Inhalt
1. EINLEITUNG 1
1.1 Definitionen 2
2. FAKTOREN DER BODENENTWICKLUNG 2
2.1 Voraussetzung für die Bodenentwicklung: Verwitterung 2
2.2 Exogen bodenbildende Faktoren 2
2.3 Pedogenese (Bodenentwicklung) 3
2.4 Bodenprofil und Horizonteigenschaften 4
3. BODENFRUCHTBARKEIT UND BODENBEWERTUNG 6
3.1 Das Wasser im Boden 6
3.2 Bodenart und Bodengefüge 8
3.3 Bodenfruchtbarkeit, Bodenbewertung und
Bodenentwicklung im Pleistozän und Holozän 11
4. EINFÜHRUNG IN DIE BODENSYSTEMATIK 16
5. WICHTIGSTE BODENTYPEN, BODENPROFILE
UND IHR VORKOMMEN IN MITTELEUROPA 17
6. AUEBÖDEN IN MITTELEUROPÄISCHEN FLUSSLANSCHAFTEN 23
7. FAZIT 26
8. LITERATUR 28
9. ABBILDUNGEN 29
1. EINLEITUNG
Böden sind die wichtigste Grundlage unserer Nahrungsmittelerzeugung und bedürfen zum Erhalt ihrer Ertragskraft besonderer Beobachtung und Pflege. Bodenentwicklung, Aufbau, Bodentypen und Nutzungsmöglichkeiten in den unterschiedlichen Klimazonen der Erde sind daher für jeden in der Agrarwirtschaft Tätigen von größtem Interesse. Diese Arbeit widmet sich den Böden Mitteleuropas und den Methoden der Vegetations- und Bodenkunde. Die besprochenen Böden liegen in der Zone der Feuchten Mittelbreiten (SCHULTZ 2002: 136ff) mit ihrem wechselhaften, niederschlagsreichen Klima, ausgeprägten Jahreszeiten und einer Vegetationsperiode von etwa einem halben Jahr und länger. Die Bodenvorkommen Deutschlands können daher als charakteristisch für diesen Raum angesehen werden.
Generell werden die Böden Deutschlands der Zone der Braun- und Parabraunerden zugeordnet. Je nach Höhen- und Breitenlage entwickelten sich weitere typische Bodengesellschaften wie Podsolböden im Norden und Nordosten oder Gebirgsböden in den Alpen.
Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig, selbst bei nährstoffarmen Böden gibt es Verfahren zur Bodenverbesserung, sog. Meliorationsmaßnahmen. Kapitel zwei startet mit den chemisch-physikalischen Bedingungen der Bodenentwicklung und der Bedeutung von Bodenprofilen. Kapitel drei behandelt Aspekte der Bodenfruchtbarkeit, die Bewertung von Böden, die Bodenentwicklung im chronologischen Ablauf der Erdgeschichte und bietet einen orientierenden Gesamtüberblick zur Erdgeschichte. Kapitel vier führt in die Bodensystematik ein. Kapitel fünf befasst sich mit den wichtigsten Bodentypen, Bodenprofilen mit schematischen Darstellungen des Aufbaus, ihren Vorkommen und Nutzungsmöglichkeiten in Mitteleuropa. Kapitel sechs widmet sich den Aueböden in Flusslandschaften, die heute stark landwirtschaftlich genutzt werden.
Ein Fazit schließt die Einführung in die Bodengeographie Mitteleuropas mit ihren vegetations- und bodenkundlichen Methoden ab.
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1.1 Definitionen
Definition „Boden“ nach LAATSCH und SCHLICHTING (1959): Ein Boden ist ein beliebiger, dreidimensionaler Ausschnitt aus der Pedosphäre von der Streu bis zum anstehenden Gestein (dies.1959: 98)
Definition nach Prof. Dr. E. BIBUS (2001) :
Ein Boden ist das von der Erdoberfläche verwitterte und durch Lebewesen veränderte Gestein (GÖTZ 2002, Vorles.skript).
2. FAKTOREN DER BODENENTWICKLUNG
2.1 Voraussetzung für die Bodenentwicklung: Verwitterung
a) Physikalische Verwitterung: Temperaturwechsel/Insolation Auskristallisation von Salzen Pflanzenwurzeln
b) Chemische Verwitterung:
Hydratation ( Ionen mit Hydrathülle) und Hydrolyse z.B. Kalk CaCO 3 + H 2 CO 3 Ca (HCO 3 ) 2 Säurewirkungen, Oxidation
2.2 Exogen bodenbildende Faktoren
Klima
Relief und Exposition Wasser (incl. Haft- u. Kapillarwasser) Ausgangsgestein Flora und Fauna Anthropogene Einflüsse Zeit
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2.3 Pedogenese (Bodenentwicklung)
Böden entwickeln sich meist nicht direkt im anstehenden Gestein sondern auf dem umgelagerten Gesteinsschutt.
Wichtige Prozesse bei der Bodenentwicklung, der Pedogenese, sind folgende: Bodendurchmischung durch chemisch-physikalische Prozesse wie
Bioturbation (Regenwürmer, Maulwürfe, etc.), Durchwurzelung bis in 1 m Tiefe, sog. Selbstmulcheffekt. Humusakkumulation, entstanden aus Streu, toten Organismen und Huminsäuren.
Salz- und Kalkverlagerung durch Lösung der Salze (Ca- und Mg-
Carbonate), Anreicherung bzw. Ausfällung in tieferen Bodenschichten. Hohe CO 2 -Gehalte der Niederschläge und niedrige pH-Werte beschleunigen den Prozess (saurer Regen). Verbraunung: Eisenfreisetzung bei Mineralienverwitterung durch
Hydrolyse. Eisenoxidation, Braunfärbung durch Goethit (FeOOH), pH < 7, meist verbunden mit Erhöhung des Tongehalts/Tonneubildung (z.B. Illit, Smectit), Verlehmung.
Tonverlagerung (Lessivierung): Ton im dispergierten Zustand, meist
salzfreies Milieu, pH 4-7, Tontransport in größere Poren/Schrumpfungsrisse, schichtige Ablagerung, Bodenverdichtung. Podsolierung: Verlagerung organischer Stoffe, Aluminium-, Mangan- und
Eisenverlagerung, durch saure Reaktion des Rohhumus bilden sich metallorganische Komplexe. Ausfällung der Komplexe in tieferen Schichten durch pH-Anstieg. Ortsteinbildung im sog. Illuvialhorizont möglich. Pseudovergleyung und Vergleyung:
Wasserübersättigte Böden/Staunässe und Sauerstoffmangel. Reduzierende Reaktionen und Verlagerung, dadurch Horizontbleichung. Bei Wasserverdunstung und O 2 -Zutritt altern die amorphen Oxide zu Goethit/Lepidokrokit, bei relativ durchlässigen Substraten entstehen Konkretionen.
o Vergleyung: Ständige Wassersättigung durch hohen Grundwasser-stand. Durch Vernässung entsteht im Boden Sauerstoffmangel, gelöste Eisen- und Manganoxide steigen mit dem
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Kapillarwasser in nicht wassergesättigte Bodenhorizonte auf, oxidieren dort und fallen aus.
o Pseudovergleyung: Sickerwässer dringen in den stauenden Teil des Bodens, dort in Großporen und Risse ein, lösen die Oxide („bleiche Leitbahnen“) und transportieren sie in benachbarte Bodenbereiche.
o In Trockenperioden bilden sich Oxidflecken oder/und Oxide fallen als Konkretionen aus (vgl. SEMMEL, 1993: 20ff).
2.4 Bodenprofil und Horizonteigenschaften
Bei der Grabung eines Bodenprofils wird der Boden in der Senkrechten aufgegraben, wenn möglich auch bis zum anstehenden Gestein. Auf diese Weise zeigt sich schon rein visuell, dass ein Boden aus verschiedenen Bodenschichten aufgebaut ist, erkenntlich an der unterschiedlichen Färbung der so genannten Horizonte.
In der Regel können drei Bodenschichten bzw. Horizonte (A - B - C) optisch gut von einander getrennt werden. Großbuchstaben geben den Hauptboden-horizont an, Kleinbuchstaben stehen für die spezifischen Merkmale des jeweiligen Horizonts (Abb.1):
Abb.1: Schematisches Bodenprofil.
GÖTZ 2002, eigenes Vorlesungsskript, nach BIBUS (2002, Vorlesung)
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Die Kleinbuchstaben geben spezifische Eigenschaften des jeweiligen Horizontes an, dargestellt sind hier die häufigsten Horizonte für Mitteleuropa (Abb. 2). Weitere Bezeichnungen finden sich bei SEMMEL (1993: 26ff).
Bedeutung der Symbole für die Horizontbenennung:
Abb. 2: Horizonteigenschaften.
GÖTZ 2011, Darstellung in Anlehnung an SEMMEL (1993: 26ff)
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3. BODENFRUCHTBARKEIT UND BODENBEWERTUNG
Die Bodenfruchtbarkeit wird von weiteren Faktoren außer jenen Faktoren, die bereits angegebenen wurden, beeinflusst (vgl. Semmel, 1993: 35ff): Die Entwicklungstiefe, d. h. die Mächtigkeit des Solums, der Entwicklungsgrad vom Rohboden bis zur Schwarzerde Die Gründigkeit (Mächtigkeit des Lockergesteins über festem Gestein) Die Durchwurzelbarkeit und das Bodengefüge Die Wasserverfügbarkeit in der Bodenwasserzone Grundwasserspiegel
3.1 Das Wasser im Boden
Arbeit zitieren:
Diplom-Geographin Dagmar Götz, 2004, Die wichtigsten Bodentypen Mitteleuropas, München, GRIN Verlag GmbH
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