Inhalt
1. Einleitung 3
2. Definition Wohlfahrtsstaat 4
3. Schweden 6
3.1 Demografische Informationen 6
3.2 Die Bevölkerung 7
3.3 Selbstbild der schwedischen Gesellschaft 8
4. Die Entwicklung des Wohlfahrtsstaates Schweden 9
5. Das schwedische Sozialwesen 11
5.1 Einkommensgarantien 12
5.1.1 Arbeitsmarktpolitik 13
5.1.2 Sozialversicherung 14
5.1.3 Die Sozialhilfe. 15
5.2 Umwelt und Service 15
5.3 Pflege 17
6. Fazit 18
7. Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Wohlfahrtsstaat Schweden und dessen Sozialleistungen.
Zunächst wird eine Definition des Begriffes „Wohlfahrtsstaat“ unternommen, wobei hier verschiedenen Definitionen angeführt werden. Dann wird sich genau das Land Schweden und dessen Bevölkerung angesehen. Hierzu gehören sowohl allgemeine In-formationen zum Land, als auch Informationen über die Werte und Normen der schwedischen Gesellschaft.
Hiernach wird dann konkret auf den Wohlfahrtsstaat Schweden eingegangen. Um zu erkennen, inwieweit sich ein Wohlfahrtsstaat entwickeln konnte, wird zunächst ein his-torischer Abriss über die Sozialpolitik Schwedens unternommen, um dann genau auf die aktuellen Leistungen des Wohlfahrtsstaates zu sprechen zu kommen. Um einen Abriss über alle Leistungen des schwedischen Sozialwesens machen zu können, werden diese in größere Kategorien eingeteilt. Eine grobe Unterteilung erfolgt hier in Einkommensgarantien, Umwelt und Service, Pflege und schließlich Schutz. In diesen Überpunkten kann dann genauer auf die verschiedenen Leistungen eingegangen werden.
Die Arbeit wird begleitet durch die Frage, ob es bestimmte Entwicklungen und Einstellungen seitens der schwedischen Bevölkerung gibt, welche die Entstehung des Wohlfahrtsstaates begünstigt haben könnten.
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2. Definition Wohlfahrtsstaat
Der Begriff des Wohlfahrtsstaates wird in der Literatur häufig unterschiedlich definiert und aufgefasst. Dies liegt auch sicherlich daran, dass das Verständnis des Begriffes „Wohlfahrtsstaat“ abhängig ist von der Kultur und der Geschichte des Betrachters und natürlich auch von der sprachlichen Übersetzung. 1
Im deutschsprachigen Raum werden eher negative Verbindungen mit dem Begriff des Wohlfahrstaates gemacht. Hier werden Verbindungen zur Armut, Bedürftigkeit oder auch eine starke Intervention des Staates gezogen. Interessant ist bei einer Begriffsdefinition der Vergleich zwischen deutscher und schwedischer Literatur. In der deutschen Literatur wird der Wohlfahrtsstaat als Versorgungsstaat definiert, welcher für die soziale Sicherheit der mittleren und unteren sozialen Schicht verantwortlich ist und die Macht der Sozialgestaltung an sich nimmt. 2 Auch wird in der deutschen Definition die persönliche Sicherheit der Bürger in großer Gefahr gesehen und der Wohlfahrtsstaat wird sogar mit einer totalitären Diktatur verglichen. 3
In der schwedischen Literatur kann im Gegensatz zu der negativen deutschen Definition des Wohlfahrtsstaates gefunden werden. Hier werden Synonyme wie Wohlergehen, Glück und Erfolg gefunden. 4
Um einen Versuch für das genaue Verständnis eines Wohlfahrtsstaates zu unternehmen, können zunächst Definitionen bekannter Soziologen herangezogen werden. So stellt der Bielefelder Soziologe Franz-Xaver Kaufmann fest:
„Von einer wohlfahrtsstaatlichen Entwicklung sollt erst gesprochen werden, insoweit sozia-le Sicherungssysteme und soziale Dienstleistungen immer weitere Bevölkerungskreise und
tendenziell die Gesamtbevölkerung - sei es in einheitlicher, sei es in gegliederter Form - er-
fassen und insoweit Arbeitnehmer staatlich gewährleistete Rechte einklagen können […].“ 5 Kaufmann sieht also als einen wichtigen Bestandteil des Wohlfahrtsstaates eine Ausweitung des Sicherungssystems auf eine möglichst breite Bevölkerungsschicht.
Nach Jens Albert übernimmt der Staat eine aktive Rolle in der Steuerung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Abläufe. Auch wird ein großer Teil der staatlichen Res-
1 Vgl.:Tag, Tobias: Der schwedische Wohlfahrtsstaat, Norderstedt 2005, S.4.
2 Vgl.: Tag, Tobias: Der schwedische Wohlfahrtsstaat, Norderstedt 2005, S.4.
3 Vgl.: ebd., S.4.
4 Vgl.: ebd., S.5.
5 Vgl.: Kaufmann, Franz-Xaver : Herausforderungen des Sozialstaates, Frankfurt am Main 1997, S.31.
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sourcen, nach Albert, für sozialpolitische Zwecke benutzt, sodass eine Gleichheit aller Bevölkerungsschichten in den Bereichen Einkommenssicherung, Gesundheit, Wohnen und Bildung gewährleistet werden könne. 6 Albert stellt also fest, dass der Staat eine hohe Verpflichtung hätte, eine Gleichheit zwischen den Bevölkerungsschichten herzustellen.
Eine Unterscheidung der Wohlfahrtsstaaten nimmt der Soziologieprofessor Costa E-sping-Andersen vor. Er geht von drei verschiedenen Modellen des Wohlfahrtsstaates aus:
1. Der liberale Wohlfahrtsstaat
Dieser Typ eines Wohlfahrtsstaates ist in den USA, Kanada und Australien zu finden. Hier haben der freie Markt und die Familie eine besonders starke Rolle. Soziale Anspruchsrechte hingegen werden nur gering geltend gemacht. 7
2. Der konservative Wohlfahrtsstaat
Dieses Konzept eines Wohlfahrtsstaates ist beispielweise in Österreich, Frankreich, Italien und Deutschland zu finden. Hier bleiben soziale Rechte noch stark an die soziale Klasse und den Status gebunden. Staatliche Interventionen finden hierbei verstärkt statt. 8
3. Der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat
Bei dem sozialdemokratischen Typus eines Wohlfahrtsstaates wird die Gleichheit aller Klassen angestrebt. Dieser Typ ist in Norwegen, Dänemark und Schweden zu finden. 9
Nach den angeführten Definitionen des Begriffes „Wohlfahrtsstaates“ von Kaufmann, Albert und Esping-Andersen wird nun ein direkter Blick auf Schweden geworfen. Hier werden verschiedenste Informationen über das Land „Schweden“ gesammelt.
6 Vgl.: Tag, Tobias: Der schwedische Wohlfahrtsstaat, Norderstedt 2005, S.7.
7 Vgl.: Tag, Tobias: Der schwedische Wohlfahrtsstaat, Norderstedt 2005, S.8.
8 Vgl.: ebd., S.8.
9 Vgl.: ebd., S.8.
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3. Schweden
Damit das schwedische Wohlfahrtssystem und seine Entwicklungen verstanden werden können, werden nun die verschiedensten skandinavischen Charakteristika untersucht und aufgezählt. Nur so kann das schwedische Wertesystem, welches als Grundpfeiler des Wohlfahrtsstaates gesehen wird, verstanden werden. 10 Deutlich soll werden, dass sich die Bürger Schwedens als eine große Gemeinschaft sehen, in der eine Gleichheit aller Bürger, ohne soziale Barrieren, erschaffen werden soll. Diese Grundidee gilt als Grundstock für die Entstehung des Wahlfahrtsstaates Schweden.
3.1 Demografische Informationen
Schweden hat eine konstitutionelle Monarchie, verbunden mit einer parlamentarischen Regierungsform. 11
Es hat eine Einwohnerzahl von etwa 9 Millionen, was mit der Bevölkerungsdichte von etwa 21 Einwohnern pro Quadratmeter zusammenhängt. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte gibt es nur sehr wenige Ballungsräume.
Sehr positiv in Schweden scheinen der Gesundheitszustand der Bevölkerung und auch deren Lebenserwartung zu sein. Im Verhältnis zu anderen Ländern ist sowohl die Säuglingssterblichkeit, als auch die Krankheitsrate sehr gering. 12 Aufgrund dessen hat Schweden einen großen Anteil an älteren Menschen.
Ein weiteres Streben nach Gleichheit zeigt sich auch in der relativ hohen Erwerbstätigkeit der Frauen. Im Vergleich liegt die Erwerbstätigkeit bei den Frauen in Schweden bei 73,4% und bei den Männern bei 76,3%. 13
Die Arbeitslosenquote pendelt sich in Schweden bei etwa 4% ein, nach einem Hoch von 10%. 14
10 Vgl.: Tag, Tobias: Der schwedische Wohlfahrtsstaat, Norderstedt 2005, S.10.
11 Vgl.: ebd., S.12.
12 Vgl.: ebd., S.12-13.
13 Vgl.: ebd., S.13.
14 Vgl.: ebd., S.13.
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Arbeit zitieren:
Claudia Löb, 2010, Der Wohlfahrtsstaat Schweden, München, GRIN Verlag GmbH
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