Inhaltsverzeichnis:
1. Einführung: Chancen und Grenzen der Landeskunde in der Didaktik 3
2. Definition: Was ist eigentlich Landeskunde? 4
3. Die Entwicklung des Kulturbegriffes und dessen Rolle im DaF- Unterricht 4
4.Verschiedene Ansätze des Landeskundlichen Unterrichtes. 5
4.1 Faktische Landeskunde 5
4.2 Kommunikative Landeskunde. 5
5. Interkulturelles Lernen und dessen Nutzen zur Vermittlung des politischen
Verständnisses 6
5.1. Definition: Interkulturelles Lernen: 6
5.2. Ziele des interkulturellen Lernens: 6
6. Mögliche Lerninhalte mit dem Schwerpunkt Politik 7
7. Landeskundliche Lehrmaterialien und deren Einsatz. 8
7.1 Umgang mit den Lehrwerken. 8
7.2. Bedeutung der Verwendung von Bildern 8
7.3. Bedeutung literarischer Texte. 9
7.4. Bedeutung von Sachtexten. 9
8. Die vier Konzepte des Landeskunde-Unterrichtes 10
8.1 Tübinger Modell. 10
8.2. ABCD Thesen. 10
8.3. D-A-CH Konzept 10
8.4. Erlebte Landeskunde. 10
9. Schluss: Keine ideale Methode für alle Fälle 11
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1. Einführung: Chancen und Grenzen der Landeskunde in der Didaktik
Als etwas stiefmütterlich lässt sich die Landeskunde innerhalb des Fremdsprachenunterrichts betrachten. Wer eine Sprache sprechen will, muss diese in Wort und Schrift sicher verstehen und selbst anwenden können. Doch eine Sprache einfach nur zu lernen reicht in den meisten Fällen oft nicht aus. Die Kultur der zu lernenden Sprache, also die Kultur der Muttersprachler, ist mindestens als genauso wichtig anzusehen, wie das Sprechen und das Schreiben. Landeskunde im Fremdsprachenunterricht ist damit also kein notwendiges Übel, sondern eine Chance. Vielmehr eröffnet es uns unzählige Möglichkeiten, die Sprache und die Menschen dahinter näher kennenzulernen und letztendlich auch zu begreifen. Man lernt eine Sprache schließlich in den seltensten Fällen nicht nur um diese einfach sprechen zu können. Man möchte das Erlernte auch im Alltag anwenden. Die Bedeutung der Landeskunde ist im 21. Jahrhundert enorm gewachsen. Durch die Globalisierung ist es in vielen Bereichen des Lebens möglich und oft auch nötig geworden, in andere Länder zu reisen. Wäre es da nicht klug, die Sitten, Gebräuche und Traditionen des betreffenden Landes zu kennen? Schon kleinste landesspezifische Dinge wie zum Beispiel die richtige Art der Begrüßung können einen Besuch in einem anderen Land positiver gestalten. Dabei sind Kultur und Politik oft miteinander eng verzahnt. Kulturelle Gegebenheiten bestimmen und erklären oft die Politik des jeweiligen Landes. Innerhalb Europas und der Europäischen Gemeinschaft sind die Schranken des voneinander abgegrenzten politischen Zusammenlebens längst gefallen. Ein kultureller und politischer Austausch findet zwischen allen Ländern tagtäglich statt. Jährlich strömen unzählige Menschen auch in die Bundesrepublik Deutschland, sei es als einfacher Tourist für wenige Tage, sei es als Geschäftsmann für einen wichtigen Vertragsabschluss, ein wichtiger Politiker auf einer Auslandsreise oder jemand, welcher sich hier niederlassen möchte. Jene, welche länger bleiben oder öfters das Land bereisen wollen, lernen unsere Sprache und unsere Politik und unsere Kultur genauer kennen. Diese Arbeit soll einen ausführlichen Überblick darüber geben, welche Möglichkeiten es zur Vermittlung der Landeskunde im Fremdsprachenunterricht gibt, auf welche Besonderheiten ein Lehrer zu achten hat, wenn er das politische Verständnis in der BRD vermitteln möchte, welche Inhalte unbedingt vermittelt werden sollten und was die Landeskunde aktiv leisten sollte und muss.
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2. Definition: Was ist eigentlich Landeskunde?
Die Landeskunde im Fremdsprachenunterricht ist ein Versuch, die Vermittlung von Sprache mit der Vermittlung von kulturellen Informationen zu verknüpfen. Die Lernenden sollen dabei im souveränen Umgang mit fremden Kulturen geschult und sensibilisiert werden um letztendlich auch Vorurteile abzubauen. Die Landeskunde fördert damit den kulturellen Austausch und die Verständigung zwischen den Menschen. Der Lehrende sollte daher mögliche Strategien zur kulturellen Auseinandersetzung vermitteln. Um dieses Ziel möglichst mit Erfolg zu erreichen, ist es notwendig, den Unterricht lebendig und somit begreifbarer für den Einzelnen zu gestalten. Dabei sollte der Lehrende auf die unterschiedlichen Sichtweisen der Lernenden Rücksicht nehmen und deren spezifische Emotionen und Standpunkte in den Unterricht mit einbinden. Ziel der Landeskunde ist es, dass sich die Lernenden aktiv mit der für sie fremden Kultur auseinandersetzen. (vgl. Biechele; Padrós (2003), 8)
Kultur bezeichnet den Komplex von Kenntnissen, Glaubensvorstellungen, Kunst, Moralauffassung, Recht, Bräuchen und allen anderen Fähigkeiten und Sitten, die der Mensch als Mitglied einer Gesellschaft erworben hat. Der Begriff der Kultur hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte stark gewandelt. Der traditionelle Kulturbegriff vor dem 20. Jahrhundert umfasste lediglich die Bereiche wie die der klassischen Literatur, der Malerei, der klassischen sowie ernsten Musik oder des klassischen Balletts. Themengebiete wie Politik, Wirtschaft, Alltag, Technik und Gesellschaft zählten nicht dazu. (vgl. Biechele;Padrós (2003), 11) Seit dem 20. Jahrhundert können wir jedoch von einem erweiterten Kulturbegriff sprechen. Dieser umfasste seit den 70er Jahren auch Themengebiete wie die Werbung, die Mode, sozialpolitische Themen sowie Arbeiterlieder. (Kretzenbacher (1992) 170 - 196 vgl. nach: Biechele;Padrós (2003), 11) Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde der Kulturbegriff noch einmal erweitert. Nun umfasste der Begriff das gesamte Abbild der Lebenswirklichkeit. Mit eingeflossen waren die Haltung vor Neuem und Fremdem, sowie die Erfahrungen und Regeln im zwischenmenschlichen Umgang. Heute spricht man von einem offenen Kulturbegriff. Dabei hat sich der klassische, traditionelle Kulturbegriff geöffnet. Desweiteren findet eine Abgrenzung von der Beliebigkeit des erweiterten Kulturbegriffes statt. (vgl. Biechele;Padrós (2003), 11)
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Arbeit zitieren:
Robert Meyer, 2008, Landeskunde im DaF-Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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