierzu: Beck, R.: The religion of the mithras cult in the roman empire, S. 29.
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klare Bestimmung von reinen oxidentalen bzw. orientalischen Elementen im Mithras-Kult nicht durchführen kann. In einem Weltreich in dem hunderte von Völkern und Religionen existieren ist es nicht verwunderlich, dass diese sich gegenseitig Beeinflussen. Was also ist der Sinn solche Bestimmungen dennoch durchführen zu wollen? Diese Frage kann leicht beantwortet werden, wenn man die Ergebnisse der Forschung betrachtet. 31 Die klassische Mithras-Forschung betrachtete die Religion als eine reformierte Variante des Mazdaismus. Der bedeutendste Vertreter dieser Zeit dürfte Franz Cumont sein, der einen Überblick über die Entwicklung und Verbreitung der Mysterien und eine Darstellung der Rituale und Symbolik liefert. Turcan entwickelt diese Theorien weiter und liefert tiefer gehende Analyse der astronomischen Elemente in Mithräen. Eine Betrachtung, die sowohl die alten Interpretationen, als auch die neuen Perspektiven 32 zusammenstellt, liegt uns von Beck vor. Beck stellt die Bedeutung beider Herangehensweisen heraus, verhält sich aber bivalent bezüglich der Herkunftsfrage. Nur wenn man sich die Frage nach dem Ursprung stellt kann man versuchen die Inhalte des Kultes durch Parallelen zu anderen Kulten zu rekonstruieren. Des weiteren sollte man beachten, dass, auch wenn der Kult nicht notwendigerweise dem Mazdaismus entstammt, er dennoch versucht eine persische Herkunft zu beanspruchen. Insofern mag der Mithraismus möglicherweise nicht ein persischer Kult sein, aber er ist eine römische Interpretation des Persischen. Statt die Frage nach dem Ursprung zu stellen sollte man vielmehr diese Religion als eine Synthese der römisch-hellenistischen Kultur mit der Persischen auffassen und somit erfragen, welche Einflüsse in welchen Aspekten sichtbar sind.
31
Beck nennt als Beispiel die Ergebnisse von Hinnell über iranischen Vorstellungen von Opferhandlungen im Stiertötungsakt des Mithraskultes. Vgl. hierzu: Beck, R.: The religion of the mithras cult in the roman empire, S. 29.
32 Seit den 70er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts tendieren einige Wissenschaftler den Mithraismus auf graeco-romanischen Wurzeln zu untersuchen. Vgl. hierzu: Beck, R.: The religion of the mithras cult in the roman empire, S. 29.
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Literatur
1. Johnston, S.: Religions of the ancient world, a guide, London 2004.
2. http://www.datacomm.ch/olhaenzi/roem.civ13.html, 20.02.08.
3. Beck, R.: The religion of the mithras cult in the roman empire, mysteries of the
unconquered sun, Oxford 2006.
4. http://www.museumoflondon.org.uk/archive/exhibits/hslondon/roman/mithras.htm,
21.02.08.
5. http://museums.ncl.ac.uk/archive/mithras/intro.htm, 20.02.08.
6. Turcan, R.: The cults of the roman empire, Oxford 1997.
7. Cumont, F.: Die Mysterien des Mithra, Ein Beitrag zur Religionsgeschichte der
römischen Kaiserzeit, Leipzig 1903.
8. Schütze, A.: Mithras, Mysterien und Urchristentum, Stuttgart 1972.
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