Gliederung
1. Einleitung 3
2. Wichtige Begriffe
2.1 Technik und Technologietransfer 4
2.2 Kultur und Kulturtransfer 5
2.3 Modernisierung und Globalisierung 6
3. Rahmenbedingungen für die Modernisierung Chinas
3.1 China von 1949 bis heute unter dem Schwerpunkt seiner
technischen und wissenschaftlichen Entwicklung 8
3.2 Modernisierungsfolgen im heutigen China 11
4. Neue Modernisierungskonzepte als Wegweiser für China 14
5. Fazit 17
6. Literaturverzeichnis 19
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1. Einleitung
Die gegenwärtige Entwicklung Chinas gestaltet sich vor allem im technischen Bereich als eine rasante Modernisierung. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Wirtschaft beträgt über neun Prozent. Dennoch hat China auf Grund dieser nachholenden Modernisierung mit vielfältigen Problemen kultureller, ökonomischer und besonders ökologischer Art zu kämpfen. Folgende Fragen sollen in dieser Arbeit beleuchtet werden: Welche historisch-technische Entwicklung hat es in China ab 1949 gegeben? Welche gegenwärtigen Fortschritte, aber auch Modernisierungsprobleme sind daraus hervorgegangen?
Welche ethischen Lösungskonzepte sind im Hinblick auf diese Modernisierungsprobleme für das heutige China denkbar? Im nächsten Punkt sollen zunächst wichtige Begriffe für die Erschließung des Themas definiert werden. Zu ihnen zählen Technik und Technologietransfer, Kultur und Kulturtransfer, sowie Modernisierung und Globalisierung. Im Anschluss wird eine historische Einsicht in das China von 1949 bis heute gegeben, mit dem Schwerpunkt seiner technischen und wissenschaftlichen Entwicklung. Ein Blick auf die gegenwärtige Situation der Volksrepublik China soll heutige Problemfelder unter dem Gesichtspunkt der bisherigen Technisierung und Modernisierung aufdecken und versuchen deren Ursachen zu finden. Den Abschluss der Arbeit bildet eine kritische Betrachtung zweier neuer Modernisierungskonzepte.
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2. Wichtige Begriffe
2.1 Technik und Technologietransfer
Technik wird heute als instrumentelles Hilfsmittel verstanden. Der Begriff der Technik umfasst nach neueren Definitionen:
- Die Menge der nutzorientierten, künstlichen, gegenständlichen Gebilde (Artefakte)
- Die Menge menschlicher Handlungen und Einrichtungen, in denen Artefakte entstehen
- Die Menge menschlicher Handlungen, in denen Artefakte verwendet werden (vgl. Walther, S.8).
Mit Hilfe der Technik schafft sich der Mensch jeweils diejenige Wirklichkeit, in der er trotz seiner natürlichen Mängel relativ sicher zu leben vermag. Technologie ist somit ein Teil seiner Kultur, deren Begriffsbedeutung im nächsten Punkt geklärt wird. Dennoch ist die Technik auch risikoreich: „Ohne die elektronischen Kommunikationstechniken, (…), könnten bestimmte Funktions- und Handlungsabläufe in dieser Gesellschaft gar nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt erfolgen.“ (ders., S. 11). Ein weiteres Beispiel für das Risiko, welches in der Technik liegt, sind die von Industrien hervorgerufenen ökologischen Schäden, welche z. T. irreparabel sind (vgl. ders., S. 11). Der Stand der Technik in einem Land „… umfasst technische Traditionen, den Stand des impliziten Wissens, des Umgangswissens und der technischen Kompetenz. Er bezieht sich auf eine Phase, einen Abschnitt der technischen Entwicklung, zumindest auf einen Teil eines epochalen Paradigmas technischer Kompetenz oder Gestalt technischer Praxis.“ (Irrgang 2006, S. 32). Der besagte „Stand der Technik“ ist nicht statisch zu verstehen, sondern befindet sich durch Innovationen in einem ständigen Wandel. Innovationen ermöglichen den Technologietransfer und erschweren diesen gleichzeitig (vgl. ders., S. 32). „Technologietransfer kann zweierlei bedeuten: den Weg von einer Invention zu einer Innovation in einer Industriegesellschaft und die damit verbundenen Einbettungsprozesse, oder den Weg von einer Innovation in einem
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Industrieland zu einer Innovation in einem Schwellen- oder Entwicklungsland.“ (ders., S. 5). Eng in Zusammenhang mit dem Technologietransfer steht der Kulturtransfer. Kultur und Technik beeinflussen sich gegenseitig und hemmen, oder fördern die Entwicklung eines Schwellenlandes, zu denen auch China zählt. Im Folgenden wird dieser Zusammenhang näher erläutert.
2.2 Kultur und Kulturtransfer
Aufgrund der Mehrdeutigkeit des menschlichen Kulturbegriffs ist eine exakte Definition nur schwer möglich. Eine recht gelungene Begriffsbestimmung findet sich bei Herbert Schnädelbach:
Die „…wichtigste Unterscheidung zwischen der traditionellen und der modernen Rede von Kultur betrifft den zwischen Singular und Plural.“ (Schnädelbach, S. 510). Von der Kultur im Singular spricht man, sofern ein Gebiet mit Begriffen die die gleichen Merkmale aufweisen, gemeint ist, wie z.B. die Kunst. Dagegen ist die Rede von Kulturen, wenn man die verschiedenen Ausprägungen von Kultur in den verschiedenen Völkern der Erde betrachtet. Die Kultur(en) kann (können) natürlich wertend und wertfrei betrachtet werden. Dies schließt ein, dass „…auch andere Kulturen ein Existenzrecht haben, die anderen Normen folgen als den unsrigen und deswegen eine wertfreie Annäherung verlangen…“ (ders., S. 511). Zuletzt beleuchtet Schnädelbach den Aspekt des materialen und des formalen Kulturbegriffs. Man formalisiert, „…wenn man fragt, welche Merkmale ein Gegenstand oder Phänomen aufweisen muß, um als kulturelles (…) zu gelten.“ (ders., S. 513). Der materiale Kulturbegriff hingegen gibt Leistungen an, die eine Kultur zum Überleben ihrer Mitglieder benötigt. (vgl. ders., S. 513). Um den Begriff des Kulturtransfers in Verknüpfung mit dem des Technologietransfers näher erläutern zu können, muss man besonders den wertenden, bzw. den wertfreien Aspekt von Kultur berücksichtigen. Der Kulturtransfer von den Industrieländern zu den Schwellenländern beruhte lange Zeit auf der Ideologie westlicher kultureller Überlegenheit. Während der
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Kolonialisierung wurden vor allem kulturelle Güter, wie Wissenschaft und Kunst, kulturelle Ideale, Bildungseinrichtungen und Lebensformen übertragen und führten zu Wertwandelprozessen, sowie zur Entfremdung von den eigenen Traditionen der Entwicklungs- und Schwellenländer (vgl. Irrgang 2006, S.56). Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt des Kulturtransfers, welcher heute umso aktueller ist, nämlich in Zusammenhang mit dem Techniktransfer. „Technik als grundlegendes Segment der Kultur ist aufgrund der Nichtsprachlichkeit leichter zu transferieren als andere Kulturtechniken.“ (ders., S. 58). Dabei wird sie jedoch „… aus ihrem zivilisatorischen Kontext, in dem sie sich herausgebildet hat, herausgelöst, herausgenommen und isoliert. Vernetzungen und Einbettungsprozesse werden rückgängig gemacht, …“ (ders., S. 57). In Schwellen- und Entwicklungsländern müssen diese neuen Techniken demzufolge erst in die eigene Kultur eingebettet werden. Dies kann problematisch sein, da oftmals das nötige „Know-how“ vor Ort fehlt und die Technologien nicht immer auf die Gegebenheiten (Infrastruktur, Ressourcen, usw.) zugeschnitten sind.
2.3 Modernisierung und Globalisierung
Die Moderne, ein Begriff, der in den 50er Jahren eingeführt wurde beschreibt nach Arnold Gehlen die Konsequenzen der Aufklärung, d. h. die Beschleunigung gesellschaftlicher Prozesse als Kehrseite einer erschöpften kristallinen Kultur (vgl. Irrgang 2006, S. 14). Der Begriff umfasst industrielle Produktionsweisen moderner Wissenschaft und Technologie und deren systematische, wachstumsorientierte Organisation, sowie die
Konsumorientierung. Zu den geistigen Strömungen der Moderne sind Rationalismus, Individualismus und religiös-weltanschaulicher Pluralismus zu zählen, welche ihre Wurzeln in der europäischen Aufklärung haben. „Inzwischen ist Technik in der technischen Modernisierung selbst zum Leitbild geworden. (…) Dies erleichtert den Technologietransfer, während falsche
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Arbeit zitieren:
Petra Hoffmann, 2009, Modernisierung am Beispiel China unter Berücksichtigung von Technologie- und Kulturtransfer, München, GRIN Verlag GmbH
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