Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 3
2. Versuch einer Definition 4
3. Flexion im Vergleich
3.1 Allgemeine Merkmale 5
3.2 Flexionsverhalten des Adjektivs 6-8
4. Adjektivflexion in DaF-Lehrwerken mit Lernniveau A2 8-10
5. Adjektivflexion in DaF-Lehrwerken mit Lernniveau B1 10-11
6. Fazit 12
7. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Das Adjektiv, so Eisenberg in seinem Werk „Das Wort - Grundriss der deutschen Grammatik“, weist zwei bemerkenswerte Besonderheiten hinsichtlich seines Flexionsverhaltens auf (Eisenberg 2006, 177). Zum einen „wird es nicht nur dekliniert, sondern auch kompariert“ (ebd., 177), das heißt es existieren Steigerungs-formen, „die es nur beim Adjektiv gibt“ (ebd., 177). Zum anderen und dieser Um-stand soll für die vorliegende Hausarbeit von Relevanz sein, folgen Adjektive „nicht einem, sondern mehreren Flexionsmustern, wobei die Wahl des Musters von der syntaktischen Umgebung abhängt“ (ebd., 177).
Diese Seminararbeit wird sich in drei wesentlichen Schritten mit dem sprachlichen Phänomen der Flexion des Adjektivs auseinandersetzen. In einem ersten Schritt soll dabei der Versuch einer Definition des Terminus Adjektiv unternommen werden, da nur eine enge Eingrenzung des Begriffs zielführend erscheint. Allein die Tatsache, dass das Adjektiv in verschiedenen Grammatiken unterschiedlich definiert wird, macht diesen Schritt notwendig. Im Anschluss daran widmet sich die Arbeit dem unterschiedlichen Flexionsverhalten des Adjektivs. Dabei soll auf die unterschiedlichen Sichtweisen mehrerer Grammatiken zurückgegriffen werden. Um ein möglichst breites Spektrum an Meinungen abzubilden, basiert diese Seminararbeit daher auf den jeweiligen Grammatiken von Eisenberg (2006), Engel (2004), Helbig/Buscha (2005) , Weinrich (2005), Flämig (1991) sowie auf einem Aufsatz von Eichinger (2007), welcher sich ebenfalls mit der Thematik auseinandersetzt.
In einem dritten Schritt werden die zuvor gewonnenen Erkenntnisse hinsichtlich der Frage überprüft, inwieweit dass in den Grammatiken verschieden beschriebene Flexionsverhalten von Adjektiven Einzug in aktuelle Lehrwerke für den Deutsch als Fremdsprache (DaF) Unterricht gefunden hat. Dabei wird zum einen ein Lehrwerk untersucht, welches sich an Lerner der Grundstufe richtet (Niveau A2 nach dem europäischen Referenzrahmen). Zum anderen wird ein Lehrbuch verwendet, welches sich an erwachsene Lerner der Mittelstufe richtet (Niveau B1 nach dem europäischen Referenzrahmen).
An das Ende der Seminararbeit schließt sich eine kurze Zusammenfassung des Erarbeiteten sowie ein kurzes Fazit an.
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2. Versuch einer Definition
Ein Blick in die einschlägigen Grammatiken zur deutschen Sprache zeigt, dass sich Sprachwissenschaftler mit einer einheitlichen Definition des Terminus Adjektiv sichtlich schwer tun. Engel sieht Adjektive beispielsweise als „genusvariable Wörter, die immer zwischen Determinativ und Nomen stehen können“ (Engel 2004, 335) und weist dann auf zwei andere gängige Definitionen hin, welche er jedoch kritisch betrachtet und daher in ihrer Form als ungeeignet ablehnt. Seiner Ansicht nach zielen semantische Definitionen darauf ab, „Adjektive als Wörter aus[zu]sondern, die Eigenschaften bezeichnen und damit Größen qualifizieren“ (ebd., 335). Jedoch weist Engel richtigerweise darauf hin, dass auch andere Wörter und Wortgruppen Eigenschaften bezeichnen (vgl. ebd., 335) und gleichzeitig „die Mehrheit der gemeinhin als Adjektive anerkannten Wörter eben keine Eigenschaften“ (ebd., 335) bezeichnen.
Als zweite gängige Variante beschreibt Engel eine flexivische Definition, welche Adjektive nach ihrer Fähigkeit zur Steigerung klassifizieren will (vgl. ebd., 335). Diese lehnt er jedoch mit dem Verweis darauf ab, dass sich nur ein relativ kleiner Teil der Adjektive überhaupt steigern lässt und sich beispielsweise die große Gruppe der Zahlwörter einer Steigerung gänzlich widersetzen (vgl. ebd., 335). Weinrichs Definition wiederum fällt unter keine der von Engel benannten beiden Varianten. Er definiert Adjektive folgendermaßen: „Adjektive sind Sprachzeichen, die vorwiegend der Determination anderer Sprachzeichen dienen. Das können Nomina, Verben und andere Adjektive sein“ (Weinrich 2005, 477). Weiterhin fügt er hinzu, dass Adjektive als Prädikamente bei der Kopula-Prädikation wirken (vgl. ebd., 477) und je nachdem, ob sie selbst determinierend wirken oder determiniert werden, haben sie „die semantischen Merkmale [BESTIMMEND] oder [BESTIMMBAR] (ebd., 477). Im Schul- bzw. DaF-Unterricht spielen derartige Unterscheidungen nur eine untergeordnete Rolle, wie ein Nachschlagewerk für Studenten zeigt, welche den eigentlichen Deutschunterricht bereits hinter sich haben. Dort heißt es: „Das Adjektiv kennen Sie vielleicht auch als Eigenschafts-wort oder Wiewort. Beide Bezeichnungen beziehen sich auf seine Funktion: Das Adjektiv beschreibt, wie etwas ist“ (Hoffmann 2005, 30, Hervorhebungen im Text). Nimmt man jetzt die zuvor eingeführte Definition bzw. Kritik von Engel zur Hand, stellt sich schnell heraus, dass die im Unterricht verwendete Definition zwar unscharf, jedoch für den Lernenden als ausreichend zu betrachten ist.
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Arbeit zitieren:
Robert Meyer, 2010, Flexionsverhalten des Adjektivs und dessen Vermittlung im DaF-Unterricht , München, GRIN Verlag GmbH
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