Inhaltsverzeichnis
Einf ührende Worte 3
„The Graded School“ 5
„The Carnegie Unit“ 7
Reformversuche. 9
„Dalton Plan“ 9
„the eight year study“ 11
Reflexion 12
Quellen. 16
Anhang 17
Anhang 17
Anhang 17
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Einführende Worte
1993 veröffentlichten zwei Universitätsprofessoren der Stanford University ein Manuskript über die Veränderbarkeit der „Grammar of Schooling“. Dabei betrachten sie verschiedene Schulformen im Laufe der Zeit und die Versuche diese zu reformieren. Unter der Frage warum es so schwer ist, die Art und Weise wie Bildung geschieht, zu verändern, werden die Entstehung von zwei wesentlichen Schulformen in Amerika untersucht. Zum Einen die „Graded School“, welche eine in Klassenstufen geteilte Form der Schule beschreibt und die „Carnegie Unit“. Diese ist eine Bewertungseinheit, welche sich aus der Anzahl der Unterrichtsstunden und erworbenen Leistungspunkten zusammensetzt. Diese beiden Formen sind die Basis der Arbeit Tyacks und Tobins, da es die wesentlichen Modelle sind, die sich im Laufe der Zeit als beständig herausstellten. Es wurde versucht die Beständigkeit anhand dreier verschiedener Reformversuche zu beweisen. Diese sind der „Dalton Plan“, „the eight year study“ und die Versuche die „High School“ in den 60er Jahren flexibler und freier zu gestalten.
Die Grammatik einer Sprache beschreibt ihre Theorie bzw. die Form ihrer Sätze und Worte. Wenn man nun versucht dies auf die Organisation von Bildung zu projizieren wird deutlich, dass so wie Regeln, Strukturen und Formen, also die Grammatik einer Sprache ihre Bedeutung beeinflusst, auch die Grammatik von Schule, also z.B. die Form und Größe von Klassen oder die Aufteilung von Wissen in spezielle Unterrichtsfächer die Schulbildung beeinflusst (vgl. Tyack/Tobin, 1993, S. 454). Dabei ist es nicht einmal notwendig diese Regeln genau zu verstehen, damit es funktioniert. Ein kleines Kind nutzt bspw. im Sprachgebrauch den richtigen Fall ohne zu wissen, dass es überhaupt verschiedene Fälle gibt, weil etwas falsch Gesprochenes auch in den Ohren des Kindes falsch klingt (ebd., S. 454).
Die heutige Struktur in Schulen wird als selbstverständlich erachtet. Grundschulen sind in Klassenstufen unterteilt, innerhalb jener Klassenstufen gibt es verschiedene Klassen, jede dieser hat einen Klassenlehrer der die Schüler dauerhaft betreut und meist mit ihnen den Weg bis zur Versetzung in die Oberstufe geht. In „High Schools“ sieht die Struktur etwas anders aus. Für jedes Fach gibt es einen Lehrer und für den Abschluss ist es nötig in jedem dieser Fächer durch die regelmäßige Teilnahme Punkte zu sammeln. Diese „Carnegie Units“ sind eine Art akademisches Punktesystem auf das im Folgenden genauer eingegangen wird.
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Regelm äßig haben Menschen versucht diese beiden Systeme zu verändern. Verschiedene
Variationen wie klassenlose Schulen, Veränderungen von Zeit und Raum, der Unterteilung in
Kern - und Schwerpunktfächer oder die Lehrerschaft in Teams zu organisieren, waren dabei
Inhalt dieser Versuche. Grund dafür war primär, dass die bestehenden Systeme als Zwang
und Einschränkung der Bildungsfreiheit verstanden wurden. Dass diese Formen auch einst
Reformen waren, wurde dabei selten beachtet (vgl. Tyack/Tobin, 1993, S. 455) Wenn
solche Reformen erfolgreich und beständig waren, dann meist in Sonderschulformen wie
berufsbildenden Schulen oder Bildungs- und Erziehungseinrichtungen für Begabte oder
Behinderte (ebd., S. 455)
Es geht in dieser Arbeit nun darum die wesentlichen Punkte des Manuskripts Tyacks und
Tobins zu erarbeiten und zu beschreiben, warum gerade die „Graded School“ und die
„Carnegie Unit“ als Reform erfolgreich waren und bis heute noch sind.
Nach Tyack und Tobin (1993) existieren drei verschiedene Standpunkte, deren verstehen
notwendig ist, um die Beständigkeit und das Vergehen von Bildungsreformen zu begreifen.
Als erstes ist dies die Position einer Veränderung fordernden Gesellschaft im sozialen
Gef üge und der damit verbundene politische Einfluss auf die Bildungs- und
Erziehungspolitik. Schließlich basiert das Bildungssystem sehr stark auf dem Ziel der Bildung
selbst. Lehrinhalte in der Schule bereiten den Schüler auf das Leben in der künftigen
Gesellschaft vor, somit spiegelt der Lehrstoff das gesellschaftliche bzw. politische Denken
wieder (ebd., S. 456)
Die zweite Position sieht weniger die Bildungspolitik an sich als entscheidenden Faktor,
sondern beschreibt den Wandel der Bildung als kongruent zur sozialen Entwicklung bzw.
dem sozialen Wandel. Denn dieser bringt automatisch eine Einstellungsveränderung von
Personen mit Bildungsauftrag mit sich (ebd., S. 456)
Die dritte Position geht davon aus, dass die innere Struktur von Schulen einen starken
Zusammenhang zum Glauben der breiten Öffentlichkeit hat. Hiermit ist gemeint, dass
kulturelle Ansichten Schulen prägen und formen. Ein Beispiel dafür ist die Erziehung zum
Vaterlandsstolz in Amerika. Das regelmäßige Singen der Nationalhymne oder die stark auf
das eigene Land orientierte geschichtliche Bildung spiegeln hier die Meinung des größten
Teils der Bevölkerung wieder (ebd., S. 456)
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Diese drei Auffassungen sind die Grundlage um zum Einen die Entstehung von „Graded School“ und „Carnegie Unit“, aber auch die Veränderungen durch andere, weniger beständige Bildungsformen zu verstehen. Des Weiteren sind diese Ansichten auch heute noch aktuelle Auslöser für Veränderungen in der Bildung.
„The Graded School“
Die „Graded School“ beschreibt ein nach Alter und akademischen Kenntnissen strukturiertes Schulsystem, in welchem ein Jahr lang eine Gruppe von Schülern nach einem bestimmten Lehrplan und nur von einem oder sehr wenigen Lehrern unterrichtet wird. Um zu verstehen, warum gerade diese über so lange Zeit als effektivste und angemessenste Schulform beständig war, erklären Tyack und Tobin (1993) zuerst den Vorgänger und wie sich aus diesem die „Graded School“ entwickelte.
Die Ein-raum-Schule war eine Form der Bildungsvermittlung, bei der Schüler unterschiedlichen Alters gemeinsam lernten und sich gegenseitig unterrichteten. Der Lehrplan war flexibel und an die individuellen Unterschiede der Schüler angepasst. Trotz dessen wollten das Bildungsministerium und die Verantwortlichen der Universitäten eine andere Schulform einführen. Diese sollte in mehrere Klassen untergliedert sein, in diesen Klassen sollten nur Kinder derselben Altersgruppe und des gleichen akademischen Vermögens unterrichtet werden. Die Gründe für die Veränderung waren vielfältig. Zum Einen sah man die Ein-raum-Schule nicht als effizient genug und als schlecht berufsvorbereitend an. Außerdem unterlag sie einer zu starken Kontrolle durch Laien wie Eltern oder schlecht ausgebildeten Lehrern. Der Einfluss der Gesellschaft bzw. der Gemeinschaft rund um die Schule war zu groß (vgl. Tyack/Tobin, 1993, S. 457 f.).
Ein weiterer Vorgänger war eine Form der Schule, welche der Ein-raum-Schule sehr ähnlich war. Bis zu 200 Schüler saßen in einem Saal und wurden von einer Art Master-Lehrer unterrichtet. Dieser hatte abhängig von der Schülerzahl eine gewisse Anzahl von so genannten ‚Helferlehrern‘. Die Kinder erhielten zu Beginn des Unterrichtes eine Zahl von Aufgaben und mussten diese innerhalb der vorgeschriebenen Zeit lösen. Die Lehrer gingen dann schnell von Kind zu Kind und erklärten die Lösungswege. Funktionieren konnte dieses Schulmodell nur mit einem sehr hohen Grad an Disziplin und entsprechenden Strafen bei Verstößen dagegen (ebd., S. 458 f.).
Die Reformer wollten ein Schulsystem schaffen, dass das Hierarchieprinzip der Fabriken und Firmen wiederspiegelt. Dabei wurden die Grundprinzipien, wie die der Geschlossenheit eines Klassenraums oder die, des Aufgaben gebenden und den Schüler beurteilenden Lehrers, 5
Arbeit zitieren:
Robert Michalowski, 2010, Wie funktioniert Schule?, München, GRIN Verlag GmbH
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