Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Fertigkeitenhierarchie 2
2.1 Erstellen einer Fertigkeitenhierarchie 2
2.2 Wie liest man eine Fertigkeitenhierarchie? 4
3. Aufgabenklassen. 5
3.1 Wie erstellt man vereinfachende Annahmen? 5
3.2 Theoretische Aspekte der Aufgabenklassen. 6
4. Lernaufgaben. 10
4.1 Was sind Lernaufgaben? 10
4.2 Was ist der Unterschied zwischen Lernaufgaben und Aufgabenklassen? 10
4.3 Fünf Lernaufgabentypen 11
4.4 Drei Lernaufgaben zur Aufgabenklasse 1 12
5. Unterstützende- und just-in-time Informationen. 14
5.1 Was sind unterstützende Informationen? 14
5.2 Was sind Just-in-time-Informationen? 14
5.3 Unterstützende- und JIT Informationen für die Aufgabenklasse 1 15
6. Lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situierten Lernens in
Bezug auf das 4CID Modells 16
7. Anwendung didaktischer Szenarien 18
7.1 Fernunterricht. 18
7.2 Lernkabinett 18
7.3 Fallmethode. 19
7.4 Arbeitsunterricht 19
8. Nutzung von Medien im Blueprint 20
9. Zusammenfassung und Fazit. 22
Literaturverzeichnis. 24
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis
Abb. 1: Hierarchie zu “qualitative Forschung betreiben 4
Abb. 2: Vereinfachende Annahmen zu ,,qualitative Forschung betreiben 6
Tab. 1: Sequenz der Aufgabenklassen 8
II
Begriffe
Just-in-time Informationen: Eine der vier Komponenten des 4CID Modells.
Part-task Practice: Eine der vier Komponenten des 4CID Modells.
Drill and Practice-Prinzip: Lernen durch Übung. Es wird bereits bestehendes
Hypermedien: Verknüpfung unterschiedlicher Medien wie
Abkürzungen
4CID Modell Vier Komponenten Instruktionsdesign Modell JIT Informationen Just-in-time Informationen
III
1. Einleitung
In dieser Arbeit wird ein Blueprint für einen Lehrplan für Bildungswissenschaftler im Bereich der qualitativen Forschung herausgearbeitet.
Zur Ausarbeitung des Blueprints wird das Vier Komponenten Instruktionsdesigns Modell (engl. four-component instructional design model (4CID)) von van Merriënboer angewendet. Das Blueprint ist für den E-Learning Bereich bestimmt. Das Lernprogramm ist auf die qualitative Forschung beschränkt und soll als Spezialisierungskurs dienen. Das 4CID-Modell ermöglicht das erfolgreiche Erlernen von komplexen kognitiven Fähigkeiten, da es versucht die Lerninhalte realitätsnah zu gestalten und in authentischen Aufgaben wiederzugeben. Authentisch bedeutet, dass die Lernaufgaben so dargeboten werden, wie sie in der Realität vorkommen. (vgl. Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2006) Die komplexe kognitive Fähigkeit, welche die Bildungswissenschaftler nach dem Lernprogramm beherrschen sollten, ist ,,qualitative Forschung betreiben”. Es wird mit der Ausarbeitung der Fertigkeiten begonnen, die ein erfahrener Bildungswissenschaftler, welcher qualitative Forschung betreibt, haben muss. Diese werden in einer Hierarchie zusammengestellt. Danach werden vereinfachende Annahmen formuliert, welche in Aufgabenklassen segmentiert werden. Für die erste Aufgabenklasse werden drei Lernaufgaben beschrieben und Beispiele von unterstützenden Informationen sowie Just-in-time Informationen gegeben.
Daraufhin wird das 4CID Modell in Bezug zu lerntheoretischen Ansätzen und dem Aspekt des situierten Lernens gestellt. Folgend werden didaktische Szenarien beschrieben, welche sich für das Blueprint eignen. Es werden Medien erläutert, die zur Unterstützung des Blueprints notwendig sind. Zum Schluss gibt es eine Zusammenfassung und ein eigenes Fazit.
1
2. Fertigkeitenhierarchie
Um einen Lehrplan anhand des 4CID Modells zu erstellen, werden alle Fertigkeiten eines Bildungswissenschaftlers, der qualitative Forschung betreibt, zusammengestellt und in einer Hierarchie angeordnet. Diese Hierarchie wird von van Merriënboer und Kirschner (2007) als Fertigkeitenhierarchie bezeichnet.
Dieser Schritt wird zuerst ausgeführt, da er alle Leistungsziele vorgibt. Nach der Durcharbeitung des Lernprogramms sollten alle Teilnehmer die in der Hierarchie aufgelisteten Fertigkeiten besitzen.
2.1 Erstellen einer Fertigkeitenhierarchie
Ganz zuoberst in der Hierarchie steht “qualitative Forschung betreiben”. Dies ist die komplexe Fertigkeit, welche nach der Durcharbeitung des Lehrplans erreicht werden soll. Diese komplexe Fertigkeit wird in konstituierende, das heißt in aufeinander aufbauende Fertigkeiten zerlegt. Diese Fertigkeiten stehen in bestimmten Zusammenhängen zueinander, welche in der
Fertigkeitenhierarchie dargestellt werden. Die vertikale oder auch konditionale Relation bezeichnet die Fertigkeiten welche untereinander geschrieben werden. Diese stehen in folgender Relation zueinander: “Die konstituierenden Fertigkeiten im unteren Teil der Hierarchie ermöglichen das Lernen und Ausführen von Fertigkeiten welche höher sind in der Hierarchie.“ (van Merriënboer & Kirschner, 2007, S.81) Die vertikalen Relationen werden von oben nach unten erstellt. Betrachtet man die Fertigkeit “Forschung durchführen”, wird gefragt was der Experte macht, wenn dieser die Forschung durchführt. Die Antwort ist die nächste, untere Fertigkeit, in diesem Fall “Interview mit Versuchspersonen durchführen”. Danach wird gefragt wie ein Experte ein Interview vorbereitet. Jedes Mal wird ein Level tiefer nachgefragt, bis man bei der untersten, sozusagen einfachsten Fertigkeit angelangt. Die horizontale oder auch temporäre Relation unterscheidet sich in sequentielle-, gleichzeitige- und vertauschbare Relation. Diese beziehen sich auf den Zeitpunkt, in welchem die Fertigkeiten ausgeführt werden. In der für diese Arbeit gewählten Hierarchie sind die horizontalen Fertigkeiten
2
sequentiell. Dies da die Forschung zuerst vorbereitet, danach ausgeführt und am Schluss evaluiert wird.
Zentral in der Hierarchie ist, dass bereits nach der Zerlegung der Fertigkeiten Leistungsziele für die konstituierenden Fertigkeiten erstellt werden können. Gut formulierte Leistungsziele beinhalten folgende Informationen:
• Ein Aktionsverb, welches die erwünschte Fertigkeit nach dem Training genau beschreibt
• Die Konditionen unter welcher die Fertigkeit ausgeübt wird
• Die Werkzeuge und Gegenstände welche benötigt werden
• Die Standartkriterien für eine zufrieden stellende Leistung. (vgl. van Merriënboer & Kirschner, 2007)
Als nächsten Schritt werden die konstituierenden Fertigkeiten klassifiziert. Das 4CID Modell unterscheidet zwischen wiederkehrenden und nicht wiederkehrenden Fertigkeiten.
Als nicht wiederkehrende Fertigkeiten werden diejenigen Fertigkeiten bezeichnet, welche ein von Situation zu Situation unterschiedliches Lösungsverhalten beschreiben. Nicht wiederkehrende Fertigkeiten benötigen im 4CID Modell unterstützende Informationen.
Wiederkehrende Fertigkeiten sind Fertigkeiten, die ein in jeder Situation unverändertes Lösungsverhalten beschreiben. Hierbei wird unterschieden zwischen Fertigkeiten welche automatisiert werden müssen und solchen die nicht zu automatisieren sind. Fertigkeiten welche automatisiert werden müssen, benötigen Part-task Practice, damit sie nach dem Training als Routine ausgeführt werden können.
3
2.2 Wie liest man eine Fertigkeitenhierarchie?
Eine Hierarchie wird von unten nach oben gelesen, was heißt das? Zuunterst in der Hierarchie stehen die konstituierenden Fertigkeiten. Diese muss der Lernende beherrschen, damit die höhere Fertigkeit ausgeführt werden kann (vertikale Relation). In dieser Hierarchie (vgl. Abb.1) werden zuerst die geschätzten Kosten der Forschung berechnet, damit danach Sponsoren gesucht werden können. Wurden mögliche Sponsoren gefunden, müssen mit denen Gespräche geführt werden. Abschließend werden die erhaltenen Ressourcen zusammengezählt. Wenn der Bildungswissenschaftler diese Fertigkeiten besitzt, hat er einen ersten Teil der konstituierenden Fertigkeit “Forschung vorbereiten” erreicht. Dieselbe Vorgehensweise betrifft alle anderen Fertigkeiten.
Abb. 1: Hierarchie zu “qualitative Forschung betreiben”
Arbeit zitieren:
Anja Weber, 2009, Bildungswissenschaftler/in im Bereich der Forschung, München, GRIN Verlag GmbH
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