„Die weltgetreue Nachbildung der Welt hat auch die Funktion, den Untergang der realen Welt, des Originals, verschmerzbar zu machen....so wird dem Verlust von Weltdingen, der die Versäumnisangst seinerseits anheizt, durch die Produktion von elektronischen Substituten entgegengearbeitet.“ (GRONEMEYER 1996)
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Einleitung
Der Erhalt und der sorgsame Umgang mit den Natur- und Kulturlandschaften ist maßgeblich durch die Wertschätzung dieser durch den Menschen bestimmt. Seit Jahrzehnten ist man deshalb in der Umwelt- und Naturpädagogik bemüht, für die Natur zu sensibilisieren und zu begeistern. Doch das Interesse an Natur und Landschaft hat abgenommen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Um auch die Landschaftserfahrung interessanter zu gestalten, wurden in angelsächsischen Raum Verfahren („Heritage Interpretation“) entwickelt, die wieder für Natur- und Kultur begeistern sollen. In Deutschland stehen Erfahrungen mit der Landschaftsinterpretation noch am Anfang. Unter der Federführung von Prof. Dr. U. Hahne am Fachgebiet Ökonomie der Stadt- und Regionalentwicklung der Uni Kassel wurde der Frage nachgegangen, welche neue Ideen zur erlebnisorientierten Vermittlung der Kultur- und Naturlandschaft es gibt. Diese Arbeit leistet einen Beitrag dazu. Nach einer Einführung zu Methoden der Landschaftsinterpretation wird das gesellschaftliche Umweltbewusstsein und- verhalten herausgearbeitet. Die daraus gewonnen Erkenntnisse entsprechen den Befunden zum Desinteresse an der Landschaft und dienen zur Ableitung von lebensstilgerechter Landschaftsinterpretation. Die Arbeit schließt mit neuen Ideen zur erlebnisorientierten Vermittlung der Kultur- und Naturlandschaft und skizziert finanzielle Möglichkeiten der Realisierung.
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Inhaltsverzeichnis
1. Möglichkeiten und Vermittlung des Landschaftserlebens 7
2. Landschaftsinterpretation 7-9
2.1. Personelle Formen 9
2.1.1. Interpretationsgang 9
2.1.2. Die freie Interpretation 9
2.1.3 Die Kurzinterpretation 9
2.2. Mediale Formen 10
2.2.1. Das Interpretationselement 10
2.2.2. Der Interpretationspfad 10
2.2.3. Der Interpretationsraum 11
3. Technische Möglichkeiten der Vermittlung (Mediale Formen) 11
3.1 In home tours 11
3.2. Independent web interpretation 11
3.3. Touchscreens 11
3.4. Modelle in 3D 12
3.5. Audiobegleitung 12
3.6. Fotoshootings und focus changes 12
3.7. Laseranimationen und Projektionen 12
3.8. Landschaften im Kopf 13
4. Das Umweltbewusstsein als Einflussgröße bei der personellen Form der
Landschaftsinterpretation 14
4.1 Umweltbewusstsein 14
4.1.1 Definition 14-15
4.2 Dimensionen des Umweltbewusstseins 15
4.2.1 Kognitive Dimension 15-16
4.2.2 Affektive Dimension 16
4.2.3 Konative Dimension 16-17
4.2.4 Normative Dimension 17
4.3 Determinanten des Umweltbewusstseins 17
4.3.1 Medien 18
4.3.2 Wahrnehmung 18
4.3.3 Ferninduzierte Ängste 18-19
4.3.4 Risikobewertung 19-20
4.4 Befunde zum Umweltbewusstsein 20-21
4
5. Umweltverhalten 21 5.1 Determinanten des Umweltverhaltens 21-25 5.2 Empirische Befunde zum „klassischen“ Umweltverhalten 23-25
5.2.1 Folgerungen aus dem Umweltverhalten für die Landschaft 25 6. Handlungsbarrieren im Umweltverhalten 26 6.1 Rational Choice/ Homo oeconomicus 26-27 6.2 High-Cost und Low-Cost 27 6.3 Allmendedilemma 27-28 6.3 Lebensstile 28-29 6.4 Wohlbefinden 30 6.5 Distanz 31 6.6 Mangelndes Wissen 31 6.7 Strukturelle Barrieren 31 7. Relevanz von Altersgruppen und Lebensstiltypen für die Landschaftsinterpretation 32
7.1. Landschaftsinteresse bei Jugendlichen 32
7.2. Landschaftsinteresse bei Erwachsenen 33
7.3. Lebensstilgerechte Landschaftsinterpretation 35
7.3.1. Ästhetische Dimension 7.3.2 Forschende Dimension 35
7.3.3 Instrumentelle Dimension 35 7.3.4. Rekreative Dimension 36
7.3.5. Gestaltend- Spielerische Dimensionen 36 7.3.6. Mediale Dimension 36
7.3.7. Spirituelle Dimension 36
7.4. Folgerungen für eine landschaftsbezogene Angebotsbasis 39 8. Neue Ideen zur erlebnisorientierten Vermittlung der Kultur- und Naturlandschaft 39 8.1. Landscape building 40
8.2. Die bewegliche Enzyklopädie 40 8.3 Emotionale Ressourcen 41 8.4 Atmosphärenräume 41 8.5 Landscape laboratories 42 8.6. Sensorische Objekte 42 8.7 Scanning history 43
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9. Edutain Landscapes 46-47
10. Kostenbeispiele für mediale Formen der Landschaftsinterpretation 48 Literatur 49-57
Kontaktadressen 58
Tabellen und Grafiken
Tabelle 1: Matrix zu Präferenzen verschiedener Lebensstiltypen für landschaftliche Dimensionen 37
Tabelle 2: Matrix zu Präferenzen von Lebensstilen für modern- mediale Formen der Landschaftsinterpretation 44
Grafik 1: Präferenzen von jugendlichen Lebensstilen in der Landschaft 34
Grafik 2 : Präferenzen von erwachsenen Lebensstilen in der Landschaft 34
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1. Möglichkeiten und Vermittlung des Landschaftserlebens
Das Landschaftserleben ist die Wirkung einer persönlich wahrgenommenen Stimmung über die Landschaft. Die durch Gefühle, Informationen und Gedanken entstehenden Eindrücke werden durch Persönlichkeit, Werthaltungen, soziale Prägung, bisherige Erfahrungen, das Wissen und die aktuelle Verfassung des Erlebenden beeinflusst. Um ein optimales Landschaftserleben zu gewährleisten, muss nach WÖBSE (2002) eine positive Aktivierung aller Sinnesorgane möglich sein. An diesem Verständnis zeigt sich, dass das Landschaftserleben nicht auf bestimmte Ausprägungen von Landschaft reduziert bleibt, sondern sich Naturlandschaften, wie auch Kulturlandschaften mit ihren Stadtlandschaften dafür eignen. Forschungen kulturwissenschaftlicher und kunsthistorischer zeigen jedoch auch, dass Landschaft oftmals ein mentales Konstrukt ist, das als kognitive Landschaft mit gesellschaftlichen Werthaltungen belegt sind (STROHMEIER ET AL. 1999, AUGENSTEIN 2004, EISEL & KÖRNER 2006) . Das Erleben von Landschaft kann sich also auch auf der immateriellen Ebene abspielen. Gerade das technische Informationszeitalter mit der immer neuen Produktion von Bildern zeigt, dass virtuelle Landschaften, so z.B. in der Werbung einen hohen Stellenwert haben. Es ist jedoch anzuzweifeln, dass die sinnliche Wahrnehmung auf allen Ebenen bei Inszenierung von Bildern angesprochen wird. Die Vermittlung von Landschaften, die zu einem angenehmen Erleben führt, sollte unter Mobilisierung der verschiedenen Sinne drei Ebenen berücksichtigen. Eine kognitive Ebene, die Wissen vermittelt und an Erfahrungen, Bildung und geistige Aufnahmefähigkeit des Einzelnen anknüpft. Eine affektive Ebene, die durch Inhalt und Methode bei den Teilnehmenden eine emotionale Begeisterung oder Betroffenheit im positiven Sinne hervorruft. Eine aktive Ebene, die den klassischen Dualismus der Wissensvermittlung zwischen Lehrenden und Lernendem verlässt, sondern das Erleben und die Erfahrung in den Kontext eigener Handlungen und Tätigkeiten stellt. Eine Methode, die eine erlebnisorientierte Vermittlung der Kultur- und Naturlandschaften ermöglicht ist die Landschaftsinterpretation (Heritage Interpretation).
2. Landschaftsinterpretation
Landschaftsinterpretation ist eine Technik der informellen Umweltbildung. Es ist die wissenschaftlich korrekte und methodisch- didaktisch wohlüberlegte Vermittlung von Informationen über die Landschaft und Ihre Elemente (KREISEL 1997). „Sie stellt das vor Ort erlebbare natürliche und kulturelle Erbe des Gebietes in den Vordergrund der Darstellung“ (LEHNES & GLAWION 2000). Der Interpretations-Ansatz ist zunächst entwickelt worden, um Naturführungen in Nationalparks erfolgreicher zu gestalten. Er geht maßgeblich auf FREEMAN TILDEN (1957) zurück:
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“Interpretation is an educational activity which aims to reveal meanings and relationships through the use of original objects, by firsthand experience, and by illustrative media, rather than simply to communicate factual information”.
Diesem Ansatz folgend postuliert Tilden seine sechs „principles of interpretation“ :
1.Interpretation bleibt fruchtlos, wenn sie das, was präsentiert werden soll, nicht mit der Persönlichkeit oder den Erfahrungen des Besuchers in Beziehung setzt. Demzufolge ist die Vermittlung von Landschaften je effektiver, desto homogener und kleiner die Gruppen sind. Die Vermittlung sollte deshalb zielgruppenorientiert und altersspezifisch erfolgen.
2. Interpretation und Information sind nicht das gleiche. Interpretation ist eine Form der Enthüllung, die allerdings immer auf Fakten beruht. Die Kunst der Interpretation besteht also darin, ausgehend von den an den Standorten wahrnehmbaren Phänomenen interessante Geschichten zu entwickeln, die Wissen als Folge und nicht als Voraussetzung des Erlebens kreieren.
3. Interpretation ist eine Kunst, die verschiedene Fertigkeiten voraussetzt - ganz gleich, ob es um naturwissenschaftliche, historische oder andere Themen geht. Da Kulturlandschaften und auch die sich wieder zu Naturlandschaften wandelnden Gebiete sich über die Zeit als Ergebnis des Zusammenwirkens sozio- ökonomischer, kultureller und naturräumlicher Faktoren entwickeln (BMWFK 1995), müssen auch interdisziplinäre Kenntnisse vorhanden sein, um die Spuren, die Genese oder die Prozesse erlebbar zu machen.
4. Interpretation möchte den Besucher zu eigenem Denken und Handeln anregen, es geht nicht darum, ihn zu belehren. Interpreten unterstützen die Besucher darin, die wahrnehmbaren Phänomene zu deuten, im aktiven Handeln und Probieren die Qualitäten eines Ortes selbst zu erfahren und mit den dargebotenen Informationen zu verknüpfen. Interaktive Methoden sind deshalb besonders gut für Landschaftsinterpretationen geeignet.
5. Interpretation vermittelt Ganzheiten, nicht Teile. Interpretation nimmt den Besucher dementsprechend auch als ganzen Menschen wahr. Die Vermittlung soll also auf den Menschen eingehen und die verschiedenen Blickwinkel der Teilnehmenden, als auch des Interpreten berücksichtigen. Ein reduktionistisches Denken sollte vermieden werden, obgleich bei der Interpretation die verschiedenen Dimensionen der Landschaft zum Ausdruck kommen sollten. Darunter zählen landschaftsökologische, kulturelle und chronologische Dimensionen (vgl. EISEL U. KÖRNER 2006).
6. Interpretation für Kinder macht eigene Programme erforderlich. Sie darf nicht aus einer Modifizierung der Programme für Erwachsene bestehen. In diesem Postulat ist der unterschiedliche Erfahrungshorizont, die schon durch die Körpergröße andere Perspektive, die abweichende Begeisterungsfähigkeit und der unterschiedliche Bildungsstand von Kindern gegenüber Erwachsenen angesprochen. Angebote müssen diese Differenzen berücksichtigen.
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Die Vermittlung der Landschaften erfolgt dabei durch personelle und mediale Formen und Kombinationen derselbigen.
2.1. Personelle Formen
Der Interpretationsgang, die freie Interpretation und die Kurzinterpretation gehören dieser Form an. Sie sind gekennzeichnet durch geringe Anfangsinvestitionen, eine persönliche, zeitintensive Betreuung von zumeist kleinen Gruppen.
2.1.1. Interpretationsgang
Ein Interpretationsgang ist eine an einer Leitidee ausgerichtete Führung innerhalb eines bestimmtes Raumabschnittes. Eine Leitidee kann z.B. die durch Landnutzung veränderte Landschaft gegenüber einer Naturlandschaft sein. Beim Gang durch verschiedene Landschaftstypen werden die Teilnehmenden ständig angeregt, das Beobachtete in Fragen zu formulieren und nach Spuren menschlicher Kulturnahme zu suchen. Der Interpret positioniert seine Botschaften als Reaktion auf die Teilnehmer und gibt somit einen Teil der Bearbeitung und Wissensaneignung an die Gruppe ab.
2.1.2. Die freie Interpretation
Die freie Interpretation ist besucherspezifisch und findet an einem bestimmten, meist stark frequentierten Ort statt. Dabei kann es in den sehr kurzen Gesprächen zu einem Austausch kommen, der nichts mit der Vermittlung von Leitideen seitens des Interpreten zu tun hat. Sinn ist jedoch das aufklärende und begeisternde Gespräch über den Ort, Ereignisse oder Objekte.
2.1.3. Die Kurzinterpretation
Die Kurzinterpretation gilt als die Grundform personeller Interpretation. Sie findet an einem Ort statt und soll die Reflexion eines Besuchers mit einem Objekte verstärken bzw. aufbauen. Dabei steht der Dialog von 10-15 Minuten im Vordergrund und nicht ein Vortrag über einen Sachverhalt.
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2.2. Mediale Formen
Zu den medialen Formen zählen das Interpretationselement, der Interpretationspfad und der Interpretationsraum. Der Medieneinsatz, in festen Einrichtungen oft der Multivisuelle, steht im Vordergrund. Hohe Investitionskosten bei geringem Betreuungsaufwand kennzeichnen die medialen Formen
2.2.1. Das Interpretationselement
Es handelt sich dabei um fest installierte Medien, die als Anschauungsobjekt (Informationstafeln) oder auch als interaktive Installationen (Aktionselemente) errichtet werden können. Einfache Formen, den Besucher aktiv werden zu lassen, sind Klappen, unter denen sich Antworten auf Fragen verbergen, Blickrohre und Rahmen zum Durchsehen oder Audioelemente, die auf Knopfdruck Tonaufnahmen wiedergeben. Bei komplexeren Elementen kann der Besucher z. B. Dinge vergleichen und zuordnen oder Situationen verändern. Als Aktionselemente werden auch elektronische Medien - z. B. interaktive Computerprogramme genutzt. Besonders die Interaktion scheint besonders bei Jugendlichen beliebt zu sein (Nationalpark Jasmund). Das Segment von Computerspielen, die sich mit Landschaft auseinandersetzen ist noch weitgehend ungenutzt, aber zukunftsträchtig.
2.2.2. Der Interpretationspfad
Der Interpretationspfad hat einen unmittelbaren Bezug der einzelnen Stationen zum Besucher auf der einen und zum Interpretationsgegenstand auf der anderen Seite. Der Besucher folgt den Leitideen der Themenlinie eines Pfades in einer festgelegten Reihenfolge. Es gibt zwei Möglichkeiten, einen Interpretationspfad zu gestalten. Die einfachere und dezentere Form besteht darin, dem Besucher eine Broschüre zu geben, in der die einzelnen Stationen erläutert sind. Im Gelände finden sich nummerierte Markierungen, auf welche die Beiträge in der Broschüre Bezug nehmen. Bei der aufwendigeren Form setzt sich der Interpretationspfad aus einzelnen Interpretationselementen in Form von Navigationstafeln, Interpretationstafeln, Inszenierungen oder Aktionselementen zusammen. Der lebendige Wechsel dieser Elemente, insbesondere aber die ausgewogene Ansprache der Sinne, der Gefühle und des Verstandes der Besucher macht die Qualität eines Interpretationspfades aus. Interpretationspfade müssen von den Brennpunkten einer Einrichtung aus erreichbar sein. Sie können ihre Wirkung aber nur dann richtig entfalten, wenn der Besucher das Gefühl hat, auf dem Weg etwas besonderes entdeckt zu haben, was ihm ansonsten verschlossen geblieben wäre. Der Einsatz von internetgestützten Telefonen oder GPS- Geräten wird die Broschüren tendenziell ablösen, da die Informationen bei Vorhandensein lokaler Server auf den Handys selbst abgerufen werden können.
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2.2.3. Der Interpretationsraum
In diesen Räumen sind Interpretationsgegenstände arrangiert oder auch installiert, die unabhängig von störenden Randeffekten zur Reflexion und Vertiefung einladen, z.B. ein historisch nachempfundenes Bauernzimmer. Der Besucher hat sodann das Gefühl eine andere Dimension zu betreten. Es kann sich dabei aber auch um einen Raum in der freien Landschaft handeln (Freilichtmuseum). Neu ist, das Betreten der Räume durch den Einsatz von Musik, an Wänden geworfenen Filmsequenzen oder als zukünftige Hologramme in die Landschaft oder den Ort zu projizieren.
3.Technische Möglichkeiten der Vermittlung (Mediale Formen) 3.1 „In home tours“
Für die inhaltliche Vor- oder Nachbereitung eines Landschaftsbesuchs werden Videos, Computerspiele und Simulationen benutzt. Dieser virtuelle Raum soll zum Einen den Wunsch nach Landschaft verstärken und z.B. einen Aufenthalt im reellen Raum hervorrufen und zum Anderen die informellen und emotionalen Eindrücke nach einem Aufenthalt in Richtung eines besseren Verstehens unterstützen (RISK 2000). Die Spiele oder die Videos werden dabei von in der Landschaft ansässigen „stakeholders“ vertrieben. 3.2. „Independent web interpretation“
Eine Möglichkeit der Modifizierung sind Angebote über das Internet und mittels neuerer Übertragungstechniken (UTMS) das Importieren von Informationen im Gelände selbst. Dazu sind anstatt von Stelltafeln mit Grafiken und Text kleine Hinweise mit den zugehörigen Internetadressen in den Landschaften zu finden. Dieses Verfahren hat zwei Vorteile: Erstens wird das landschaftliche Erleben nicht durch Informationstafeln gestört und zweitens unterbleibt die Pflicht ausgeliehene Geräte (mp3- Player, voice recorder, etc.) wieder zurückzubringen. Ein damit verbundenes Problem ist, dass die Verfügbarkeit der Informationen nicht raumdetailliert abrufbar ist. Dazu ist entweder eine Gliederung auf den homepages mit Codierungen erforderlich, die im Gelände wieder auffindbar sind oder der Einsatz von GPS- Geräten ist von Nöten (vgl. TRANSINTERPRET 2007). 3.3. „Touchscreens“
Sogenannte „touchscreens“ sind Bildschirme und Oberflächen, die auf Berührung mit der Hand reagieren. Sie sind im Aufbau ähnlich den Internetseiten mit „anklickbaren frames“ hinter denen sich weitere Ebenen und Informationen verbergen. Ihre Nutzung ist in Ausstellungszentren etabliert. Neu sind Ansätze, diese wettergeschützt und mit Solarbetrieb im Gelände zu positionieren oder sie in naturelle Elemente (z.B. Baumstamm im Nationalparkzentrum Jasmund) zu integrieren (http://www.heritage-multimedia.co.uk/), (http://www.point2explore.com/)
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3.4. Modelle in 3D
Von klassischen Stelltafeln abgekommen werden in Landschaften, insbesondere in den USA plastische Modelle in der Landschaft installiert, um dem Besucher einen Blick aus der Vogelperspektive zu ermöglichen oder bestimmte landschaftliche Prozesse (z.B. Glaziale Serie in Norddeutschland) zu verdeutlichen (http://massproductioninc.com/). 3.5. „Audiobegleitung“
Eine schon klassische Methode ist die Begleitung eines Wandernden durch ein Audiogerät, dass entweder eine Geschichte erzählt, oder wie es sich in Museen bewährt hat, zu bestimmten Punkten eine Information bereit hält. Neu sind die Möglichkeiten, diese Geräte mit Aufnahmegeräten zu koppeln, um an markanten Punkten die Geräusche aufzunehmen und später im Rahmen einer Auswertung oder zu Hause zu interpretieren. (http://www.acoustiguide.com/). 3.6. „Fotoshootings und focus changes“
Die Wahrnehmung der Landschaft erfolgt hier über einen veränderten Fokus. Das kann das Betrachten eines Organismus oder eines Landschaftsausschnittes mit der Lupe, dem Binokular, einer Röhre oder dem Fernglas sein. Das Auge wird für das Detail geschult und der Betrachtende kann den Ausschnitt später in einen größeren Sinnzusammenhang einordnen. Mit digitalen Fotoapparaten können viel Eindrücke eingefangen werden, später bearbeitet oder neu geordnet werden. Ein besonderer Reiz liegt darin auf Grundlage einer vorher formulierten Idee oder eines Themas auf Fotosafari zu gehen . Neue Möglichkeiten bestünden darin, die Bearbeitung, Modifizierung und Auswertung in sogenannten Freilandlabors zu arrangieren, wo nicht mehr Mikroskop, Lupenglas und Umweltkoffer, sondern Videoschneidegeräte, Bildbearbeitungsprogramme und Tonstudios Möglichkeiten der Vertiefung bieten.
3.7. Laseranimationen und Projektionen
Zur Hervorhebung bestimmter Landschaftsteile werden mit Hilfe von Laserprojektoren oder „Beamern“ Bilder, Geschichten, Lichter oder Informationen als Text in die Landschaft geworfen. Diese können mit Lichtschranken gekoppelt sein oder mit touchscreens zu interaktiven Handhabung anregen (http://www.intervisionmedia.com/home.html).
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Ing. Oliver Thaßler, 2007, Neue Ideen zur erlebnisorientierten Vermittlung der Kultur- und Naturlandschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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