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Inhaltsverzeichnis
1 Einführung und Fragestellung. 2
2 Politische Interessensverbände. 3
2.1 Definition von „Interessensverbänden“ 3
2.2 Lobbyismus: positive und negative Aspekte. 4
3 Online-Kommunikation von Verbänden. 6
3.1 Web 1.0. 6
3.2 Web 2.0. 7
3.3 DGB und BDA im Vergleich. 8
3.3.1 Vergleich der Haupt-Websites. 8
3.3.2 Vergleich von Web 2.0-Anwendungen. 9
4 Fazit und Ausblick: Defizite und Chancen von Verbänden im Internet. 10
Literaturverzeichnis. 13
Abbildungsverzeichnis 15
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1 Einführung
Ebenso wie für andere politische Akteure, beispielsweise Parteien und Politiker, sind Öffentlichkeit und mediale Aufmerksamkeit bedeutsame Erfolgsfaktoren für politische Interessensverbände. Besonders in einer repräsentativen Demokratie kommt ihr die Rolle des Vermittlers zwischen Staat und Bürger zu (nach Kleinfeld, 1999), welche die Aufmerksamkeit der Massenmedien - und damit der Öffentlichkeit - voraussetzt. Dabei ist „die Bedeutung massenmedialer Berichterstattung für einen wichtigen Akteur in der Gesellschaft, die Verbände“ bisher nur wenig erforscht (Hackenbroch, 1998). Nicht zu bestreiten ist sicherlich, dass Verbände, die auf dem Mitgliederprinzip basieren, von diesen Mitgliedern und der ständigen Neugewinnung von Interessierten abhängig sind. Interesse wecken und zur aktiven Teilnahme bewegen können Verbände jedoch nur, wenn sie ihr gesellschaftliches Anliegen öffentlich vertreten und transparent machen, wodurch sie Legitimation erlangen. Es zeigt sich, dass Verbände vor neuen Herausforderungen stehen: Rückläufige Mitgliederzahlen, ein veraltetes oder negatives Image, eine „bröckelnde Basis“ (Gielkens, 2002). Hierfür kann unter anderem ein gesellschaftlicher Wandel verantwortlich gemacht werden, der zur „Auflösung traditioneller Formen der Vergemeinschaftung und tradierter Beziehungen“ und zu einer „wachsenden Autonomie der Individuen“ führt (Hackenbroch, 1998, S. 7). Diesen Ansprüchen müssen Verbände, auch im Hinblick auf ihre
‚Daseinsberechtigung‘ in der Gesellschaft, gerecht werden. Kann das Internet dabei helfen? Verbänden stehen neue Kommunikationsmittel zur Mitgliedergewinnung und -bindung zur Verfügung. Möglicherweise können die Online-Kommunikation, und hierbei besonders das interaktive Web 2.0, dazu beitragen, Defizite zu überwinden und Lösungen für die Probleme von Verbänden zu finden. Im Rahmen dieser Hausarbeit sollen zunächst zwei Definitionen von „Verbänden“ erläutert werden. Um die Legitimation von Verbänden genauer zu betrachten, sollen positive und negative Aspekte von „Lobbyismus“ kurz diskutiert werden. Die Online-Kommunikation von Verbänden ist bisher noch nicht umfangreich empirisch untersucht worden. Um die derzeitige Situation von Verbänden im Internet zu beschreiben, sollen im Rahmen dieser Arbeit zwei Studien herangezogen werden. Diese können jedoch nur eine Momentaufnahme liefern, „denn die Online-Kommunikation entwickelt sich ständig weiter“ (Voss, 2010). Um zu verdeutlichen, welche Angebote und Anwendungen Verbände im Internet nutzen, werden beispielhaft die Internet-Auftritte zweier mitgliederstarker Verbände genauer betrachtet und beschrieben. In einem abschließenden Fazit soll noch einmal auf die Vorteile und Nachteile der Online-Kommunikation eingegangen werden. Zudem soll aufgezeigt werden, welche Probleme sich in der Zukunft ergeben werden, wenn die Interessensverbände an
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veralteten Strukturen festhalten und die Gewinnung neuer Mitglieder der jüngeren Generationen vernachlässigen. In diesem Zusammenhang soll auch noch einmal auf die bereits erwähnten Schwierigkeiten, mit denen Verbände derzeit konfrontiert sind, eingegangen werden. Detaillierte Lösungsvorschläge, die Verbänden unterbreitet werden könnten, würden den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen. Diesbezüglich muss das Fazit leider unvollständig bleiben.
2 Politische Interessensverbände
2.1 Definitionen von „Interessensverbänden“
Die Schwierigkeit der Untersuchung von Interessensverbänden liegt bereits in der Definition. In der Literatur findet sich keine einheitliche Definition eines ‚Verbandes‘, wodurch sich insbesondere der Vergleich verschiedener Studien schwierig gestaltet: „Vor diesem Hintergrund gehen viele empirische Untersuchungen von unklaren Vorstellungen aus, was denn genau für Verbände erheben werden sollen“ (Hackenbroch, 1998, S. 19). Schon die Anzahl der deutschen Verbände lässt sich anhand unklarer Definitionen nur schwer bestimmen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen zwei Definitionen herangezogen und anhand dieser einige Merkmale aufgezeigt werden.
Laut der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) sind politische Verbände „Vereinigungen, deren Aufgabe es ist, die besonderen Interessen ihrer Mitglieder in den politischen Entscheidungsprozess einfließen zu lassen (Lobbyisten).“ Diese Definition beinhaltet außerdem das Merkmal der Organisiertheit, wobei die Organisationsstrukturen der verschiedenen Verbände unterschiedlich ausfallen können, sowie „Adressaten der verbandspolitischen Arbeit“, welche „eben Staat und Politik auch die Öffentlichkeit und die Medien sowie die eigene Mitgliedschaft (Werbung neuer Mitglieder, Mobilisierung von Unterstützung)“ sind. Kleinfeld (1999) definiert Verbände als „eine spezielle Form intermediärer Organisationen. Überörtlichkeit, Mitgliederprinzip und Außenorientierung (politische Vertretung und Dienstleistungserstellung) bilden den Kernbereich dessen, was Verbände von anderen Formen organisierter Interessen unterscheidet.“ (S. 765) Beiden Definitionen sind folgende Eigenschaften von Verbänden gemeinsam: Mitgliederprinzip, Organisationsstrukturen, Außenorientierung. Kleinfelds Definition reicht dabei noch etwas weiter und führt als zusätzliche Merkmale explizit die Vermittlungsfunktion zwischen Staat und Bürger („intermediär“) sowie die Überörtlichkeit an. Obwohl beide Eigenschaften auch in der Definition der BPB impliziert werden, ist die explizite Erwähnung dann relevant, wenn beispielsweise entschieden werden soll, ob ein lokaler Verein auch zu den politischen
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Interessensverbänden gezählt werden kann, oder ob politische Parteien von politischen Interessensverbänden unterschieden werden müssen. Nach Kleinfeld erfüllt ein lokaler Verein nicht die Voraussetzung der Überörtlichkeit. Politische Parteien haben keine „intermediäre“, vermittelnde Funktion zwischen Staat und Bürger, sondern nehmen direkten Einfluss auf das politische Geschehen. Allerdings kann man hierzu auch die Erwähnung des Einflusses auf den „politischen Entscheidungsprozess“ in der Definition der BPB dementsprechend verstehen.
Wie bereits erwähnt sind dies nur zwei von vielen Definitionen, die teilweise sehr unterschiedliche Schlüsse auf Verbände und besonders deren Anzahl in Deutschland zulassen. Es würde den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen, weitere Definitionen aufzuzählen. Die oben erwähnten Merkmale sind vielen Definitionen von politischen Interessensverbänden gemein.
Nach Angaben der BPB gibt es derzeit in Deutschland etwa 5000 politische Interessensverbände, davon haben sich 2.149 in die sogenannte „Lobbyliste“ des deutschen Bundestags eintragen lassen („Bekanntmachung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern“, 2010).
2.2 Lobbyismus: positive und negative Aspekte
Bereits in Kapitel 2.1 wurden im Rahmen der Definitionen einige Funktionen von politischen Interessensverbänden aufgeführt. Da Interessensverbände nach dem Mitgliederprinzip aufgebaut sind, liegt nahe, dass sie auch in erster Linie die Interessen ihrer Mitglieder vertreten. Interessensverbände müssen sich, im Gegensatz zu Parteien, nicht am Gemeinwohl orientieren. Sie müssen deshalb „nicht oder nur ausnahmsweise nach einer breiten gesellschaftlichen Zustimmung schielen“ und sich „auch nicht hinter Lippenbekenntnissen zum Gemeinwohl verstecken“ (König, 1999, S. 83). Stattdessen können sie sich ausschließlich am Wohl der Mitglieder orientieren und deren Nutzen maximieren. Politische Verbände bündeln Interessen, geben interessierten Bürgern ein gewisses Angebot an Meinungen und Zielen vor und bieten ihnen ein ‚Sprachrohr‘. Durch eine große Mitgliederzahl erlangen Interessensverbände Einfluss. Mitgliederstärke vermittelt der Regierung, dass viele Bürger hinter diesen Interessen stehen und gehört werden wollen. Durch den gewonnenen Einfluss können die Verbände ihre Interessen in den politischen Prozess einbringen und möglicherweise auch durchsetzen.
Dieser ‚Lobbyismus‘ wird in der Öffentlichkeit meistens kritisch oder sogar skeptisch betrachtet. „Wer den organisierten gesellschaftlichen Interessen politischen Raum zugesteht, stelle die staatliche Hoheit und die Durchsetzungsfähigkeit des Staates in Frage“ (König, 1999, S. 84). Diese Besorgnis ist berechtigt, wenn man das zuvor
Arbeit zitieren:
Christina Jahn, 2011, Politische Online-Kommunikation von Verbänden, München, GRIN Verlag GmbH
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