Geburtsgewicht wieder zu erreichen.
Der Konsument sieht also jeden Tag überall eine Fülle von schon manchmal besorgniserregend schlanken Menschen, die aber durch ihr Aussehen von der Gesellschaft als schön erachtet werden und deshalb auch ein erfolgreiches Modell, Schauspieler oder was auch immer sind. Natürlich will jeder so sein: schlank, reich, schön, erfolgreich. Die Medien füttern uns jeden Tag mit diesem gigantischen Input an schönen Menschen. Nur hin und wieder findet man Übergewichtige oder gar Hässliche. Aber mal ehrlich, wer würde sich Unterwäschewerbung von H&M ansehen, wenn sich eine über proportionierte Frau auf einem Plakat räkelt? Genau den Gedanken haben natürlich auch die Werbeagenturen. Was ist die Folge von zu vielen Menschen, die sich in „Size Zero“ präsentieren? Der sogenannte „Magerwahn“. Normale Bürger, vor allem Frauen und Mädchen, haben Hungern zu einem Volkssport gemacht. Wenn Lisa, 14 Jahre alt, den ganzen Nachmittag damit verbringt Musiksender oder Boulevard-Sendungen zu gucken, oder die „Bravo“ oder „Cosmopolitan“ zu blättern und dabei jede Rippe von Paris Hilton zählen kann, was will man noch erwarten? Gerade junge Mädchen und Frauen sind fixiert auf ihr Gewicht und wollen natürlich alle so aussehen, wie ihre berühmten Vorbilder. Schlank und schön sein zu wollen, ist nicht das Thema. Das Problem ist, dass Medien uns ein verzerrtes Bild vermitteln, in dem der Übergang von schlank zu mager schon recht fließend ist.
Unser Essverhalten und unser Körpergefühl werden also von den Medien beeinflusst. Selbst die Medien berichten darüber, dass durch die Medien und eben diese Darstellung von mageren Models oder Hollywoodschauspielern viele dazu veranlasst werden, sich dem Schlankheitswahn anzuschließen. Und es wird dagegen vorgegangen. Modells sollen nicht mehr über den Catwalk laufen dürfen, wenn sie zu dünn sind, die Kosmetik Firma Dove wirbt mit normalgewichtigen Frauen, im Fernsehen wird in Berichten vor ungesundem Schlanksein gewarnt, die neue „Turbo-Diät“ ist da, RTL Punkt 12 klärt darüber auf, was wie viel Kalorien hat und was man besser nicht essen sollte, ach, und die neue Winterkollektion von Dior wird auf Bohnenstangen, pardon, Modells präsentiert. Ja was denn nun? Es scheint so, als könne man sich nicht entscheiden, ob man jetzt gegen den Magerwahn angeht oder lieber damit weiter macht. Die Medien springen in ihrer Argumentation hin und her. Einmal soll man sich gesund ernähren, ein normales Gewicht haben und ein anderes Mal wird von Modells schwärmend berichtet, die untergewichtig sind.
Aber sind die Darstellungen der Medien wirklich so mächtig, dass sie in unseren Köpfen herum spuken und uns antreiben zu fasten oder zu essen? Ja, sind sie. Zu Zeiten des Malers Peter Paul Rubens hatten die Frauen zum Beispiel kein Problem mit Untergewicht. Damals
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galt es als schick rundlicher zu sein, nicht zuletzt setzten seine Werke diesen Trend. Die Menschen haben sich also auch damals schon in diese Richtung beeinflussen lassen, durch die Macht von Rubens Bildern.
Was also in den heutigen Medien vermehrt zu beobachten ist, ist der Einfluss auf unsere Wahrnehmung. Es wird vorgegeben, was schön ist, was gerade „Trend“ ist und so weiter. Was früher als Mager galt, ist heute ein Schöneheitsideal und die berühmte „Size Zero“ erlebte einen regelrechten Boom. Jeder wollte eine haben, aber nicht jedem passte sie, weil eine Konfektionsgröße Null schon wirklich einen recht dünnen Körper erfordert. Es geht sogar so weit, dass jemand mit Cellulite schon fast nicht gesellschaftsfähig ist. Angeblich geht die Tendenz wieder zum „normalen“ Körper. Auf der anderen Seite steht dann allerdings die Boulevard-Presse, die sich über Fotos von Prominenten, auf denen man deren Hüftgold oder Dellen in den Oberschenkeln sieht, geradezu lustig machen und sich nur zu gerne Lästereien hingeben.
Psychologen und Hobbypsychologen sind sich einig, dass die heutigen Medien daran Schuld sind, dass es diese Jagd nach dem perfekten Aussehen gibt. Fakt ist, dass uns eine glitzernde Welt präsentiert wird, die aber meist recht wenig mit der Realität zu tun hat. Und bei näherem Hinsehen und ohne Meter dickes Make Up würde man auch bei den „Stars“ Hautunebenheiten erkennen. Laut Society Experten trägt auch jede Frau bei der Oscarverleihung ein Mieder, um Problemzonen zu kaschieren, egal wie schlank sie ist. Das dargestellte Problem, dass Medien durch ihre Präsenz die Macht aufweisen das Verhalten der „normalen“ Leute zu stören, wäre also nicht so stark gegeben, hätte man öfter Einblick in die Wirklichkeit hinter der Fassade oder würde sich selbst einfach mal Gedanken darüber machen, dass jeder Mensch Fehler hat. Auch, wenn heutzutage einiges möglich ist, die größten Fehler lassen sich sowieso weder durch Hungerkuren, noch durch Schönheitsoperationen beheben...
Macht der Medien ist kein Phänomen von heute
Viele mögen der Ansicht sein, dass die Macht, die wir den Medien zuschreiben uns zu beeinflussen ein Phänomen der heutigen, modernen Zeit ist. Mit Sinneseindrücken wird man überall überflutet und kann sich kaum retten.
Sicherlich sind wir heute schwerer belastet durch Werbung, Reportagen und unzähligen
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Zeitungen und Zeitschriftenartikeln, die uns alle „helfen“ uns unsere oder besser gesagt deren Meinung zu bilden.
Wirkung und Macht der Medien hat es auch schon früher gegeben, man denke nur an Goethes Die Leiden des jungen Werther. Dieses Buch löste gerade zu ein Fieber aus (dazu später mehr).
Selbst im Mittelalter hätte es eine Wirkung von Büchern und Schriften auf die Menschen gegeben, wenn die Kirche die Menschen davor nicht „geschützt“ hätte. Schriften mit aufklärerischen Zügen oder wissenschaftliche Erkenntnisse, wurden sicherheitshalber als ketzerisch oder Ähnliches deklariert und verbrannt. (Wobei heute zu überlegen wäre, ob man diese Maßnahme für die Bildzeitung oder dergleichen nicht wieder einführen sollte, aber das ist nur meine persönliche Meinung.)
Im Jahre 1587 erschien Die Historia von D. Johann Fausten auch „Faustbuch“ genannt. Es berichtet von einem Mann, der den Teufel beschwört und mit ihm einen Pakt schließt. Dieser Pakt besagt, dass Mephistopheles ihm das lehren soll, was er zu wissen begehrt. Nach Ablauf von 24 Jahren wird der Teufel sich allerdings im Gegenzug Fausts Seele holen. Das Buch beginnt mit zwei Vorreden. In der zweiten Vorrede wendet sich der Autor, der bis heute leider unbekannt ist, an den christlichen Leser und warnt diesen davor sich mit dem Teufel einzulassen und mahnt lieber ein gutes, gottesfürchtiges Leben zu führen, damit es einem nicht so ergeht wie dem armen Faust. Am Ende kommt der Autor noch einmal auf seine Warnung zurück.
Die Historia von D. Johann Fausten ist also ganz offensichtlich als Warnung für jene gedacht, die auch nur im Entferntesten daran denken könnten es Faust gleichzutun. Obgleich dieser Warnung, hat sich die Kirche gegen diese Schrift ausgesprochen und wollte sie verbieten, da man auch Nachahmer fürchtete. Seltsamer Weise trat dies auch tatsächlich ein. Das Buch schien in der Lage zu sein junge Menschen dazu zu animieren sich darin zu versuchen den Teufel zu beschwören. So wurde ein gewisser David Lipsus verhaftet, bei dem man Schriften gefunden hatte, in denen er einen Teufelspakt verfasst hatte. Als Motivation für sein tun gab er an, dass er einen Pakt mit dem Teufel schließen wollte, um seine finanziellen Probleme zu lösen.
Während das Wandern in D. Johann Fausts Fußstapfen zwar recht dämlich, aber dennoch ungefährlich war, hatten sich diejenigen, die dem jungen Werther nacheiferten oder sich gar für ihn hielten, ein tragisches Vorbild ausgesucht. Junge Menschen nahmen allen Ernstes die Identität des Protagonisten eines Buches ein, der sich am Ende das Leben nimmt. Das „Werther-Fieber“ hat sich bei jungen Leuten ausgebreitet, die sich jegliche Züge Werthers
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Arbeit zitieren:
Annika Süß, 2011, Die Macht der Medien - Werden wir wirklich von Medien manipuliert?, München, GRIN Verlag GmbH
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