0 Einleitung
Zu Beginn dieser Ausarbeitung wird eine Abbildung vorgestellt, die eine Übersicht der zu behandelten Themen gibt und gleichzeitig die Verflechtung dieser darstellt. Abb. 1 zeigt das ökonomische Raumsystem sowie die Akteure im Wirtschaftsgeschehen im Rahmen der Wirtschaftsgeographie. Im Folgenden werden die einzelnen Begriffe, die mitein-ander in Beziehung stehen, erläutert.
Abbildung 1: Das ökonomische Raumsystem und Akteure im Wirtschaftsgeschehen im Rahmen der Wirtschaftsgeographie. Quelle: Heineberg, 2003, S.93
Im Mittelpunkt stehen hierbei die Akteure im Wirtschaftgeschehen, welche in einem separaten Thema näher betrachtet werden. Diese Akteure haben Einfluss auf das ökonomische Raumsystem und auf die Wirtschaftsektoren. Ersteres besteht aus den drei Systemelementen die wechselseitige Abhängigkeiten aufweisen:
Die Struktur meint die Verteilung der ökonomischen Aktivitäten (Produktion, Konsum) innerhalb eines Raumsystems.
Unter Interaktion versteht man die Bewegung von mobilen Produktionsfaktoren (z. B. Kapitel, Arbeit) zwischen den Standorten bzw. Regionen.
Die Dynamik von Standort- und Regionalstruktur wird hier als Prozess betitelt (vgl. Heineberg, 2003, S. 96).
Die Idealtypen der Wirtschaftsordnungen werden ebenfalls Gegenstand dieser Ausarbeitung sein. Auf der Abb. 1 ist zu erkennen, dass diese Einfluss auf das ökonomische Raumsystem und auf die Wirtschaftsektoren haben. Die Raumwirtschaftstheorien, die in dieser Arbeit keine Rollen spielen werden, beeinflussen diese ebenfalls.
Der Wirtschaftsraum, als zentraler Begriff der Wirtschaftgeographie, gilt als ein Landschaftsausschnitt, der durch bestimmte sozio-ökonomische Strukturmerkmale bzw. funktionale Verflechtungen charakterisiert ist. Durch die individuelle Struktur hebt sich der Wirtschaftsraum
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von anderen Wirtschaftsräumen ab (vgl. Leser, 2005, S. 1081). Es besteht eine Wechselwirkung zwischen dem Wirtschaftsraum und dem ökonomischen Raumsystem. Der Begriff Wirtschaftraum wurde abgeleitet aus den Termini Wirtschaftslandschaft und Wirtschaftsformation. Als Wirtschaftlandschaft wird die vom Menschen umgestaltete Natur-landschaft gemeint (vgl. Heineberg, 2003, S. 96). Die Wirtschaftsformation ist ein „Raumbegriff, der die Anordnung der zu einem Wirtschaftszweig gehörenden Objekten und die Prozesse zwischen diesen Objekten im Raum hervorhebt“(Leser, 2005, S. 1080).
In dieser Ausarbeitung wird versucht, die grundsätzlichen Aspekte des Wirtschaftssystems der Wirtschaftsgeographie anzusprechen und zu erläutern.
Das erste Kapitel widmet sich der Frage, welche Akteure im Wirtschaftssystem auftreten. Hierbei werden lediglich die drei Hauptakteure, der Staat, die privaten Haushalte sowie die Unternehmen angesprochen. Der Wirtschaftskreislauf sowie die Aufgaben dieser drei Hauptakteure werden thematisiert.
Unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, werden die Idealtypen von Wirtschaftsordnungen im zweiten Kapitel näher betrachtet. Vier Idealtypen nach S. Klatt werden erklärt und es wird ferner versucht, die praktische Umsetzung der Mischformen zu erläutern.
Im anschließenden dritten Kapitel werden die einzelnen Wirtschafts- bzw. Produktionssektoren angesprochen. Auf den Wandel von der Agrargesellschaft hin zu der Dienstleistungsgesellschaft, also der Wandel der Wirtschaftssektoren, wird ebenfalls näher eingegangen.
Im darauffolgenden vierten Kapitel werden die Standortfaktoren, die als maßgebliche Einflussgröße für die Standortwahl eines Unternehmens gilt, behandelt. Hierbei wird die Frage geklärt, welche Vorrausetzungen gelten müssen, damit ein bestimmter Faktor als so eine Einflussgröße und somit auch ein Standortfaktor Geltung findet. Die allgemein übliche Unterscheidung zwischen den harten und weichen Standortfaktoren und deren Einfluss auf die Niederlassung von Unternehmen, werden ebenfalls geschildert.
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1 Akteure im Wirtschaftssystem
Abbildung 2: Akteure im Wirtschaftssystem und Wirtschaftskreisläufe. Quelle: Klein, 2005, S.337
Allgemein kann man drei Hauptakteure, welche in Kreislaufbeziehungen zueinander stehen, unterteilen. Mit diesen drei Hauptakteuren meint man den Staat, die Haushalte und die Unternehmen.
Abb. 2 zeigt die drei Hauptakteure und stellt deren Kreislauf sehr übersichtlich dar. Dieser Wirtschaftskreislauf zeigt modellhaft die wichtigsten Tausch- und Zahlungsvorgänge, die zwischen den Wirtschaftsakteuren vorkommen 1 Der Kreislauf wird gebildet aus den Austausch von Gütern bzw. Dienstleistungen (blaue Linien) und dem Austausch von Geld (rote Linien) Die Haushalte erbringen Arbeitsleistungen an die Unternehmen, die diese mit Einkommen vergüten. Dieses Einkommen wird durch Konsumausgaben wieder an die Unternehmen abgegeben, so dass dieser Geldfluss in umgekehrter Richtung zurückfließt. Im Extremfall können die privaten Haushalte das gesamte Einkommen ausgeben, oft wird ein Teil aber auch gespart (vgl. Halver und Reske, 2006, S. 78).
Der Staat kann ebenfalls als Arbeitgeber agieren, so dass die Haushalte hier auch Arbeitsleistungen einbringen können und folglich Einkommen beziehen.
Desweiteren zahlen die Haushalte Steuern an den Staat, der als Gegenleistung Dienstleitungen (z. B. Bildung, Infrastruktur) erbringt .
Zwischen dem Staat und den Unternehmen besteht ebenfalls eine solche Beziehung. Die Unternehmen zahlen Steuern bzw. Abgaben und erhalten im Gegenzug Dienstleistungen vom
1 Es gibt weitere Modelle von Wirtschaftskreisläufen, so erweitert sich dieser Kreislauf z. B. bei dem so
genannten erweiterten Wirtschaftskreislauf um die Kapitalsammelstellen.
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Staat. Die Unternehmen erbringen Dienstleistung für den Staat (z. B. Bau von Gebäuden, Dienstleistungen usw.) und empfangen Staatsausgaben für ihre erbrachten Leistungen (vgl. Klein, 2005, S. 336).
Es ist anzumerken, dass die Unterteilung sehr grob ist und das man durchaus weitere Akteure (z. B. die Gewerkschaften) mit einbeziehen kann. Ferner kann man die einzelnen Hauptakteure auch differenzierter unterteilen. Die Unterteilung der Unternehmen der Größe nach wäre beispielsweise eine Möglichkeit. Allerdings wäre der Sachverhalt dann überaus komplex und würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen.
1.1 Unternehmen
Die Unternehmen handeln also als Nachfrager von Arbeit. Sie benötigen diese Arbeitskräfte um die Dienstleistungen anbieten zu können.
Desweiteren agieren die Unternehmen als gesellschaftlich-kreativer Ort. Die Unternehmen stellen also nicht nur Produkte her, sondern sorgen z. B. für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Ein weiterer Aspekt der hierzu zählt, ist die Unterstützung von sportlichen und kulturellen Aktivitäten (vgl. Halver und Reske, 2006, S. 54ff).
1.2 Private Haushalte
Die privaten Haushalte zählen wie oben erwähnt ebenfalls als Akteure im Wirtschaftssystem. Sie bieten Arbeitsleistung an, was man auch als Beschaffung von Einkommen deuten kann. Dieses Einkommen wird verwendet, wenn sie als Konsumenten auf dem Markt agieren. Das Einkommen stimmt in der Regel nicht mit den Konsumausgaben überein, da ein Teil des Einkommens als nicht-konsumierbare Einkommenanteile gespart werden. Desweiteren bieten sie, falls vorhanden, Land an, welches anderen Wirtschaftsakteuren nutzen bringen kann. Darüber hinaus können sie Anbieter von investivem Kapitel sein (z. B. durch den Erwerb von Aktien) (vgl. ebd., S. 62ff).
1.3 Der Staat
Dem Staat fällt in erster Linie eine ordnungspolitische Aufgabe zu, indem er die Rahmenbedingungen (Bestimmungen und Gesetze) festsetzt, unter denen sich die Marktvorgänge abspielen. Ein aktuelles Beispiel für solche Rahmenbedingungen wären Umweltschutzmaßnahmen, die die Unternehmen einhalten müssen.
Zugleich bietet er, wie auf Abb. 2 zu erkennen, auch Arbeitsleistungen und Güter (vor allem öffentliche Güter wie z. B. Bildung, innere Sicherheit, Verteidigung) an. Für den Wirtschaftskreislauf fällt dem Staat außerdem als Nachfrager von Gütern eine große Bedeutung zu (vgl. ebd., S. 77f).
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Arbeit zitieren:
Holger Müller, 2009, Organisation und räumliche Ordnung der Wirtschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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