Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung 3
II. Erste Entwicklungen - die Gründung des Jakobinerklubs und das Zwischenspiel der
konservativen Monarchisten. 4
III. Die Abspaltungen des Jakobinerklubs - Feuillants, Girondisten und Montagnards. 6
IV. Die Volksbewegung der Sansculotten und der Sturz der Gironde hin zum „legalen
Terror “ des Wohlfahrtsausschusses. 9
V. Die radikalen Kräfte - Cordeliersklub, Hébertisten und Enragés. 11
VI. Die Endphase der Jakobinerherrschaft und der politischen Gruppierungen bis zum 9.
Thermidor 14
VII. Schlussbetrachtung 15
VIII. Literaturverzeichnis: 16
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I. Einleitung
Die Französische Revolution gilt wohl in vielerlei Hinsicht als ein Ereignis, welches mit überkommenen Traditionen brach und schließlich die Wende in ein neues Zeitalter bereitete. Ausgehend von einer lang anhaltenden Krise des Ancien Régime, dem Verlust staatlicher Autorität und der damit verbundenen Legitimationskrise des bestehenden Systems gewannen aufklärerische Theorien um die Grundlage und Rechtfertigung von Herrschaft immer größere praktische Bedeutung. Doch nicht nur dies. Auch das einfache Volk machte erstmals seine Forderungen laut und versuchte Einfluss auf politische Prozesse zu nehmen. So bildeten sich auf mehreren Ebenen verschiedene politische Kräfte heraus, welche in Abhängigkeit der Entwicklungen mit mehr oder minder großem Erfolg den Verlauf der Revolution mit- wenn nicht sogar gänzlich bestimmen sollten. Zum einen waren dies die sich seit 1789 gründenden Klubs oder Volksgesellschaften, in welchen sich vor allem das mittlere Bürgertum traf, um politisch zu diskutierten und durch Flugblätter und Zeitungsartikel revolutionäre Ideen verbreitete. Sie bauten auf die seit der Aufklärung etablierten bürgerlichen Organisationsformen der Salons, Lesezirkel und akademischen Gesellschaften auf, öffneten sich aber einem größeren Kreis und neuen Zielen. Neben diesen außerparlamentarischen Gruppierungen entwickelten sich in der Zeit der Konstituante erste Parteiungen heraus, die zwar als Vorläufer jener, jedoch nicht als Parteien im modernen Sinne angesehen werden können. Ausgestattet mit einer identifizierbaren politischen Grundrichtung versuchten sie ihre jeweiligen Interessen in der Nationalversammlung durchzusetzen. Ebenso galt dies für die gesetzgebende Nationalversammlung sowie den 1792 zusammengetretenen Konvent. Oft gehörten Abgeordnete auch den Klubs an, womit diese es vermochten Einfluss auf die Regierungsgeschäfte zu üben. Eine letzte große Kraftlinie der Revolution stellte schließlich die Volksbewegung des einfachen Bürgertums dar, welche ihren Forderungen meist auf radikale Weise Nachdruck verliehen bzw. im Bündnis mit der Regierung deren revolutionäre Maßnahmen ausführte.
Welche politischen Kräfte dies im Einzelnen waren, welche Vorstellungen von einem Regierungssystem und der Politik sie verfolgten, wie sie dabei im Wechselspiel zueinander standen und welche Erfolge sie im Ringen um ein neues Frankreich ausmachen konnten, soll in der vorliegenden Arbeit näher analysiert werden. Zeitlich wird sich dabei auf die Jahre 1789 bis 1794 konzentriert, da mit dem 9. Thermidor des Jahres II. die Agitationen politischer Gruppieren mehr und mehr im Sande verliefen und
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für einige Zeit nahezu Ruhe auf dem politischen Parkett einkehrte. Obwohl selbst in der Forschung Uneinigkeit darüber herrscht, soll schließlich in einer resümierenden Betrachtung anhand der aufgezeigten Entwicklungen noch einmal versucht werden der Frage nachzugehen, worin die Gründe des Scheiterns all jener Kräfte lagen, ihre Bemühungen aber dennoch nicht umsonst gewesen sein sollten.
II. Erste Entwicklungen - die Gründung des Jakobinerklubs und das Zwischenspiel der
konservativen Monarchisten
Im Zuge der Eröffnung der Generalstände am 5. Mai 1789 schossen überall in Frankreich politische Klubs aus dem Boden. Damit bildeten sich außerparlamentarische Organisationsformen heraus, die die Mitwirkung großer, vom politischen Prozess bislang ausgeschlossener Gruppen ermöglichten und in enger Verbindung zu den sich gleichzeitig formierenden politischen Parteiungen standen. Einer der ersten solcher Klubs war der am 30. April 1789 von Abgeordneten der Generalstände aus der Bretagne im Café Amaury in Versailles gegründete „Bretonische Klub“. Bald schlossen sich diesem Abgeordnete der „Patriotenpartei“, darunter vor allem Robespierre, Pétion, Grégoire, Barnave und Sieyés an. Im Oktober 1789 folgte der Klub der Konstituante nach Paris und hielt seine Beratungen ab Mai 1791 im ehemaligen Kloster der Jakobiner ab. Fortan nannte er sich „Gesellschaft der Verfassungsfreunde“, allgemein jedoch nur Jakobinerklub. Anfangs zählte vor allem das vermögende Bürgertum zu seinen Mitgliedern, das Wort hingegen führten Intellektuelle, oft kleinbürgerlicher Herkunft. Der bedeutendste Theoretiker dieser Anfangsphase der Revolution und der sich in diesen Monaten entwickelnden Lehre von der modernen Nationalrepräsentation war Abbé Sieyés. Neben seiner berühmten Schrift „Was ist der dritte Stand?“ setzte er sich als Vertreter der Nationalversammlung für die Errichtung einer Demokratie auf der Basis der Repräsentation ein. Er entwickelte das aufklärerische Modell des Staates als Unternehmen, welcher von jenen getragen werden sollte, die direkt zu seinem Unterhalt und seiner Leistungskraft beitrugen. So könne die Festsetzung neuer Steuern nur durch die ihre eigenen Bedürfnisse kennende Nation erfolgen. Vorraussetzung dafür sollte es jedoch sein, den Ständekampf zu überwinden und die Nation politisch zu einen. 1 So lag
1 Siehe: H. Dippel, Die politischen Ideen der Französischen Revolution, in: I. Fetscher, H. Münkler(Hgg.),
Pipers Handbuch der politischen Ideen, Bd.4, München, Zürich 1986, S. 26.
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zunächst auch das Hauptaugenmerk der Jakobiner darin, eine Wiederherstellung des Ancien Régime zu verhindern. Zu diesem Zwecke bestimmten sie Mitglieder, die in der Nationalversammlung mitwirkten, sich jedoch nicht unbedingt auf eine gemeinsame Linie festlegten. Allmählich gewannen sie so immer größeren Einfluss auf die Revolution, vor allem aber auch durch den Rückhalt, den sie bei den Volksgesellschaften fanden. Denn im August 1790 hatten sich dem Jakobinerklub bereits 152 Gesellschaften in der Provinz angeschlossen. 2
Ein hingegen eher kurzes Zwischenspiel in diesen Anfängen der Revolution lieferten die so genannten Monarchisten um Jean- Joseph Mounier. Die im Sommer des Jahres 1789 gebildete Parteiung setzte sich vor allem aus Vertretern des Adels und Klerus, wie Lally-Tollendal, Clermont Tonerre, Talleyrand aber auch Bergasse und Malouet, welche dem dritten Stand angehörten, zusammen. Schon bevor sie eine `Koalition` eingingen, teilten diese Männer bereits dieselbe Vorstellung von der politischen Ordnung. So verband sie das unerschütterliche Misstrauen gegenüber jeder tief greifenden Veränderung und der Demokratie. Sie strebten es demnach an, die Rechte der Fürsten und das Menschenrecht miteinander zu versöhnen. Zwar im Sinne einer konstitutionellen Monarchie sollte die zu errichtende Verfassung dennoch nicht etwa das Überkommene zerstören, sondern den Fortschritt der Zivilisation mit dem Erbe der Vergangenheit verbinden. Mounier schrieb im August 1789: „Das Ancien Régime besteht nicht mehr, aber der Despotismus […] War es vorher derjenige eines einzelnen, wird er jetzt von der Menge ausgeübt in einem der Anarchie ausgelieferten Königtum.“ 3 Deshalb sollte es gelten, die Leidenschaft der Revolution zu mäßigen, sie mit der Monarchie zu versöhnen, in einer Verfassung zu fixieren und damit zu vollenden. Doch in der Debatte um die königliche Sanktion wurden die Plädoyers der Monarchisten, welche die volle Exekutivgewalt und ein absolutes Veto des Königs gegenüber den von der nationalen Vertretung verabschiedeten einfachen Gesetzten forderten, von den Abgeordneten abschlägig beschieden. Als schließlich das aufschiebende Veto angenommen wurde, reichten Mounier, Lally, Bergasse und Clermont- Tonerre im Oktober 1789 ihren Rücktritt aus dem Verfassungsausschuss ein. In der Mehrzahl zogen sich die Monarchisten ins Exil im Ausland zurück, um von dort mit anderen Revolutionsgegnern zusammenzuarbeiten und nach dem 9. Thermidor bzw. dem Ende der Revolution nach Frankreich zurückzukehren. Die Gründe ihres Scheiterns lagen wohl vor allem darin, dass sie jegliche Anpassung an den Kurs, den die Revolution
2 Siehe: B. Jeschonnek, Revolution in Frankreich 1789 - 1799. Ein Lexikon, Berlin 1989, S. 158.
3 F. Furet, M. Ozouf(Hgg.), Kritisches Wörterbuch der Französischen Revolution, Frankfurt a. M. 1996, S.
622.
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Claudia Zimmermann, 2009, Politische Kräfte der Französischen Revolution, München, GRIN Verlag GmbH
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