Inhaltsverzeichnis
1. Theoretische Grundlagen zur Textsorte: „Fantasyroman“ 3
2. Wissenswertes zum Roman und zu den Autoren 6
3. Analyse des Kinderromans „Drachenthal“
3.1 Zum literarischen Aspekt 6
3.2 Zum lesepsychologisch-kommunikativen Aspekt 9
3.3 Zum pädagogisch-funktionalen Aspekt 11
4. Überlegungen zum didaktisch-methodischen
Umgang im Unterricht 13
Quellenverzeichnis 14
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1. Theoretische Grundlagen zur Textsorte „Fantasyroman“
Das Genre „Fantasy“ lässt sich nur schwer definieren. In gewöhnlichen Buchhandlungen haben die Fantasybücher meist neben den Science Fiction-Romanen Einzug gehalten. Mittlerweile finden sich auch so genannte Science Fiction-Fantasy-Romane in den Regalen, welche auf eine Verwandtschaft der beiden Genres schließen lassen. Helmut Pesch vergleicht das Verhältnis von Fantasy und Science Fiction in seiner Dissertation „Fantasy - Theorie und Geschichte einer literarischen Gattung“ mit einer zweiseitigen Münze. Beide Genres bestehen aus derselben „Substanz“, unterscheiden sich jedoch in einigen wesentlichen Merkmalen voneinander (vgl. Pesch, S. 1). Außerdem lassen sich Parallelen zum Märchen und zur Utopie feststellen. Im Folgenden werden ausschließlich die Elemente des Fantasy-Genres betrachtet, um eine Definition dieser Gattung zu gewinnen. Die Begriffe „Fantasy“ und „Phantastik“ werden synonym verwendet, obgleich es vernachlässigbare Unterschiede gibt, die den Rahmen der Arbeit sprengen würden. a) Das heroische Element
Handlungsbetontheit und Abenteuerlichkeit, auch physische Gewalt, sind genrespezifisch für den Fantasyroman und treten hier in einer besonders anschaulichen Form zutage (vgl. Pesch, S. 33). Außerdem lässt sich feststellen, dass „… die Handlung auf eine Zentralfigur, einen Helden, ausgerichtet ist, mit der sich der Leser identifizieren kann.“ (ebenda, S. 34). Auch mehrere Helden können durch den Roman führen, z. B. in der Herr-der-Ringe-Trilogie von J. R. R. Tolkien. In vielen Fantasywerken ist festzustellen, dass der oder die Helden oftmals eine spezifische Einstellung zur Gewalt haben. Unterdrückung und Tötung anderer Menschen durch den Helden sind keine Seltenheit und werden kultiviert. Der Kampf des Helden gegen das Ungeheuer, bzw. seine Widersacher sei einer der ältesten literarischen Gattungen, dem Epos, entnommen, begründet Pesch diese Beobachtung (vgl. ebenda, S. 34).
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b) Das Element der imaginären Welt
Die Fantasy geht wie die Science Fiction davon aus, dass es eine unendliche Anzahl möglicher Welten gibt, die im Allgemeinen in der Zukunft oder einer alternativen Vergangenheit, bzw. Gegenwart liegen. Während in der Science Fiction stets eine Verbindung zu unserer realen Gegenwart besteht, ist diese in den meisten Fantasyromanen nicht vorhanden. Es handelt sich hier um komplett eigenständige Welten, mit einem eigenen historischen Kontext und Geographien (vgl. Pesch, S. 35). c) Das Element des magischen Bewusstseins
„Die Magie ist das eigentliche Element, auf das alles andere zurückgeführt wird…“ (Pesch, S. 39). Magie ist ein integraler Bestandteil der imaginären Welt und tritt in verschiedener Gestalt auf: Als Naturkraft, der die Menschen unterworfen sind, als erlernbare Kunst, mit feststehenden Gesetzen, sowie als psychische Fähigkeit, die noch innerhalb der Naturgesetze der Welt als möglich angesehen werden (vgl. ebenda, S. 40).
Nach Analyse der drei Elemente stellt sich die folgende Definition der Fantasy von Birgit Patzelt als die geeignetste für diese Arbeit heraus: „Die (phantastischen) Erzählungen gestalten eine fiktiv-reale Welt, in der eine oder mehrere Figuren mit einem für sie übernatürlichen [magischen], d.h. mit ihrer Welt nicht zu vereinbarenden, Phänomen konfrontiert werden. Dieses phantastische Phänomen tritt als strukturbildendes Element auf, d.h. es wirkt unmittelbar auf das Handlungsgeschehen ein. Im Text wird die Konfrontation mittels einer Erklärungsstruktur thematisiert. Die fiktiv-reale Welt des Textes ist mit dem Realitätskonzept des Lesers vereinbar.“ (Patzelt, S. 65).
Nicht zuletzt mit den Harry-Potter-Büchern hat das Genre „Fantasy“ Einzug in die Freizeitlektüre der Kinder und Jugendlichen gehalten und sollte deshalb auch in der Grundschule Gegenstand des Leseunterrichts sein.
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Der Lehrer muss aus diesem Grund die Funktionen der phantastischen Literatur kennen:
Die phantastische Kinder- und Jugendliteratur thematisiert individuelle kinder- • spezifische Konflikte.
Sie kann eine befreiende Wirkung von den Zwängen der durch Rationalität und •
Wissenschaft geprägten Welt haben.
Sie bietet Möglichkeitserfahrungen, Probleme von der Realität abzulösen und in •
einer extratextuellen Realität zu behandeln.
Sie trägt zur Erkenntniserweiterung bei, indem sie Eigenschaften, Probleme, •
Bedürfnisse, Hoffnungen, usw. in eine äquivalente Realitätsbeschreibung einbettet, über die die Vernunft keine oder unzureichende Aussagen treffen kann. Fantasy kann Träger von fünf pädagogischen Funktionen sein: •
Der Bildung von Lektüretechniken (z. B. Füllen von Leerstellen, Reflexi- o on),
Der Individuation (Veränderung der kindlichen Realität und damit auch ei- o
Der Entlastung von Problemen, o
Dem Zugewinn an nützlichen Fähigkeiten (die der Protagonist des Ro- o
mans nutzt), die man auch in dieser Realität nutzen kann Und der Überwindung von Ängsten und Unsicherheiten (durch die Identifi- o
kation mit dem Protagonisten).
Die phantastische Literatur hat eine entwicklungsunterstützende Funktion (z. B. •
in der Entwicklung des prä-operationalen hin zum konkret-operationalen Denken).
Außerdem besitzt sie eine Orientierungsfunktion (z. B. über die Zugehörigkeiten •
von Gut und Böse) (vgl. Kulik, S. 347-368).
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Arbeit zitieren:
Petra Hoffmann, 2009, Analyse des aktuellen Kinderromans: „Drachenthal – Die Entdeckung“ von Wolfgang und Heike Hohlbein, München, GRIN Verlag GmbH
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