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Inhalt Seite
Einleitung 1
I. Die Grundlagen des politischen Aufstiegs
1. Die militärische Macht 1
2. Die Ämterlaufbahn 2
II. Caesars Werdegang
1. Herkunft und familiäres Umfeld 3
2. Die magistratische Laufbahn Caesars 4
a) Die Quaestur 4
b) Die Aedilität 5
c) Die Wahl Caesars zum pontifex maximus 5
d) Die Praetur und Propraetur 6
3. Das sog. „erste Triumvirat“ und Caesars erstes Konsulat 7
4. Caesars Imperium als Prokonsul 8
5. Das Ende des Triumvirats, der Bürgerkrieg und
Caesars Alleinherrschaft
a) Die Erneuerung des Triumvirats 9
b) Der endgültige Bruch und der Bürgerkrieg 10
c) Caesars Konsulat und seine Diktatur 11
III. Schlussbemerkung 12
Literaturverzeichnis 13
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Einleitung
Gaius Julius Caesar war eine der herausragenden Personen der römischen Geschichte - und damit wohl der Weltgeschichte. Er wurde bewundert, verehrt, gehasst; er war ein erfolgreicher Feldherr und geschickter Politiker. Einigen gilt er als der Zerstörer der römischen Republik. So unterschiedlich seine Person und Leistungen gewertet werden, so differenziert war wohl sein Wesen, folgte man der Einschätzung Dritter. Selbst Cicero, einer der Hauptgegner Caesars im Senat, schätzte jenen als einen „Mann von größter Milde und Nachgiebigkeit“ 1 und beschrieb die Beziehung zu ihm trotz unterschiedlicher politischer Standpunkte gar als freundschaftlich 2 . An anderer Stelle titulierte er Caesar als einen „Wahnsinnigen und Elenden“ 3 . Ähnlich uneinheitlich stellt sich die Charakterisierung Caesars bei Suetonius dar; mäßigend und milde auf der einen, arrogant und die Herrschaft missbrauchend, auf der anderen Seite 4 . Die vorliegende Ausarbeitung behandelt den politischen Aufstieg Caesars bis hin zu seiner Alleinherrschaft und nimmt damit vorrangig die Durchsetzung seines Machtanspruchs in den Blick.
I. Die Grundlagen des politischen Aufstiegs
1. Die militärische Macht
Dignitas und auctoritas sind wesentliche Begriffe in der römischen Republik. Ersterer ist der von Ämtern und Leistungen abhängige Ehrenbegriff, der zweite die soziale Macht 5 . Jedoch brachte nicht zuletzt der Krieg bestimmende Persönlichkeiten wie Sulla, Pompeius und eben Caesar hervor. Denn das Heer der römischen Republik war bis in das 3. Jahrhundert v. Chr. eine Bürgermiliz 6 mit wechselnden Kommandeuren. Dies wurde den militärischen Erfordernissen einer Weltmacht nicht gerecht 7 . Längerfristig dienende Verbände in größerer Zahl, die sich aus allen freien Bürgern und nicht nur aus dem Besitzbürgertum rekrutierten, wurden gebildet 8 . Damit ein-
1 Christ,Karl: Caesar: Annäherungen an einen Diktator, München 1994, S. 79.
2 Ebd., S. 78.
3 Ebd., S. 79.
4 Ebd., S. 102.
5 Baltrusch, Ernst: Caesar und Pompeius, 2. erg. Aufl., Darmstadt, 2008, S. 66.
6 Christ, Karl: Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 1979, S. 157.
7 Ebd.
8 Ebd.,S. 157 f.
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hergehend übertrug der Senat die Kommandogewalt (imperium) an einen Befehlshaber für ein bestimmtes militärisches Vorhaben bis zu dessen Abschluss und nicht nur vorübergehend, in der Regel für ein Jahr 9 . Der langfristig kommandierende Befehlshaber wurde zum Garanten für Wohlstand und Existenz seiner Soldaten, zumal diese Belohnung, Beute 10 und als Veteranen regelmäßig eine Abfindung in Form von Land oder finanziellen Zuwendungen zu erwarten hatten 11 . Die Legionäre waren somit bereit, sich den Interessen und der Politik „ihres Imperators“ zu unterwerfen. Nicht mehr der Republik leisteten die Soldaten Gehorsam, sondern ihrem Feldherrn 12 , zur Not auch in einem Bürgerkrieg 13 . Caesar hat den militärischen Faktor als Druckmittel zur Erlangung und Erhaltung politischer Macht erkannt und nie verhehlt. So soll er nach der gegen den Willen der Senatsopposition im Anschluss an sein Konsulat erfolgten Übertragung der gallischen Provinzen und zahlreicher Legionen triumphierend und zugleich drohend geäußert haben, dass er „von dort aus allen auf die Köpfe springen werde“ 14 .
2. Die Ämterlaufbahn
Wesentlich für die dignitas war neben den militärischen Erfolgen auch der Erfolg im Rahmen der Amtsführung. Die führende Körperschaft war der Senat (auctor- itassenatus). Alternierend besetzten im 2. Jahrhundert v. Chr. praktisch nur 25 Familien des römischen Hochadels das Konsulat, sodass man sagen kann, es handelte sich bei der Führungsschicht um eine geschlossene Gruppe, deren Interessen mit denen der Republik gleichsam identisch waren 15 . 180 v. Chr. legte die Führungsschicht in der lex villia analis die Ordnung für den Ablauf der römischen Ämterkarriere (magistratische Laufbahn, cursus honorum) fest, die u.a. Altersgrenzen für bestimmte Ämter vorschrieb 16 :
9 Christ, Caesar, S. 19 f.
10 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 157.
11 Ebd., S. 158.
12 Häusler, Lothar: Rom - Stadtstaat und hegemoniale Ordnung, in: Weltgeschichte Bd. 3: Rom und der Osten; hrsg. v. Heinrich Pleticha, Studienausgabe, Gütersloh 1996, S. 39 - 60, hier S. 53.
13 Christ, Caesar, S. 20.
14 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 299.
15 Ebd., S. 89 f.
16 Ebd., S. 91.; vgl. auch die Übersicht bei Mehl, Andreas und Schneider, Wolfgang Christian: Die Krise der Römischen Republik. Von der res publica zum Prinzipat, Stuttgart 1988, S. 8.
5
Nach einem zehnjährigen Militärdienst konnte die Quaestur erlangt werden, das Amt betreffend die öffentlichen Kassen und Archive. Danach war die Übertragung der Aedilität möglich. Damit ging die Verantwortung für die öffentliche Ordnung (Tempel und Straßen), Getreideversorgung und öffentliche Spiele einher. Dem folgte die Praetur. Damit verbunden waren Rechtsprechung, Provinzverwaltung und möglicherweise ein Heereskommando. Das höchste laufbahnmäßige Amt war das Konsulat. Dieses Amt ermöglichte ein Heereskommando (imperium) und sah die Leitung der Volksversammlung und das Recht zu Wahlvorschlägen und Gesetzesinitiativen vor. Ferner galt der - freilich nicht durchweg eingehaltene - Grundsatz einer zwischen den Ämtern vorgesehenen ämterlosen Zeit von 2 Jahren 17 .
Caesar hat sich - anders als Pompeius 18 und Crassus - ausgehend von einem gewissen Herkunftsbonus gleichsam hochgearbeitet und alle Ämter durchlaufen.Das mit der Zugehörigkeit zur Führungsschicht einhergehende Sozialprestige beruhte darüber hinaus auf Leistungen der Person für die Öffentlichkeit (res publica) und zwang damit zu unaufhörlicher Aktivität für die Interessen der eigenen Familie, der Klientel aber auch des ganzen Staates 19 .
II. Caesars Werdegang
1. Herkunft und familiäres Umfeld
Gaius Julius Caesar wurde im Juli des Jahres 100 v. Chr. geboren. Er stammte aus patrizischem Geschlecht, das sich göttlicher Herkunft wähnte 20 , und wurde mit einer hervorragenden Bildung und Ausbildung 21 ausgestattet. Dies und seine Begabung als Redner sowie sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein bildeten das Fundament seiner Karriere. Politisch und auch familiär war Caesar mit dem Konsul Marius, einem Popularen, verbunden. Während der Diktatur des Optimaten Sulla, dem Gegner Marius, floh Caesar aus Rom 22 . Die Optimaten wollten als „die
17 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 91.
18 Christ, Caesar, S. 34.
19 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 89 f.
20 Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 42.
21 Ebd., S. 42 f.
22 Ebd., S. 43.
Arbeit zitieren:
Jörn Fritsche, 2010, Der politische Werdegang von Caesar , München, GRIN Verlag GmbH
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