stark auf die Leistung bzw. Leistungsfähigkeit ausgelegt ist. Dennoch können viele der Problemfelder, welche die Schule heute bedrängen, nur noch gemeinsam gelöst werden. Dabei sollte man auch nicht vergessen, dass die Gruppenarbeit an den Schulen nicht neu ist und schon immer betrieben wurde. Gibt es denn dann überhaupt einen Unterschied zwischen einem Team und einer gewöhnlichen Arbeitsgruppe? Und wenn ja, sollte man die Arbeitsgruppen mit den Teams ersetzen? Oder haben sie verschiedene Einsatzorte? 3. Begriffsklärung
Zuerst sollen einige Begriffe näher erläutert und hergeleitet werden, damit ein besseres Verständnis des eigentlichen Problems gewährleistet ist. Dafür werde ich zunächst einen kurzen Überblick über die Begriffe ‚Gruppe’, ‚Team’ und ‚Arbeitsgruppe’ geben. Der Begriff Gruppe findet vielfältigen Gebrauch sowohl im wissenschaftlichen als auch im alltäglichen Sprachgebrauch. Jedoch ist es schwer, ihn eindeutig zu definieren. In der wissenschaftlichen Diskussion sind verschiedene Vorschläge zur Definition vorhanden. Ich habe eine Definitionen ausgewählt, die alle Kernmerkmale einer Gruppe beinhaltet und somit einen Überblick über dieses Begriff gibt.
Eine Gruppe ist „ein organisiertes System von zwei oder mehr Individuen, die so miteinander verbunden sind, daß in einem gewissen Grade gemeinsame Funktionen möglich sind, Rollenbeziehungen zwischen den Mitgliedern bestehen und Normen existieren, die das Verhalten der Gruppe und aller ihrer Mitglieder regeln“ (McDavid & Harary 1968, S.237). Um den Begriff Team zu definieren, habe ich zwei Definitionsversuche ausgewählt, die aus wirtschaftlichen und erziehungswissenschaftlichen Richtungen kommen, um zu verdeutlichen, dass dieser Begriff trotz unterschiedlichen Ursprungs sinngemäß gleiche Bedeutung hat. „Ein Team ist eine kleine Gruppe von Personen, deren Fähigkeiten einander ergänzen und die sich für eine gemeinsame Sache, gemeinsame Leistungsziele und einen gemeinsamen Arbeitsansatz engagieren und gegenseitig zur Verantwortung ziehen“ (Katzenbach 1993, S. 70). Teamarbeit ist „konstruktive, regelgebundene Zusammenarbeiten mehrerer Personen, die gemeinsame Ziele verfolgen, eine gemeinsame Aufgabe haben und von einem stabilen ‚Wir-Gefühl’ getragen sind“ (Klippert 2006, S. 138). Zusammengefasst ist Team eine kleine Gruppe (2-8 Personen) mit gemeinsamer Zielsetzung, intensiven wechselseitigen Beziehungen, gemeinsamen Normen und Werten, einem ausgeprägten ‚Wir-Gefühl’ und einem starken Gruppenzusammenhalt unter den Teammitgliedern.
Man kann sagen, dass die Arbeitsgruppe bereits zur ‚klassischen’ Art der Zusammenarbeit gehört. Sie wird definiert als eine Gruppe von Personen, „die eine gemeinsame Aufgabe stark funktions- und arbeitsteilig durchführt. Sie wird von einem Vorgesetzten geleitet, der Arbeitsverteilung, die Feinsteuerung, die Personal- und Arbeitszeitplanung übernimmt, die Gruppenmitglieder kontrolliert und auftretende Probleme löst“ nach Antoni (2004). Also haben die einzelnen Mitglieder unterschiedliche Ziele und tragen die Verantwortung für Bearbeitung von ihren jeweiligen eigenen Aufgaben.
Aus den Definitionen der Arbeitsgruppe und des Teams wird deutlich, dass jedes Team eine Gruppe ist, aber nicht jede Gruppe ein Team. Dasselbe gilt auch für eine Arbeitsgruppe. 4. Team vs. Arbeitsgruppe
Wie aus den Definitionen hervorgeht, ergeben sich folgende Unterschiede in Zusammensetzung, Führung und Organisation der Arbeitsgruppe und des Teams.
Da sowohl Team als auch Arbeitsgruppe eine Gruppe sind, verläuft ihre Entwicklung genau wie die der Gruppe. Nach Tuckmann (1965) durchläuft eine Gruppe in ihrer Entwicklung vier Phasen: das Forming, Storming, Norming und Performing. Dabei verlaufen die sozioemotionale Ebene und die aufgabenbezogene Ebene parallel zueinander. In der ersten Phase beginnt jede Gruppe mit dem Kennenlernen der Aufgaben und den anderen in der Gruppe, der Abklärung der Rahmenbedingungen und einer Orientierung an formalen Standards. In der Storming-Phase überwiegen die Erwartungs- und Befürchtungsanteile, die Gruppe wird noch nicht als Gruppe erlebt. Jetzt zeigen sich die Meinungsverschiedenheiten und Konflikte. Die Norming-Phase ist durch offene Kommunikation, Kooperation und das Zugehörigkeitsgefühl gekennzeichnet. Daten, Ideen und Meinungen werden offen ausgetauscht. In der vierten Phase wird die Gruppe zur funktionsfähigen Einheit, in der Normen und Gruppenrollen etabliert sind und Konflikte rational bewältigt werden. Zehn Jahre später vervollständigte Tuckmann sein Modell mit der Disintegrating-Phase, in der es zur Auflösung die Gruppe kommt. Wie lange eine der Phasen dauert, ist sehr unterschiedlich, Rückschritte in Form von Schleifen sind denkbar. In der Abbildung 1 wird die Gruppenentwicklung in den Zusammenhang mit der Leistung gebracht.
dass eine Arbeitsgruppe im Vergleich zu einem Team weniger Leistung erbringt, verdeutlicht. Trotz ihrer These sprechen auch Katzenbach/Smith davon, dass man wegen dieser Ergebnisse nicht einfach überall ein Team einsetzen solle, sondern unterscheiden soll, ob nicht doch für die jeweilige Aufgabe eine Arbeitsgruppe ausreichen würde. Meiner Meinung nach sind in Anbetracht der Vielzahl von Einflussfaktoren Effektivitätsvergleiche unterschiedlicher Gruppenkonzepte schwierig. Da aber bei jedem Autor die Vorteile von Teams und Arbeitsgruppen deutlich im Zusammenhang mit der zu bearbeitenden Aufgabe stehen, erscheint es mir sinnvoll diese im Rahmen der Aufgabenstellungen zu betrachten. 5. Teamteaching
Bei der Definition des Begriffs Teamteaching stellt man fest, dass Autoren unterschiedliche Gewichtung auf jeweilige Aspekte des Teamteaching setzen (z.B.: Lehr- und Lernprozesse, Organisation und Methoden des Unterrichtens usw.). Trotz dieser Unterschiede stimmen alle Autoren überein, dass beim Teamteaching die Bereitschaft zur Kooperation, die Verbindung
Arbeit zitieren:
Irina Manske, 2011, Arbeitsgruppen und Teams in der Schule , München, GRIN Verlag GmbH
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