Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis
1. Einleitung. Seite 2
2. Der historische Rahmen. Seite 5
2.1. 250 Jahre der Sklaverei 1619-1869. Seite 5
2.2. Die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg. Seite 6
2.3. Der „Kampf“ der NAACP. Seite 7
3. Der Busboykott von Montgomery. Seite 8
4. Die Phase der Bewegung. Seite 10
4.1. Greensboro und die Sit-in Bewegung. Seite 10
4.2. Die Präsidentschaftswahl 1961. Seite 12
4.3. Die Freiheitsritte. Seite 12
4.4. March on Washington for Jobs and Freedom 1963. Seite 14
4.5. der Freedom-Summer 1964. Seite 14
4.6. Berkeley und das Recht auf freie Aussprache. Seite 15
5. Der Wandel der Bewegung. Seite 16
6. Die amerikanische Studentenbewegung als Teil der
B ürgerrechtsbewegung. Seite 19
7. Schlussbetrachtung. Seite 23
Literaturverzeichnis
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Abkürzungsverzeichnis
Bd. Band BPP Black Panther Party for Self-Defense CORE Congress of Racial Equality FSM Free Speech Movement Hg. Herausgeber ISS Intercollegiate Socialist Society Jr. Junior LID League for Industrial Democracy MIA Montgomery Improvement Association NAACP National Association for the Advancement of Colored People S. Seite SCLC Southern Christian Leadership Conference SDS Students for a Democratic Society SNCC Student Non-Violent Coordinating Committee SLID Student League for Industrial Democracy UL Urban League UN United Nations USA United States of America TSNCC Temporary Student Non-Violent Coordinating Committee Vgl. vergleiche vs. versus
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1. Einleitung
Vor mehr als einhundert Jahren tobte auf dem nordamerikanischen Kontinent ein grausamer Bürgerkrieg, in dem es nicht nur um den Zusammenhalt der Union, sondern auch um die Freisetzung einer versklavten rassischen Minderheit ging. Ein Ergebnis dieser Ereignisse stellte beispielsweise die Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten in den 1950er und vor allem in 1960er Jahren dar.
Die Bürgerrechtsbewegung ist eine soziale Bewegung, die versucht, Menschenrechte und vor allem Bürgerrechte durchzusetzen und zu realisieren. Eine soziale Bewegung ist „ein auf gewisse Dauer gestelltes und durch kollektive Identität abgestürztes Handlungssystem mobilisierter Netzwerke von Gruppen und Organisationen, welche sozialen Wandel mittels öffentlicher Proteste herbeiführen, verhindern oder rückgängig machen.“ 1 Weiterhin ist diese Bewegung charakterisiert als Prozess des Protestes. Getragen werden soziale Bewegungen von Individuen und Gruppen, welche gesamtgesellschaftliche Veränderungen erstreben und dafür Unterstützung mobilisieren. 2
Die Organisationen der Bürgerrechtsbewegung in den United States of America (USA) setzten sich vor allem für die Gleichberechtigung der Afroamerikaner und der Überwindung des Rassismus ein. Ziel war es, die Integration der Schwarzen in das bestehende kapitalistische Gesellschaftssystem der USA zu gewährleisten, das die Bürgerrechtler im Sinne ihres demokratischen Anspruchs in Zusammenarbeit mit den liberalen Kräften in der Regierung und im öffentlichen Leben reformieren zu können hofften. 3 Daher wurde die amerikanische Protestbewegung Modell und Auslöser einer sich ausbreitenden Welle von Protesten, einer grenzüberschreitenden Mobilisierung von Westen noch Osten, von Amerika nach Europa.
Die Hausarbeit geht vor allem der Frage nach, inwieweit sich die Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten entwickeln konnte, welchem historischen Hintergrund sie zu Grunde lag, wie sich die aktive Phase darstellte und vor allem, wie die Studentenbewegung als Teil der Bürgerrechtsbewegung Einfluss genommen hat.
1 Gilcher-Holtey 1998, S. 7
2 Vgl. Gilcher-Holtey 1998, S. 7-8
3 Vgl. Spichal 1974, S. 31
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Daher steht am Anfang dieser Hausarbeit die Betrachtung des historischen Rahmens der Bürgerrechtsbewegung. Die afroamerikanische Geschichte beginnt bereits im Jahre 1619. Um daher die Bewegungen für die Bürgerrechte der 1950er und 60er Jahre verstehen zu können, muss man sich die Historie und Entwicklung der afroamerikanischen Gemeinschaft als Ganzes bewusst werden. Weiterhin wird im Kontext des historischen Hintergrundes die Darstellung der ersten Bürgerrechtsorganisation, die ‚National Association for the Advancement of Colored People‘ (NAACP), seit 1909 erfolgen, die auch im weiteren Verlauf der Bewegung in den 1960er Jahren einen wesentlichen Bestandteil bildete. Kurz angeschnitten wird die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg, da dieser Zeitraum gekennzeichnet ist vom Streben nach Freiheit, von der Hoffnung auf Veränderung und von der Verstärkung des Verlangens nach Gleichbehandlung aller in den USA. Anschließend wird der berühmte Busboykott von Montgomery behandelt, wo Rosa Parks sich weigerte, ihren Sitzplatz für einen Weißen zu räumen. Dieser Boykott war ein bedeutender Sieg für die schwarze Bevölkerung der Vereinigten Staaten von Amerika und bildete somit eine wichtige Grundlage für die Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre. Im Hauptteil der Arbeit werden die Phasen der Bewegung beschrieben und in eine geschichtliche und chronologische Reihenfolge gebracht. Dabei fällt die Betrachtung sowohl auf die Bürgerrechtsbewegung, als auch auf die Studentenbewegung in dieser Zeit. Beide Bewegungen sind zwar nicht voneinander zu trennen, setzten aber verschiedene Schwerpunkte im Kampf um die Bürgerrechte der schwarzen Bevölkerung. Vor allem die ‚Sit-in‘ Bewegungen (zu Deutsch: Sitzstreik), die ‚Freiheitsritte‘ und die ‚Free Speech Movement‘ (FSM) sind als Schwerpunkte der zumeist gewaltlosen Bewegung zu nennen. Darauf erfolgt eine Analyse zum Wandel der Bewegung, die sich zum Ende der 60er Jahre stark radikalisierte. Weiterhin erfolgt eine Beschreibung der Studentenbewegung als Teil der Bürgerrechtsbewegung und des Selbstverständnisses der jungen Akademiker zu dieser Zeit. Mit einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung sowie der persönlichen Meinung in Bezug auf die Fragestellung soll diese Arbeit beendet werden.
Das Wort ‚Neger‘ und ‚Schwarzer‘ sind in diesem Kontext und im Zuge der Hausarbeit wertneutral gebraucht und stehen für den schwarzen amerikanischen Staatsbürger.
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2. der historische Rahmen der Bürgerrechtsbewegung
2.1. 250 Jahre der Sklaverei - 1619-1869
Das Jahr 1619 kann als Beginn afroamerikanischer Geschichte angesehen werden, als im August die ersten zwanzig Afrikaner an die Kolonisten in Jamestown im Staate Virginia verkauft wurden. 4 Die Einfuhr von Sklaven aus dem Westen von Afrika entwickelte sich zu einem profitablen Geschäft. Sind die ‚Untertanen‘ erstmal eingetroffen, wurden sie auf Sklavenmärkten verschleppt, von ihren Angehörigen getrennt und unter unmenschlichen Bedingungen „quasi dem Vieh gleichgestellt“. 5 Nur ein Arrangieren mit den vorhandenen Umständen konnte ein erträgliches Leben einigermaßen möglich machen. Viele Sklaven entwickelten daher diverse Formen der Gegenwehr. Beispielsweise durch passiven Widerstand oder ab dem 19. Jahrhundert verstärkt durch Flucht. Große Hilfe und Unterstützung bekamen sie dabei von abolitionistischen Vereinigungen, die im Norden aus Protest gegen die im Süden der Vereinten Staaten praktizierte Sklaverei entstanden war. Die Zahl der Bürger im Norden der United Stated of America (USA), die sich gegen die Sklaverei stellten, wuchs und auch die steigenden Spannungen mit dem Süden erreichten 1860 ihren Höhepunkt im amerikanischen Bürgerkrieg. 1865 kam es zum Sieg des Nordens im Bürgerkrieg und das Ergebnis war das Ende der Sklaverei auf dem gesamten Staatsgebiet der Vereinigten Staaten von Amerika. 6
In dem Zeitraum des Wiederaufbaus 1861 bis 1865 beziehungsweise der Wiedereingliederung des Südens in die Union nach dem amerikanischen Bürgerkrieg, auch ‚Reconstruction‘ genannt, schien die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens in greifbare Nähe gerückt zu sein. Die taktisch bedingte Sklaven-Emanzipation wurde durch die Grundsatzentscheidung besiegelt. Dazu wurden drei Verfassungszusätze zwischen 1865 und 1869 bestimmt. 7 Der 13. Zusatzartikel erklärte die Sklaverei im gesamten Gebiet der Vereinigten Staaten für rechtswidrig und hob somit die Sklaverei auf. Der 14. zusätzliche Artikel erweiterte den Schutz der Bürger auf alle Rassen und der 15. Artikel ermöglichte die Abschaffung der Rassenbeschränkungen bei den Wahlen. Diese Zusätze bildeten die rechtlichen
4 Vgl. Förster 1973, S. 13
5 Moosbrugger 2004, S. 1
6 Vgl. Moosbrugger 2004, S. 1-2
7 Vgl. Vgl. Schlott 1967, S. 10
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Rahmenbedingungen, in dem sich nichts mehr einer kompletten Integration der einstigen Sklaven in die amerikanische Gesellschaft entgegenstellte, zu so mindestens theoretisch. 8 „In allen Lagern der schwarzen Bevölkerung löste diese politische Integration begeisterte Zustimmung und Hoffnung auf eine Zukunft der totalen Gleichstellung aus.“ 9 Doch diese Stimmung sollte nicht lange von Dauer sein, da die Rassisten im Süden zur Umgehung der von der Regierung in Washington verordneten Gleichstellung so genannte ‚Black Codes‘ durchsetzten. Diese ‚Black Codes‘ zielten zum Einen auf die Etablierung der Rassentrennung in allen Bereichen des öffentlichen Lebens ab. Zum Anderen war eines ihrer Hauptziele die Wiedererlangung der Kontrolle über die schwarze Arbeitskraft. 10 Weiterhin sollten all jene schwarze Amerikaner durch die Einführung der ‚Großvaterklausel‘ vom Wahlrecht ausgeschlossen werden, deren Großväter am 1. Januar 1867 auf keiner Wählerliste eingetragen waren. Auch die verstärkte Aktivität des Ku-Klux-Klans setzte die Spirale der Gewalt ungebremst fort 11 und somit kam es erneut zum Niedergang schwarzer politischer Repräsentation. In den folgenden Jahren setzten die Weißen alles daran, um die Schwarzen, legal oder illegal, zu demütigen. 12
2.2. die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg
Der Kampf um die Freiheit im Zweiten Weltkrieg steigerte auch das Interesse der schwarzen Amerikaner. Nach dem Ende des Krieges verstärkte sich das Streben nach Freiheit im eigenen Land und vor allem die ethnischen Minderheiten wollten für sich jene Rechte beanspruchen, für die sie im Krieg gekämpft hatten. Denn kaum verständlich ist in diesem Zusammenhang der Umstand, dass viele schwarze Soldaten ihrem Land mit der Waffe in der Hand aus patriotischer Sicht ein vorbildliches Verhalten an den Tag gelegt haben und nach ihrer Rückkehr mit Auszeichnungen belohnt und jubelnd in den USA empfangen wurden, sich nun aber wieder mit dem altbekannten weißen Hass konfrontiert sahen. Trotzdem gaben manche politische Veränderungen Anlass zur Hoffnung, etwa durch die politischen Aktivitäten der afroamerikanischen Bevölkerung in städtischen Gebieten. Auch in anderen Bereichen wurde viel für die Integration getan. So wurden vom Obersten Gerichtshof die im öffentlichen Wohnungswesen gegenüber den schwarzen Amerikanern einschränkenden Verträge im Jahre
8 Vgl. Delacampagne 2004, S. 263
9 Moosbrugger 2004, S. 3
10 Vgl. Moosbrugger 2004, S. 3-4
11 Vgl. Förster 1973, S. 22
12 Vgl. Delacampagne 2004, S. 264-265
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Arbeit zitieren:
Carolin Bengelsdorf, 2009, Die Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten, München, GRIN Verlag GmbH
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