Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Entwicklung der World Reference Base
1.1 Die Wurzeln der WRB
1.2 Die erste Auflage (1992-1998)
1.3 Die zweite Auflage (1998-2006)
2. Aufbau - Das 2-Ebenen-System der WRB
2.1 Das Referenzsystem - 1. Ebene der WRB
2.2 Qualifier und Specifier - 2. Ebene der WRB
2.2.1 Präfix-Qualifier
2.2.2 Suffix-Qualifier
2.2.3 Specifier
3. Anwendungsregeln der World Reference Base
3.1 diagnostische Horizonte, Eigenschaften und Materialien
3.2 Schlüssel zu den Referenzbodengruppen
3.3 Verfeinerung der durch Qualifier
Zusammenfassung
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Einleitung
Die fortschreitende Globalisierung der Erde wirkt sich in nahezu allen Bereichen des öffentlichen Interesses aus, sei es Politik, Wirtschaft, Tourismus oder Kultur. Dabei ist es unerlässlich dass eine gemeinsame Sprache gefunden wird um die Belange aller Beteiligten zunächst zu verstehen, und dann auch ausreichend befriedigen zu können. Im Bereich der Naturwissenschaften, wo viele oft komplizierte Sachverhalte durch Fachbegriffe kurz und knapp ausgedrückt werden, kann ein Fehlen dieser gemeinsamen Sprache zu groben Missverständnissen führen, die ein Vorankommen der Forschung erheblich bremsen können.
In der Bodenkunde haben sich in den letzten 30 bis 40 Jahren viele verschiedene,voneinander unabhängige Bodenklassifikationssysteme entwickelt, die zwar zum Teil Ähnlichkeiten aufweisen wie die Deutsche oder Österreichische Klassifikation, untereinander aber schwer vergleichbar sind. Ein weiteres System ist zum Beispiel die US-Soil Taxonomy der USDA (United States Department of Agriculture 2003) die im Vergleich der eben genannten deutschen Klassifikation der DBG (Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft 2005) vollkommen andere Begrifflichkeiten und Klassifikationsparameter verwendet.
Anfang der 1970er Jahre hat die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) und die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) dieses Problem erkannt, und den Versuch gestartet, die globale Erforschung der Böden zu einer Gemeinschaftsaufgabe aller Bodenkundler weltweit zu machen. Das erste Ergebnis war eine Weltbodenkarte (Soil Map of the World - FAO 1971-1981), die mit einer ganz neuen Nomenklatur alle Böden der Erde in einem international anwendbaren System beschreibt. Diese Weltbodenkarte war der Grundpfeiler des heute angewendeten internationalen Bodenklassifikationssystems WRB, die World Reference Base for Soil Resources. Die Entwicklungsgeschichte der WRB, der Aufbau des Klassifikationssystems und die genaue Anwendung zur Bestimmung von Böden ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit.
1. Die Entwicklung der World Reference Base
1.1 Die Wurzeln der WRB
Die World Reference Base ist auf Grundlage zweier Systeme entstanden die über viele Jahre von unterschiedlichen Institutionen entwickelt und bearbeitet wurden. Die erste Wurzel ist die bereits erwähnte Legende zur Weltbodenkarte der FAO und UNESCO deren erste Auflage im Jahre 1974 veröffentlicht wurde. Damals umfasste sie noch 26 Bodengruppen. Die revidierte Auflage aus dem Jahr 1988 wurde dann auf 28 Bodengruppen erweitert (Abb.1). Die Intention der FAO zu dieser Karte war die immer weiter steigende Abhängigkeit der Länder der Erde voneinander was die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Agrargütern betrifft. Mit einer einheitlichen Klassifikation sollte die Möglichkeit geschaffen werden bestehende Kulturflächen optimal zu nutzen und neue Flächen zu erschließen, um so die Ungleichverteilung der Welternährung zu regulieren.
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(Abb.1: FAO-UNESCO-Weltbodenkarte - Quelle: http://geo.bildungszentrum-markdorf.de)
Bereits acht Jahre vor Veröffentlichung der zweiten Auflage der Weltbodenkarte, im Jahr 1980, einigten sich die FAO, UNESCO, UNEP (United Nations Environment Programme) und die ISSS (International Society of Soil Sciences) darauf, das System der FAO wissenschaftlich einheitlich zu überarbeiten und so eine bessere Arbeitsgrundlage für Bodenkundler weltweit zu schaffen. Mit der Gründung der Arbeitsgruppe IRB (International Reference Base for Soil Classification) auf dem 12. Kongress der ISSS in Neu Delhi wurde diese Idee offiziell vorgestellt. Auf dem 14. ISSS Kongress in Kyoto im Jahr 1990 wurde die IRB dann in ihrer revidierten Form vorgestellt. Basis war die revidierte Form der Legende der FAO-Weltbodenkarte von 1988. Aus der Verknüpfung der beiden Systeme sollte nun ein neues eigenständiges System erarbeitet werden, und so wurde 1992 das Projekt WRB offiziell gestartet.
1.2 Die erste Auflage (1992-1998)
Zunächst wurde von der Arbeitsgruppe IRB beschlossen die IRB in WRB umzubenennen, folgerichtig wurde dann im Jahre 1994 auf dem 15. Kongress der ISSS in Acapulco die Arbeitsgruppe WRB ins Leben gerufen. Man einigte sich darauf als Grundlage für die WRB die 28 Bodengruppen der FAO-Weltbodenkarte zu benutzen, und diese nach den Klassifikationsrichtlinien der IRB zu bearbeiten. In der Zeit bis 1998 sollte diese neue Systematik eingehend diskutiert und in der Praxis getestet werden. Dafür wurden Tagungen und Exkursionen abgehalten, wie etwa 1995 in Deutschland, 1996 in Südafrika und 1997 in Argentinien. Die erste offizielle Auflage der WRB wurde dann schließlich 1998 auf dem 16. Kongress der ISSS in Montpellier vorgestellt. Der Text umfasste damals 30 Referenzbodengruppen. Die Terminologie der WRB wurde als offiziell empfohlenes System beschlossen und bekam ein acht Jahre währendes Änderungsverbot um die bestehende Nomenklatur weiter überprüfen zu können. Im Zuge des Kongresses wurde außerdem die ISSS in IUSS (International Union of Soil Sciences) umbenannt. Man trennte sich mit dem Ziel bis 2006 eine revidierte Fassung der WRB vorstellen zu können.
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Arbeit zitieren:
Matthias Jüttner, 2009, Die World Reference Base for Soil Resources – WRB, München, GRIN Verlag GmbH
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