Inhaltsverzeichnis:
Abbildungsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 3
1. Einführung. 4
1. 4
2. Die Anwerbung der chinesischen Arbeiter 5
2.1. Voraussetzungen und Hintergründe 5
2.2. Die französische Anwerbungskampagne 9
2.3. Die Rekrutierung der „British Chinese Labour Corps“ 11
2.4. Französische und britische Verträge im Vergleich 15
2.4. 15
3. Der Arbeitsalltag in Frankreich. 16
3.1. Der Weg nach Frankreich. 16
3.2. Der Alltag der „Chinese Labour Corps“ 17
3.3. Die Situation der von Frankreich kontraktierten Arbeiter 19
3.4. Kriegsende und Rücktransport 19
3.4. 19
4. Fazit 20
4. 20
Anhang: Britischer Arbeitsvertrag 22
Anhang: Britischer 22
Literaturverzeichnis 23
Literaturverzeichnis 23
2
Abbildungsverzeichnis:
Abb. 1: Chinesische Arbeiter an der Westfron .......................... 4
Aus: [-]: Little Journeys to the Great War, in: The War Illustrated, 27. Juli 1918.
URL:http://www.ggreatwardifferent.com/Great_War/ Chinese_
Laborers/Chinese_Laborers_01.htm. S. 2. 04.09.2009.
Abb. 2: Liang Shiyi (1869-1933)................................................... 9 Aus: Guoqui Xu: China and the Great War. China’s pursuit of a new
national identity and internationalization. Cambridge 2005. S. 201. Abb. 3: Notiz in der New York Times vom 16.11.1916 ............... 12
URL: http://spiderbites.nytimes.com/free_1916/articles_ 1916_11_00001.html.
04.09.2009
Abb. 4: Augenuntersuchung in Weihai Wie ............................... 13
Aus: Lisa Smedman: 'Coolie' express, in: Vancouver Courier vom 26.06.2009.
URL:http://www.2canada.com/vancouvercourier/news/
story.html?id=f89092c4-9bc1-4e18-8d13-3d7bb05e3adc. 12.08.2009. Abb. 5:Chinesische Arbeiter im Zug durch Kanada .................. 16
Aus: Lisa Smedman: 'Coolie' express, in: Vancouver Courier vom 26.06.2009. Abb. 6: Chinesische Kontraktarbeiter in Frankreich ................. 17
Aus: Commonwealth Wargraves Commission: The Chinese Labour Corps at
the Western Front, o.O.J.
URL:http://www.cwgc.org/admin/files/cwgc-clc.pdf. 23.12.2008.
3
1. Einführung
Der Erste Weltkrieg war ein Konflikt riesigen Ausmaßes, der zwar in Europa begann, aber schon zu Beginn weit über die kontinentalen Grenzen hinausreichte. Während der Krieg andauerte, wuchs bei den europäischen Mächten der Bedarf an Soldaten und Arbeitskräften. Die einheimische Bevölkerung war, soweit männlich und wehrfähig, nahezu komplett eingezogen. Besonders die Bereiche Rüstungsindustrie, Landwirtschaft und Bergbau waren daher dringend auf ausländische Arbeiter angewiesen. So kamen fast 700.000 ausländische Arbeitskräfte allein nach Frankreich 1 . Der überwiegende Teil stammte aus Europa sowie den afrikanischen und südostasiatischen Kolonien. Es waren aber auch mindestens 140.000 chinesische Arbeiter unter ihnen.
Abb. 1: Chinesische Arbeiter an der Westfront
Diese Arbeit geht unter Berücksichtigung der chinesischen Interessenslage zu Beginn des Ersten Weltkriegs der Frage nach, wie es zum Einsatz dieser chinesischen Arbeiter kam und unter welchen Bedingungen sie in Frankreich lebten und arbeiteten.
1 Jochen Oltmer: Krieg, Migration und Zwangsarbeit im 20. Jahrhundert, in: Seidel, Hans-Christoph /
Tenfelde, Klaus (Hg.): Zwangsarbeit im Europa des 20. Jahrhunderts. Bewältigung und vergleichende
Aspekte. Essen 2007, S. 144. 4
2. Die Anwerbung der chinesischen Arbeiter
2.1. Voraussetzungen und Hintergründe
Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, befand sich China in einer Phase epochaler politischer, kultureller und sozialer Umwälzungen. Der innere Zerfall der Qing-Dynastie hatte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begonnen, begünstigt durch die erzwungene Etablierung und zunehmende Ausbreitung, ausländischer Interessen nach den beiden Opiumkriegen 2 . Die Verelendung des Volkes und seine Unzufriedenheit steigerten sich immer mehr und fanden schließlich ihren Höhepunkt im fremdenfeindlichen Boxeraufstand, der im Jahre 1900 Peking erreichte 3 . Dort belagerte die Geheimgesellschaft der „Boxer“ mit Unterstützung des kaiserlichen Hofes acht Wochen lang das Gesandtschaftsviertel. Erst das Einschreiten einer internationalen Armee beendete den Aufstand und führte zum sogenannten „Boxerprotokoll“, das hauptsächlich Strafbestimmungen für China beinhaltete, wie die zwangsweise dauerhafte Stationierung ausländischer Truppen in Peking und die Zahlung immenser Schadensersatzleistungen 4 .
Die traditionelle Monarchie war schließlich nach mehr als zweitausend Jahren zur Abdankung gezwungen und 1912 durch die erste Republik Asiens ersetzt worden. Nun musste China sich aus seiner bisherigen politischen und ideologischen Isolation befreien, um als unabhängige und eigenständige Nation zu überleben. Das schien nur durch den Anschluss an das westlich-orientierte internationale System möglich, verbunden mit der Übernahme westlicher Ideen und Wertvorstellungen. Der Konfuzianismus als herrschende Ideologie des Kaiserreiches wurde aufgegeben. Ein prägnantes Beispiel für die Bereitschaft, mit der sino-zentrischen Vergangenheit zu brechen und ein neues, offenes China zu etablieren, war die Abschaffung des traditionellen chinesischen Mondkalenders, der im Jahre 1912 durch den westlichen Sonnenkalender ersetzt wurde 5 .
2 Zu den historischen und gesellschaftlichen Ereignissen, die zum Fall der Qing-Dynastie führten,
siehe Jonathan D. Spence: The Search for Modern China. New York, London 1990. S. 137-268.
3 Zum Boxeraufstand siehe Joseph W. Esherick: The origins of the Boxer uprising. Berkeley 1987
sowie Peter Fleming: Die Belagerung zu Peking. Zur Geschichte des Boxer-Aufstandes. Frankfurt am
Main1997.
4 Guoqi Xu: The Great War and China’s Military Expedition Plan, in: The Journal of Military History.
Vol. 72. 2008, S.108.
5 Xu: The Great War and China’s Military Expedition Plan, S. 108-109. 5
Doch obwohl die neu gegründete Republik international anerkannt worden war, befand sich China bei Ausbruch des Krieges noch immer in einem Zustand halbkolonialer Abhängigkeit von den westlichen Mächten. Die Regierung in Peking war zudem schwach und die innenpolitische Lage chaotisch 6 .
Diese Situation, so die konventionelle historische Sichtweise 7 , nutzten die alliierten Mächte zur Ausbeutung Chinas neutraler Ressourcen an Arbeitskräften, indem sie auf das bereits im kolonialen Kontext erprobte System der Kontraktarbeit zurückgriffen. Nach der Abschaffung des Sklavenhandels waren bereits ab 1839 auf den Plantagen Mittel- und Südamerikas Chinesen mit zeitlich begrenzten Arbeitsverträgen eingesetzt worden, um die freigelassenen Sklaven zu ersetzen. Die Arbeiter hatten während der Dauer der Verträge ihre Freiheit praktisch aufgegeben und wurden wie Waren gehandelt 8 . Der „Coolie Trade“ glich stark dem afrikanischen Sklavenhandel, besonders hinsichtlich der skandalösen Rekrutierungsmethoden, die in Entführungen und Verschleppungen am hellen Tage bestanden 9 , und der unmenschlichen Transportbedingungen. 1874 wurde der Handel mit chinesischen Kontraktarbeitern verboten. Doch auch danach wurden noch chinesische Arbeiter z. B. für die Goldminen Südafrikas kontraktiert 10 . In Anlehnung an dieses System sollen Anfang 1916 zunächst die französische und im Mai desselben Jahres auch die britische Regierung an China herangetreten sein, um entsprechende Abkommen zur Anwerbung von Kontraktarbeitern zu schließen 11 .
Die Idee, die Alliierten mit Arbeitskräften zu unterstützen, wurde jedoch schon 1915 von chinesischer Seite aufgebracht. Urheber war Liang Shiyi, der 1913 - 1915 Finanzminister Chinas war. Er gehörte schon 1914 mit anderen hochrangigen
6 Ebd., S.109-111.
7 Arthur Philip Jones: Britain’s Search for Chinese Cooperation in the First World War. New York,
London 1986, S. 109.
8 Pieter C. Emmer: Migration und Expansion vom Zeitalter der Entdeckungen bis zum europäischen
Massenexodus, in: Bade, Klaus J. (Hg.): Migration in der europäische Geschichte seit dem späten
Mittelalter. Vorträge auf dem Deutschen Historikertag in Halle a. d. Saale, 11. September 2002. IMIS-
Beiträge 20, Osnabrück 2002, S. 99 f.
9 Der Grund waren hohe Kopfprämien, die die europäischen Aufkäufer den chinesischen Agenten
zahlten. S. Arnold J. Meagher: The Coolie Trade. The Traffic in Chinese Laborers to Latin America
1847-1874. O.O. 2008, S. 71 ff.
10 Emmer: Migration und Expansion vom Zeitalter der Entdeckungen bis zum europäischen
Massenexodus, S.103; Brian C. Fawcett: The Chinese Labour Corps in France 1917-1921, in: Journal
of the Hong Kong Branch of the Royal Asiatic Society. Vol. 40. 2000, S. 34.
11 Jones: Britain’s Search for Chinese Cooperation in the First World War, S. 109; Nora Wang:
Chinesische Kontraktarbeiter in Frankreich im Ersten Weltkrieg, in: Bade, Klaus J. et al. (Hg.):
Enzyklopädie Migration in Europa. Vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Osnabrück 2007, S. 440. 6
Arbeit zitieren:
Susanne Weise, 2009, Chinesische Arbeitskräfte im Ersten Weltkrieg, München, GRIN Verlag GmbH
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