FORSCHUNGSBERICHT
- Entwicklung eines typologischen Modells marktwirtschaftlicher Kulturen in der Europäischen Union -
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 3
Tabellenverzeichnis 4
Abbildungsverzeichnis 5
1. Einleitende Worte 6
2. Kurzfassung des Untersuchungsvorhabens 8
3. Entwicklung eines Kausalmodells 9
4. Datenbasis 10
5. Operationalisierung relevanter Untersuchungsgrößen 13
6. Wahl des Analyseverfahrens 16
7. Ergebnisse der Analysen 17
8. Zusammenfassung und Fazit 32
Literaturangaben 34
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- Entwicklung eines typologischen Modells marktwirtschaftlicher Kulturen in der Europäischen Union -
Abkürzungsverzeichnis
bspw. bzgl. bzw. CPI d.h. Ebd.
EU Hk KMO-Test N PCA PRE u.a. V Variable
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Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Überblick über sich im Datensatz befindlicher EU-Mitgliedsländer 12
Tabelle 2 Operationalisierung der Dimension Marktoffenheit 13
Tabelle 3 Operationalisierung der Dimension Rolle des Staates 14
Tabelle 4 Operationalisierung der Dimension Leistungsorientierung 14
Tabelle 5 Operationalisierung der Dimension Institutionenvertrauen 15
Tabelle 6 Operationalisierung der Dimension Wettbewerbsorientierung 15
Tabelle 7 Operationalisierung der Dimension interpersonales Vertrauen 15
Tabelle 8 Operationalisierung von Bruttoinlandsprodukt und Korruptionsbelastung 16
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Analytisches Schema der Wirtschaftskultur
Abbildung 2 Arbeitsschritte weisendes Kausalmodell
Abbildung 3 Europa-Karte mit aus Datensatz gekennzeichneten EU-Mitgliedsstaaten
Abbildung 4 Anzahl und Verteilung der Studien in EU-Mitgliedsländern
Abbildung 5 KMO- und Bartlett-Test
Abbildung 6 Erklärte Gesamtvarianz
Abbildung 7 Kommunalitäten
Abbildung 8 Eigenwertdiagramm
Abbildung 9 Dendrogramm
Abbildung 10 Darstellung der Fusionierung im Dendrogramm
Abbildung 11 Cluster-Zugehörigkeit
Abbildung 12 Clusterzentren der endgültigen Lösung
Abbildung 13 Darstellung der Zusammenhangsmaße Eta und Eta-Quadrat
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1.Einleitende Worte
Einer der Schwerpunkte internationaler Entwicklungszusammenarbeit ist die Sicherstellung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung. Als zentrale Strategie für die Bekämpfung von Armut, die zukunftsfähige wirtschaftliche und soziale Entwicklung, die Eingliederung der Entwicklungsländer in die Weltwirtschaft, die Festigung der Demokratie und des Rechtsstaats sowie die Achtung der Menschenrechte 1 gilt die Förderung von Wirtschaftswachstum 2 , wobei die Einführung und Stabilisierung von Marktwirtschaften dabei unbestritten der Königsweg ist. Kontroverser stellt sich die Frage, inwiefern eine Marktwirtschaft sozial sein kann respektive muss und welche Rolle der Staat dabei einnimmt. Während bspw. im deutschsprachigen Kulturraum seit der Einführung der Stein-Hardenbergschen Reformen 3 sowie der Prägung der sozialen Marktwirtschaft durch Ludwig Erhardt 4 nach dem 2.Weltkrieg der Staat eine wichtige und aktive Rolle spielt, wird ihm im angelsächsischen Raum eine relativ zurückhaltende Funktion zugewiesen. 5
In Europa ist der wirtschaftliche Erfolg das Resultat eines mehrere Jahrhunderte dauernden und andauernden Entwicklungsprozesses, der maßgeblich durch die deutsche Kultur geprägt ist 6 . Nicht zuletzt die wissenschaftlichen Untersuchungen von Max Weber können dies belegen 7 . Es wird gar gefragt, ob ein „rationaler, an Märkten orientierter Kapitalismus“ nur im Westen erdenklich sei. Dabei spielen kulturelle Aspekte der Wirtschaftsentwicklung, der Organisation arbeitsteiligen Wirtschaftens als auch der Förderung von Unternehmertum und Privatwirtschaft in der entwicklungspolitischen Debatte immer noch eine formidabel geringe Rolle. Sie bleiben nahezu nebulös, obwohl Kultur überhaupt als das System zur Begründung und Beurteilung der Realität angesehen wird und die Kultur das Wirtschaften entscheidend prägt, was u.a. empirische kulturwissenschaftliche Studien von Geert Hofstede 8 verdeutlichen. 9 Durch den Vertrag von Maastricht im Jahre 1993 konnte die historisch überwiegend auf Wirtschaft und Handel ausgerichtete Europäische Union (EU) nun auch kulturelle Maßnahmen zur Verbreitung und Entwicklung der Kultur sowie kultureller Aspekte in Europa in Angriff nehmen. Die Funktion der EU beschränkt sich dabei auf die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Kulturakteuren unterschiedlicher Mitgliedsländer, um einen Beitrag zur Entfaltung derer Kulturen unter Wahrung ihrer nationalen und regionalen Vielfalt zu leisten und das gemeinsame kulturelle Erbe hervorzuheben. 10 Kulturelle Handlungsmuster, Wert-orientierungen als auch das Bewusstsein kultureller Unterschiede haben nach Meinung des amerikanischen Politikwissenschaftlers Samuel Huntington vielerorts den Platz im politischen Kräftespiel eingenommen. Sein skizziertes Szenario vom unvermeidlichen Kampf der Kulturen als Schicksal der Welt des 21. Jahrhunderts ist binnen weniger Jahre Bezugspunkt gegenwärtiger Diskussionen über das neu gewichtete Kräfteverhältnis von Kultur und Politik in der Welt nach dem Ende des Ost-West-Gegensatzes geworden. 11
Um zudem Bedürfnisse der Lebenserhaltung und -gestaltung erfüllen zu können, müssen die Menschen untereinander in Interaktion treten. Damit bilden sie ein Gesellschaftssystem, welches sich in das politisch-rechtliche, das kulturelle und das wirtschaftliche Subsystem unter-
1 Vgl.URL: http://europa.eu/legislation_summaries/development/index_de.htm
2 Vgl. URL: http://ec.europa.eu/eu2020/
3 Vgl. Demel, Walter, 1993, Seite 112
4 Vgl. Schlecht, Otto, 1990, Seite 13
5 Vgl. URL: http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsbrowser/Die_soziale_Marktwirtschaft_als_Leitbild_01.pdf, Seite 1
6 Vgl. Hohmann, Karl/Wünsche, Horst Friedrich, 1988, Seite 13
7 Vgl. URL: http://www.freiburg-postkolonial.de/Seiten/maxweber.htm
8 Vgl. URL: http://www.geert-hofstede.com/
9 Vgl. URL: http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsbrowser/Die_soziale_Marktwirtschaft_als_Leitbild_01.pdf, Seite 1-2
10 Vgl. URL: http://europa.eu/legislation_summaries/culture/index_de.htm
11 Vgl. Bausch, Thomas/Jonas, Hans/Werner, Micha H., 2000, Seite 306
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teilenlässt. Jede wirtschaftliche Beziehung steht somit in einem politisch-rechtlichen als auch in einem kulturellen Zusammenhang. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund analysiert die moderne Transaktionskostenökonomie die „Einbettung“ von wirtschaftlichen Transaktionen nicht nur in juristische, sondern auch in soziale und kulturelle Strukturen, die das wirtschaftliche Handeln beeinflussen und Rahmenbedingungen schaffen. Das Zusammenspiel von formalen juristischen und informalen kulturellen Institutionen erklärt u.a. die Höhe der Transaktionskosten und damit die Effizienz des arbeitsteiligen Wirtschaftens. 12 Dennoch ist dieser Rahmen nicht starr, aber er lässt ein Grundmuster erkennen, das für unterschiedliche Gesellschaftssysteme gelten kann. Die Marktwirtschaft weist ein solches Muster auf. Bei dezentraler Planung und Privateigentum wird versucht, Bedürfnisse möglichst optimal zu befriedigen, wofür Informationen benötigt werden, die wiederum über Märkte vermittelt werden. Über die Märkte werden auch Einkommen verteilt. 13 In einer christlich geprägten Kultur ist es demzufolge die Aufgabe der Wirtschaftspolitik, diese Ungleichheit in der Verteilung des Volkseinkommens durch Steuerung der Vermögensverteilung, Verbesserung von Arbeitsbefähigungen und durch Umverteilung der Einkommen zu regulieren. 14
Die Rolle des Staates sowie die Balance zwischen Staat und Eigenverantwortung sind Politikern zufolge neu zu überdenken, da politische Fehlentscheidungen sowie mangelnde Eigen-verantwortung für den Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise 15 mitverantwortlich gemacht wurden. 16 Vertrauen und Eigentumsrechte sind zudem der Antrieb einer marktwirtschaftlichen Organisation, ohne die Effizienz nicht realisierbar ist. Nur wenn diese gegeben sind und das System einen gewissen Grad an Offenheit für Wandel, Innovation und Lernfähigkeit erlaubt, können sich Märkte weiterentwickeln und Teilnehmern einen Nutzen bieten. 17
Für die Funktionsfähigkeit einer sozial orientierten Marktwirtschaft bedeutet dies zu hinterfragen, ob Grundwerte wie Solidarität oder Subsidiarität universal und als solche auf alle Kulturen anwendbar sind. Für die systemische Entwicklung einer Marktwirtschaftsordnung ist es demnach entscheidend, dass sich Wirtschaftssysteme unter Einbeziehung informaler Institutionen bilden respektive traditionelle Formen weiterentwickelt werden und dass das politische System dezentrale Strukturen und souveräne Marktentscheidungen tolerieren muss. Weiterhin wichtig ist, dass Staat und Partei sich Marktspielregeln selbst unterordnen können, da sonst kein Vertrauenskapital für das System geschaffen wird. Zudem von Bedeutung ist, dass die Rolle und mögliche Interventionsgrade des Staates thematisiert und geklärt werden sollten. 18
In Abhängigkeit der jeweiligen Wirtschaftsordnung von bestimmten EU-Mitgliedsstaaten, wie es etwa eine sozialen Marktwirtschaft in Deutschland, Frankreich oder Italien oder eine freie Marktwirtschaft in Großbritannien ist, können die Ausprägungen von marktwirtschaftlichen Kulturen wie etwa der Wirtschaftskulturdimensionen der Marktoffenheit, der Rolle des Staates, der Wettbewerbs- und Leistungsorientierung oder des Vertrauens in die Regierung oder ins Justizsystem in Abhängigkeit von deren landesspezifischen Rahmenbedingungen ganz unterschiedlich ausfallen bzw. mehr oder weniger voneinander differenzieren.
12 Vgl. URL: http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsbrowser/Die_soziale_Marktwirtschaft_als_Leitbild_01.pdf, Seite 2-3
13 Ebd., Seite 3
14 Ebd.
15 Vgl. URL: http://ec.europa.eu/eu2020/
16 Vgl. URL: http://www.kas.de/wf/doc/kas_18122-544-1-30.pdf, Seite 2
17 Vgl. URL: http://www.hss.de/uploads/tx_ddceventsbrowser/Die_soziale_Marktwirtschaft_als_Leitbild_01.pdf, S. 9
18 Ebd.
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Kffr. Romy Stefanie Becker, 2010, Die Analyseverfahren Hauptkomponenten- und Clusteranalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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