Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre - Wirtschaftspolitik II
Jitneys on New York’s Second Avenue?
vorgelegt von:
Name: Erika Otto
Jitneys on New York’s Second Avenue? 1
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 2
Abk ürzungsverzeichnis 2
1. Abgrenzung der Themenstellung 3
2. Definition und geschichtlicher Überblick 3
2.1. Definition und Charakteristik 3
2.2. Geschichtlicher Überblick. 4
2.2.1. Beginn der Jitney-Ära 4
2.2.2. Rechtliche Regelungen 5
2.2.3. Konsequenzen 6
3. Curb Rights 7
3.1. „Thick Market“ 7
3.2. „Thin Market“ 8
3.3. Konfliktlösung. 9
4. Jitneys heute in amerikanischen Großstädten 11
4.1. Los Angeles. 11
4.2. Die Stadtteile Queens und Brooklyn in New York City 12
4.3. Auswirkungen einer Privatisierung auf die finanzielle Situation der öffentlichen
Verkehrsbetriebe 13
5. Jitneys in der Second Avenue in New York City. 14
5.1. Situation in der Second Avenue. 14
5.2. Vor- und Nachteile einer Jitney-Einführung in der Second Avenue 14
5.3. Schlussfolgerung 15
6. Zusammenfassung 15
Literaturverzeichnis 17
Jitneys on New York’s Second Avenue? 2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Zusammenhang zwischen wartenden Passagieren und operierenden Jitneys in einem „thick market“…………………………………………….S.8
Abbildung 2: Auswirkungen von operierenden Jitneys auf einen „thin market“..........S.9
Abkürzungsverzeichnis
ebd. ebenda etc. et cetera SCRTD Southern California Rapid Transit District ETD Express Transit District NYSDOT New York State Department of Transportation NYCTA New York City Transit Authority
Jitneys on New York’s Second Avenue? 3
1. Abgrenzung der Themenstellung
In den USA ist das Netz der öffentlichen Nahverkehrsmittel nicht so gut ausgebaut wie beispielsweise in Deutschland. Aufgrund dieser Tatsache haben auch illegale Betreiber diese Marktlücke für sich entdeckt.
Am Beispiel mehrerer amerikanischer Großstädte sollen in der vorliegenden Arbeit die Auswirkungen einer illegalen Form von Transportmitteln, den Jitneys, aufgezeigt und analysiert werden, ob Jitneys eine günstige Alternative für die Second Avenue in New York City darstellen. Jitneys sind kein Phänomen, das nur in den USA auftritt, sondern auch in zahlreichen Ländern Südamerikas, Asiens und Afrikas, die in dieser Arbeit jedoch nicht betrachtet werden. Um das Aufkommen der Jitneys besser zu verstehen, müssen mehrere Aspekte in Betracht gezogen werden. Dazu zählen unter anderem die geschichtliche Entwicklung, rechtliche Rahmenbedingungen und die heutige Situation in den Städten der USA.
2. Definition und geschichtlicher Überblick
Um einen besseren Einblick in die Problematik zu erhalten, sollen in diesem Abschnitt die Terminologie und Eigenschaften erklärt sowie anhand eines historischen Überblicks die Entstehung der Jitneys in den Vereinigten Staaten von Amerika näher aufgezeigt werden.
2.1. Definition und Charakteristik
Jitneys sind laut Definition eine Kombination aus Bus- und Taxiservice, oder eine Art „shared-ride“ 1 Taxiservice (entspricht: streckenbezogene Fahrgemeinschaft), die meist illegal operieren, keinen festen Fahrplan besitzen, „freewheeling“ genannt, und ihre Passagiere an den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel abholen, auch „interloping“ genannt 2 . Jitneys sind normalerweise größere Pkws oder Kleinbusse, beziehungsweise Vans, in denen maximal 20 Personen Platz finden können. Der Begriff stammt ursprünglich von dem amerikanischen Fünf-Cent-Stück ab, welches in der Umgangssprache als Jitney bezeichnet wird 3 . In der Anfangszeit kostete eine Fahrt mit dieser Art von Verkehrsmittel fünf Cent, daher rührt auch der noch heute verwendete Begriff.
1 Farkas (1988): S. 91
2 vgl. Klein/Moore/Reja (1997): S. 33
3 vgl. ebd., Farkas (1988): S. 91, Eckert/Hilton (1972): S. 294
Jitneys on New York’s Second Avenue? 4
Die Fahrer bieten einen Service an, der eine Mischung aus normalem öffentlichen Nahverkehr und Taxiservice darstellt. Charakteristika dieser Art von Verkehrsmittel sind vor allem die kürzeren Fahrtzeiten, kürzere, flexiblere Routen und Haltestellen, sowie die hohe Frequenz, in der sie operieren 4 . Jitneys sind in vielerlei Hinsicht flexibel: sie passen sich den Verkehrs- und Wetterbedingungen an und nehmen auch mal Umwege in Kauf, um den Kundenwünschen zu entsprechen 5 .
2.2. Geschichtlicher Überblick
Die Episode der Jitneys in den USA dauerte nur 18 Monate, doch hatte sie weitreichende Folgen. Folgender Abschnitt wird in mehrere Teilabschnitte unterteilt. In 2.2.1. wird kurz die Entwicklung erläutert, während in 2.2.2. die Maßnahmen der Verkehrsbetriebe und Kommunen dargelegt werden. In Punkt 2.2.3. werden schließlich die Konsequenzen der Regulationen aufgezeigt.
2.2.1. Beginn der Jitney-Ära
Die Ära der Jitneys begann am 1. Juli 1914 in Los Angeles, als L.P. Draper auf seinem Weg zur Arbeit einen Passagier ein kurzes Stück in seinem Ford Model T mitnahm, und dieser ihm fünf Cent dafür gab 6 . Bis dato boten Straßenbahnen die einzige Möglichkeit, ohne eigenen Pkw von einer Station zur nächsten zu gelangen. Dieses Ereignis löste eine wahre Jitney-Flut im gesamten Stadtgebiet aus. Aufgrund der Depression, als Folge des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges, entdeckten viele Arbeitslose die Vorzüge für sich, als Jitney-Fahrer Geld zu verdienen. Innerhalb weniger Monate war es den Jitney-Fahrern gelungen, die Einnahmen der Verkehrsbetriebe von Los Angeles um $ 600 pro Tag zu reduzieren.
Bereits Anfang Dezember 1914 schwappte die Jitney-Welle nach San Francisco und weitere Städte mit mildem Klima im Westen der USA über. Mit Beginn des Frühlings konnte landesweit beobachtet werden, wie sich die Jitneys ausbreiteten. Innerhalb eines Jahres, seit 1914, waren im gesamten Land an die 62.000 Fahrzeuge unterwegs. Im März 1915 wurde die Fachorganisation „The Jitney Bus“ gegründet, die sich für die Belange der Fahrer einsetzen sollte 7 .
Jitneys hielten meist an den Straßenbahnhaltestellen und boten den Passagieren eine Mitfahrgelegenheit an. Viele wussten die Vorteile zu schätzen. Jitneys waren flexibler,
4 vgl. Farkas (1988): S. 92
5 vgl. Klein/Moore/Reja (1997): S. 83 f.
6 vgl. Eckert/Hilton (1972): S. 294
7 ebd.: S. 295 f., vgl. Klein/Moore/Reja (1997): S. 34
Arbeit zitieren:
Diplom-Kauffrau Erika Otto, 2002, Jitneys on New York's Second Avenue?, München, GRIN Verlag GmbH
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