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a)
Der Text mit dem Titel: „Deutschland - Hammer oder Amboss“ ist ein Überrest, ein Auszug aus einer Rede des damaligen Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes, Bernhard von Bülow vor dem Reichstag, am 11. Dezember 1899. Er ist entnommen aus den „Quellen zur deutschen Außenpolitik im Zeitalter des Imperialismus 1890-1911, Darmstadt 1977 vom Herausgeber Michael Behnen. In seiner Rede beschreibt von Bülow seine Gedanken zur Rolle des deutschen Reiches in der Welt, insbesondere auf dessen Kolonialpolitik. Von Bülow beschreibt zunächst die Lage der verschiedenen anderen Großmächte: England, Frankreich und Russland und wo diese Länder bereits Kolonien erworben und ihren Einflussbereich ausgedehnt haben. Auch der japanisch-chinesische und der spanisch-amerikanische Krieg werden von ihm erwähnt. All diese Entwicklungen bringen seiner Meinung nach „die Dinge weiter ins Rollen“ (Zeile 8) und führen „große, tiefeinschneidende, weitreichende Entscheidungen herbei.“ (Zeile 8-9)
Von Bülow will mit dieser Erbringung von Fakten und Beispielen bereits am Anfang verdeutlichen, wie sehr das deutsche Reich dem Zeitgeschehen „hinterher hinkt“. Deutschland besitzt zu diesem Zeitpunkt nicht den kolonialistischen und damit weltwirtschaftlichen Einfluss wie die anderen europäischen Großmächte. Da jedoch Deutschland nicht diesen Einfluss in der Welt hat, gerät es, wie von Bülow durch die Beispiele belegen will, was die Großmachtstellung angeht, immer weiter ins „Hintertreffen“. Wirtschaftlich wird es abhängig von seinen Nachbarn, da nur von dort die begehrten Importgüter aus tropischen Regionen bezogen werden können.
Weiter zitiert von Bülow dann den englischen Premierminister, welcher gesagt habe, dass die „starken Staaten immer stärker und die schwachen immer schwächer werden würden“. (Zeile 12-13)
Dies will von Bülow als weiteren Beweis zur Stützung seiner These nutzen, dass Deutschland sich selbst Kolonien suchen soll, um weiter zu den „starken“ Staaten zu zählen.
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Im darauf folgenden Satz schränkt von Bülow diese These aber sofort in der Weise ein, dass er sagt, „Wir wollen keiner fremden Macht zu nahe treten.“ (Zeile 13) Dies soll bedeuten, dass er eine Ausbreitung des deutschen Einflussbereichs nicht durch militärisches Kräftemessen und Eroberungen gegen die anderen Großmächte sucht, sondern lediglich, wie auch im Sinne von Bismarck, durch die „Erweiterung des politischen und wirtschaftlichen Einflusses. (Beziehungen)“. (Zeile 16)
Er will somit, ähnlich wie Bismarck, den deutschen Überseehändlern die Erschließung zollfreier Märkte neben denen der Engländer, Russen und Franzosen ermöglichen.
Es soll das Ansehen als ebenbürtige Großmacht festgestellt werden. „Wir wollen uns von keiner fremden Macht auf die Füße treten oder beiseite schieben lassen.“ (vgl. Zeile 14-15)
Von Bülow knüpft im Weiteren an seine These an, indem er das deutsche Volk und seine „gewaltige Vitalität“ beschreibt. (Zeile 18) Er sieht das deutsche Volk durch seinen „beispiellosen industriellen Aufschwung“, seine „rapide Bevölkerungszunahme“ und die „Tüchtigkeit seiner Kaufleute“ als „mit der Weltwirtschaft verflochten“ und „in die Weltpolitik hineingezogen.“ (Zeile 17-20)
Kurz gesagt lässt er keine andere Möglichkeit zu, als dass Deutschland weiter als Großmacht tätig werden muss. Er nimmt wieder Bezug auf die anderen Großmächte und deren imperialistische Namensfindung und unterstreicht, dass auch Deutschland einen „Anspruch auf mehr Größe, nicht im Sinne der Eroberung, wohl aber im Sinne der friedlichen Ausdehnung seines Handels und seiner Stützpunkte hat.“ (Zeile 22-25)
Hier spricht von Bülow offen aus, was er bereits zuvor in seiner Rede angedeutet hat.
Am Ende des Redeauszugs beginnt von Bülow damit, die Zuhörer auf seine Gedanken „einzuschwören“ und sie „anzufeuern“, sie sozusagen dafür zu „begei- stern“, indem er an ihr Nationalgefühl appelliert.
Arbeit zitieren:
Christian Johannes von Rüden, 2008, Quellenanalyse zu Aussagen von Bülows über die Rolle des deutschen Reiches "Hammer oder Amboss" zu werden, in seiner Rede vor dem Reichstag am 11. Dezember 1899, München, GRIN Verlag GmbH
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