1. Einleitung
Goethe und Schiller gelten als zwei der bedeutendsten Dichter der deutschen Geschichte, deren Werke in der gesamten Welt gelesen werden. In der Zeit ihrer Freundschaft und Zusammenarbeit, das heißt von dem Beginn ihrer Freundschaft im Jahre 1794 bis zu Schillers Tod 1805, prägten sie die Epoche der Weimarer Klassik sehr stark.
In dieser Facharbeit möchte ich über ihr literarisches Wirken in der Weimarer Klassik hinaus auch auf ihre Beziehung und Charaktereigenschaften eingehen. Im Mittelpunkt meiner Präsentation stehen also die freundschaftlichen und emotionalen Aspekte an Stelle der Epochen bezogenen Aspekte. Diese möchte ich unter der genauen Fragestellung, wie es zu einer so intensiven und produktiven Beziehung kommen konnte, obwohl beide sehr verschiedene Ansichten und Arbeitsweisen hatten, untersuchen. Um die leitende Fragestellung angemessen beantworten zu können, habe ich den Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe als Spiegel ihrer Freundschaft hinzugezogen, da er einen detaillierten und realen Einblick in ihre Beziehung gibt.
Anfangs werde ich kurz die Biographien von Goethe und Schiller präsentieren, um eine Vorstellung von der Zeit vor und nach ihrer Freundschaft beziehungsweise von den Vorraussetzungen, unter denen sie sich kennen lernen, bekommen zu können. Anschließend gehe ich auf die Entwicklung ihrer Freundschaft ein, sodass der Leser einen Überblick über die Beziehung zwischen ihnen bekommt und nachvollziehen kann wie es zu einer so engen Verbundenheit kommen konnte. Es folgen ein Einblick in ihre Zusammenarbeit und die Unterschiede ihrer Charaktere. Abschließend werde ich in der Reflexion die 3 Hauptthemen - Entwicklung der Freundschaft, gegenseitige Beeinflussung und charakteristische Unterschiede - in einen Zusammenhang stellen und hinter dem gesammelten Wissen versuchen ihre Freundschaft einzuschätzen.
Im Anhang befinden sich alle genauer analysierten Briefe beziehungsweise die Ballade „Die Kraniche des Ibykus“ mit angemessenen Zeilenangaben.
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2. Kurzbiographien
2.1. Friedrich Schiller
Friedrich Schiller wird im Jahr 1759 am 10. November in Marbach am Neckar geboren. Sein Vater übt den Beruf des Wundarztes und Offiziers im Regiment des Herzogs Carl Eugen von Württemberg aus. Nachdem Schiller die Lorcher Dorfschule und die Lateinschule in Ludwigsburg besuchte, befiehlt der Herzog von Württemberg ihn in die eigene Karlsschule, welche das Ziel verfolgt, militärische Beamte auszubilden. Es wird Schiller dort zwar ein Studium der Medizin ermöglicht, welches er aber unter streng disziplinierter Ordnung absolvieren muss. 1
Um diesem Drill zu entkommen, fängt er im Jahre 1777 an, an seinem ersten Drama „Die Räuber“ zu arbeiten, welches am 13. Januar 1882 uraufgeführt wird und abrupt Schillers überstaatlichen Erfolg einleitet. Damit er die Uraufführung des eigenen Stückes mitverfolgen kann, verlässt Schiller unerlaubt die Karlschule, was der Herzog mit zweiwöchigem Arrest und Schreibverbot bestraft. Durch den Druck der militärischen Erziehung geplagt, flüchtet Schiller am 22. September 1782 gemeinsam mit seinem Freund Andreas Streicher aus Stuttgart nach Mannheim, wo er erwartet eine Anstellung im Mannheimer Hoftheater als Hausautor zu erlangen. Da Schiller sich jedoch illegal in Mannheim aufhält, wird ihm die Stelle am Hoftheater verweigert. Hoch verschuldet findet Schiller 1783 nach einer Reise von Frankfurt nach Oggersheim die Möglichkeit bei der Bekannten Katharina von Wolzogen in Bauerbach bei Meiningen unterzukommen. Im selben Jahr vollendet er „Kabale und Liebe“ und beginnt die Arbeiten an „Don Carlos“. Darüber hinaus wird die „Verschwörung des Fiesko zu Genau“ uraufgeführt. Außerdem bekommt er die erhoffte Anstellung als Hausautor am Mannheimer Hoftheater, welche aber 1784 wieder verliert. 2 Über die Schulden hinaus plagt ihn die weit verbreitete Krankheit Malaria.
Schillers Sympathisanten Christian Gottfried Körner, Minna Stock, ihre Schwester Dora und Ferdinand Huber verhelfen ihm durch finanzielle Unterstützung aus seien Schulden und bieten ihm die Möglichkeit „Don Carlos“ 1787 fertig zu stellen und zu drucken. Im selben Jahr reist er nach Weimar, wo er Herder und Wieland, bedeutende Aufklärer, trifft. Goethe begegnet er am 7. September 1788 in Rudolstadt. Zwei Jahre später heiratet er Charlotte von Lengenfeld, mit welcher er später 4 Kinder hat. 3 Erst im Jahre 1794 geht Schiller eine engere Bindung mit Goethe ein, die ebenfalls zu ihrer Zusammenarbeit führt. 4 1799 zieht Schiller zusammen mit seiner Familie nach Weimar, um in der Nähe von Goethe zu wohnen und somit ihre Freundschaft zu festigen. In den folgenden vier Jahren entstehen die Werke „Wallenstein“, „Maria Stuart“, „Jungfrau von Orleans“, „Braut von Messina“ und „Wilhelm Tell“, 5 welche ihn materiell absichern und unter anderem ausschlaggebend für seine Bekanntheit über Deutschland hinaus sind. Dennoch quält ihn zunehmend die Malaria, was seinen Körper schwächt und eine starke Anfälligkeit für weitere Krankheiten mit sich bringt
Kurz vor seinem Tod beginnt er die Arbeit an dem Dramenfragment „Demetrius“, welches er aber nicht mehr fertig stellt. 1805 infiziert er sich schließlich an einer Lungenentzündung, die am 9. Mai seinen
1 Vgl. Gerlach: „Man liebt nur, was Einen in Freiheit setzt“, S.185
2 Vgl. Gerlach: „Man liebt nur, was Einen in Freiheit setzt“, S.186
3 Vgl. http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/persoenlichkeiten/schiller/index.jsp
4 Vgl. Lahann: Schiller Rebell aus Akadien, S.175
5 Vgl. Gerlach: „Man liebt nur, was Einen in Freiheit setzt“, S.187 f.
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Tod zur Folge hat. Seine Beisetzung findet 3 Tage später in der St. Jakobskirche statt. Erst im Jahre 1827 wird seine Leiche in der Fürstengruft zu Weimar begraben. 6
2.2. Johann Wolfgang von Goethe
Johann Wolfgang von Goethe wird am 28. August 1749 in Frankfurt am Main als Sohn einer wohlhabenden und angesehenen Familie geboren. 7 Bereits mit 8 Jahren verfasst er ein Neujahrsgedicht, welches er an die Großeltern richtet. Darüber hinaus stellt er 1759 seinen ersten Gedichtband fertig. Sein frühes Interesse am Theater und der Literatur lässt sich sicherlich auch auf die häufigen Theaterbesuche während seiner Kindheit und Jugend zurückführen.
Im Jahre 1765 beginnt Goethe auf Wunsch seines Vaters das Studium der Rechte in Leipzig, zu dem er parallel Vorlesungen zur Literatur besucht und Zeichenunterricht nimmt.
Da er 1768 einen Blutsturz erleidet, ist er gezwungen nach Frankfurt zurückzukehren. Erst 1770 ist es Goethe daher möglich sein Studium in Straßburg fortzusetzen, wo er das erste Mal auf Herder, einen bedeutenden Philosophen und Theologen, 8 und weitere Anhänger des Sturm und Drang trifft. Das Studium schließt er 1771 als Lizentiat der Rechte ab und arbeitet fortan als Advokat in einer Anwaltpraxis. 9 Zur selben Zeit entsteht eines seiner bedeutendsten Werke „Götz von Berlichingen“ 10 und etwas später sowohl der Briefroman „Die Leiden des jungen Werter“ als auch der Monologische Briefroman, welche Goethes Erfolg einleiten. 11
1775 verlobt sich Goethe das erste Mal mit Anna Elisabeth (Lili) Schönemann, von der er sich jedoch kurze Zeit später nach einer Reise in die Schweiz, der später zwei weitere folgen, wieder trennt. Auf eine Einladung des Herzog Karl August trifft er am 7. November 1778 in Weimar ein, wo er sich mehrerer Aufgaben des Weimarschen Staatsdienstes annimmt. Nachdem 1782 sein Vater stirbt, wird Goethe in den Stand des Adels erhoben. Zwei Jahre später entdeckt er durch naturwissenschaftliche Forschungen den Zwischenkieferknochen des Menschen, der eine Verbindung zwischen den Menschen und den Säugetieren beweist. 12
Im Herbst 1786 reist Goethe heimlich nach Italien, wo er während der zweijährigen Aufenthaltszeit unter anderem die Werke „Iphigenie“, „Egmont“ und „Tasso“ verfasst. 13 Ein Jahr nach der Rückkehr aus Italien, also im Jahre 1789, wird Goethes Sohn August am 25. Dezember geboren. 1791 nimmt er sich der Leitung des Weimarer Hoftheaters an, welche er 16 Jahre lang ausübt.
Die Freundschaft mit Schiller geht Goethe 1794 ein. In ihm findet er nach anfänglicher Abneigung einen engen Verbundenen, 14 mit dem er gemeinsam die Epoche der Weimarer Klassik sehr stark prägt. In gemeinsamer Arbeit entstehen beispielsweise die Zeitschrift „Die Horen“ und ca. 200 gesellschaftskritische Verse, die als „Xenien“ bezeichnet werden 15 . Als Schiller 1805 stirbt, erkrankt
6 Vgl. http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/persoenlichkeiten/schiller/index.jsp
7 Vgl. Pereles: Dichterwege Eine kleine Goethe-Biographie, S. 1
8 Vgl. http://www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/literaturge/herder.htm
9 Vgl. Königs Erläuterungen: Goethe Das lyrische Schaffen, S. 8-9
10 Vgl. Höfer: Johann Wolfgang von Goethe, S. 152
11 Vgl. http://www.horizonte.com/englisch/community/language_corner/goethe.shtml
12 Vgl. Pereles: Dichterwege Eine kleine Goethe-Biographie, S. 54
13 Vgl. Matussek: Goethe zur Einführung, S. 232
14 Vgl. Höfer: Johann Wolfgang von Goethe, S.152-153
15 Vgl.www.ursulahomann.de/EinesFreundesFreundZuSeinUeberDieFreundschaftVonGoetheUndSchiller/kap003.h
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Goethe an einer schweren Nierenkolik, die er auf seinen „Erholungsreisen nach Bad Lauchstädt und Halle“ 16 auskuriert. Im folgenden Jahr schließt er seine Arbeiten am „Faust 1“ ab und heiratet am 19. Oktober Christine Vulpius, welche 1816 am 6. Juni stirbt.
1809 beginnt Goethe mit seinen autobiographischen Entwürfen, die er zwei Jahre später als den ersten Teil von „Dichtung und Wahrheit“ veröffentlicht. Des Weiteren erscheint 1819 der „West-östliche Divan“. 17
Ein Jahr vor seinem Tod schließt Goethe die Arbeiten am zweiten Teil des „Faust“ ab. Am 22. März 1832 stirbt er schließlich in Weimar, vermutlich an den Folgen eines Herzinfarkts. Wenige Tage später wird er neben Friedrich Schiller in der Fürstengruft beigesetzt. 18
tml
16 Höfer: Johann Wolfgang von Goethe, S. 153
17 Vgl. Höfer: Johann Wolfgang von Goethe, S. 153
18 Vgl. Lahann: Schiller Rebell aus Akadien, S.232
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3. Entwicklung der Freundschaft
3.1 Erste Begegnung
Die erste Begegnung haben Schiller und Goethe 1797 in Stuttgart an der Karlschule. Hier stehen sich Schiller als Student und Goethe als ein erfolgreicher und berühmter Dichter seiner Zeit gegenüber. Goethe ist gemeinsam mit dem Herzog Karl August auf der Rückreise von Bern nach Weimar. Auf ihrem Weg halten sie in Stuttgart um den Herzog Karl Eugen in der Karlschule zu besuchen. Während seiner Aufenthaltszeit dort, besucht Goethe ein Fest, auf dem unter anderem Schiller einige Auszeichnungen erhält. Goethe macht durch seine Haltung auf die Studenten einen steifen, würdevollen und Ehrfurcht erregenden Eindruck. 19 Für diese gilt Goethe als „Gott” und „Genie”, was ihm mit dem Erfolg des „Götz von Berlichingen” und „Die Leiden des jungen Werther” gelang. Diese Dramen, in denen er die herrschenden Werte- und Normvorstellungen kritisiert, machten Goethe über die Landesgrenzen hinaus im europäischen Raum bekannt. Das Interesse der Leser reicht über die Dramen hinaus bis hin zu seiner Person selbst. Goethe hatte ihren Lebensstil verändert, in dessen Mittelpunkt jetzt immer weiter die Literatur rückt. 20
Somit hat die erste Begegnung zwischen Schiller und Goethe keine Auswirkungen auf ihre spätere enge Freundschaft, da es Schiller - aufgrund der großen sozialen Distanz zwischen ihnen - nicht möglich ist, Goethe auf sich aufmerksam zu machen. 21
Das erste Aufeinandertreffen, bei dem auch Goethe Schiller wahrnimmt, folgt aus der gemeinsamen Arbeit an der Zeitschrift „die Horen” und wird von Goethe als „glückliches Ereignis“ benannt. Der Verleger Cotta bittet Schiller im Jahre 1794 darum, eine politische Zeitung für ihn zu verfassen, was Schiller jedoch ablehnt. Auf die Arbeit an einer Zeitung mit literarischem Schwerpunkt lässt er sich einerseits aus finanziellen Gründen anderseits aus Interesse an der Sprache ein. 22 Es gelingt ihm unter anderem die bedeutenden Schriftsteller Korner, Humboldt, Fichte und Waltmann für die Arbeit an den „Horen” zu gewinnen. Da er allerdings die Kräfte bündeln möchte, hält er es für notwendig, auch 23 Deshalb verfasst er am 13. Juni 1794 seinen ersten Brief an Goethe, Goethe zur Mitarbeit zu bewegen.
indem er ihn mit vielen Komplimenten für die Zeitschrift anzuwerben versucht. So ist es auch in folgendem Zitat zu erkennen: ,,Der Entschluß Euer Hochwohlgeborenen, diese Unternehmung durch Ihren Beitritt zu unterstützen, wird für den glücklichen Erfolg derselben entscheidend sein, […]” 24 . Goethe der sich gerade in einer kritisch schöpferischen Phase befindet, da er mit seinen aktuellen Werken - wie beispielsweise „Tasso”, „Egmont” und „Iphigenie” - kaum noch Einfluss auf die Bevölkerung ausübt. Sein Erfolg beruht immer noch auf den alten Werken wie „Die Leiden des jungen Werther” und „Götz von Berlichingen”. 25 Um literarisch wieder auf sich aufmerksam zu machen und vermutlich aufgrund des hohen Honorars von acht Louisd‘or, 26 antwortet er Goethe eine Woche später
19 Vgl. Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.17
20 Vgl. Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.20-21
21 Vgl. Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.17
22 Vgl. Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.98-99
23 Vgl. Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.101
24 Schiller: Scurla: Bund des Ernstes und der Liebe, S.46-47
25 Vgl. Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.102
26 Vgl. Fertig: Goethe und seine Zeitgenossen zwischen Annäherung und Rivalität, S.156
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mit einer Zusage: ,,Ew. Wohlgeb. Eröffnen mir eine doppelt angenehme Aussicht, sowohl auf die Zeitschrift, welche sie herauszugeben gedenken, als auf die Teilnahme, zu der sie mich einladen.” 27 Am 20. Juli 1794 reist Goethe nach Jena um mit der Mitarbeit an „den Horen“ zu beginnen. Am Abend der Anreise besucht er zuvor noch einen Vortag zur Botanik, bei dem auch Schiller anwesend ist, allerdings eher aus Interesse an Goethe als aus Interesse an der Naturwissenschaft. Nach Goethes Beschreibungen verläuft der Abend nach der Vorlesung folgendermaßen: Beide treffen sich zufällig beim Verlassen des Schlosses und beginnen ein Gespräch, in dem es um die Vorlesung geht. Schiller kritisiert die Vorlesung, obwohl Goethe einer der Gründer der Naturforschenden Gesellschaft ist. Er ist der Meinung, dass die Art der Natur den laienhaften Zuhörern auf andere Weise näher gebracht werden müsse. Goethe schließt sich dieser Kritik an, anschließend „gelangten [sie] zu seinem Haus, das Gespräch lockte [Goethe] hinein“ 28 . Dort trägt Goethe seine Ansichten zur Entwicklung der Pflanze vor und behauptet sogar diese selbst mit verfolgt zu haben. Schiller hingegen betrachtet die von Goethe dargestellte Erfahrung eher als Idee. 29 Trotz der Meinungsverschiedenheit stellt Goethe das Gespräch im 31 , die zwischen ihnen Nachhinein als „ersten Schritt“ 30 dar und beschreibt eine starke „Anziehungskraft“ herrscht.
Schiller berichtet über seine erste Diskussion mit Goethe in einem Brief vom 1. September 1794 an Körner folgendes: „Ein jeder konnte dem anderen etwas geben, was ihm fehlte, und etwas dafür empfangen.“ 32 Außerdem schildert Schiller, dass Goethe versucht sich an ihn anzuschließen. Schon in ihrem ersten ausführlichen Gespräch zwischen Schiller und Goethe lassen sich ihre unterschiedlichen Naturauffassungen und Charaktere erkennen, welche in ihrer Diskussion über die Metamorphose der Pflanze deutlich werden. Trotzdem kann man auch schon aus den nachherigen Aussagen über das Gespräch auf ihre Ergänzung durch ihre unterschiedlichen Charaktere und später enge Verbundenheit schließen. 33
3.2. Verschiedene Briefe im Verlauf ihrer Freundschaft
Die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller basiert anfangs nur auf dem Aspekt der Arbeit. Diese bestimmt das Leben der beiden und bildet demzufolge in der elf Jahre währenden Freundschaft das Fundament. Auf diesem Fundament wird eine immer inniger werdende Freundschaft aufgebaut. 34 Im Folgenden werde ich anhand verschiedener Briefe die Entwicklung der Freundschaft zwischen ihnen zu drei Begebenheiten untersuchen.
Am 4. September 1794, das heißt etwa 4 Monate nachdem Goethe und Schiller den Bund der Freundschaft eingegangen waren, schreibt Goethe einen Brief aus Weimar an Schiller nach Jena. In diesem geht Goethe anfangs auf ein Manuskript und eine „Abhandlung über das Schöne in der Kunst“ 35 ein, welche ihm von Schiller zugeschickt worden waren. Er bewertet diese positiv und stimmt den
27 Goethe: Scurla: Bund des Ernstes und der Liebe, S.47
28 Goethe: Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.107
29 Vgl. Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.107
30 Goethe: Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.108
31 Goethe: Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.108.
32 Schiller: Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.108
33 Vgl. Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.108
34 Vgl. Safranski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.13-15
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Aussagen im Wesentlichen zu. An den Texten von Schiller erkennt er jedoch auch, dass beide dieselben Interessen verfolgen, diese sich allerdings in einigen Sichtweisen unterscheiden (Z.4-6). 36 Der erste Abschnitt des Briefes zeugt von dem Einfluss, den Goethe auf Schiller nimmt, und unterstreicht, dass die Freundschaft auf literarischer Arbeit begründet ist. Goethe fördert Schillers Ausführungen, wohingegen andere eher verunsichert oder eingeschüchtert von ihm sind. Schiller sieht die Zusammenarbeit mit Goethe im Gegensatz dazu eher als eine Herausforderung, obwohl er aufgrund dieser auch zeitweise an sich selbst zweifelt. 37
Anschließend bietet Goethe Schiller an, ihn 14 Tage lang in Weimer zu besuchen, da der Hof nach Eisenach reist und er demzufolge allein sein wird. Schiller könne sich wie zu Hause fühlen. Er würde die Möglichkeit haben, in Ruhe zu arbeiten und sie könnten einige Stunden am Tag ein Gespräch führen oder gleichgesinnte Freunde treffen. Dieses Treffen würde Goethes Meinung nach zwischen ihnen eine engere Beziehung herstellen (Z.9-16).
Schon hier lässt sich erkennen, welche Bedeutung Schiller für Goethe hat. Dies wird noch deutlicher als Schiller das Angebot annimmt, jedoch die Forderung stellt einen völlig freien Tagesablauf wählen zu können, weil er oft nachts wegen seinen Krämpfen nicht schlafen kann, dies aber am Tage nachholt. Er bittet „bloß um die leidige Freiheit, bei [Goethe] krank seien zu dürfen.“ (Z.1-13) 38 Danach geht er auf die Texte ein, die er Goethe zukommen lassen hat. Er wird bei seinem Besuch weitere Aufsätze über den „ästhetischen Ausdruck“ 39 mitbringen. Allerdings enthält er ihm einige vorausgegangene Texte vor, da diese seiner Meinung nach Goethes Erwartungen nicht entsprechen (Z.19-23). Hier zeichnen sich deutlich Schillers Selbstzweifel gegenüber Goethe ab. Am 10. September 1794 bedankt sich Goethe bei Schiller für seine Zusage und versichert ihm jede Freiheit zu gewähren, die er braucht (Z.1-3). Diese Reaktion Goethes hebt erneut die „Anziehungskraft“ 40 Schillers künstlerischer Seite auf jenen hervor, denn normalerweise pflegt Goethe einen geregelten Tagesablauf und hasst jegliche Unordnung. Des Weiteren meidet er möglichst jeden Kranken, da er immer die Gefahr sieht, sich anzustecken. Somit geht er später auch nicht einmal zu seiner kranken sterbenden Frau ans Bett. 41
Während des ersten Besuchs von Schiller bei Goethe, geht es in ihren Gesprächen hauptsächlich um die Arbeit. Sie planen unter anderem gemeinsam die Hefte der „Horen“. Außerdem stellt Goethe Schiller seine Naturkunde zur Optik und Anatomie vor. Sie überlegen Änderungen an Schillers Werken „Fiesko“ und „Kabale und Liebe“ vorzunehmen, um diese am Weimarer Hoftheater aufführen zu können. Auch an Goethes Werk „Egmont“ soll Schiller einige Änderungen vornehmen.
Dieser erste Besuch schafft für ihre Beziehung die Grundlage ihres Umgangs und ihrer Gespräche und
35 Goethe: Scurla: Bund des Ernstes und der Liebe, S.59
36 Vgl. Scurla: Bund des Ernstes und der Liebe, S.59
37 Vgl. Höfer: Johann Wolfgang von Goethe, S.99
38 Schiller: Scurla: Bund des Ernstes und der Liebe, S.60
39 Schiller: Scurla: Bund des Ernstes und der Liebe, S.60.
40 Goethe: Safrankski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.108
41 Vgl. Lahann: Schiller Rebell aus Arkadien, S.177
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knüpft somit, wie Goethe vermutet, weitere „Fäden“ 42 zwischen ihnen, die aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht über die literarische Arbeit hinausreichen. 43
Etwa 5 Jahre nachdem sie sich kennen gelernt haben, schreibt Schiller am 25. Oktober 1799 an Goethe einen Brief aus Jena. In diesem beschreibt er die Krankheit seiner Frau, welche wahrscheinlich die Folge der schweren Geburt von Schillers Tochter Karoline Henriette ist. Neben starken Fieber ist auch Lottes geistige Verfassung in einem sehr schlechten Zustand. Obwohl der Arzt sie noch nicht in Lebensgefahr sieht, macht Schiller sich große Sorgen um sie (Z.1-7). Da Lotte niemanden außer ihm und ihrer Mutter sehen möchte, setzt Schiller - zusätzlich zu seiner Angst - die Schlaflosigkeit durch die Nachtwachen zu. Dem Neugeborenen geht es aber glücklicherweise gut. Ohne die Hilfe der Schwiegermutter wäre Schiller allein mit der Situation völlig überfordert. Am Ende des Briefes spricht er noch die Hoffnung aus, Goethe bald wieder sehen zu können (Z.8-16). 44
Hier ist im Vergleich zum anfänglich untersuchten Brief schon eine intimere Freundschaft zwischen Goethe und Schiller zu erkennen. Es geht nicht mehr nur um die Arbeit, sondern darüber hinaus um Schillers Gefühle, seine Verzweiflung, Angst und Überforderung.
Noch aussagekräftiger ist Goethes Antwort, welche er am nächsten Tag an Schiller sendet. In dieser spricht er Schiller mit den folgenden Worten sein Mitgefühl aus: „Unsere Zustände sind so innig verwebt, daß ich das, was Ihnen begegnet, an mir selbst fühle.“ (Z.1-2). Er würde Schillers Bitte nach Jena zukommen gerne nachkommen, allerdings sei er zeitlich sehr eingeschränkt und wäre seinem Freund außerdem keine Hilfe, da ihn seine vernachlässigten Aufgaben zu sehr beschäftigten (Z.7-9). 45 Das Mitgefühl, das Goethe zeigt, beweist, dass die Freundschaft über eine Zweckgemeinschaft hinaus auch eine emotionale Ebene einschließt. 46 Goethes Absage nach Jena zu kommen, suggeriert zunächst eine Oberflächlichkeit seines Mitleids. Es muss aber in Betracht gezogen werden, dass Goethe sich schließlich doch von seinen Pflichten befreit und seinem Freund unterstützend zur Seite steht. 47 Abschließend werde ich mich mit einem Brief von Goethe befassen, den er nach Schillers Tod am 1. Juni 1805 an Carl Friedrich Zelter schrieb.
In diesem schildert er zunächst, welchen Verlust der Tod von Schiller für ihn darstellt, „Ich dachte mich selbst zu verlieren, und verliere nun einen Freund und in demselben die Hälfte meines Daseins.“ (Z.1-3) 48 . Außerdem schildert er in welche Perspektivlosigkeit und Monotonie ihn Schillers Tod getrieben hat (Z.4-5). 49
Auch in diesem Teil des Briefes lässt sich die enge Verbundenheit beider erkennen. Goethe vermisst einerseits die literarisch fördernden Gespräche mit Schiller, sodass er befürchtet mit dem Freund auch einen Teil seines dichterischen Könnens zu verlieren. 50 Zum Anderen fehlt ihm Schiller, da er ihn als
42 Goethe: Scurla: Bund des Ernstes und der Liebe, S.60
43 Vgl. Safranski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.114-115
44 Vgl. Scurla: Bund des Ernstes und der Liebe: S.448
45 Vgl. Scurla: Bund des Ernstes und der Liebe: S.449
46 Vgl. http://www.arte.tv/de/2922762.html
47 Vgl. Safranski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S. 234
48 Goethe: http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Briefe/1805
49 Vgl. http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Briefe/1805
50 Vgl. Safranski, Rüdiger: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.303
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Einziger, der ihm gleichgestellt ist, aus der Einsamkeit befreite. 51 Durch den unerwarteten Tod Schillers wird ihre Freundschaft unterbrochen, die nie gefährdet war. 52
Anknüpfend an seine Trauer über Schillers Tod erläutert Goethe den Grund für seinen Brief. Er bittet Zelter ihm ein Musikstück, welches in der musikalischen Zeitung Nr. 27 veröffentlicht wurde, und andere, die in derselben Art vertont wurden, zuzusenden. Außerdem wäre er über weitere neu komponierte Stücke in einem Charakter, den er angeben würde, erfreut. Diese benötigt er, um Schiller „ein Andenken […] auf der Bühne“(Z.8) 53 zu schaffen, was viele von ihm verlangen. In einer sarkastischen Weise erläutert er, dass „indessen die Menschen aus jedem Verlust und Unglück sich wieder einen Spaß herauszubilden suchen […]“ (Z.6-7) 54 .
Dadurch wird erneut hervorgehoben, dass Goethe sich mit dem Tod seines Freundes auch 3 Wochen später noch nicht vollkommen abfinden kann.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der Briefkontakt zwischen Schiller und Goethe Grund für die immer inniger werdende Freundschaft war, bis schließlich der eine die „Hälfte“ 55 des anderen ausmachte. Außerdem wird deutlich, dass Ihre Beziehung sich über eine Zweckgemeinschaft hinweg zu einer Freundschaft auf emotionaler Ebene entwickelte.
51 Vgl. Höfer, Anja: Johann Wolfgang von Goethe, S.109
52 Vgl. Perels, Christoph: Dichterwege Eine kleine Goethe-Biographie, S.92-94
53 Goethe: http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Briefe/1805
54 Goethe: http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Briefe/1805
55 Goethe: http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Briefe/1805
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4. Die gegenseitige Beeinflussung von Goethe und Schiller anhand der Ballade „Die Kraniche des Ibykus“
Die Ballade „Die Kraniche des Ibykus“, welche 1797 von Schiller in Zusammenarbeit mit Goethe verfasst wurde und für den „Musen-Almanach“ des Balladenjahres gedacht war, ist der Epoche der Weimarer Klassik zuzuordnen. In der Ballade geht es um Ibykus, der auf der Reise von Rhegium nach Corinth ermordet wird. Das Volk fordert eine Bestrafung für die Mörder, welche aber unbekannt sind. Als die Menschenmasse, unter der sich auch die Mörder befinden, sich anlässlich des Fests des Neptunus im Theater versammelt, verraten sich die zwei Mörder durch die ihre Worte. Schiller weist mit dieser Ballade auf den Wert der über allen Tugenden stehenden Gerechtigkeit hin. Die Thematik des Gedichts, welche zunächst Goethe für eine eigene Ballade zu verwenden gedachte, dann aber Schiller überließ, entstand in einem Gespräch zwischen beiden über ein antikes Sprichwort. Obwohl Goethe das Thema übergab, beeinflusste er Schiller weiterhin und bewegte ihn zu Änderungen und Ergänzungen an einer ersten, nicht erhaltenen Fassung. In den Briefen, die sie diese Ballade betreffend schrieben, lässt sich erkennen wie Goethe und Schiller sich durch ihre unterschiedlichen Denkweisen ergänzen. 56
In der Ballade werden sowohl antike Elemente als auch derzeitig moderne Elemente verwendet. Zu den antiken Elementen zählen beispielsweise Eigennamen, Götter, Landschaften oder Fremdwörter (Vgl. Z.6, 10, 182). Außerdem wird die Wortstellung der antiken Form nachempfunden, zum Beispiel wird der Genitiv häufig voran gestellt (Vgl. Z.2, 5, 10) oder Partizipien stehen losgelöst vom Bezugswort (Vgl. Z.50). 57 Den Bezug zur Antike stellte Schiller her, um gemeinsam mit Goethe „den gegenwartsbezogenen Stilwillen [zu]schulen“ 58 , der durch die Entstehung der Romanik gefährdet war. Da die Richtung der Antiken sehr deutlich zu erkennen ist, lässt sich die Ballade eindeutig der Epoche der Weimarer Klassik zuordnen. 59 Zu den modernen Elementen lassen sich die Gattung, welche zu diesem Zeitpunkt sehr beliebt war, und die Vierzeiler in den verschiedenen Reimformen zuordnen. 60 Die Ballade besteht aus 23 Strophen zu je acht Versen, die im vierhebigen Jambus verfasst wurden. Die Strophen lassen sich durch die verschiedenen Reimschemen in zwei Teile gliedern, die ersten vier Verse einer Strophe sind jeweils im Paarreim und die folgenden vier Verse im Kreuzreim verfasst. 61 Die Exposition (Strophe 1-6) des Gedichtes beschreibt, wie Ibykus auf dem Weg von Rhegium nach Corinth in einem Wald von zwei Mördern umgebracht wird. Zeugen des Mordes sind nur die Kraniche, die Ibykus auf dem Weg „zur See Begleiter waren“ (Z.18). Schon in der Exposition des Gedichtes übte Goethe auf Schiller einen großen Einfluss aus. In dem Brief, welcher von Goethe am 23. August 1797 verfasst wurde, kritisiert er, dass die Kraniche nicht ausführlich genug erwähnt würden. Er schlägt vor einen weiteren Vers hinzu zufügen, in dem Ibykus die Kraniche schon während seiner Wanderung entdeckt, 62 sodass aus den Kranichen ein „langes und breites Phänomen“ 63 werde. Am 30. August 1797 antwortet Schiller Goethe aus Jena, in dem er versichert den Kranichen eine wichtigere Rolle
56 Vgl. Interpretationen Gedichte von Friedrich Schiller, S.223-224
57 Vgl. Interpretationen Gedichte von Friedrich Schiller, S.224-225
58 Safranski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.172
59 http://www.literatur-wissen.net/weimarer-klassik.html
60 Vgl. Interpretationen Gedichte von Friedrich Schiller, S.227
61 Vgl. Interpretationen Gedichte von Friedrich Schiller, S.227
62 Vgl. Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 257
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zuzuschreiben, da sie die „Schicksalshelden“ 64 seien und somit eine „größere Breite und Wichtigkeit“ 65 verdienten. Außerdem bedankt er sich für Goethes Hilfe und äußert, dass er noch unerfahren in der Thematik der Kraniche sei und diese nur aus einigen Gleichnissen kenne.
Bereits die Exposition der Ballade unterliegt einer Antikisierung, zum einen durch die Eigennamen der Stadt Corinth und des Gottes Apoll. Des Weiteren wird eine harmonische Stimmung erzeugt und Ibykus erscheint als human und göttlich, ihm wurde zum Beispiel von Apoll das Talent des Gesanges geschenkt (Z.5-6). 66 Seine Humanität kennzeichnet sich dadurch aus, dass er nicht in der Lage ist Gewalt zu benutzen, da seine „Hand […] nie des Bogens Kraft gespannt“ hat(Z.30-32). Im Gegensatz dazu wird schon in der zweiten Strophe eine düstere Stimmung erzeugt, welche schon auf den folgenden Mord hinweist. Möglicherweise wurde die dritte Strophe von Schiller auf Goethes Wunsch hinzugefügt, da in dieser durch Ibykus‘ Monolog, in dem er zu den Kranichen spricht, eine Verbindung zwischen dem Protagonisten und den Kranichen aufgebaut wird und den Kranichen auf diese Weise eine besondere Rolle zukommt. Außerdem erwähnt Goethe in seinem Brief vom 23. August 1797 an Schiller, dass ein Vergleich zwischen Ibykus und den Kranichen hergestellt werden sollte. 67 Antithetisch zu der finsteren Atmosphäre im Wald ist Ibykus‘ Stimmung immer noch „munter“ (Z.25). Auf diese Weise wirkt der folgende Mord auf den Leser sehr überraschend, obwohl er vorher schon angedeutet wurde. Das unmoralische und ungerechte Handeln der zwei Mörder wird zum Einen durch ihre körperliche und zahlenmäßige Überlegenheit hervorgehoben. Des Weiteren handeln sie scheinbar ohne ein Motiv und bringen ihn auf eine grausam Weise um, denn später wird Ibykus nackter Körper „entstellt von Wunden“ gefunden (Z.49-50).
Zum mittleren Teil der Ballade hat Goethe keine Kritik anzumerken, seiner Meinung nach ist besonders „der Übergang zum Theater […] sehr schön und das Chor der Eumeniden am rechten Platze.“ 68 In diesem Teil des Gedichtes fordert das Volk Gerechtigkeit (Z.61-64), lässt sich jedoch anschließend von der Pracht der Spiele ins Theater locken (Z.67+80). Die Mörder befinden sich unter den Griechen (Z.74) und besuchen mit diesen das Theater. Auch diese Handlung hebt die Unmoral der Mörder hervor: da sie sich schon kurze Zeit später wieder im Theater vergnügen, unterstreicht, dass sie keine Reue zeigen und trotz ihres Verbrechens kein schlechtes Gewissen haben. Darauf folgt der Chor der Eumeniden, welche als Hauptakteure der Theateraufführung auftreten und eine „göttliche Gerechtigkeit“ 69 darstellen. Sie werden als unmenschlich (Z.101+108) und Furcht einflößend (Z.106+113) dargestellt, was jedoch den antiken Motiven von Schönheit, Humanität und Harmonie widerspricht. 70 In ihrem Gesang kündigen sie bereits die Folgende Bestrafung der beiden Mörder an. Als „göttliche Gerechtigkeit“ 71 rächen sie das Opfer und strafen die Sünder, denen es nicht möglich ist dem Recht zu entkommen (Z.125-136).
Goethe schlägt in seinem Brief vom 22. August 1797 des Weiteren vor, nach dem Abtritt der Eumeniden einen weiteren Vers einzuschieben, der die „Gemütsstimmung des Volkes, in welche der Inhalt des
63 Goethe: Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 258
64 Schiller: Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 259
65 Schiller: Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 259
66 Vgl. Interpretationen Gedichte von Friedrich Schiller, S.228
67 Vgl. Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 257
68 Vgl. Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 256
69 Interpretationen Gedichte von Friedrich Schiller, S.229
70 Vgl. Interpretationen Gedichte von Friedrich Schiller, S.228
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Chors sie versetzt“ 72 , beschreibt. Schiller fügt den besagten Vers hinzu. 73 Vermutlich ist dies der Vers 19, der schildert, dass das Volk nach dem Auftritt noch „zwischen Trug und Wahrheit schwebt“ und von der Macht des Gesanges beeindruckt ist.
Ihren Höhepunkt erreicht die Ballade, als ein Schwarm Kraniche über das Theater hinweg fliegt, worauf hin einer der Täter ausruft: „Die Kraniche des Ibykus“ und somit sich und seinen Mittäter verrät. Bei der Selbstoffenbarung der Mörder konnte Schiller, weil er eine überraschende Weise bevorzugt, sich nicht Goethes Meinung anschließen, welcher eine schrittweise Aufdeckung der Täter fordert. Goethe war der Meinung das sofortige Verständnis der Griechen wirke unnatürlich. Um die Szene der Selbstoffenbarung der Mörder natürlicher darzustellen, sollte seiner Meinung nach nur die Sitznachbarn den Ausruf des Mörders verstehen und dies den nächsten Zuschauern weitererzählen. 74 Schiller war jedoch der Meinung, dass das ganze Theater den Ausruf hören könne, da die Täter sich in den oberen Sitzreihen befinden. 75 Außerdem tadelt Goethe auch hier, dass die Kraniche nicht „wunderbar“ 76 genug dargestellt würden, da die Kraniche, die Ibykus‘ Mord bezeugen, nicht zwingend die Kraniche sein müssten, die über das Theater hinweg fliegen. Schiller hingegen empfand genau diese Gegebenheit als unrealistisch. Er wollte durch den Zufall des auftauchenden Kranichschwarms die Dummheit und Grobheit der Mörder hervorheben und aufzeigen, dass die Mörder ganz dem Geschehen des einzelnen Momentes unterliegen. Für ihn wird den Kranichen ausreichend Bedeutung durch ihr Erscheinen nach dem Ausruf verliehen. 77
Wie Schiller schon in seinem Brief beschrieb, unterstricht die Selbstoffenbarung der Mörder ihr affektives Handeln und ihre Reizbestimmtheit. Außerdem wird hier die Vorhersage des Chors der Eumeniden erfüllt.
In den letzten Strophen wird die Erkenntnis des Publikums und die Verhaftung der Täter dargestellt. Diese eröffnen dem Leser am offensichtlichsten die Moral der Ballade, auf welche schon während der gesamten Handlung angespielt wird. Schließlich unterliegen die Mörder der Gerechtigkeit, indem sie zum Gericht gebracht und verurteilt werden.
Alles in allem ist auch Goethe mit dem vollendeten Werk zufrieden. In seinem Brief vom 25. September 1797 zeigt er sich glücklich über die Veränderung der Exposition und gibt Schiller mit der Einsicht „Der Künstler muß selbst am besten wissen, inwiefern er sich fremder Vorschläge bedienen kann“ 78 Recht den Schluss unverändert gelassen zuhaben. 79
In den Briefen von Schiller und Goethe lässt sich erkennen dass ihre Beziehung nicht nur durch Bestätigung gekennzeichnet war, da Goethe klare Kritik an der Erstfassung der Ballade äußert. Außerdem ist auffällig, dass Goethes Anmerkungen nicht einfach von Schiller übernommen, sondern hinterfragt und teilweise sogar abgelehnt wurden. Diese Kritik ging natürlich nicht nur einseitig von Goethe aus, da auch Schiller Werke von Goethe wie beispielsweise den „Egmont“ Korrektur las. 80 Auch
71 Interpretationen Gedichte von Friedrich Schiller, S.229
72 Vgl. Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 256
73 Vgl. Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 266
74 Vgl. Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 256
75 Vgl. Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 261
76 Goethe: Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 256
77 Vgl. Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 261
78 Goethe: Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 268
79 Vgl. Scrula: Bund des Ernstes und der Liebe, S. 268
80 Vgl. Lahann: Schiller Rebell aus Arkadien, S.178
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das bekannte Zitat von Goethe: „Sie haben mich wieder zum Dichter gemacht,[...]“ unterstreicht dies. 81 Darüber hinaus scheint die Beurteilung durch einen anderen Charakter eine besondere Produktivität hervorgerufen zu haben.
81 Vgl. Höfer: Johann Wolfgang von Goethe, S.97
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5. Unterschiede ihrer Charaktere anhand Schillers Geburtstagsbrief an Goethe
Der Geburtstagsbrief von Schiller an Goethe wird am 23. August 1794 in Jena verfasst und erreicht Goethe ungefähr an seinem 45. Geburtstag. In diesem gestaltet Schiller ein Bild von Goethe und kennzeichnet damit auch deutlich den Beginn ihrer gemeinsamen Schaffensperiode. Das Bild stellt außerdem schon die primären Aussagen von Schillers Abhandlung „über naive und sentimentalische Dichtung“ dar. 82
Zu Beginn des Briefes bezieht Schiller sich auf die erste folgenreiche Begegnung mit Goethe, das so genannte „glückliche Ereignis“. Dieses hat ihn durch Goethes Ideen zum Nachdenken angeregt, sodass er auf ein weiteres Treffen mit ihm hofft. Schon hier verdeutlicht er, dass ihm in dem Gespräch durch Goethes Denkweise etwas völlig neues offenbart wurde („Die neulichen Unterhaltungen mit Ihnen haben meine ganze Ideenmasse in Bewegung gebracht“(Z.3-4)).
Anschließend beginnt er mit der Analyse von Goethes Geisteshaltung. Schon hier vergleicht er sich selber mit Goethe und deutet eine Vervollständigung der eigenen Ideen durch Goethes Ideen an (Z.7-9), wodurch er bereits zu Beginn taktisch klug auf eine mögliche Zusammenarbeit zwischen ihnen hinweist. 83 Goethe schreibt er die Eigenschaften eines „Objekt[es]“ (Z.8) zu, welche Schiller selbst fehlen. Zu den Eigenschaften des Objektes zählt beispielsweise Goethes Intuition, auf der sein Schöpfen gegründet ist. Da er seine Beobachtungen mit einem „still[en] und rein[en]“ Blick (Z.9) erfasst, ist die Möglichkeit ausgeschlossen auf einen falschen Weg zu geraten. 84 Diese Intuition und direkte Beobachtung fehlen jedoch den Analytikern, zu denen Schiller sich wahrscheinlich zählt. Des Weiteren erläutert er, dass Goethe von seinem Reichtum selber nichts wisse, da dieser als Ganzes in ihm liege und man nur das erkennen könne, was man trenne (Z.13-14). Außerdem bezeichnet er Goethe zum ersten Mal freiwillig als Genie, 85 da dieser die Dinge herausfindet, welche er als Analytiker nur untersuchen kann (Z.15-18).
Im nächsten Abschnitt des Briefes geht er auf die Entwicklung von Goethes Geist ein, welche zum Ziel hat „das Notwendige der Natur“ zu finden (Z.20-21). Hierbei schlägt Goethe jedoch einen aufwändigen Weg ein, der ihn vom Speziellen zum allumfassenden Ganzen führt 86 (Z.23-26). Beispielsweise untersucht er die Entwicklung des Menschen und geht dabei von „den Materialien des ganzen Naturgebäude[s]“ (Z.25-26) aus, um auf diese Weise den Menschen zu erstellen. Er unterstreicht die Schwierigkeit, die von dieser Methode ausgeht, indem er aufzeigt, dass Goethe niemals erhoffen konnte sein Ziel zu erreichen, aber selbst sein Scheitern wäre ehrenhaft gewesen (Z.29-31). Zudem beschreibt er neben der Arbeitsweise von Goethes Geist, wie dieser zur „griechischen Natur“ gelangen konnte (Z.37-52). Weil Goethe weder als Grieche noch als Italiener geboren wurde, wurden ihm mit der Bildung des Geistes die nordischen Denkweisen aufgezwungen, sodass er sich „auf einem rationalen Weg ein Griechenland […] gebären“ musste (Z.41). Jedoch entspricht Goethes ästhetisches Denken nicht dieser „logischen Richtung“ (Z.48-50), die den Weg von der nordischen zur griechischen Denkweise ermöglicht, sodass auch dieser Weg Goethe besondere Anstrengung abverlangte. Als er die „griechische Natur“ erreicht hat, war er schließlich gezwungen diese Denkweise wieder in die auf
82 Vgl. Höfer: Johann Wolfgang von Goethe, S.96
83 Vgl. Fertig: Goethe und seine Zeitgenossen, S,161-162
84 Vgl. Safranski: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.101
85 Vgl. Wentzlaff-Eggebert: Schillers Weg zu Goethe, S.51
86 Vgl. Safranski, Rüdiger: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.101
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Gefühlen basierende Richtung zu lenken, da die Gefühle das Genie ausmachen (Z.50-52). Oberflächlich betrachtet, nennt Schiller hier keine Unterschiede zwischen sich und Goethe. Allerdings kann man vermuten, dass Schiller sich selbst im Gegensatz zu Goethe das logisch rationale Denken nach leitenden Begriffen zuschreibt, wohingegen Goethe eher als der von Gefühlen geleitete Mensch dargestellt wird. 87
Im Folgenden spielt Schiller auf die Ergänzung der beiden unterschiedlichen Denkweisen von Goethes „philosophische[m] Instinkt[…]“ (Z.55) und der eigenen „spekulierenden Vernunft“ (Z.56) an. Er unterstreicht, dass es zwar vordergründig betrachtet keine größeren Unterschiede gäbe. Wenn aber beide nach dem suchen, worüber der jeweils andere verfügt, so besteht die Möglichkeit sich in der Zusammenarbeit zu begegnen. 88 Auf diese Weise vervollständigen sie ihre Arbeiten bis hin zum genialischen. 89 So entstehen zum Beispiel aus den „Individuen“ (Z.61) des intuitiven Geistes - also Goethes Geist - Individuen „mit dem Charakter der Gattung“. Die Gattung - also das Allgemeine, das durch Schillers Arbeit entsteht - wirkt durch die Erfahrungen des intuitiven Geistes lebendiger (Z.63-65).
Schließlich beendet Schiller den Brief, da er bemerkt, dass seine Analyse zu weit ausschweift. Außerdem bittet er Goethe einen Roman in der Zeitschrift „die Horen“ zu veröffentlichen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Schiller schon hier herausstellt, was später der Grund für die Produktivität ihrer 11-jährigen Freundschaft sein wird. Die Verschiedenheit ihrer Charaktere stellt keine Barriere dar, sondern bildet die Grundlage ihrer Freundschaft. 90 Weil Schiller die Gefühle von Goethe begrenzt und Goethe Schiller davon abhält zu abstrakt und theoretisch zu werden, lernen beide durch ihre gemeinsame Arbeit. 91 Auch Goethe deutet das Verhältnis der beiden in einer Notiz folgendermaßen: „Selten ist es aber, daß Personen gleichsam die Hälfte von einander ausmachen, sich nicht abstoßen, sondern sich anschließen und einander ergänzen.“ 92 Indem Schiller sich durch diese Gedanken Goethe gegenüber als Gleichgestellter zeigt und sich mit ihm identifizieren kann, befreit er Goethe aus der Isolation, da dieser wenige emotionale Bindungen hat und auch sein Leserpublikum sich von ihm zurückzieht. 93
Allerdings muss natürlich auch in Betracht gezogen werden, dass Schiller den Brief auch aus taktischen Gründen an Goethe schreibt, da er zu diesem Zeitpunkt, zu dem er die lang ersehnte Aufmerksamkeit von Goethe bekommt, ihre Bindung festigen möchte. 94
87 Vgl. Safranski, Rüdiger: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.110
88 Vgl. Höfer, Anja: Johann Wolfgang von Goethe, S.96
89 Vgl. Safranski, Rüdiger: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.110
90 Vgl. Bund des Ernstes und der Liebe, S.51
91 Vgl. Safranski, Rüdiger: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.110
92 Goehte: Safranski, Rüdiger: Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, S.110
93 Vgl. Schillers Weg zu Goehte, S.54
94 Vgl. Goethe und Zeitgenossen, S.161-162
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6. Reflexion
In Anbetracht der Ergebnisse meiner Facharbeit lassen sich die anfänglich gestellte Fragestellung - wie es zu einer so intensiven und produktiven Beziehung kommen konnte, obwohl Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe sehr verschiedene Ansichten und Arbeitsweisen hatten - und die Formulierung des Themas als falsch einordnen. Denn ihre enge Verbundenheit und gegenseitige Beeinflussung ergaben sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Charaktere, die kein Hindernis darstellten sondern förderlich waren.
Die Basis ihres Verhältnisses war die literarische Arbeit, die sich während ihrer elf Jahre währenden Freundschaft beständig blieb, da für beide die Arbeit den Lebensmittelpunkt darstellte. Trotzdem hieß das nicht, dass ihre Beziehung nur den Zweck der gegenseitigen Ergänzung erfüllte und jeder den Gewinn für die eigenen Werke in dem anderen sah. Natürlich bedurfte es einiger Zeit bis die Freundschaft sich über die gemeinsame Arbeit als Grundlage hinaus bis zu einer intimen und emotionalen Beziehung entwickelte.
In der heutigen Zeit können wir aus dieser Freundschaft lernen, da sie beispielsweise aufzeigt wie selten es ist einen wahren Freund zu finden.
So lässt sich abschließend alles am besten mit Schillers Worten zusammenfassen: „Der radikale Unterschied unserer Naturen, in Rücksicht auf die Art,läßt überhaubt keine andere recht wohltätige Mitteilung zu,als wenn das Ganze sich dem Ganzen gegenübestellt.“
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Literaturverzeichnis
Bücher:
• Bernhardt, R., Johann Wolfgang von Goethe das lyrische Schaffen, Hollfeld 2008 1
• Fertig, L., Goethe und seine Zeitgenossen zwischen Annäherung und Rivalität, Frankfurt am Main 1999 1
• Gerlach, H., „Man liebt nur, was einen in Freiheit setzt“ Die Lebensgeschichte des Friedrich Schiller, Weinheim Basel 2004
• Höfer, A., Johann Wolfgang von Goethe, München 1999
• Lahann, B., Schiller Rebell aus Arkadien, München 2005
• Matussek, P., Goethe zur Einführung, Hamburg 1998 1
• Oellers, N., Gedichte von Friedrich Schiller Interpretationen, Stuttgart 1996
• Perels, C., Dichterwege Eine kleine Goethe Biographie, Stuttgart 1999
• Safranski, R., Goethe und Schiller Geschichte einer Freundschaft, München 2009 1
• Scurla, H., Bund des Ernstes und der Liebe Die Freundschaft zwischen Schiller und Goethe im Spiegel ihres Briefwechsels, Berlin 1955 1
• Wentzlaff-Eggebert, F., Schillers Weg zu Goethe, Berlin 1963 2
Internetadressen:
• http://www.arte.tv/de/2922762.html
• http://www.horizonte.com/englisch/community/language_corner/goethe.shtml
• http://www.literatur-wissen.net/weimarer-klassik.html
• http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/persoenlichkeiten/schiller/index.jsp
• http://www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/literaturge/herder.htm
• www.ursulahomann.de/EinesFreundesFreundZuSeinUeberDieFreundschaftVonGoetheUndSchil ler/kap003.html
• http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Briefe/1805
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gehorsamster Diener
F. Schiller 102
102 Scurla: Bund des Ernstes und der Liebe, S.52-54
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