II
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis. V
Tabellenverzeichnis. V
1 Einleitung 0
1.1 Begriffserklärung 0
1.1.1 Definition der Supply Chain 0
1.1.2 Supply Chain Costing 0
1.1.3 Distributionslogistikdienstleistung. 1
1.1.4 Vendor Managed Inventory 1
1.2 Unternehmensbeschreibung 1
1.2.1 LEGO Gruppe 1
1.2.2 DHL Exel Supply Chain 2
1.3 Problemstellung, Ziel und Ablauf der Untersuchung 2
1.3.1 Problemstellung und Zielsetzung. 2
1.3.2 Ablauf der Untersuchung 3
2 Entwicklung und Optimierung der Supply Chain
am Beispiel der LEGO Gruppe 4
2.1 Theoretische Grundlagen für die Entwicklung und Optimierung einer Supply
Chain 4
2.1.1 Supply Chain als moderne Wertschöpfungskette 4
2.1.2 Lieferantenauswahl 5
2.1.3 Supply Chain Costing 5
2.1.4 Kontraktlogistik. Third Party Logistics Provider. 6
2.1.5 Effektive Zusammenarbeit mit den Kunden durch Vendor Managed
Inventory 9
III
2.2 Praktische Analyse der Supply Chain der LEGO Gruppe 10
2.2.1 Engpässe der bisherigen Wertschöpfungskette und Voraussetzungen für
Veränderungen in der LEGO Gruppe 10
2.2.2. Neugestaltung der Supply Chain der LEGO Gruppe. 16
2.2.3 Integration DHL Excel Supply Chain in Supply Chain der LEGO Gruppe 28
2.3.4 Potenziale zur Verbesserung der Supply Chain 31
3 Zusammenfassung. 34
3.1 Ergebnisse der Veränderungen 34
3.2 LEGO Gruppe angesichts der Wirtschaftkrise 2009. 37
Literaturverzeichnis 38
IV
Abkürzungsverzeichnis
3PL - Third Party Logistics Provider
ABS - Acrylnitril-Butadien-Styrol DIN - Deutsches Institut für Normung e. V. DKK - Dänische Krone DLZ - Distributionslogistikzentrum EDI - Electronic Data Interchange ELA - European Logistics Association ERP - Enterprise Resourced Planning ICTI - International Council of Toy Industries ISO - International Organization for Standardization Mio. - Million MoB - Make-or-Buy-Analyse RFID - radio friquency identificaton ROE - Return on equity ROI - Return on Investment SC - Supply Chain SCC - Supply Chain Costing SD - Sales & Distribution TQM - Total Quality Management
V
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung der Supply Chain Costing. 6
Abbildung 2: Alte Lieferkette von LEGO 15
Abbildung 3: Ergebnisse der LEGO Gruppe (Mio. Euro) 18
Abbildung 4: Rentabilitätssteigerung/Senkung ROI 2002-2008, ( ) 24
Abbildung 5: ROI-Rechnung, 2008 im Vergleich mit dem Jahr 2006 (Mio. DKK) 25
Abbildung 6: Die Entwicklung der Umsätze und Kosten im Vergleich mit dem
vergangenen Jahr, 26
Abbildung 7: Neue Gestaltung der Supply Chain von LEGO 28
Abbildung 8: Gewinne und Verluste (umgerechnet in Mio. Euro) 35
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Struktur der LEGO Gruppe. 12
Tabelle 2: Auszüge aus den Jahresberichten 2003-2008 (in Mio.Euro) 17
Tabelle 3: ABC-Analyse 19
Tabelle 4: Prozentanteil der Produktionskosten zum Nettoumsatz. 20
Tabelle 5: Supply Chain Costing bei der LEGO Gruppe. 23
Tabelle 6: Die Entwicklung der Umsätze, Kosten, Eigenkapital und Gewinn im
Vergleich mit dem vergangenen Jahr, 26
Tabelle 7: Reduzierung der Distributionskosten 2003-2008 35
Tabelle 8: Die Kundenzufriedenheit mit der Qualität der Logistikleistungen der LEGO
Gruppe , 2007-2008 36
1 Einleitung
Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise und der damit verbundenen, sinkenden Nachfrage, müssen sich Unternehmen aller Branchen wettbewerbsfähiger, flexibler und gleichzeitig kostenreduzierender aufstellen. Die Beziehungen zwischen Herstellern, Lieferanten und Kunden sind durch die neuen Herausforderungen geprägt und sollen heutzutage viel schneller, genauer, vertrauensvoller und viel effizienter miteinander verknüpft werden.
Aus diesen Gründen rücken traditionelle Logistikmodelle mit chaotischen Lieferketten in den Hintergrund und werden durch moderne Supply Chain Modelle ersetzt. Eines von vielen Unternehmen, das seine Wertschöpfungskette erfolgreich umbauen lässt, ist die LEGO Gruppe. Die Anforderungen dieses bekanntesten Spielzeugherstellers an das Supply Chain sind geprägt durch den Grundgedanken einer hohen Integration der Material-, Informations-, und Werteflüsse innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette.
1.1 Begriffserklärung
1.1.1 Definition der Supply Chain
Unter Supply Chain wird die optimale Gestaltung des Informations- und Materialflusses zur Leistungserstellung von Erzeugnissen (Produkten oder Dienstleistungen) im gesamten Logistiknetzwerk, vom Lieferanten des Lieferanten bis zum Kunden des Kunden unter Verwendung geeigneter Planungs- und Kommunikationstechnologien verstanden. Alle Partner in der Supply Chain werden integrativ betrachtet, um Verbesserungspotenziale aufzudecken 1 .
Supply Chain (SC) ist eine moderne Logistikkette mit festen und für alle Mitglieder klaren und akzeptablen «Spielregeln». Der Begriff SC ist aus dem Begriff Logistik entwickelt und verfolgt das Ziel, alle Prozesse auf den Nutzen des Endkunden auszurichten («in Serie zu schalten» 2 ), unternehmensübergreifende Erfolgspotenziale zu entdecken und gleichzeitig die Gesamtkosten zu senken.
1.1.2 Supply Chain Costing
Supply Chain Costing (SCC) wird als Analyse, Gestaltung und Steuerung von Kosten in der Wertschöpfungskette definiert. SCC ist eine Mischung aus Target Costing und
1 Vgl. Czenskowsky, T., Piontek. J. (2007), S. 20.
2 Dickmann, Ph.; Hrsg. (2009), S. 307.
1
Prozesskostenrechnung 3 und unterscheidet Einzelkosten und Gemeinkosten, die im direkten Zusammenhang mit den Prozesskosten und Transaktionskosten stehen 4 . Einzelkosten beziehen sich direkt auf das hergestellte Produkt. Prozesskosten umfassen einige Gemeinkosten, die aus den Prozessen innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette entstehen und können nur indirekt durch eine Prozesskostenrechnung verrechnet werden. Transaktionskosten bestehen aus Informations- und Koordinationskosten und werden von allen Mitgliedern der gesamten Supply Chain beeinflusst.
1.1.3 Distributionslogistikdienstleistung
Die moderne Supply Chain reduziert die Prozesskosten und die Kapitalbindung des Unternehmens durch die Auslagerung (Outsourcing) der Absatzlogistik (Distributionslogistik). Eines der effizientesten Geschäftsmodelle auf diesem Gebiet ist Kontraktlogistik, die auf einer langfristigen, arbeitsteiligen Kooperation zwischen einem Hersteller oder Händler von Gütern und einem Logistikdienstleister basiert und durch einen Dienstleistungsvertrag (Kontrakt) geregelt ist 5 . Ein Kontraktlogistikdienstleister wird auch als Third Party Logistics Provider (Abkürzung: 3PL) bezeichnet. Seine Kernkompetenz ist die Übernahme von Transport, Lagerung, Verpackung, Etikettieren der Ware, Bestellungen, Auftragsbearbeitung 6 .
1.1.4 Vendor Managed Inventory
Vendor Managed Inventory (VMI), auch Lieferantengesteuerter Bestand oder Supplier Managed Inventory, ist ein logistisches Mittel zur Verbesserung der Performance in der Lieferkette, bei dem der Lieferant Zugriff auf die Lagerbestands- und Nachfragedaten des Kunden hat 7 .
1.2 Unternehmensbeschreibung
1.2.1 LEGO Gruppe
Das Unternehmen LEGO, 1932 als kleine dänische Tischlerei für Holzspielzeug gegründet, ist heute der sechstgrößte Spielwarenhersteller der Welt und «eine der
3 Vgl. Czenskowsky, T., Piontek. J. (2007), S. 199.
4 Vgl. Seuring, S. (2001), S. 114 ff.
5 Vgl. Stölzle, et al. (2007), S. 34.
6 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Third_Party_Logistics, Stand 12.03.09.
7 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Vendor_Managed_Inventory, Stand 29.04.09.
2
erfolgreichsten Design-Ideen unseres Jahrhunderts» 8 . Der Baustein «aus Plastik mit Klemmkraft hat die Marke LEGO berühmt gemacht» 9 . Die LEGO Gruppe ist Hersteller eines Nischenprodukts im Spielwarenbereich. Die LEGO Gruppe ist im Besitz der Familie Kirk Kristiansen und hat ihren Hauptsitz in Billund, Dänemark. Das Unternehmen verkauft seine Produkte in mehr als 130 Ländern, hat 5000 Mitarbeiter weltweit und im Jahr 2008 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro 10 .
1.2.2 DHL Exel Supply Chain
DHL Exel Supply Chain ist einer der zuverlässigsten Kontraktlogistikdienstleister der Welt und gehört zum Unternehmen Deutsche Post. DHL ist Marktführer mit einem Anteil von 6,4 Prozent (2007) für Kontraktlogistik 11 . DHL Exel Supply Chain ist spezialisiert auf Logistik-Lösungen zur Optimierung der gesamten Lieferkette für große Unternehmen. Der Geschäftsbereich realisiert Lager-, Transport und vielfältige Mehrwertdienstleistungen (Konfektionierung, Copacking, Preisauszeichnung,
Fakturierung oder die Auftragsabwicklung bis hin zur Verkaufsförderung und zu Finanzdienstleistungen) entlang der gesamten Wertschöpfungskette und ist nach Industriesektoren ausgerichtet 12 .
1.3 Problemstellung, Ziel und Ablauf der Untersuchung
1.3.1 Problemstellung und Zielsetzung
Das früher immer erfolgreiche Unternehmen LEGO machte in den Jahren 1998-2004 hohe Verluste. Das Problem lag in der veralteten Organisation der gesamten Logistikkette. Ab 2004 wurde die gesamte Logistikkette neu gestaltet und zu einer modernen Supply Chain entwickelt. Die Lieferantenanzahl wurde durch qualitätsorientierte Auswahl reduziert.
Die Barrieren für die grenzüberschreitenden Transaktionen zwischen den Ländern innerhalb der EU sind wesentlich geringer geworden und werden in absehbarer Zeit fast vollständig verschwinden. Daraus resultiert, dass viele Unternehmen in der Lage sind,
8 Der Spiegel, 1998, Nr. 43, S. 161.
9 Vgl. Kutzt, J.-P. (2009), S. 45.
10 Vgl. Simonsen, C. (2009), o.S.
11 Vgl, Deutsche Post World Net. Geschäftsbericht 2008. S. 70 oder Weber, J. et al. (2008), S. 37.
12 Vgl. http://www.dhl.de/dhl?tab=1&skin=hi&check=yes&lang=de_DE&xmlFile=3001283, Stand
06.03.09
3
die Supply Chain Strukturen in Europa zu zentralisieren und somit große Kosteneinsparungen zu erreichen 13 .
Die Senkung der Kosten galt bei LEGO als Hauptziel und fünf Produktionsstätten in lohnintensiven Standorten wurden gestrichen und nach Osteuropa verlagert. Die Produktion wurde in 2005 zunächst ausgelagert, 2008 jedoch aus Gründen der Qualität und Flexibilität wieder incourst 14 .
Die Preispolitik wurde mit Hilfe der Supply Chain Costing neu gestaltet. Logistikleistungen und Distribution (Vertrieb) wurden an DHL im Rahmen der Kontraktlogistik ausgelagert. Die LEGO Gruppe und DHL Exel Supply Chain haben 2006 in Jirny bei Prag ein neues europäisches Distributionszentrum eröffnet 15 . Es dauerte ein Jahr, bevor man verstand, dass eine feste Partnerschaft nur auf einem Übereinstimmungsbereich entwickelt werden kann 16 .
Der LEGO Geschäftsführer Jørgen Vig Knudstorp ist überzeugt, dass sein Unternehmen «Ohne moderne Wertschöpfungskette keine Zukunft hat. Supply Chain ist das Kreislaufsystem eines Unternehmens. Man muss sie renovieren, um das Blut am Fließen zu halten» 17 .
Das Ziel der Untersuchung: Die Entwicklung und Optimierung der Supply Chain der LEGO Gruppe analysieren und Verbesserungspotenziale der gesamten Lieferkette entdecken 18 .
1.3.2 Ablauf der Untersuchung
Die vorliegende Projektarbeit widmet sich den konzeptionellen Grundlagen und Instrumenten einer Entwicklung und Optimierung der Supply Chain am Beispiel der LEGO Gruppe. Im ersten Abschnitt handelt es sich um Definitionen der wichtigsten Begriffe. Im zweiten Abschnitt werden theoretische Grundlagen zur Analyse, Gestaltung und kontinuierlichen Verbesserung einer Supply Chain gegeben und praktische Erfahrung der LEGO Gruppe auf diesem Gebiet analysiert. Als Zusammenfassung wird die zukünftige Situation angesichts der Wirtschaftkrise eingeschätzt und einige Perspektiven der LEGO Gruppe genannt.
13 Ullmann, W., Jordans, I. (2006), S. 3-4.
14 LEGO Group - Annual Report 2008, S. 8.
15 Vgl. http://www.dpwn.de/dpwn?tab=1&skin=hi&check=yes&lang=de_DE&xmlFile=2007068, Stand
06.03.09.
16 Vgl. Cordon, C. et al. (2009), S. 2.
17 Vgl. Simonsen, C. (2009), o.S.
18 Vgl. Krüger, C. (2006), S. 4.
4
2 Entwicklung und Optimierung der Supply Chain am Beispiel der LEGO Gruppe
2.1 Theoretische Grundlagen für die Entwicklung und Optimierung einer Supply
Chain
2.1.1 Supply Chain als moderne Wertschöpfungskette
Supply Chain ist eine moderne logistische Wertschöpfungskette, ein Netzwerk von Organisationseinheiten, die durch ihr direktes Zusammenwirken eine Leistung erbringen. Die Lieferkette umfasst normalerweise Produktion, Sourcing und Einkauf, Nachfrage- und Angebotsplanung, Gestaltung des Logistiknetzes, Bestandsoptimierung, Lieferkettentransparenz und Datenmanagement.
Bei den Objekten in Supply Chains handelt es sich um die aus der Logistikkonzeption stammenden materiellen Flüsse von Waren (z.B. Rohstoffe, Vorprodukte, Module, Fertigteile und Endprodukte) sowie um die vorauseilenden, synchron gekoppelten oder nachlaufenden Informationsflüsse 19 .
Die zentrale Aufgabe des Supply Chain ist nicht nur interne Prozesse und Funktionen des Unternehmens wie Beschaffung, Produktion oder Absatz zu optimieren, sondern auch überbetriebliche Ziele der SC zu verfolgen: Niedrigere Kosten, kürzere Durchlaufzeiten, bessere Produktqualität, höhere Servicequalität 20 , Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bei Minimierung des Ressourcen-Einsatzes. Daran müssen sich moderne Logistikketten immer wieder messen und optimieren lassen. Das Unternehmen blickt auf alle Prozesse von der Rohstoffbeschaffung bis zum Endkunden. Dabei ist es wichtig, nicht nur einzelne Elemente der Logistikkette zu verbessern.
Diese Optimierung ist nicht so einfach, weil widersprüchliche Ziele miteinander abgeglichen werden müssen. Problematisch ist es dann, wenn der Auftragseingang schwankt, was in der Realität die Regel sein dürfte. Dies führt zu einer schwankenden Kapazitätsauslastung, notwendigen Anpassungen oder Puffern, die wiederum Geld kosten.
Auch eine Lagerhaltung, die dies ausgleichen soll, bindet Kapital. Werden die Lagerbestände minimiert, kann dies dazu führen, dass sich Lieferzeiten erhöhen oder der Lieferservice verschlechtert.
19 Stülzle, W. et al. (2005), S. 56.
20 Vgl. http://www.business-wissen.de/logistik/supply-chain-management/anwenden-umsetzen/supply-
chain-management-wertschoepfungskette-analysieren-und-logistik-optimieren.html, Stand 25.02.09.
Arbeit zitieren:
Larisa Schmidt, 2009, Entwicklung und Optimierung der Supply Chain - Analysiert am Beispiel der LEGO Gruppe, München, GRIN Verlag GmbH
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