1
Einleitung
Vor seinem ersten Konsulat im Jahre 59 v. Chr. schloss Caesar ein Bündnis mit Marcus Licinius Crassus und Gnaeus Pompeius Magnus, das so genannte „erste Triumvirat“. Bei Plutarch 1 heißt es, dass Caesar Pompeius und Crassus „versöhnte […] und […] durch Vereinigung der drei eine unwiderstehliche Macht [schuf], mit der er Senat und Volk der Römer überwältigte, aber nicht jene beiden durcheinander stärker, sondern sich selbst durch sie zum stärksten machte. Denn sofort wurde er, von beiden gefördert, glänzend zum Konsul gewählt, und während er das Konsulat führte, erwirkten sie, dass ihm das Kommando großer Armeen übertragen wurde, schanzten ihm Gallien zu und setzten ihn so gleichsam in eine feste Burg in der Meinung, das übrige nun in Ruhe unter sich verteilen zu können, nachdem sie jenem die ihm zugeteilte Macht gesichert hätten.“ Diese Verbindung zwischen den drei Politikern stellte sich im Nachhinein als entscheidender Faktor in der weiteren Entwicklung des römischen Staates dar 2 .
Die vorliegend Ausarbeitung behandelt das erste Triumvirat sowie seine Auswirkungen und Entwicklung. Dazu soll zunächst ein Überblick der Entwicklung bis hin zu Caesars erstem Konsulat und dem Zustandekommen des ersten Triumvirats gegeben werden. Schwerpunktmäßig befasst sich die Ausarbeitung sodann mit der Krise dieses Dreibundes und nimmt dazu insbesondere die nach vergleichsweise kurzer Zeit notwendig gewordene Erneuerung des Bündnisses in den Blick.
I. Die Entwicklung bis hin zu Caesars erstem Konsulat
1. Vorgeschichte
Im Jahr 62 erlangte Caesar die Praetur, das zweithöchste in der stadtrömischen Ämterhierarchie. Seit 180 v. Chr. war in der lex villia analis die Ordnung für den Ablauf der römischen Ämterkarriere (magistratische Laufbahn, cursus honorum) festgelegt 3 .
1 Crassus 14, Caesar 14, Pompeius 47, zit. n. Andreas Mehl u. Wolfgang Christian Schneider: Die Krise der Römischen Republik. Von der res publica zum Prinzipat, Stuttgart 1988, S. 22 f.
2 Karl Christ: Krise und Untergang der römischen Republik, Darmstadt 1979, S. 291.
3 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 91; vgl. auch die Übersicht bei Mehl/Schneider, Die Krise der Römischen Republik, S. 8.
2
Caesar, ein ausgewiesener Popular, setzte während seines Amtes seine gegen die Senatsaristokratie, die Optimaten, gerichtete Politik fort, mit dem Ziel, sich Pompeius nach dessen Rückkehr aus dem Osten anzudienen 4 . Die Optimaten wollten als „die Besten“ die Herrschaft der Senatsaristokratie stärken, während die Popularen, obgleich in der Regel von Haus aus Angehörige des Adels, „aus dem Volk und für das Volk“ die Volksversammlung aufwerteten 5 . Gemeinsam mit dem Volkstribunen Nepos bemühte sich Caesar darum, Pompeius den Weg für dessen Konsulat nach seiner Rückkehr zu ebenen 6 . Die Senatsaristokratie, allen voran Cato, untersagte Caesar daraufhin zwar die Amtsausübung; eine größere Volksmenge forderte jedoch mit Erfolg dessen Wiedereinsetzung 7 .
Es war oftmals der Krieg, der politisch einflussreiche Persönlichkeiten wie Sulla, Pompeius und eben Caesar hervorbrachte. Denn das Heer der römischen Republik war bis in das 3. Jahrhundert v. Chr. eine Bürgermiliz 8 mit wechselnden Kommandeuren. Dies wurde den militärischen Erfordernissen einer Weltmacht nicht gerecht 9 . Längerfristig dienende Verbände in größerer Zahl, die sich aus allen freien Bürgern und nicht nur aus dem Besitzbürgertum rekrutierten, wurden gebildet 10 . Damit einhergehend wurde die Kommandogewalt (imperium) an einen Befehlshaber für ein bestimmtes militärisches Vorhaben bis zu dessen Abschluss vom Senat übertragen und nicht wie früher, nur vorübergehend, in der Regel für ein Jahr 11 . Der langfristig kom-mandierende Befehlshaber wurde so zum Garanten für Wohlstand und Existenz seiner Soldaten, zumal jene Belohnung, Beute 12 und als Veteranen regelmäßig eine Abfindung in Form von Land oder finanziellen Zuwendungen zu erwarten hatten 13 . Die Legionäre waren somit bereit, sich den Interessen und der Politik „ihres Impe-rators“ zu unterwerfen. Nicht mehr der Republik leisteten die Soldaten Gehorsam, sondern ihrem Feldherrn 14 , zur Not auch in einem Bürgerkrieg 15 . Pompeius jedoch
4 Ernst Baltrusch: Caesar und Pompeius, 2. erg. Aufl., Darmstadt, 2008, S. 46.
5 Lothar Häusler: Rom - Stadtstaat und hegemoniale Ordnung, in: Weltgeschichte Bd. 3: Rom und der Osten; hrsg. v. Heinrich Pleticha, Studienausgabe, Gütersloh 1996, S. 39 - 60, hier S. 54.
6 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 267; Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 46.
7 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik S. 267 f.; Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 46.
8 Ebd., S. 157.
9 Ebd.
10 Ebd.,S. 157 f.
11 Christ, Caesar, S. 19 f.
12 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 157.
13 Ebd., S. 158.
14 Häusler, Rom - Stadtstaat und hegemoniale Ordnung, S. 53.
3
entließ entgegen allen Befürchtungen - und anders als Sulla seinerzeit - nach Ende des Feldzugs im Osten seine Veteranen und kehrte als gefeierter Feldherr nach Rom zurück 16 .
Caesar verschuldete sich zunehmend trotz, oder besser, gerade wegen seines Aufstiegs in der stadtrömischen Ämterhierarchie. Denn er wusste, dass es für eine erfolgreiche Karriere neben der Bildung, dem Kriegsdienst und persönlichen Beziehungen auf einen weiteren Faktor ankam: finanzielle Großzügigkeit 17 . Obgleich der reiche Crassus eine hohe Bürgschaft für ihn stellte 18 , wurde Caesar von vielen Gläubigern weiterhin massiv bedrängt und nutzte die Möglichkeit, sich in die ihm als Pro-praetor zugeloste Provinz Hispania ulterior abzusetzen 19 . Dort führte er, um eigene Schulden begleichen und auch in Rom Erfolge vorzeigen zu können, einen von ihm zwar provozierten, letztlich allerdings erfolgreichen Feldzug gegen feindliche Stämme 20 . Seine Soldaten wurden großzügig an der Kriegsbeute beteiligt, Caesar konnte seine Schulden tilgen und auch die Staatskasse kam nicht zu kurz 21 .
Der Senat sprach Caesar aufgrund seines militärischen Erfolges das „Recht auf den Triumph“ zu 22 . Caesar wollte sich angesichts der für ihn günstigen Stimmung um das Amt des Konsuls für das Jahr 59 bewerben. Dies erforderte allerdings seit dem Jahr 63 die persönliche Anwesenheit des Kandidaten. Wegen des Verbots, die geheiligten Stadtgrenzen (pomerium) mit Truppen zu überschreiten - die Ausnahme war der Triumphzug -, hätte Caesar sein Heer verlassen und damit auch sein Imperium aufgeben müssen. Denn der Triumphzug war von dem Senat auf einen Zeitpunkt nach der Wahl bestimmt worden. Caesar entschied sich für die Bewerbung um das Konsulat und so kehrte er im Sommer des Jahres 60 nach Rom zurück 23 .
15 Christ, Caesar, S. 20.
16 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 283.
17 Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 44.
18 Karl Christ: Caesar: Annäherungen an einen Diktator, München 1994, S. 40.
19 Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 48 f.
20 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 287; Baltrusch, Caesar und Pompeius, S. 48 f.
21 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 287; ders., Caesar, S. 41 f.
22 Christ, Krise und Untergang der römischen Republik, S. 287.
23 Ebd., S. 288.
Arbeit zitieren:
Jörn Fritsche, 2010, Die Krise in Luca und die Entwicklung bis hin zu Caesars erstem Konsulat , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike: Die Krise in Luca und die Entwicklung bis hin zu Caesars erstem Konsulat ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike: neuer Titel erschienen: Die Krise in Luca und die Entwicklung bis hin zu Caesars erstem Konsulat
Jörn Fritsche hat einen neuen Text hochgeladen
La Maldicion de los Cesares: La Cronica Fascinante de una Epoca Convul...
Stephen Dando-Collins, Jorge Conde
Die Entwicklung des genossenschaftlichen Prüfungswesens von der ersten...
Wirtschafts- und Sozialwissens...
Peter Alavi Dehkordi
Die Entwicklung der Schulklasse als Gruppe hin zur Klassengemeinschaft
Handbuch für Lehrer und Gruppe...
Mario Pilz
Die römische Armee von Caesar bis Constantin (44 v. Chr. - 333 n. Chr....
Michael Simkins, Ron Embleton
Sozialer Dialog in der Krise - Social dialogue in crisis?
Liber amicorum Ulrike Wendelin...
Jens M. Schubert
0 Kommentare