Seminar „Fallstudien zur Anwendung des OR in der Industrie“ Christian Ferber
Universität Karlsruhe (TH)
Institut für Wirtschaftstheorie und Operations Research
Seminar
„Fallstudien zur Anwendung des OR in der Industrie“ Sommersemester 2003
Restrukturierung der Schweizer Paketpost
angefertigt von:
Christian Ferber
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Seminar „Fallstudien zur Anwendung des OR in der Industrie“ Christian Ferber
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Struktur des Systems der Paketauslieferung
3. Das unkapazitierte, einstufige Standortmodell (Warehouse-Location-Problem WLP)
4. Schätzung der auftretenden Kosten
5. Ergebnisse
6. Zusammenfassung
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Restructuring of Swiss parcel delivery services -Restrukturierung der Schweizer Paketpost
Soweit nicht anders gekennzeichnet, beziehen sich alle nachfolgend aufgeführten Sachverhalte auf Quelle [1].
1. Einführung
Seit Januar 1998 ist die Schweizer Post in die beiden voneinander unabhängigen Teilbereiche Telekommunikation und Postdienst getrennt, die seitdem als selbständige Unternehmen operieren. Die Telekommunikation wird als Reaktion auf die Liberalisierung des Telekommarktes von der neugegründeten SwissCom AG (Bund als Hauptanteilseigner) betrieben, während der Postdienst von der Schweizerischen Post geführt wird, welche als öffentliche Einrichtung in Staatseigentum bleibt und weiterhin für Personentransport, Brief- und Paketsendungen sowie Finanzdienstleistungen zuständig ist [2].
Überdies wurde das Postmonopol gelockert: Päckchen mit einem Gewicht größer als 2 kg dürfen ab 1.1.1998 auch von Privatdiensten befördert werden, die Grenze wurde dabei von 5 kg herabgesetzt. Die Post sah sich somit dem Dilemma gegenüber, einerseits einer kostenintensiven flächendeckenden Grundversorgung verpflichtet zu sein, andererseits aber aufgrund des Wegfalls der Telekomsparte keine Subventionen aus diesem Bereich mehr zu erhalten und trotzdem in intensivem Wettbewerb mit Privatanbietern zu stehen.
In Zahlen ausgedrückt stellte sich die Lage so dar: 1995 erwirtschaftete die Paketpost ein Defizit von 285 Mio. Franken, 1999 waren es 217 Mio. Franken [3].
Um all diese Herausforderungen bewältigen zu können, musste die Schweizer Post ihr Unternehmen restrukturieren. Es wurden organisatorische Veränderungen wie Dezentralisierung, größere Prozess- und Produktorientierung und Management durch Zielvereinbarungen durchgeführt. Unter dem Schlagwort „Paketpost 2000“ wollte die Post bis zum Jahr 2000 wettbewerbsfähig werden und in die Gewinnzone kommen, was sie mit einem Unternehmensgewinn von 194 Mio. Franken in 2001 und 204 Mio. Franken in 2002 auch geschafft hat [4]. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden etliche Maßnahmen durchgeführt: Einführung neuer Produkte und Logistik-Dienstleistungen, Verbesserung des Kundenservice und Verringerung von Durchlaufzeiten, durch Automatisierung der Paketverarbeitung in drei neuen Paketzentren (PZ), die durch Einführung eines Barcode-Systems ermöglicht wurde. Weiterhin wurde die Paketauslieferung zentralisiert, indem Pakete über insgesamt 66 Zustellbasen (ZB) an die Kunden ausgeliefert werden.
Die im Vorfeld zu lösende Problemstellung umfasste also folgende Bereiche (vgl. Abb. 1):
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- Anzahl, Standorte und Kapazitäten der PZ
- Anzahl, Standorte und Kapazitäten der ZB
- Zuordnung der ZB und Poststellen (PS) zu den PZ
- Zuordnung Kundenregionen zu ZB
Abb. 1: Problemstellung: Struktur des Distributionsnetzwerkes und Darstellung der möglichen Paketflüsse [3]
Um mögliche Lösungen für dieses Problem zu ermitteln, wurde ein einstufiges, unkapazitiertes Standortmodell benutzt, welches im Folgenden detailliert beschrieben wird.
2. Struktur des Systems der Paketauslieferung
In der Abbildung der Netzwerkstruktur (vgl. Abb. 1) können drei verschiedene Paket-Flüsse identifiziert werden: Von den Poststellen zu und zwischen den PZ, von den PZ zu den ZB und ein Fluss von den ZB oder PZ zu den Kunden(regionen).
2.1 Fluss von den Poststellen zu und zwischen den PZ
Pakete werden von den PS zum nächstgelegenen PZ gebracht, wo sie gemäß ihrem Zielort sortiert werden und, falls nötig, zum Ziel-PZ geschickt werden. Jedes Paket durchläuft somit mindestens ein und höchstens zwei PZ und wird nur im ersten PZ sortiert. Die Standorte der neuen PZ sowie deren Alternativen (vgl. Abb. 2) sind das Ergebnis einer früher durchgeführten Studie der Schweizer Post und werden somit als fest angenommen. Nur
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Arbeit zitieren:
Christian Ferber, 2003, Restrukturierung der Schweizer Paketpost, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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