Dipl. Projektmanager NDS HF
Diplomarbeit „Projektmanagement in Matrixorganisationen“
© R e n é C a s p a r
r e n e . c a s p a r @ w e b - s t u d i o . c h w w w . w e b - s t u d i o . c h
© René Caspar 2
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Diplomarbeit „Projektmanagement in Matrixorganisationen“
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort 7
2 Management Summary 9
3 Ausgangslage, Problemstellung und Abgrenzung 11
3.1 Auftraggeber 11
3.2 Ausgangslage 11
3.3 Problemstellung 11
3.4 Fragestellung 11
3.5 Abgrenzung 12
3.6 Terminplan 12
4 Ziel und Absicht der Diplomarbeit 13
5 Vorgehen und Methodik 14
6 Grundlagen 15
6.1 Projektorganisationen 15
6.1.1 Linien-Projektorganisation 15
6.1.2 Stabs-Projektorganisation. 16
6.1.3 Matrix-Projektorganisation 17
6.1.4 Auswahlkriterien für die verschiedenen Organisationsformen 18
6.2 Projektplanung 19
6.2.1 Planungsprozess 19
6.2.2 Projektstrukturplan. 20
6.2.3 Ablaufplan 21
6.2.4 Ressourcenplan 21
6.2.5 Terminplan / Meilensteinplan 23
6.3 Projektcontrolling 24
6.3.1 Controllingprozess 24
6.3.2 Plan erstellen - Soll-Planung 25
6.3.3 Aktuellen Stand ermitteln - Ist-Analyse 25
6.3.4 Soll/Ist-Vergleich und Abweichungen feststellen 26
6.3.5 Massnahmen beschliessen und umsetzen 26
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6.3.6 Planänderung beschliessen und umsetzen 27
6.3.7 Methoden und Werkzeuge des Controllings 28
6.3.8 Meilensteintrendanalyse 29
6.4 Risikomanagement 30
6.4.1 Risikomanagement-Prozess 30
6.4.2 Erstbeurteilung 30
6.4.3 Identifikation 31
6.4.4 Analyse 31
6.4.5 Bewertung 31
6.4.6 Massnahmen 32
6.4.7 Überwachung 33
6.4.8 Kommunikation 33
6.5 Konflikte 34
6.5.1 Was ist ein Konflikt 34
6.5.2 Zielkonflikt 34
6.5.3 Rollenkonflikt 35
6.5.4 Ursachen von Konflikten 35
6.5.5 Eskalation von Konflikten. 35
6.6 Motivation 37
6.6.1 Bedürfnispyramide nach Maslow 37
6.6.2 Intrinsische Motivation 38
6.6.3 Extrinsische Motivation 39
7 Praxiserfahrungen und Erkenntnisse 40
7.1 Einleitung 40
7.1.1 Umfrage 41
7.1.2 Interview 41
7.2 Projektorganisation 42
7.2.1 Folgen einer suboptimalen Projektorganisation 43
7.3 Projektplanung 44
7.3.1 Folgen fehlender oder mangelhafter Projektplanung 45
7.4 Projektsteuerung / Projektcontrolling 47
7.4.1 Folgen von ungenügender Projektsteuerung /Projektcontrolling 49
7.5 Risikomanagement 50
7.5.1 Folgen von fehlendem Risikomanagement 51
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7.6 Konflikte 53
7.6.1 Rollenkonflikte 53
7.6.2 Zielkonflikte 53
7.6.3 Folgen von Konflikten 54
7.7 Motivation 55
7.7.1 Aktiv motivieren 55
7.7.2 Projekt-Kick-Off 56
7.7.3 Information und Kommunikation 56
7.7.4 Folgen von Motivation oder Demotivation 57
8 Schlussfolgerungen und Empfehlung 58
8.1 Einleitung 58
8.2 Beispielprojekt „Chaosclub“ 58
8.3 Phasenübergreifend 61
8.3.1 Stakeholderanalyse erstellen und pflegen 61
8.3.2 Kommunikation aktiv betreiben 62
8.3.3 Terminverschiebungen im Terminplan anpassen und abstimmen 64
8.3.4 Aktives Risikomanagement betreiben 65
8.3.5 Checkliste „phasenübergreifend“ 66
8.4 Phase „Initialisierung“ 67
8.4.1 Vollständigen Projektstrukturplan erstellen 67
8.4.2 Vollständige und realistische Meilensteinplanung erstellen. 68
8.4.3 Projektteam zusammenstellen 69
8.4.4 Risikomanagement initiieren 72
8.4.5 Checkliste Phase „Initialisierung“ 73
8.5 Phase „Voranalyse“ 74
8.5.1 Kick-Off durchführen 74
8.5.2 Detaillierte Ressourcenplanung erstellen 76
8.5.3 Berichtswesen institutionalisieren 77
8.5.4 Checkliste Phase „Voranalyse“ 78
8.6 Phase „Konzeption“ 79
8.6.1 Änderung Projektumfang aufgrund des Konzepts 79
8.6.2 Informationsstand des Projektteams 80
8.6.3 Checkliste Phase “Konzeption 81
8.7 Phase „Realisierung“ 82
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8.7.1 Änderung Projektumfang während der Realisierung 82
8.7.2 Informationsstand des Projektteams 83
8.7.3 Checkliste Phase “Realisierung 84
8.8 Phase „Einführung“ 85
8.8.1 Handover Responsibility muss erfolgen 85
8.8.2 Projektteam auflösen 86
8.8.3 Mitarbeiterbeurteilung 87
8.8.4 Checkliste Phase “Einführung 88
8.9 Anwendung der vorgeschlagenen Massnahmen 89
9 Verzeichnisse 90
9.1 Index (Stichwortverzeichnis) 90
9.2 Tabellenverzeichnis 91
9.3 Abbildungsverzeichnis 92
9.4 Begriffs- / Abkürzungsverzeichnis 93
10 Literaturverzeichnis 94
10.1 Bücher 94
10.2 Internet 95
11 Anhang 96
11.1 Anhangsverzeichnis 96
11.2 Anhang A: Fragebogen mit Workflow „Onlineumfrage für Projektlenkende“ 97
11.3 Anhang B: Fragebogen mit Workflow „Onlineumfrage für Projektmitarbeiter“ 103
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1 Vorwort
Im Laufe der Ausbildung zum Dipl. Projektmanager NDS HF konnte ich viel wertvolle Erfahrung sammeln. Der Präsenzunterricht war geprägt von vielen spannenden, nicht immer einfachen, Diskussionen.
Häufig war zum Schluss kein richtiges oder falsches Vorgehen auszumachen. Es gab immer wieder zwei oder mehrere Lager welche sich zum einen oder anderen Vorgehen hingezogen sahen. Doch genau dies machte die Ausbildung so spannend und praxisnah.
Mir wurde immer wieder bewusst, dass es bei Führungsaufgaben, sei das Projekt- oder Linienführung, kein „Richtig“ oder „Falsch“ gibt. Es gibt nur Wege, welche dem eigenen Charakter und/oder Stil besser liegen.
Es ist auch nicht ratsam, den eigenen Weg zu verlassen, denn meist endet dies nicht unbedingt wie gewünscht. Bei Führungsaufgaben authentisch und sich selbst bleiben, ist meist der richtige Weg.
Dies bedeutet nicht, dass man nicht einmal etwas Neues ausprobieren soll, aber dann bitte nur wenn man davon überzeugt ist. Denn auch neue Wege muss man mit Überzeugung, festem Willen und einer guten Portion Selbstkritik begehen.
Genauso möchte ich meine Diplomarbeit über das Thema Ressourcenmanagement verstanden haben. Ich kann nicht den „richtigen“ oder „falschen“ Weg aufzeigen. Ich habe versucht aus meinen eigenen und den Erfahrungen der befragten Personen, Fehler aufzuzeigen, welche aus deren Sicht gemacht wurden. Aus diesen diversen Erfahrungen habe ich mögliche Massnahmen und Hilfsmittel abgeleitet. Diese Methoden und Hilfsmittel sollen helfen dieselben Fehler nicht nochmals zu machen.
Im Anschluss an die Diplomarbeit können diese Methoden und Hilfsmittel in Bereich Connectivity der Swisscom IT Services AG im Projektalltag etabliert werden. Über den Erfolg dieser Methoden und Hilfsmittel fragen sie mich bitte dann in 1-2 Jahrenich bin selber gespannt auf deren Wirksamkeit…
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Zum Schluss möchte es nicht versäumen diversen Personen meinen Dank auszurichten. Zuerst einmal meiner Familie, welche etliche Abende und Sonntage auf meine Mithilfe beim Familienleben verzichten musste.
Weiter gilt der Dank auch Daniel Tschabold welcher mir die Ausbildung und ein interessantes Thema für die Diplomarbeit ermöglichte.
Nicht vergessen möchte ich auch all jene, welche sich durch meine Umfrage oder Interviews gequält haben und mir dadurch einen möglichst breiten Erfahrungsschatz zukommen liessen.
VIELEN HERZLICHEN DANK ALLEN.
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2 Management Summary
Die Matrix-Projektorganisation ist die wohl am weitesten verbreitete Organisationsform innerhalb welcher Projekte abgewickelt werden.
Diese Organisationsform hat sehr viele Vorteile, birgt aber auch einige Nachteile. Der grösste Nachteil scheint die „Doppelführung“ der Mitarbeitenden zu sein. Einerseits ist er in seiner Organisationseinheit dem Linienvorgesetzten unterstellt, andererseits ist er in der Projektorganisation dem Projektleiter unterstellt. Diese Konstellation führt in vielen Fällen zu Konflikten, welche zur Unzufriedenheit aller Beteiligten führt. Um solchen Konflikten vorzubeugen, müssen gewisse Massnahmen ergriffen werden.
Der wichtigste Aspekt sind verbindliche schriftliche Abmachungen zwischen den beteiligten Stellen.
Zu Beginn des Projektes müssen zwischen dem Projektleiter, dem Linienvorgesetzten und dem Mitarbeiter schriftliche Vereinbarungen zur Projektarbeit erstellt werden. Diese Vereinbarungen müssen von allen Beteiligten verstanden und bestätigt werden. Wichtig ist auch, dass diese Vereinbarungen im Laufe des Projektes „leben“. Änderungen im Projekt, seien das Aufwand oder Termine, müssen in diese Vereinbarungen einfliessen. Dabei reicht es nicht, dass die Vereinbarungen angepasst werden, sondern es ist auch notwendig, diese Anpassungen zu kommunizieren und bestätigen.
Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Teambildung im Projekt.
Da die Projektteams in Matrixorganisationen jeweils nur auf Zeit bestehen, ist die Teambildung von hoher Wichtigkeit.
Der Projektleiter hat dabei die Verantwortung diesem Prozess den notwendigen Rahmen zu geben. Mit einem geordneten Projektstart ist schon ein grosser Schritt in die richtige Richtung eingeschlagen.
Es soll immer ein Kick-Off durchgeführt werden, in welchem dem Projektteam der Sinn und Zweck des Projektes aufgezeigt wird. Ist einmal ein gemeinsamer Weg eingeschlagen, kann auch ein „Wir-Gefühl“ im Projektteam entstehen. Dieser Umstand führt meist zu einem enormen Motivationsanstieg bei den Mitarbeitern.
Die Folge sind automatisch mehr Leistungsbereitschaft und weniger Konflikte - man will das Ziel zusammen erreichen.
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Ein weiterer Aspekt ist die gegenseitige Respektierung. Die Linie soll das Projekt und das Projekt die Linie respektieren und unterstützen. Wenn ein gemeinsamer Weg gesucht wird, lösen sich viele Konflikte von selbst.
Die Matrix-Projektorganisation ist eine geeignete Organisationsform um Projekte zum Erfolg zu bringen. Es bedarf aber einiger der genannten Massnahmen, welche eingeleitet werden sollen.
Ist einmal ein gegenseitiges Vertrauen aufgebaut, kann jeder Organisationsteil vom anderen profitieren.
Nicht zuletzt ist es auch der Mitarbeiter, welcher von dieser Organisationsform profitieren kann. Aber auch er muss seinen Anteil zum Vertrauen beitragen.
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3 Ausgangslage, Problemstellung und Abgrenzung
3.1 Auftraggeber
Herr Daniel Tschabold, Head of Connectivity Services, Swisscom IT Services AG
3.2 Ausgangslage
In den meisten Unternehmungen existieren keine reinen Projektorganisationen. Projekte werden innerhalb von Matrixorganisationen abgewickelt. Matrixorganisationen bieten viele Vorteile, bergen aber auch gewisse Risiken.
3.3 Problemstellung
In Matrixorganisationen ist vor allem der Einsatz der Personalressourcen immer wieder ein Hauptproblem. Konflikte zwischen Aufträgen im Projekt und Betriebsaufgaben treten offensichtlich sehr häufig auf.
Diese Konflikte führen in vielen Fällen zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Arbeitspaketen und nicht selten auch zu Projektverzögerungen und damit auch zu Kostenüberschreitungen.
Andererseits führen diese Konflikte auch zu Unzufriedenheit in der Linienführung und nicht zuletzt häufig auch bei den betroffenen Mitarbeitern selbst.
3.4 Fragestellung
Auf folgende Fragestellungen gehe ich mit dieser Diplomarbeit genauer nach.
Wie lassen sich bei Projekten in Matrixorganisationen die, meist beschränkt zur Verfügung stehenden, Personalressourcen am effektivsten planen, einsetzen und steuern?
Welche Risiken, in Bezug zu den eingesetzten Personalressourcen, bestehen speziell in Matrixorganisationen und mit welchen Massnahmen kann Ihnen effektiv entgegengewirkt werden?
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3.5 Abgrenzung
Ziel der Diplomarbeit ist das Aufzeigen von möglichen Massnahmen zur Minimierung von Ressourcenproblemen in Projekten, welche in Matrixorganisationen durchgeführt werden. Es ist nicht das Ziel die vorgeschlagenen Massnahmen innerhalb der Diplomarbeit einzuführen. Die Wirksamkeit der aufgezeigten Massnahmen kann innerhalb der vorliegenden Diplomarbeit daher nur theoretisch untersucht, nicht aber in der Praxis überprüft werden.
Welche Massnahmen in welcher Ausprägung anschliessend bei Swisscom IT Services AG eingeführt werden obliegt dem Auftraggeber und den Entscheidgremien der Unternehmung. In der Diplomarbeit wird die Kundensicht nicht berücksichtigt. Die vorgeschlagenen Massnahmen, zum Beispiel bei Verzögerungen, berücksichtigen die Kommunikation und Massnahmen gegenüber dem Kunden nicht.
3.6 Terminplan
Die Diplomarbeit wird gemäss folgender Planung erarbeitet.
Tabelle 1: Terminplan Diplomarbeit
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4 Ziel und Absicht der Diplomarbeit
Ziel der Arbeit ist ein Konzept, welches Massnahmen und Hilfsmittel für das Ressourcenmanagement bei Projektmanagement in Matrixorganisationen aufzeigt. Ziel der aufgezeigten Massnahmen und Hilfsmitteln soll eine effektive Planung und Steuerung der Personalressourcen ermöglichen
Das Konzept soll schwerpunktmässig die Themen Planung, Risikomanagement und Controlling abdecken.
Die vorgeschlagenen Massnahmen und bereitgestellten Hilfsmittel können sicher nicht alle Konflikte zwischen verschiedenen Projekt- und Betriebsaufgaben verhindern. Jedoch sollen diese dazu beitragen, dass entstehende Konflikte und Risiken früher entdeckt und beeinflusst werden können und somit nicht mehr zu Projektverzögerungen führen. Dieses Konzept und die darin erarbeiteten Massnahmen und Hilfsmittel können anschliessend an die Diplomarbeit im Bereich Connectivity bei Swisscom IT Services AG eingeführt und institutionalisiert werden.
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5 Vorgehen und Methodik
Zu den Themen Ressourcenplanung und -controlling ist sehr viel Literatur vorhanden. Ebenso finden sich zum Thema Projektorganisation und dabei speziell Matrixorganisation in nahezu allen Projektmanagement-Unterlagen diverse Informationen. Die Vorteile und Nachteile der Matrixorganisation werden in nahezu allen Unterlagen identisch dargestellt. Welche besonderen Anforderungen die Matrixorganisation, welche aus meiner Erfahrung am weitesten verbreitet ist, an die Ressourcenplanung sowie -controlling stellt wird dabei aber nur marginal erwähnt.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Risikomanagement. Ich kann keine 100%-Lösung anbieten, welche alle Probleme von bei Projektbeginn bereits ausschliesst. Wichtig sind die Risiken, durch eine entsprechende Planung und konsequentes Controlling, möglichst zu minimieren und daher ist ein aktives und effizientes Risikomanagement unausweichlich.
Die Grundlagen dieser Diplomarbeit sind aus diverser Fachliteratur zusammengetragen und mit eigenen Erfahrungswerten und Erkenntnissen ergänzt.
Erfahrungsberichte Dritter wurden mittels Online-Umfragen und Interviews erhoben. Dabei ist es mir wichtig verschiedene Sichten einzubeziehen. Die Befragten sind Projektlenkende (Projektleiter, Mitglieder des Steering Board), Projektmitarbeiter sowie Linienvorgesetzte.
Die Erfahrungswerte der Themen „Konflikte“ und „Motivation“ wurden, aufgrund ihrer Komplexität, nicht mittels der Online-Umfrage erhoben, sondern nur in den Interviews erörtert.
Ein wesentlicher Bestandteil ist auch der menschliche Aspekt. Im Endeffekt haben wir es im vorliegenden Themenkomplex mit Menschen zu tun. Der Problematik liegen häufig keine technischen Risiken zugrunde, daher sind auch Aspekte wie „Konflikte“ und „Motivation“ wichtig.
Die Erkenntnisse aus Theorie und Praxis sind als Empfehlung und in der Schlussfolgerung zusammengetragen.
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6 Grundlagen
6.1 Projektorganisationen
6.1.1 Linien-Projektorganisation
Bei der Linien-Projektorganisation, auch „reine Projektorganisation genannt, werden die Projektmitarbeiter Vollzeit im Projekt eingesetzt. Dazu werden die Projektmitarbeiter für die Dauer des Projektes aus der Linie entbunden und sind somit auch frei von Betriebs- oder anderweitigen Linienaufgaben.
Abbildung 1: Linien-Projektorganisation
Vorteile:
• Die Projektmitarbeiter können sich zu 100% auf die Projektaufgaben konzentrieren
• Klare Kompetenzen und Verantwortlichkeiten, daher weniger Konfliktträchtig
• Führungskompetenz liegt vollständig beim Projektleiter Nachteile:
• Die Projektmitarbeiter müssen nach Projektschluss wieder in die Linie integriert werden
• Das Projekt hat keine Abstützung mehr in der „Basis“
• Informationsaustausch zwischen Linie und Projekt findet nur noch formell statt
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6.1.2 Stabs-Projektorganisation
Bei der Stabs-Projektorganisation, auch „Einfluss-Projektorganisation“ genannt, wird die bestehende Linienorganisation nicht verändert. Der Projektleiter übernimmt die Projektkoordination, der Linienvorgesetzte hat weiterhin die Führungsverantwortung der Mitarbeiter.
Abbildung 2: Stabsorganisation
Vorteile:
• Keine oder nur geringe Anpassung der Organisation
• Die Projektmitarbeiter bleiben während der gesamten Projektdauer in der Linie integriert
• Das Projekt hat eine breite Abstützung in der „Basis“ Nachteile:
• Führungskompetenzen und -verantwortlichkeiten liegen nicht beim Projektleiter
• Der Projektleiter hat keine Weisungsbefugnis
• Lange Entscheidungsfindung
• In der Regel werden die Betriebs- oder Linienaufgaben mit höherer Priorität behandelt
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6.1.3 Matrix-Projektorganisation
Die Matrix-Projektorganisation, auch „Mehrlinien-Projektorganisation“ genannt, ist in der Praxis die wohl am häufigsten eingesetzte Organisationsform bei Projekten. Dabei werden die Projektmitarbeiter für die Projektdauer anteilsmässig sowohl dem Linienvorgesetzten wie auch dem Projektleiter unterstellt.
Abbildung 3: Matrix-Projektorganisation
Vorteile:
• Keine oder nur geringe Anpassung der Organisation
• Die Projektmitarbeiter bleiben während der gesamten Projektdauer in der Linie integriert
• Das Projekt hat eine breite Abstützung in der „Basis“ Nachteile:
• Konfliktgefahr durch gleichzeitigen Ressourcenbedarf von Projekt und Linie
• Führungskompetenzen und -verantwortlichkeiten liegen bei zwei Stellen
• Häufig werden die Betriebs- oder Linienaufgaben mit höherer Priorität behandelt
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6.1.4 Auswahlkriterien für die verschiedenen Organisationsformen
In der Praxis werden oft die verschiedensten Projekte immer in derselben Organisationsform abgewickelt - „Bei uns läuft das immer so…“. Die unterschiedlichen Charaktere der verschiedenen Projekte erfordern aber eigentlich auch eine unterschiedliche Form der Projektorganisation.
In der folgenden Abbildung sind Kriterien aufgeführt, welche bei der Wahl der optimalen Projektorganisation helfen können (Jenny, 2001, S. 110).
Tabelle 2: Kriterien für die verschiedenen Organisationsformen (Jenny, 2001, S. 110)
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6.2 Projektplanung
Ich verzichte hier bewusst auf die vollständige Darstellung aller Planungsmethoden und -elemente. Ich werde nur die, für die Ressourcenplanung, relevanten Planungselemente erwähnen.
Detaillierte Informationen zum Thema Projektplanung stehen in diverser Literatur (z. Bsp. Jenny, 2005, S. 101ff). zur Verfügung.
6.2.1 Planungsprozess
Die Projektplanung muss als Prozess betrachtet werden und ist keine einmalige Sache zu beginn des Projektes.
Jede Veränderung im Projektumfeld nimmt Einfluss auf das Projekt und somit auf die Planung. Speziell die Terminplanung und die damit verbundene Ressourcenplanung müssen iterativ erfolgen.
Abbildung 4: Prozesskette der Terminplanung (Jenny, 2005, S. 117)
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6.2.2 Projektstrukturplan
Um eine seriöse Ressourcenplanung erstellen zu können ist es unerlässlich einen möglichst detaillierten und vollständigen Projektstrukturplan (PSP) zu besitzen. Ist der PSP nicht vollständig, fehlerhaft oder fehlt sogar ganz, kann auch keine verlässliche Ressourcenplanung erfolgen. Das Projekt wird somit zu einer „Fahrt in Blaue“. Im Projektstrukturplan sind die einzelnen Arbeitspakete ersichtlich. Für die Strukturierung dieser Arbeitspakete gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Arbeitspakete werden entweder nach Teilkomponenten (objektorientiert) oder nach Projektphasen (vorgehensorientiert) strukturiert. Es gibt auch Mischformen.
Abbildung 5: Vorgehensorientierter Projektstrukturplan (Jenny, 2005, S. 107)
Ein sehr wichtiger Aspekt beim Erstellen des Projektstrukturplans und der Arbeitspakete ist die Aufwandschätzung. Werden die Aufwände falsch geschätzt, wird sich dies im späteren Projektverlauf rächen. Werden die Aufwände unterschätzt wird es unweigerlich zu Projektverzögerungen kommen. Um solche Verzögerungen zu verhindern müssten mehr Personalressourcen zur Verfügung gestellt werden. Doch genau dies ist in der Regel nicht möglich, da diese nicht verfügbar sind.
Werden die Aufwände zu hoch geschätzt, scheint dies im ersten Moment nicht tragisch. Doch leider führt dies selten zu Projektverkürzungen, denn es liegt in der Natur der meisten Menschen, dass sie Arbeiten erst dann beginnen, wenn unbedingt notwendig. Eliyahu Goldratt nennt dies in seinem Buch „Die kritische Kette“ auch das „Studentensyndrom“. Daher werden die Arbeitspakete trotz genügender Reserven selten vor dem vereinbarten Endtermin fertig gestellt, obwohl dieser Termin auf zu hohen Schätzungen basiert.
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6.2.3 Ablaufplan
Anhand dieser Arbeitspakete kann nun der Ablaufplan erstellt werden. Im Ablaufplan werden die einzelnen Arbeitspakete nun auf die Zeitachse (nur Dauer) gelegt und die Abhängigkeiten untereinander aufgeführt.
Abbildung 6: Ablaufplan (Jenny, 2005, S. 109)
6.2.4 Ressourcenplan
Grundsätzlich sollten im Ressourcenplan nicht nur die notwendigen Personal- sondern auch die Sachmittel geplant werden. Ich verzichte hier bewusst auf die Sachmittel und widme mich ausschliesslich den Personalressourcen.
Anhand des Ablaufplans werden nun die benötigten Kapazitäten (SOLL) ermittelt, indem die Aufwände pro Arbeitspaket zusätzlich in den Ablaufplan übertragen werden.
Abbildung 7: Ablaufplan mit Ressourcenangaben (Jenny, 2005, S. 110)
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Danach kann einem Kapazitätsbelastungs-Diagramm erstellt werden.
In diesem Diagramm werden nun auch die zur Verfügung stehenden Ressourcen (IST) eingetragen. Damit kann ein SOLL/IST-Vergleich erfolgen.
Abbildung 8: Kapazitätsbelastungs-Diagramm (Jenny, 2005, S. 111)
In diesem Diagramm erkannt man sehr einfach, wo Über- respektive Unterbelastungen vorhanden sind. Es gilt nun diese Planung, innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen (Termine und Abhängigkeiten) zu optimieren, um damit Ressourcenengpässe von vornherein möglichst zu verhindern.
Je mehr solcher Engpässe bereits bei Projektbeginn in Kauf genommen werden, umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit von Projektverzögerungen. Wichtig ist, dass nicht nur die internen Ressourcen, sondern auch die externen in der Planung berücksichtigt werden.
Generell sollen die personellen Ressourcen mittels schriftlichen Vereinbarungen bestätigt werden. Wie solche schriftlichen Vereinbarungen gestaltet werden können wird in „Hansel / Lomnitz, Projektleiterpraxis, Kapitel 3.7.1ff“ beschrieben.
© René Caspar 22
Arbeit zitieren:
René Caspar, 2008, Projektmanagement in Matrixorganisationen - oder wie lassen sich die Personalressourcen effektiv steuern, München, GRIN Verlag GmbH
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