Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 2
1. Material 2
2. Magische Welten und ihre Nähe zur unsrigen 3
3. Übergänge zwischen den Welten 4
3.1 Schränke, Spiegel, Absperrungen - wie komme ich in eine magische Welt? 5
3.2 Fliegende Autos, Posteulen, bezauberte Muggel - wie nah ist die magische Welt
der Muggelwelt? 7
4. Schluss 9
Literaturverzeichnis 10
1
0. Einleitung
Das Phänomen Harry Potter hat ein großes Echo hervorgerufen, nicht nur bei Millionen 1 von Lesenden, sondern auch in der (Literatur-)Wissenschaft. Wenn man sich mit den Büchern über den jungen Zauberer befasst, kommt man nicht umhin sich mit dem Verhältnis dieser magischen Welt zu unserer nicht-magischen zu beschäftigen. Denn es macht einen Teil der Faszination aus, dass sie fast greifbar ist, ganz in der Nähe und nur gut versteckt. Dabei wird das Wesen der verborgenen Welt ganz unterschiedlich beschrieben und aufgefasst. Joachim Kalka bezeichnet sie in seinem FAZ-Artikel als „Gegenwelt“ 2 , die „in einer Art Dimensionsfalte unseres Universums angesiedelt“ 3 ist. Dieter Petzold schreibt dagegen,
„[…] dass in den Harry-Potter-Büchern - anders als im Märchen - zwei Welten neben-, in- und miteinander existieren, sich berühren und überlagern und einander doch fremd bleiben.“ 4
Roni Natov umschreibt dieses Zusammenspiel als „[…] interpenetration of the two worlds […]“ 5 , als Durchdringung der Magier- und der Muggelwelt. Um sich der Frage zu nähern, wie diese beiden Welten sich zueinander verhalten, wie nah oder wie fremd sie sich sind, soll in dieser Arbeit zunächst gezeigt werden, welche Arten von magischen Welten es gibt und wie die Übergänge dorthin gestaltet sind - erst im Allgemeinen, dann speziell auf die Harry-Potter-Bücher bezogen. Davor steht noch eine kurze Beschreibung der verwendeten Materialien.
1. Material
Für diese Arbeit dient als Primärliteratur selbstverständlich die Harry-Potter-Reihe, aber auch andere Vertreter der phantastischen Literatur, wie etwa C. S. Lewis’ Chronicles of Narnia oder Lewis Carrolls Alice im Spiegelland. Aus diesen stammen vor allem Beispiele für Übergänge, die in den Harry-Potter-Büchern nicht zu finden sind. Die Sekundärliteratur stammt fast vollständig aus dem Seminarapparat zu The Harry Potter Phenomenon.
1 vgl. Kalka, 2000, S. 1.
2 Kalka, 2000, S. 1.
3 Kalka, 2000, S. 1.
4 Petzold, 2001, S. 25.
5 Natov, 2001, S. 314.
2
Informationen zur Autorin sind für diese Arbeit irrelevant und werden daher vernachlässigt. Aufgrund des gegebenen Rahmens und der daraus folgenden Kürze dieser Arbeit kann nur eine eher oberflächliche Analyse erfolgen.
2. Magische Welten und ihre Nähe zur unsrigen
In der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur gibt es drei Erzählmodelle der Verbindung zwischen unserer (Alltags-)Welt - der Primärwelt - und anderen, magischen Welten - den Sekundärwelten: die geschlossene, die offene und die implizierte sekundäre Welt. 6 Die geschlossene sekundäre Welt hat keinen Kontakt zur Primärwelt; sie ist eine Eigenwelt, die unserer zwar ähnelt, aber mit Elementen des Phantastischen gefüllt ist und von ihnen dominiert wird. So ist es etwa bei J.R.R. Tolkiens Trilogie The Lord of the Rings 7 der Fall. Mittelerde ist eine Sekundärwelt und sie basiert auf unserer Welt, was zum Beispiel an der Wirkungsweise von Naturgesetzen zu bemerken ist: Wenn ein Hobbit einen Ring in die Luft wirft, fällt dieser, nach dem Gesetz der Schwerkraft, zu Boden 8 , genauso wie er in der Primärwelt auf den Boden fallen würde. Denn eine sekundäre Welt darf zwar phantastisch sein, aber nicht so weit von der Welt der Lesenden entfernt, dass eine Identifikation nicht mehr möglich ist. 9 Denn, wie Ann Swinfen in ihrem Buch In Defence of Fantasy schreibt:
“Although there is always some common ground between the primary world and any secondary world, the secondary world fantasy is clearly the furthest removed from everyday experience.“ 10
Ebenfalls deutlich anders als unsere Alltagswelt, aber mit ihr verbunden, sind offene sekundäre Welten. „Hier ist der Text bestimmt durch das Zusammentreffen zweier Welten“ 11 und im Allgemeinen wird „auch der Übergang von einer zur anderen Welt durch das Überschreiten bestimmter Schwellen und Umsteigepunkte realisiert“. 12 Teilweise sind diese Übergänge nicht genau definiert, wie bei Gulliver’s Travels 13 oder The Wild Things 14 - die
6 O’Sullivan, 2006b, S. 8, unter Bezugnahme auf Nikolajeva, 1988, o. S.
7 Tolkien, 2007.
8 (oder in das Feuer des Schicksalsberges) Tolkien, 2007.
9 Swinfen, 1984, S. 75.
10 Swinfen, 1984, S. 76.
11 O’Sullivan, 2006b, S. 8.
12 O’Sullivan, 2006b, S. 8.
13 Swift, 1994, S. 10f.
3
Arbeit zitieren:
Katharine Pusch, 2010, Übergänge zwischen den Welten, München, GRIN Verlag GmbH
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