Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Der Gerechtigkeitsbegriff 4
2. Die Gerechtigkeit und das Naturrecht bei Platon 4
3. Das Naturrecht und das positive Recht bei Platon 6
4.Staatslegitimation bei Augustinus 7
5. Die Zwei-Welten-Lehre bei Augustinus und ihre Folgen 10
6. Schlussbetrachtungen 11
Literaturverzeichnis 13
Abk ürzungen 13
2
Einleitung
Diese Hausarbeit wird die Staatslegitimation in Verbindung mit politischer Gerechtigkeit bei Platon und Augustinus untersuchen. Warum muss ein Staat entstehen, was ist sein Ziel und wodurch wird eine Gemeinschaft erst zu einem gerechten Staat? Alle diese Fragen werden hier aus dem Blickwinkel der beiden Staatsphilosophen analysiert und miteinander verglichen werden.
Die Wahl der beiden Philosophen zum gegenseitigen Vergleich ist ungewöhnlich, da zwischen ihnen ca. 700 Jahre liegen und sie zu unterschiedlichen Epochen gehören. Platon, ist wohl der bedeutendste griechische Philosoph der Antike, über den gesagt wird, die ganze abendländische Philosophie sei eine einzige Fußnote zu seinen Werken. Augustinus Wirken ist nicht weniger bedeutend, weil er durch seine Schriften die Kirchenpolitik und Moraltheologie der folgenden Jahrhunderte entscheidend mitgeprägt hat. Diese Nachwirkung hat dazu geführt, dass er heute eher als streitbarer Kirchenvater und katholischer Heiliger wahrgenommen wird denn als, antiker Mensch, der zu der intellektuellen Elite am römischen Kaiserhof und im nordafrikanischen Klerus (Fuhrer, 2004: 5).
Für eine gemeinsame Behandlung der Gerechtigkeitskonzeptionen und der Staatslegitimation bei beiden Philosophen sprechen zwei Gründe: Augustinus studierte neuplatonische Schriften und wurde erheblich von Platons Philosophie beeinflusst. Er selbst behauptet, dass er in „gewissen Büchern der Platoniker“ ein System fand, welches ihm die Möglichkeit bot, bestimmte Inhalte der christlichen Lehre rational zu durchdringen (conf.7,13 und 8,3) und ihn sogar zur Bekehrung veranlasste (Acad.2,5). Er lobt die platonische Philosophie, weil sie „mit der heiligen Lehre nicht in Widerspruch steht“ und bezeichnet sie als die „wahrste Philosophie“ (Acad.3,42), jedoch nur im Vergleich zu anderen heidnischen philosophischen Systemen, wie die der Stoiker und Epikureer.
Zum anderen unterscheiden sich die Schlussfolgerungen, die die beiden Philosophen aus ihren Gerechtigkeitskonzeptionen ziehen. Platon vertritt die Naturrechtstheorie, die die Manifestierung der Gerechtigkeit als das eigentliche Staatszweck und Staatslegitimation ansieht. Bei Augustinus findet man dagegen eine Neuinterpretation der klassischen Gerechtigkeitskonzeption und eine Überwindung des Naturrechts bis zu den Ansätzen einer Vertragstheorie als Staatslegitimation. Eine kritische Untersuchung der Begründungen beider Staatstheoretiker für ihre Auffassungen bezüglich der politischen Gerechtigkeit und der daraus entspringenden Staatsgründung soll der Gegenstand dieser Hausarbeit sein.
3
1. Der Gerechtigkeitsbegriff
„Gerechtigkeit ist ein nicht abschließend definierter Grundbegriff der Ethik, der Rechts-und Sozialphilosophie, […], sowie ein wünschenswertes Grundprinzip der sozialen Organisation und zentraler normativer Begriff der Politik, der allen Ideen von Recht, Staat und Gesellschaft als deren Leitziel zugrunde liegt“(Meyers Lexikon). Da der Gerechtigkeitsbegriff keine statische semantische Bedeutung hat, muss erst untersucht werden in welchem Sinn er in der platonischen beziehungsweise der augustinischen Philosophie gebraucht wurde. Nach Platons Ideenlehre, ist das Gerechtigkeitskonzept untrennbar von der Idee des Guten, die das eigentliche Ziel des Staates darstellt. Gerechtigkeit (dikaion/dikaiosynê, iustitia) steht bei Platon oder Augustinus in einem formalen Sinn für den normativen Zustand einer Gemeinschaft und gleicht auch dem antiken Konzept des Glücks (eudaimonia, beautitudo) (Horn, 2007:48).
Eine weitere Besonderheit des Begriffs ist sein Bezug auf die soziale Moral im Gegensatz zur Individualmoral. Denn etwas kann nur in Beziehung zu etwas anderem gerecht sein, wie zum Beispiel im Verhältnis zwischen den Individuen oder dem Staat und den Individuen. Bei Platon findet man eine weitere Auffassung von Gerechtigkeit, die diese nicht nur als eine institutionalistische Tugend versteht, sondern auch als eine personale. Diese äußert sich bei einem Individuum in einem geordneten Seelenleben, welches eine gerechte Handlungswahl als Folge hat (Horn, 2007: 49).
2. Die Gerechtigkeit und das Naturrecht bei Platon
Das Naturrecht bei Platon beruht auf einer spezifischen Anthropologie. Der Mensch ist nach Platon von Natur aus ein„ zoon politikon“, das heißt ein staatenbildendes Wesen. Die Notwendigkeit der Staatengründung ergibt sich aus der Unvollkommenheit des Menschen: Da kein Mensch zu allen Tätigkeiten begabt ist, die zur Befriedigung seiner Bedürfnisse notwendig sind, muss er sich mit anderen Menschen verbinden:
Es entsteht also, sprach ich, eine Stadt, wie ich glaube, weil jeder einzelne von uns sich selbst nicht genügt, sondern gar vieles bedarf (Pol.369b).
Der Staat, wenn er gerecht sein will, muss der kosmischen Ordnung entsprechen. Im Grunde der kosmischen Ordnung liegt ein und dasselbe Gesetz der Analogie. Also schließt er vom Allgemeinen zum Besonderen, dass der Staat, wie der Kosmos und die Seele, wie der Staat
4
Arbeit zitieren:
Anna Biber, 2008, Politische Gerechtigkeit und Staatslegitimität bei Platon und Augustinus, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Motiv des gemeinen Nutzens im Lalebuch
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 22 Seiten
Die Mesoteslehre des Aristoteles in der Nikomachischen Ethik
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Seminararbeit, 26 Seiten
Der Weg zur Tugend ist der Weg zur Mitte - Die Mesotes-Lehre von Arist...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 19 Seiten
Vorteile und Nachteile von Studiengebühren
VWL - Wettbewerbstheorie, Wettbewerbspolitik
Hausarbeit, 18 Seiten
Hoffnung statt Erkenntnis? Das Problem der ethischen Normen im Pragmat...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 25 Seiten
William James und Richard Rorty über die Wahrheit
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Erneuerung, Aufbau, Ankunft: Der ostdeutsche Nachkriegsroman
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 35 Seiten
Eine linguistische Textanalyse von Zeitungskommentaren mit dem Schwerp...
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Beziehungsgeflecht im Zeichen von Heimat- und Identitätsthematik. Uwe ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Persuasive Kommunikation. Eine Argumentationsanalyse zur persuasiven S...
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Die Bedeutung der Heimat in Uwe Johnsons Romanen „Ingrid Babendererde“...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Textsortenanalyse: Kommentar. Eine Analyse eines Kommentars aus der BI...
Hausarbeit, 20 Seiten
Stilistische Aspekte der Jugendsprache Hintergründe Merkmale Textbeisp...
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte: Politische Gerechtigkeit und Staatslegitimität bei Platon und Augustinus ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte: neuer Titel erschienen: Politische Gerechtigkeit und Staatslegitimität bei Platon und Augustinus
Anna Biber hat einen neuen Text hochgeladen
Cuentos de la filosofía griega : Platón, hablando de Sócrates
Mercedes Aguirre, Alicia Esteban Santos
0 Kommentare