Marktstudie der Kontraktlogistik
I. Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in die Marktstudie der Kontraktlogistik 5
1.1 Einleitung 5
2 Grundlagen 7
2.1 Begriffserläuterung 7
2.1.1 Kontraktlogistik 7
2.1.2 Supply Chain Management 8
2.1.3 Logistik Outsourcing 9
2.1.3.1 Aus Sicht des Verladers 10
2.1.3.2 Aus Sicht des Logistikdienstleister (LDL) 12
3 Allgemeine Kontraktlogistik 13
3.1 Die verschiedenen Anbieter 13
3.2 Geschäftsmodelle in der Kontraktlogistik 17
3.2.1 Konsumgüter- und Industrielle Kontraktlogistik 18
3.2.1.1 Konsumgüter-Kontraktlogistik 18
3.2.1.2 Industrielle Kontraktlogistik. 19
3.2.2 Single- und Multi-User-Systeme 19
3.2.2.1 Single-User-System 20
3.2.2.2 Multi-User-System 20
3.2.3 Asset-based und Non-Asset-based Provider 21
3.2.3.1 Asset-based Provider 21
3.2.3.2 Non-Asset-based Provider 22
3.3 Phasen eines Kontraktlogistikprojekts 23
4 Markt der Kontraktlogistik - Struktur, Volumen und Trends 26
4.1 Marktstruktur 26
4.2 Marktvolumen 28
4.3 Markttrends 29
5 Chancen und Risiken 31
6 Fazit 33
7 Literaturverzeichnis 35
3 S e i t e
Nina Brodersen 17 01 2011
II. Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Kontraktlogistik-Anbieter .............................................................. 17 Abbildung 2: Single- und Multi-User-System (eigene Darstellung) ................... 21 Abbildung 3: Teilprozesse der Beschaffung ..................................................... 24
III. Abkürzungsverzeichnis
3PL Third Party Logistics Provider
4PL Fourth Party Logistics Provider
ca. circa
d.h. das heißt
EAN International Article Numbering (alt: European Article Numbering)
Hrsg. Herausgeber
Jg. Jahrgang
KEP Kurier-, Express- und Paketdienste
LDL Logistikdienstleister
LLP Lead Logistics Provider
p.a. pro Jahr
SCM Supply Chain Management
TUL Transport, Umschlag und Lagerung
u.a. unter anderen
z.B. zum Beispiel
4 | S e i t e
Nina Brodersen 17.01.2011
1 Einführung in die Marktstudie der Kontraktlogistik
1.1 Einleitung
Die Logistik erfährt seit mehreren Jahren einen enormen Wandel. Die fortschreitende Entwicklung und Ausweitung der Globalisierung seit 1970 konfrontiert die Unternehmen mit einem wachsenden Konkurrenz- und Kostendruck. Dies stellt die Unternehmen vor eine neue Herausforderung. 1 Der globale Markt zeichnet sich durch Internationalität, Schnelllebigkeit, Transparenz und Liberalität, sowie einer Vielzahl von Wettbewerbern aus. Aufgrund des Paradigmenwechsels, dem Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt, und den daraus resultierenden Veränderungen im Kaufverhalten der Kunden, steigt die Nachfrage nach individuellen Produkten. Um nachhaltig wettbewerbsfähig zu sein, legen viele Unternehmen ihren Fokus auf den Lean-Management- bzw. den Lean-Production Ansatz. Im Lean-Management werden „Maßnahmen zur Senkung der Komplexität der Organisation im Unternehmen“ angewendet. 2 Aus diesem Grund konzentrieren sich die Unternehmen verstärkt auf ihre Kernkompetenzen und geben nicht wertschöpfende Prozesse bzw. Aufgabenbereiche an externe Logistikdienstleister ab. Für diesen Vorgang hat sich der englische Fachbegriff „Outsourcing“ weltweit fest verankert.
Früher führten die einzelnen Produktionsunternehmen ihre Distributionslogistik eigenständig durch, d.h. die produzierten Güter wurden mit einem eigenen Fuhrpark zu den einzelnen Kunden gebracht, mit Ausnahme von internationalen Sendungen. Erst in den 80er Jahren haben Unternehmen zunehmend Basisleistungen, wie Spedition, Lagerung und Verpackung an externe Logistikdienstleister vergeben. 3
Die Logistik entwickelt sich stetig weiter und damit verändern sich auch die Anforderungen an die Logistikdienstleister. Diese haben im Laufe der Zeit erweiterte Kompetenzen im Logistikbereich entwickelt, auf die die Unternehmen aus Industrie und Handel vermehrt zugreifen. Die Entwicklung
1 Schwab, C. (2010) , S. 3
2 Klaus, P./ Krieger, W.(Hrsg.) (2008), S.308
3 Grünwald, A. (2007), S. 4f
Nina Brodersen 17.01.2011
kontraktlogistischer Geschäftsbeziehungen stellt dabei eine große
Herausforderung für beide Parteien dar.
Das Ziel der Projektarbeit ist einen tieferen Einblick in die Welt der Kontraktlogistik zu geben. Der Begriff der Kontraktlogistik soll von den allgemeinen, logistischen Basisdienstleistungen abgegrenzt werden. Des Weiteren sollen die Vorteile aus Sicht des Verladers und aus Sicht des Logistikdienstleisters erörtert werden. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Nennung der verschiedenen Anbieter, sowie die Darstellung unterschiedlicher Geschäftsmodelle in der Kontraktlogistik. Da in den letzten Jahren die Kontraktlogistik immens an Bedeutung gewonnen hat, ist es u.a. sehr wichtig die Struktur-, Volumen- und Markttrends zu analysieren und zudem die zukünftigen Chancen und Risiken aufzuzeigen.
Die Projektarbeit ist in vier Abschnitte aufgeteilt. Im ersten Abschnitt geht es um die Begriffsdefinitionen. Hier werden die Begriffe Kontraktlogistik, Supply Chain Management und Logistik-Outsourcing definiert, um die jeweiligen
Zusammenhänge verständlich zu machen. Daraufhin erklärt der Autor die Vor-und Nachteile aus Sicht des Verladers und aus Sicht des Logistikdienstleisters.
Im zweiten Abschnitt geht es dann um die allgemeine Kontraktlogistik. Die einzelnen Anbieter sowie die verschiedenen Geschäftsmodelle in der Kontraktlogistik werden dargestellt. Ein weiterer wichtiger Punkt nimmt hier die Vertragsanbahnung ein. Es ist interessant zu sehen, wie solche Verträge zwischen dem Verlader und dem Logistikdienstleister zustande kommen und wie ein solcher Ablauf aussieht.
Der nächste Abschnitt handelt vom Markt der Kontraktlogistik. Hier werden die Struktur-, Volumen- und Markttrends analysiert und zusammengetragen.
Auf die Chancen und Risiken in der zukünftigen Kontraktlogistik wird im fünften und letzten Abschnitt eingegangen.
Nina Brodersen 17.01.2011
2 Grundlagen
2.1 Begriffserläuterung
2.1.1 Kontraktlogistik
Es gibt zahlreiche verschiedene Definitionen von Kontraktlogistik. Seinen Ursprung hat der Begriff in der englischen Sprache, denn dieser wurde in den 90er Jahren durch Contract Logistics geprägt. Erst vor ca. 15 Jahren hat sich der Begriff der Kontraktlogistik im deutschen Sprachgebrauch durchgesetzt. 4 Betriebs-und volkswirtschaftlich hat die Kontraktlogistik in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen. Außerdem sind die Wachstumschancen für die einzelnen Logistikunternehmen groß, da dem gegenüber der Grad der Markterschließung relativ gering ist. 5
Im Allgemeinen beschreibt die Kontraktlogistik ein Modell, bei dem mittels eines Kontrakts, also eines Vertrages eine strategische Zusammenarbeit zwischen einen Produzenten oder Händler, und einem Logistikdienstleister abgezielt wird. 6
7 Es ist darauf zu schließen, dass Verträge in der Kontraktlogistik eine wesentliche Rolle einnehmen, da sonst der Begriff Kontrakt nicht begriffsbestimmend wäre. Für jede Art von Begründung, Änderung oder Aufhebung eines Schuldverhältnisses ist ein Vertrag unumgänglich. Aufgrund der hohen Spezifität der angebotenen Leistungen der Logistikdienstleister, entsteht der Bedarf nach individuellen Vertragsregelwerken.
In der Kontraktlogistik sind wesentliche Merkmale entscheidend. Zum einen geht es um Geschäfte, die eine enge, individuelle Beziehung zwischen Verlader und Logistikdienstleister aufweisen und mehrere komplexe, logistische Funktionen entlang der Wertschöpfungskette übernehmen. 8 Hiermit sind also nicht nur die typischen TUL-Prozesse, d.h. Transport, Umschlag und Lagerung,
4 Vgl. Klaus (1999), S. 54
5 Vgl. Stölzle, W./Weber, J./Hofmann, E. (2007), S. 36
6 http://www.vnl.at/Kontraktlogistik.312.0.html
7 Vgl. Stölzle, W./Weber, J./Hofmann, E (2007), S.37
8 Vgl. Tunn, J. (2005), S. 10
Nina Brodersen 17.01.2011
gemeint. Diese Gesamtfunktionen beinhalten zudem auch einfache Montage-oder Produktionstätigkeiten, die miteinander kombiniert werden. Diese werden zumeist speziell an die Bedürfnisse des Verladers angepasst.
Ein weiteres Merkmal umfasst den zeitlichen Aspekt. Die Beziehung muss im Gegensatz zu herkömmlichen Dienstleistungen, die meist nur kurzfristig bestehen, längerfristig durch einen Vertrag abgesichert sein. 9 Diese Projekte werden mindestens auf ein Jahr festgelegt. Das letzte Merkmal besagt, dass das Geschäftsvolumen mindestens einen Umsatz von ca. 0,5 bis 1 Mio. € pro Jahr überschreiten sollte. 10 So wie der Kontraktlogistikbegriff hier umschrieben wird, entspricht es dem Third Party Logistics Service Provider als Ausgangsstufe (oder kurz 3PL). Zu unterscheiden ist hier zwischen dem assetbased und dem non-asset-based Providern. Letzteres wird im englischen auch als Fourth Party Logistics Service Provider (kurz 4PL) bezeichnet. Dazu mehr jedoch in Punkt 3.2.
Die Kontraktlogistik setzt sich zusammen aus integrierten, logistischen Leistungsbündeln, die auf eine hohe Komplexität hinweisen. Nicht nur die eigene Leistung ist damit gemeint, sondern vielmehr auch die Leistung aller Beteiligten sowie im Zusammenspiel zwischen ihnen. 11 Nach einer Studie von Klaus und Kille liegt das Marktpotenzial für Kontraktlogistik in Deutschland bei ca. 67 Milliarden Euro. In Europa liegt das Potenzial bei 255 Milliarden Euro. 12 Davon sind jedoch nur ca. 23%, also 15 Milliarden Euro, in Deutschland sowie 60 Milliarden Euro in Europa realisiert. Es gibt also noch viel Ertrags- und Wachstumspotenzial für die jeweiligen Unternehmen.
2.1.2 Supply Chain Management
Erst seit circa 15 Jahren hat der Begriff des Supply Chain Managements (SCM) im Bereich der Logistik immer mehr an Bedeutung gewonnen. Supply Chain
9 http://www.logistikbranche.net/dossier/kontraklogistik-markt-modelle/verstaendnis-und-
definition-von-kontraktlogistik.html
10 Vgl. Klaus, P./Krieger, W. (2008), S. 281
11 Vgl. Stölzle, W./Weber, J./Hofmann, E. (2007), S. 41
12 Vgl. Klaus, P./Kille, C., (2006a), S. 7
Nina Brodersen 17.01.2011
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Nina Brodersen, 2011, Marktstudie der Kontraktlogistik, München, GRIN Verlag GmbH
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