Gliederung
1. Einleitung 2
2. Die Dynamik des kapitalistischen Geistes und die Rolle der Kritik 2
3. Aufgabe der Kritik 5
4. Antikapitalistische Kritik und Umsturz des Kapitalismus? 9
5. Zusammenfassung 11
6. Auswahlbibliografie 13
Anhang 14
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1. Einleitung
Der Kulturwissenschaftliche Blick auf den Kapitalismus und seine Produktionsformen liefert für gewöhnlich interessante Bilder und lässt uns scheinbare Notwendigkeiten des Alltags aus einer distanzierten Perspektive betrachten. Nicht selten kamen die Theoretiker zu der Einsicht, dass der Kapitalismus das Mensch-Sein behindere. Die Auffassungen was dieses Menschliche ausmacht wandeln sich dabei in gleichem Maße, wie die Produktionsformen des Kapitalismus und deren Anforderungen an die Menschen. Angefangen bei Adorno und der Kritik der Kulturindustrie, sowie Markuses Beschreibung des „eindimensionalen Menschen“, die sich als Kritik am fordistisch großindustriellen Arbeitsregime lesen lassen, bis hin zu Richard Sennett, der im Gegensatz mit einer Karikatur des flexiblen Menschen den heutigen Kapitalismus in seiner Unberechenbarkeit betont, zeichnet sich ein Wandel der Empörung ab. Boltanski und Chiapello versuchen in ihrem Werk das Zusammenspiel von Kritik und Kapitalismus zu ergründen und machen dabei besonders deutlich inwiefern der Kapitalismus auf seine Kritik angewiesen ist und wie er bzw. sein Geist von ihr lebt. In diesem Aufsatz möchte ich zunächst das Bild einer Kapitalismuskritik nach Boltanski und Chiapello nachzeichnen - hierzu die „Rolle“ der Kritik beim Wandel des Kapitalistischen Geistes beleuchten und die Aufgabe oder die Methode der Kritik anhand des Beispiels der Hausarbeit als Bewährungsprobe diskutieren. Es wird die Frage nach der Unvollständigkeit der Kapitalismuskritik aufkommen, welche unter anderem Anlass zur Kritik am Konzept der Autoren bietet. Genauer soll anschließend geklärt werden, inwieweit die Autoren radikale antikapitalistische Kritik unzureichend beachten und ob mit Boltanski und Chiapello überhaupt ein Umsturz des Kapitalismus zu denken ist.
2. Die Dynamik des kapitalistischen Geistes und die Rolle der Kritik
Wie einige andere Autoren unterscheiden Boltanski und Chiapello verschiedene historische Phasen des Kapitalismus. 1 Für die Einteilung in bourgeoise, industrielle und netzwerkförmige Phase ist der jeweils mitschwingende „Geist des Kapitalismus“ entscheidend. Der Begriff des Geistes meint hier aber nicht ein treibendes psychisches Moment, welches bei Max Weber aus der religiösen Verankerung des Einzelnen resultierte und sich langsam verflüchtigt, sondern die Ideologie einer Rechtfertigungsordnung, die sich reproduziert und wandelt. Hieraus folgt gleichzeitig, dass der Kapitalistische Geist nicht eine Ideologie im Sinne eines starren falschen Bewusstseins sein kann (wie es die kritische Theorie nahe legt). Andererseits
1 Autoren, die eine ähnliche Einteilung vornehmen sind z.B. Richard Sennett, Andreas Reckwitz oder Sigmund Baumann.
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soll der Begriff auch nicht soweit aufgeweicht werden, dass sich sämtliches „geteiltes Wissen“ im Sinne einer konstruktivistischen Vertragsphilosophie darunter subsumieren lässt, wodurch Machtverhältnisse außer Acht gerieten. Chiapello macht in einem Aufsatz klar, dass Ideologie sowohl ein Instrument zur Legitimation einer Handlung sein kann (auch im Sinne einer Verschleierung von Machtstrukturen), aber Ideologie gibt auch immer einen beschränkenden Rahmen für alle beteiligten Akteure indem sie die Legitimität einer Handlung an sich bindet und somit sichtbare Abweichungen, die als ungerecht empfunden werden, angreifbar macht. 2 Der Geist des Kapitalismus schränkt also das ungestüme wuchern des Akkumulationsprozesses ein, indem er auf eine Rechtfertigung drängt. Gleichzeitig kann das „absurde System des Kapitalismus“ 3 nur durch diesen Geist die Teilnahme der Akteure sichern.
Das amoralische (moralisch neutrale) Prinzip der Kapitalakkumulation braucht also zunächst eine Verbindung zu den Werten einer Gesellschaft, um Umsetzung zu erfahren. Diese Assoziation des Kapitalismus mit dem „gesunden Menschenverstand“ schlägt sich in der jeweiligen Rechtfertigungsordnung nieder, welche letztendlich die Form der materiellen Reproduktion bestimmt. 4 Zentrale Aspekte der Rechtfertigungsordnungen, die in jedem Geist des Kapitalismus wiederkehren, sind Fragen der allgemeinen Gerechtigkeit, der Sicherheit und der persönlichen Anreize, auf die das System antworten muss. An dieser Stelle sei auf eine tabellarische Zusammenfassung der drei Rechtfertigungsordnungen verwiesen, die die Autoren selbst ausgearbeitet haben (sh. Anhang 2).
Anhand der detaillierten Beschreibung des Umbruchs vom zweiten zum dritten Geist des Kapitalismus wird deutlich welche Rolle die Kritik für die Formierung des Geistes spielt. Die 68er-Bewegung steht hierbei im Mittelpunkt. Studenten, Intellektuelle und die jungen
2 Chiapello bezieht sich hier auf den Ansatz von Ricoeur: Chiapello, Ève (2003): “Reconciling the Two Principal Meanings of the Notion of Ideology. The Example of the Concept of the ‘Spirit of Capitalism’”, European Journal of Social Theory, 6(2), S. 160.
3 Im Anhang habe ich hierzu ein Bild untergebracht, dessen Untertitel die oben angesprochene Idee in diversen Internetforen repräsentiert (sh: Anhang 1).
4 Ein Kritikpunkt der an dieser zentralen Sichtweise angebracht wird, ist die Ausklammerung des Einflusses Politischer Umbrüche auf den Geist des Kapitalismus und den Wandel der Produktionsformen. Auch die Auswirkungen „inner-ökonomischer“ Gesetzmäßigkeiten (Technischer Fortschritt, Konkurrenzprinzip, Globalisierung) werden bei Boltanski und Chiapello weitestgehend vernachlässigt. In Anlehnung an einen Beitrag Lothar Peters lässt sich behaupten, dass Ideologie aus der dem Kapitalismus eigenen Logik der Konkurrenz und des Privateigentums entsteht. Hierzu Peter, Lothar (2005): "’Der neue Geist des Kapitalismus’. Stärken und Schwächen eines Erklärungsversuchs“, in: Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung, 16. Jg. Nr. 62/2005, S. 10. Boltanski und Chiapello könnten entgegnen, dass diese Prinzipien bei der Umsetzung der Kritik immer wieder eingepflanzt und reproduziert werden, aber den Wandel des Geistes an sich nicht erklären können.
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Führungskräfte sehen ihre Vorstellungen von einer autonomen und authentischen Lebensführung durch die Unterordnung in ein fordistisches Produktionsregime gefährdet. Ihre Empörung gegenüber der Unterdrückung und Entzauberung durch den Kapitalismus fassen Boltanski und Chiapello als Künstlerkritik zusammen. Auf der anderen Seite steht die Sozialkritik (hauptsächlich verkörpert durch die Gewerkschaft), welche Solidarität und Chancengleichheit fordert, also am gesellschaftlichen Egoismus und an der Ausbeutung durch die Kapitalisten Anstoß nimmt. 5
Natürlich ist dieses Schema recht idealtypisch, aber dennoch aufschlussreich, betrachtet man die Reaktion des Kapitalismus (bzw. der Arbeitgeber-Organisationen) auf die Kritik. Die Zugeständnisse die seitens der Arbeitgeber im Sinne der alten fordistischen Rechtfertigungs-ordnung und vor allem den Forderungen der Gewerkschaften entsprechend gemacht wurden, konnten den Protest und die Produktionskrise Anfang der 70er Jahre nicht verhindern. Man begann sich umzuorientieren. Besonders die jungen Führungskräfte, die sich noch dem studentischen Milieu verbunden fühlten, trugen die Anliegen der Künstlerkritik in die Unternehmen hinein. 6 Mit dem Begriff der „projektbasierten Polis“ (cité par projets) fassen Boltanski und Chiapello das zusammen, was sich aus diesem Input ergibt: Eine neue Rechtfertigungsordnung, nach der die Wertigkeit einer Person nicht mehr an ihrem Status und ihrer Verbundenheit und sozialen Verankerung bemessen wird, sondern an ihrer Selbstständigkeit und an der Fähigkeit sich in Teamarbeit einzubringen. Mobilität und Vernetzung machen den Charakter dieser „konnexionistischen Welt“ aus. 7 Pech für all diejenigen die den überkommenen Werten des veralteten Produktionsregimes verhaftet bleiben, immobil und somit ausgegrenzt sind. Diese Entwicklung lässt sich auch als Individualisierung beschreiben und an Theorien Michel Foucaults anknüpfen. Aus der Möglichkeit sich selbst zu finden wird schnell eine Pflicht. Nach Foucault ist dieses Selbst jedoch nur ein Ideal, welches uns vom humanistischen Diskurs aufgezwungen wird, letztlich aber nicht existiert und sich in den Machtverstrickungen der Diskurse auflöst. 8 Inwiefern die Forderungen der Künstlerkritik wirklich umgesetzt wurden, ist also fraglich. Vielmehr ist hier von einer Adaptation zu sprechen, die auf der einen Seite der Sozialkritik die Rechtfertigungsgrundlage ihrer Forderungen unter den Füßen weg zieht und auf der anderen Seite den Feind oder das konstitutive Außen 9 des Produktionsregimes für die
5 Boltanski, Luc / Chiapello, Ève (2003): „Der neue Geist des Kapitalismus“, Konstanz , S. 79ff.
6 Boltanski, Luc / Chiapello, Ève (2003), S. 226ff.
7 Dies. S. 152ff.
8 Moebius, Stephan (2008): „Macht und Hegemonie. Grundrisse eine poststrukturalistischen Analytik der Macht“, in Ders., Andreas Reckwitz (Hg.): Poststrukturalistische Sozialwissenschaften, Suhrkamp Taschenbuch, S.160ff.
9 Hierzu: Stäheli, Urs (2004): „Die politische Theorie der Hegemonie: Ernesto Laclau und Chantal Mouffe“, in: André Brodocz / Gary S. Schaal (Hg.): Politische Theorien der Gegenwart II, 2. Auflage, Opladen, S. 274f.
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Künstlerkritik an Schärfe verlieren lässt. Der kapitalistische Akkumulationsprozess gerät hierdurch wieder auf den Vormarsch, Sozialleistungen können abgebaut werden, bis das Rechtfertigungsfundament so ausgehöhlt ist, dass Forderungen nach einer Sanierung oder einen Abriss wieder lauter werden.
3. Aufgabe der Kritik
Die schon angesprochene Ausgrenzung einiger Gesellschaftsmitglieder hat laut Boltanski und Chiapello die Sozialkritik lange Zeit ausgefüllt. Es kam zu einer Verschiebung, die die Sozialkritik hauptsächlich im Auftreten von humanitären Hilfsorganisationen erscheinen lies. Neue Formen der Ausbeutung müssen erst identifiziert werden. Hierin sehen die Autoren die Hauptaufgabe der Sozialkritik. 10
Um zu verdeutlichen wie das geschehen kann, stellen Boltanski und Chiapello das Konzept der Bewährungsproben vor. Bewährungsproben sind zunächst einmal Situationen im Alltag, in denen es darum geht eine Wertigkeit von, bzw. eine Rangfolge zwischen Personen herzustellen. Dies kann anhand des Gesetzes des Stärkeren (Kraftprobe) vollzogen werden oder aber als legitime Bewährungsprobe unter Bezug auf die geltende Rechtfertigungs-ordnung. 11 Die legitime Bewährungsprobe stellt jedoch einen Idealtyp dar, denn in Situationen der Personalauswahl, der schulischen Benotung oder auch der Prüfung des Partners in einer Liebesbeziehung spielen immer auch „andere Einflüsse“ eine Rolle. An dieser Stelle wird Macht sichtbar, da in der konkreten Ausgestaltung der Bewertungskriterien immer ein Spielraum bleibt, illegitime Ressourcen anzuwenden, die zugunsten egoistischer Interessen im Allgemeinen oder der Ausbeutung der Arbeitskräfte im Speziellen genutzt werden können. 12 Ausbeutung in der konnexionistischen Welt darf sich jedoch nicht zu starr vorgestellt werden. Boltanski und Chiapello zeichnen ein Bild des Netzwerkopportunismus der darin besteht, aus fluiden Beziehungen Profit zu schöpfen. Nicht nur die Managementliteratur, auch die Wissenschaft hat mit der Entwicklung des Internet und vor allem mit dem Gebrauch des Netzwerk-Modells zur Beschreibung des gesellschaftlichen Zusammenlebens, letztlich dazu beigetragen, dass Unternehmen als flexible Knotenpunkte Strukturiert werden, aber auch dass der Einzelne seine Umwelt als ein Netzwerk versteht. 13 Dies befördert zwei Typen von Handelnden, die Boltanski und Chiapello ausfindig machen: „Vernetzer“ und „Netzopportunisten“. Der Unterschied zwischen ihnen besteht darin, dass Vernetzer ihre
10 Boltanski, Luc / Chiapello, Ève (2003), S. 380ff.
11 Dies. S. 72ff.
12 Dies. S. 529ff.
13 Dies. S. 203.
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Kontakte mit anderen teilen und so die Konnektivität im Allgemeinen steigern, während Netzopportunisten ihre Kontakte zurückhalten, somit einen Flaschenhals an ihrer Position konstruieren und die über diese Schnittstelle laufenden Interaktionen für sich ausnutzen. Sie selbst sind also mobil und nutzen die Immobilität Anderer, um zu profitieren. 14
Aber ist Ausbeutung wirklich auf den Egoismus Einzelner zurückzuführen? Der Erklärungsgehalt des Netzopportunismus ist zweifelhaft. Lothar Peter ist beispielsweise der Ansicht, dass der Netzwerkbegriff auch den Autoren den Blick auf wirtschaftliche Machtstrukturen verstellt und vielmehr „Kosternminimierung, Zeitdruck und Flexibilitätsanforderungen“ zu opportunistischem Verhalten drängen, Der Netzopportunist ist also nicht losgelöst vom Netzwerk zu betrachten. Vielmehr sind es die Inovationsbedingungen, die Mobilität aufzwingen. 15
Auch wenn Boltanski und Chiapello in gewisser weise Netzwerktheoretiker wie Latour, White, Boorman für den sozialen Verfall verantwortlich machen (und sich Latour diese Kritik vorerst sehr zu Herzen genommen hat), so lässt sich doch die „Methode“ Latours, das Aufzeigen von Verbindungen meiner Ansicht nach mit dem Anspruch die neuen Ausbeutungsstrukturen ausfindig zu machen übereinbringen. Der latoursche Ansatz nimmt die Verstricktheit des menschlichen mit nichtmenschlicher Natur ernst und sucht Macht in der dialektischen Entwicklung der Knoten und Verbindungen. 16 Auch wenn Institutionen immer von Menschen gemacht sind, haben sie eine Tradition und entwickeln Eigendynamik. 17 Es gilt also nicht nur egoistischem Verhalten die Schuld in die Schuhe zu schieben, sondern „Assoziationen“ zu erkennen und Macht und Illegitimität ausfindig zu machen, egal ob sie nun eher von Individuen oder von Dingen auszugehen scheinen.
Ich möchte mich an dieser Stelle an einem Beispiel versuchen: Der Bundesweit organisierte „Bildungsstreik“ 2009 gab an vielen Stellen Gelegenheit Kritik am Bildungssystem zu üben. Viele Studenten empfinden einen Widerspruch zwischen dem Bild eines Studiums, welches an sie herangetragen wurde, das der Selbstbestimmung erste Freiräume bieten soll auf der
14 Dies. S. 392.
15 Peter, Lothar (2005) S.14.
16 Der Netzwerkbegriff Latours ist sehr weit gefasst und weder auf zwischenmenschliche Beziehungen noch historisch begrenzt. Latour hat einen stark performativen Macht-Begriff, der immer an die konkreten Objektkonstellationen gebunden ist und sich nicht allein menschlichen Akteuren zuweisen lässt. Vielmehr sind ihre Position im Netzwerk und die sich ihnen bietenden Möglichkeiten die Dinge in ihrem Interesse zu verbinden entscheidend. Hierzu z.B. Latour, Bruno (1996): „Der Berliner Schlüssel Erkundungen eines Liebhabers der Wissenschaften“, Akademie Verlag, S. 53ff.
17 Hier lässt sich unter anderem auch mit Hannah Arendt anknüpfen, die polemisch fragt, wann je ein Mensch gewusst hätte, was er tut. Sie stellt klar, dass ein Mensch Immer von seinen Handlungen überrascht wird. Nie sind die Konsequenzen restlos klar; Nie kann man sich vorher Alles ausmalen. Arendt, Hannah (1960): „Vita activa oder vom tätigen Leben“. Piper, München, Zürich, 4.Auflage 2006, 2.Kapitel.
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einen Seite und den festen zusammengekürzten Lehrplänen, die sie an der Uni erwarten und die im Zuge der Bologna-Reformen ein straffes Zeitregime aufspannen auf der anderen Seite. Neben der inhaltlichen Gestaltungsfreiheit und Prüfungsmodalitäten sind Studiengebühren, Zugangsgerechtigkeit, die Sicherung der Mitbestimmung und Transparenz zentrale Themen des Protestes.
Wie kann also die Kritik an einer Bewährungsprobe nach Boltanski und Chiapello aussehen: Als Beispiel soll die Hausarbeit dienen, die sich wiederum in größere Zusammenhänge der Prüfungsmodalitäten, eines guten Studiums, Bildung und letztlich des gesellschaftlichen Zusammenlebens und Mensch-Seins einordnen lässt. Die Praktiken der Ausarbeitung dieses Schriftstückes sind also auch an zentrale Werte der Rechfertigungsordnung gekoppelt. Formal lässt sich die Hausarbeit zunächst als Bewährungsprobe begreifen, die dazu dient Anhand der schriftlichen Argumentationsfähigkeit und dem Sachverständnis eines Studenten eine Wertigkeit seiner selbst in Form einer Note zu finden, die sich mehr oder weniger (ob als konstruktive Kritik oder als Teil einer Teilnote) auf das Abschlusszeugnis auswirkt, welches dann auf dem Schreibtisch der Arbeitgebers mehr oder weniger Beachtung findet. Das repressive Element der Bewährungsproben ist jedoch nicht zu verachten. Wie bei anderen BP setzt der angelegte Maßstab eine Reihe von Handlungsimplikationen. Es ist attraktiv für den Studenten so zu schreiben, dass er eine möglichst gute Note bekommt. Je nachdem wie ernst es ihm damit ist, setzt er sich mit den formalen Forderungen der Dozenten und Leitfäden wissenschaftlichen Schreibens auseinander. 18 Wenn der Dozent auf die Anweisungen zur Gestaltung einer Hausarbeit im Internet verweist, delegiert er einen Teil seiner Macht an dieses Medium. Zu bedenken ist, dass neben der kommunikativen Entlastung eine Reihe von nichtintendierten Folgen entstehen kann und zum Beispiel die Frage nach der schriftlichen Tätigkeit sich als ein für alle gleiches und kaum verhandelbares, ja gar triviales Faktum darstellt. Welcher Student traut sich schon noch nachzufragen, wenn doch die Institutshomepage über alles Aufschluss geben sollte. Auch wenn jeder Dozent verschiedene Ansichten zu gutem wissenschaftlichem Schreiben hat, bleibt dies dem Studenten in diesem (von mir hier nur angerissenem) Machtnetzwerk verwährt. Die stark forschungsorientierte Finanzierung der Lehrkräfte und die damit verbundene Knappheit der Lehre und Betreuung tut ihr übriges, um solche Machtverhältnisse zu stabilisieren.
Das Produktive Element der Hausarbeit gerät hierbei in den Hinterhalt. Die Hausarbeit sollte den Studenten die Möglichkeit geben, ihre Gedanken zu ordnen, das Semester zu rekapitulieren, die Assoziationen zu Themen anderer Seminare zu stärken und so zu lernen, sowie eigene Wege des sich Ausdrückens und Argumentierens zu finden. Ob ein Essay oder
18 Die „’Todsünden’ bei Hausarbeiten“ und andere finden sich unter http://www.soziologie.uni-jena.de /HinweiseWissArbeiten.html (zuletzt geprüft am 9. August 2009).
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eine Hausarbeit zu verfassen ist, entscheidet die Prüfungsordnung. Andererseits sollte die Form der Gedanklichen Verknüpfung im Kopf des Autors auch die Form der schriftlichen Ausarbeitung induzieren. bei dem Versuch die Gedanken in ein zu enges Korsett zu pressen, kann mehr verloren gehen, als es der in Aussicht gestellte Transparenzgewinn zu entlohnen vermag. Es ließen sich vor dem Hintergrund derselben Rechtfertigungsordnung also auch ganz andere Praktiken des Hausarbeit-Schreibens legitimieren, die der Produktion von verwertbaren Noten und wissenschaftlichen Versatzstücken zunächst entgegenstünden und dafür den individuellen Interessen der Studenten näher rücken würden. Ob der Bachelor-Abschluss den Weg in die Unternehmen ebnet und ob es das wert ist, die humboldtschen Ideale des selbstbestimmten Studiums aufzugeben, darf bezweifelt werden. Hier wird das Legitimitätsdefizit deutlich, auf das die Kritik hinweisen muss, um Stück für Stück den Ist-Zustand an das Soll der Rechtfertigungsordnung anzugleichen. Der Beginn muss darin bestehen den Widerspruch zwischen dem Wert der Autonomie und den beschränkenden Strukturen in diesem Falle des Bildungssystems aufzuzeigen. 19 Inwiefern wirtschaftliche Interessen mit dem Universitätsalltag verstrickt sind kann ich hier nicht weiter erörtern. Wirtschaftsbosse im Universitätsrat und Hörsäle die nach Unternehmen benannt werden lassen aufhorchen. 20
Auch wenn sich Boltanski und Chiapello auf empirische Daten stützen, die auf eine starke Verschlechterung der sozialen Lage in den letzten 30 Jahren deuten, neigen sie nicht dazu die Lebensumstände des fordistischen oder schweren Kapitalismus zu Idealisieren, wie es bei anderen Autoren den Anschein haben mag. Sie plädieren vielmehr zukunftsorientiert für ein Erstarken der Sozialkritik, aber auch für ein Hinterfragen der konkreten Umsetzung der künstlerkritischen Werte Autonomie und Authentizität, also für eine Balance oder Verbindung der kritischen Forderungen. 21
Interessanterweise sollte sich das nächste Werk der Autoren die Soziologie der Abtreibung wiederum eher mit der Frage der Autonomie - diesmal in der Entscheidung der Frauen über das Leben und ihren Körper - auseinandersetzen. Der Grundtenor des Buches liegt in der Beleuchtung des doppelten Einflusses der Rechtfertigungsordnung auf die Entscheidung: Zum
19 Eine interessante Frage in diesem Zusammenhang kam in einer Diskussionsrunde zur Bildungsfinanzierung auf: Inwiefern können wir Studenten uns mit der Umsetzung unserer Forderungen in den Institutionen befassen? Die Geschichte der 68er lehrt hier zumindest, dass es nachteilig ist das Kind zu früh aus der Hand zu geben, bzw. die konkrete Umsetzungen und ihre möglichen Konsequenzen und Machtschlupflöcher aus dem Auge zu verlieren.
20 Informationen hierzu unter http://www.uni-jena.de/Universitätsrat.html und Gudrun Vogel: „Hörsaal an der Friedrich-Schiller-Universität Jena trägt den Namen Carl Zeiss“ http://www.zeiss.de/C1256A770030BCE0 /framed?ReadForm&PRID=CF2617D65743FFA4C12575BA0044B154 (zuletzt geprüft am 9. August 2009).
21 Boltanski, Luc / Chiapello, Ève (2003), S. 379ff.
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einen gibt sie die Möglichkeit die Tötung des ungeborenen Lebens als legitim zu betrachten, wozu auch eine relativ liberale Gesetzgebung beiträgt. Zum anderen ist die Frau auch gezwungen ihre Entscheidung innerhalb dieses Rahmens zu legitimieren. 22
4. Antikapitalistische Kritik und Umsturz des Kapitalismus?
Bei der Auseinandersetzung mit der Hausarbeit als Bewährungsprobe stellt sich auch die Frage, ob es für die Kritik möglich ist, eine Bewährungsprobe nicht nur in Bezug auf die mehr oder weniger akzeptierte Rechtfertigungsordnung zu kritisieren, sondern sich auch gezielt gegen die ökonomische Verwertbarkeit der Konsequenzen der Kritik zu richten. Nach Boltanski und Chiapello scheint der Erfolg einer solchen Kritik unmöglich. Gesellschaftlicher Wertewandel ist mit ihnen nur im Einklang mit dem kapitalistischen Verwertungsprinzip zu denken. Es scheint als könnte Kritik immer nur dann stark werden, wenn sie sich im Sinne der Kapitalakkumulation (um)deuten lässt und ihre Ergebnisse dem produktiven Fortschritt dienlich sind.
Desweiteren scheint es unmöglich, alle Empörungsquellen unter einer Kritik auf den Anklagetisch zu bringen. Eine Kritik, die die Abweichung der Praxis und von den Idealen der Rechtfertigungsordnung thematisiert und eine Angleichung verlangt, nennen die Autoren korrektiv (häufig Sozialkritik). Eine Kritik, die neue Werte befördert und auf die Änderung der Rechtfertigungsortnung an sich abstellt, nennen sie radikal (häufig Künstlerkritik). 23 Die Kritik an der Ideologie bzw. an den Institutionen kann weiterhin eher modernistisch geprägt sein (typisch für Forderungen nach Emanzipation und Chancengleichheit) oder eher antimodernistische Züge haben (typisch für Forderungen nach Authentizität und Solidarität). 24 Vor diesem Hintergrund scheint es einleuchtend, wenn die Autoren unteranderem die Widersprüchlichkeit der einzelnen Kritikformen dafür verantwortlich machen, dass der Kapitalismus sich immer wieder einer speziellen Kritik annehmen kann und dadurch die andere entmachtet, was seinen Spielraum insgesamt vergrößert. 25
In diesem Schema spielt die Dimension, inwiefern Kritik eine erneute Rechtfertigung der kapitalistischen Produktion ausschließt, jedoch keine Rolle. Beispiele für Kritik die sich explizit gegen eine Ökonomisierung richtet, finden sich in den Hippiebewegungen, die zur Subsistenzwirtschaft tendieren. Auch Kritik die in Richtung der kommunistischen
22 Boltanski, Luc (2007): „Soziologie der Abtreibung. Zur Lage des fötalen Lebens“, Suhrkamp; S. 186f.
23 Boltanski, Luc / Chiapello, Ève (2003), S. 77ff.
24 Dies. S. 84.
25 Dies. S. 254ff.
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Planwirtschaft abzielt, lässt sich bei Boltanski und Chiapello nicht klar verorten. Ein Umbruch des Wirtschaftssystems scheint in der Theorie der Autoren ausgeschlossen. 26 Auch bestimmte Formen des Punk, die zunächst keine alternativen Wirtschaftsformen favorisieren, erkennen eine kapitalistische Rechtfertigungsordnung an sich nicht an und richten sich gegen die Verwertungslogik.
Eine interessante Frage ist, ob es nun einer dieser Kritikformen gelingen kann, ihre Popularität zu steigern, ohne dass ihr das antikapitalistische Element verloren geht oder ob ihr Schicksal darin liegen muss, angepasst zu werden, bzw. als gesellschaftliches Randphänomen bestehen zu bleiben. In diesem Falle wäre ein Umsturz des Kapitalismus durch kritische Kräfte undenkbar. Betrachten wir hierzu das Phänomen der Wächterhäuser, Wagenburgen oder allgemein Wohn- und Arbeitsgemeinschaften, die versuchen Alternativen zum isolierten Leben und aufgezwungener Lohnarbeit in den Großstädten zu finden. Ich besuche z.B. seit mehreren Wochen einen Wagenplatz in Leipzig, auf dem sich ein recht diverses Klientel von dreißig Menschen zusammengefunden hat, eine Industriebrache im Stadtteil Plagwitz zu beleben. Studenten, Arbeitslose, Gelegenheitsjobber, Schulabbrecher, Rentner suchen hier nach einem Platz, sich selbstbestimmt und gemeinschaftlich produktiv zu betätigen. Im Vordergrund stehen handwerkliche und künstlerische Tätigkeiten die mehr oder weniger Geld einbringen (z.B.: Wohnwägen, Fahrräder oder auch Homepages bauen, Volksküchen und Musikveranstaltungen durchführen, Kinder- und Hundebetreuung oder schnorren). Die Wagenburg lebt außerdem von dem Abfall eines Wirtschaftssystems, dessen Verwertungslogik den Wagenplatzbewohnern rätselhaft erscheint. Kostbares Bau- und Brennholz, sowie andere Rohstoffe werden aus den Deponien der umliegenden Industrie herbeigeschafft oder genießbares Essen aus den Müllcontainern der Supermärkte stibitzt. Wenn man sich aus Boltanskis und Thévenots Baukasten der Rechtfertigungsordnungen bedienen wollte, um eine Wagenburg-Polis zu beschreiben, so findet man familienweltliche Elemente oder Ähnlichkeiten zum Gemeinwesen der Inspiration. 27 Auch projektförmige Organisation und die Bedeutung von Kontakten wird auf Wagenplätzen diskutiert:
Anreize ließen sich mit den Künstler- und Sozialkritischen Forderungen beschreiben, die in der kapitalistischen Arbeitsorganisation als nicht erfüllt gelten. Außerdem spielt die Anerkennung in der Gemeinschaft eine wichtige Rolle für die Motivation. Sicherheit wird in der gegenseitigen Hilfe gesucht und durch Beziehungen zu ähnlichen Organisationen gestärkt. Gerecht ist, was der Gemeinschaft nützt und keinem anderen schadet. Privatbesitz steht in seinem Ansehen hinter dem Gemeinschaftsbesitz zurück, außerdem ist Vegetarismus häufig und Tierrechte sowie die Solidarität gegenüber gesellschaftlich Ausgeschlossenen werden
26 Boltanski, Luc / Chiapello, Ève (2003), S. 84ff.
27 Boltanski, Luc / Thévenot, Laurent (2007): „Über die Rechtfertigung. Eine Soziologie der kritischen Urteilskraft“, Hamburg, S. 120-141.
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groß geschrieben. Dass auch diese Rechtfertigungsordnung Defizite in ihrer Umsetzung aufweisen kann, steht außer Frage. Dennoch steht sie mit ihrer Moral des Teilens im krassen Gegensatz zum Prinzip der Kapitalakkumulation.
Diese Geisteshaltung reproduziert sich paradoxerweise in einer Art Symbiose mit dem Kapitalismus als Wirtschaftssystem, das mit seinen Fabriken den Wagenplatz umgibt. Mit böser Zunge könnte man behaupten, die Wagenburg hätte lediglich die Funktion, Überreste eines veralteten industriellen Kapitalismus zu recyceln. Jedoch sind es gerade die Anforderungen und Effekte eines neuen flexiblen, projektförmigen Kapitalismus, die den Vorstellungen der Teilnehmer vom Zusammenleben zuwiderlaufen - Nebenfolgen die zum aussteigen zwingen und für Zulauf auf den Wagenplätzen in Leipzig und anderen Großstädten, sowie Kommunen in ländlicheren Regionen sorgen. Die Popularität dieser Lebensformen mag sich in Grenzen halten und die Auswirkungen auf die Bewährungsproben des Kapitalismus sind wahrscheinlich marginal, dennoch macht gerade diese Abgrenzung vom kapitalistischen Produktionsalltag die Stärke und Resistenz dieser Kritik aus.
5. Zusammenfassung
Da Boltanski und Chiapello den Kapitalismus weniger als Wirtschaftssystem sondern vor allem als wertneutrales Herstellungs- und Produktionsprinzip begreifen, muss man nach der Moral fragen, die sich explizit gegen das Prinzip der Ökonomisierung sperrt, will man über die Möglichkeit seiner Überwindung sprechen. Jedoch liegt die Schlagkraft der Akkumulationslogik gerade in der Umsetzung solcher moralischer Keimzellen in universell anerkannte Werte. Hierbei profitiert das Produktionsprinzip sicherlich von den Pfadabhängigkeiten der westlichen Gesellschaft, dennoch ist es nach Meinung der Autoren vor allem der dynamische Umgang mit der Kritik, der den Kapitalismus auch in anderen Teilen der Welt so erfolgreich macht.
Geht man nach Boltanski und Chiapello, muss der Umbruch des Kapitalismus (der zumindest mittelfristig nicht in Aussicht stehe) nicht das oberste Ziel einer Kritik sein. 28 Der Erfolg einer Kritik lässt sich vielmehr an der strengeren Bindung der Bewährungsproben des Kapitalismus an die Rechtfertigungsordnung messen. Sie kann also auch in kleinen Schritten des Aufzeigens und der Interpretation von legitimatorischen Defiziten bestehen, die sich bei der Bewertung der Individuen ergeben. Bei der Umgestaltung des Bildungssystems beispielsweise steht die Praxisnähe oft im Vordergrund. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass wirtschaftliche Interessen Einfluss auf Lehrinhalte haben, das Prinzip der Ökonomisierung
28 Boltanski, Luc / Chiapello, Ève (2003), S. 85.
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immer früher in die Köpfe der Schüler und Studenten gelangt und dort nur einer unerfahrenen Kritik entgegentreten muss.
Ich habe mit diesem Aufsatz auch versucht Querverweise dieser eher pragmatisch orientierten Theorie zu poststrukturalistischen Ansätzen bzw. der breiten Netzwerktheorie Latours anzusprechen. Hier könnte man noch ausbauend ansetzen. Auch ließen sich noch weitere Verknüpfungen der Soziologie der Kritik zu Theorien sozialer Bewegungen oder (wenn es um die Frage nach dem Rechtfertigungsbedarf der Kapitalakkumulation geht) zur Sozial- bzw. Motivationspsychologie schließen, um den kulturwissenschaftlichen Blick Boltanskis und Chiapellos auf den Kapitalismus zu erweitern.
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6. Auswahlbibliografie
Boltanski, Luc / Chiapello, Ève (2003): „Der neue Geist des Kapitalismus“, Konstanz
Boltanski, Luc (2007): „Soziologie der Abtreibung. Zur Lage des fötalen Lebens“, Suhrkamp
Chiapello, Ève (2003): “Reconciling the Two Principal Meanings of the Notion of Ideology. The Example of the Concept of the ‘Spirit of Capitalism’”, European Journal of Social Theory, 6(2), 155-171.
Boltanski, Luc / Chiapello, Ève (2001): Die Rolle der Kritik in der Dynamik des Kapitalismus und der normative Wandel. Berliner Journal für Soziologie 4, S. 459 - 477.
Moebius, Stephan (2008): „Macht und Hegemonie. Grundrisse eine poststrukturalistischen Analytik der Macht“, in Ders., Andreas Reckwitz (Hg.): Poststrukturalistische Sozialwissenschaften, Suhrkamp Taschenbuch, S. 158-174
Peter, Lothar (2005): "’Der neue Geist des Kapitalismus’. Stärken und Schwächen eines Erklärungsversuchs“, In: Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung, 16. Jg. Nr. 62/2005, S. 7-24
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Anhang
Anhang 1:
Besonders der Untertitel dieses Bildes, der auch in anderem Kontext im Internet kursiert, fügt sich in die hier behandelte Thematik ein. Interessant ist, dass das Zitat oft John Maynard Keynes zugeschrieben wird, was jedoch nie bewiesen werden konnte. Vermutlich wurde die spitze Formulierung absichtlich an die Persönlichkeit Keynes geknüpft um ihr in Internetforen mehr Schlagkraft zu verleihen. 29
29 Hierzu ein Beitrag von Steve Cotler: http://stevecotler.com/tales/2009/07/07/keynes-nastiest-wickedestcapitalism/
Das hier zu sehende Bild wurde von einem Filckr-Nutzer ins Internet gestellt und taucht ebenfalls in anderen Foren auf: http://www.flickr.com/photos/14696088@N04/1510963600/ (zuletzt geprüft am 9. August 2009)
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Arbeit zitieren:
Norbert Sander, 2009, Zur Soziologie der Kritik – Luc Boltanski und Eve Chiapello und der Geist des Kapitalismus, München, GRIN Verlag GmbH
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