Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Entwicklung der Forschungsfrage und der Hypothesen 3
2.1 Hypothesen 5
2.2 Definition wichtiger Begriffe 6
3 Die Methoden 7
3.1 Qualitative Sozialforschung 7
3.2 Problemzentriertes Interview (PZI) nach Witzel 8
3.3 Grounded Theory (GT) 9
4 Feldzugang und Datenerhebung 11
4.1 Feldzugang und Sampling 11
4.2 Interview 12
4.3 Transkription 12
5 Auswertung und Ergebnisse 12
5.1 Offenes, axiales und selektives Codieren 12
5.2 Kritische Reflexion 17
6 Fazit und Ausblick 18
Literaturverzeichnis 19
Anm. d. Verfasserin:
Zur besseren Lesbarkeit wird meistens die männliche Personalform verwendet. Die
weibliche ist dabei immer mitzudenken
1 Einleitung
Werk der Journalistin Katrin Müller-Walde, das der aktuellen Lesedebatte an Schulen, insbesondere in der schulbibliothekarischen Arbeit bezüglich der Lesemotivation von Jungen, neuen Schwung verliehen hat. Sie kommt in ihrer Stu-immer zugeben. [] Sie lesen umso intensiver und anspruchsvoller, je besser wir es verstehen, ihnen in der mehrere Jahre anhaltenden Leselustlernphase die richtigen, persönlich passenden Texte in die Hände zu ge -Walde, 2005, S. 17). In der Studie wurden mehr als 2000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren zu ihren Leseinteressen befragt (siehe Müller-Walde, 2005, S. 16 u. S. 232). Zusammenhänge mit Schulbibliotheken wurden nicht untersucht. Die gesellschaftliche Relevanz dieses Phänomens - dass Jungen nicht mehr lesen - wird spätestens seit dem PISA-Schock (PISA 2000) einer breiteren Öffentlichkeit zunehmend bewusst: Lesekompetenz als eine der grundlegenden Kompetenzen für Lernen überhaupt, ist untrennbar mit Informationskompetenz, Bildungserfolg, Bereitschaft zur persönlichen Weiterbildung, lebenslangem Lernen, und am Ende einer langen Kette individuell erworbener Fähigkeiten und Fertigkeiten nicht zuletzt mit sozialer Kompetenz und gesellschaftlich erfolgreicher Integration verbunden. In Ländern, in denen ein hoher Prozentsatz der Schüler unter oder auf Stufe 1 liegt, müssen sich Eltern, Pädagogen und politische Entscheidungsträger darüber klar werden, dass eine erhebliche Zahl von Schülerinnen und Schülern keinen ausreichenden Nutzen aus den vorhandenen Bildungsmöglichkeiten zieht und nicht die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erwirbt, um dies während der weiteren Schulzeit oder im späteren Leben effizient zu tunOECD, 2004, S.342). Es muss daher auch Aufgabe von Schulbibliotheken sein, sich intensiv mit diesem Thema zu befassen. Führende Lese-forscher sind sich darin einig: Richard
Bamberger). Wenn aber Jungen zunehmend nicht mehr lesen, werden auf der Suche nach Erklärungen für dieses Phänomen in der Forschung verschiedene Ansätze gewählt, wie z.B. zur familiären Lesesozialisation, zu kognitiven Prozessen des jugendlichen männlichen Gehirns, zu geschlechtstypischem Leseverhalten, aber bisher weniger z.B. zum Einfluss der Schulbibliotheken oder der peer group auf die Leseorientierung. Maik Philipp hat diesen letzteren Zusammenhang in seiner quantitativen Studie (2006/07) mit 500 Kindern zumindest für Fünftklässler empirisch belegt (vgl. Philipp, 2008, S. V). Er weist aber auch da-
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forschung . Diese Forschungslücke bietet Ansatzpunkte für die vorliegende Hausarbeit. Die gesellschaftlich relevante Entwicklung von Jungen zu Lesern beschäftigt die Verfasserin dieser Hausarbeit täglich in ihrer beruflichen Tätigkeit als Schulbibliothekarin einer Integrierten Gesamtschule. Wie kann geschlechtsspezifische Leseförderung in der Schulbibliothek noch gestaltet werden und: Auf welchen empirischen Grundlagen kann diese begründet werden?
2 Entwicklung der Forschungsfrage und der Hypothesen r- schung.Viele Forschungen gehen auf irritierende Anfangsbeobachtungen zurück, an die sich gezielte methodische Erhebungen sowie theoretische Erklärun- 2009, S. 24). Die unsystematischen Beobach-
tungen des Verhaltens von Jungen, deren Klassen zum Zweck der Leseförderung Deutschunterricht in der Schulbibliothek haben, führten zu der Forschungsfrage. Das Leseförderprojekt, welches die Arbeit gebende Schule der Verfasserin im Jahrgang 7 zur Verbesserung der Lesekompetenz und Lesemotivation durchführt, gewährt dem Vorgang des Lesens an sich einen großen Raum, wöchentlich findet eine Stunde Deutschunterricht in der Schulbibliothek statt. Die Jugendlichen haben dort unter anderem die Aufgabe, sich selbstständig und selbstbestimmt eine Lektüre aus dem für sie altersangemessenen Jugendbuchbereich auszuwählen, die sie anschließend - ebenfalls in der Bibliothek - auch lesen und mittels Lesetagebüchern und verschiedenartigen Präsentationen weiter bearbeiten und reflektieren. Allein im Jugendbuchbereich stehen ihnen dafür in ihrer Altersklasse ca. 800 Titel zur Verfügung. Nach welchen Kriterien wählen sie eigentlich ihre Bücher aus? Die Verfasserin beobachtete, dass sich die Jungen im Allgemeinen wesentlich schwerer tun mit der Auswahl als die Mädchen. Sie dabei zu unterstützen ist teilweise eine echte Herausforderung, weil sie häufig nicht in der Lage sind, ihre Interessen zu benennen, sondern oft nur formulieren können, was nicht ihren Interessen entspricht. Haben sie keine Interessen, sind sie sich derer nicht bewusst oder können sie sie einfach nur nicht artikulieren? Oftmals wählen die Jungen genau das Buch, das ihr Klassenkamerad gerade eben zurück gegeben hat. Lassen sie sich hier durch die peer group beeinflussen oder sind sie einfach nur bequem? Auch ist die Lesemotivation hier nicht ursächlich für die Wahl einer Lektüre, sondern die notwendige Erfüllung der Aufgabenstel-
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lung Nach welchem Entscheidungsprin-mit der Logik der Selektion, insofern sie untersucht, wie sich Akteure in einer Handlungssituation entscheiden und inwiefern Deutungsmuster auf die Entschei- Nach Essersind für die Erklärung eines soziologischen Phänomens drei Schritte nötig: 1. Die Logik der Situationwartungen und die Bewertungen des Akteurs mit den Al- 2. die Logikder Se-
Akteurein einer Situation eine bestimmte Alternative wählen und 3. die Logik der Aggregation
Handlungen und den kollektiven Folgen - dem eigentlich interessierenden soziologischen Explanan (Esser, 1999, S. 94ff). Der Logik der Selektion bzw. ein Akteurmodell (ebd. S.
95) zugrunde. Nach Schimank sind die beiden wichtigsten Akteurmodelle das Modell des Homo Sociologicus Dies ist ein Handelnder, der sein Handeln an sozialen Normen ausrich2, S. 20) und das Modell des Homo Oeconomicus e- ä- 2009,S. 28). Dies soll hier an Hand qualitativer Interviews versucht werden. Daher wird eine soziologische Perspektive eingenommen und die Untersuchung um die Frage nach den Strategien von Individuen zentriert, in bestimmten Situationen bestimmte Entscheidungen zu treffen und nach den Kriterien, die den Entscheidungsprozessen von Jugendlichen für die Wahl eines Buches - als Voraussetzung dafür, dass ein Buch gelesen werden kann, der Konsequenz, - zugrunde liegen.
Die Forschungsfrage lautet daher:
Nach welchen Entscheidungskriterien treffen Jungs in der 7. Klasse ihre Lektürewahl im Deutschunterricht in der Schulbibliothek?
n- tenStudie und mit den zur Verf
(Flick, 2008, S. 259). Das bedeutet, sie dürfen nicht zu weit und nicht zu eng gefasst sein, sie sollen den zu untersuchenden Gegenstand angemessen in den Blick nehmen und ebenfalls Raum für Exploration bieten (siehe Flick, ebd.). Die Fra-
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gestellung ist bedeutend für die gesamte weitere Forschungsarbeit, denn sie benennt den Forschungsgegenstand und beeinflusst das Forschungsdesign. Die Methode zur Bearbeitung der interessierenden Frage ergibt sich aus den angestrebten Erkenntnissen, die entweder der Überprüfung oder der Entdeckung einer Theorie dienen (siehe Brüsemeister, 2009, S. 28). In diesem konkreten Fall besteht noch keine Theorie, die das Verhalten der Jugendlichen hinreichend erklärt. Es gibt lediglich vage Ideen, die unsystematisches Vorwissen der Forscherin und Alltagsbeobachtungen darstellen und sich in den formulierten Arbeitshypothesen widerspiegeln. Eine Studie, die Antworten auf die Forschungsfrage geben könnte, gibt es bisher nicht. Es gibt bisher auch scheinbar keine Untersuchungen, die sich mit den Entscheidungsprozessen der Lektürewahl in Schulbibliotheken befassen. Hier könnten also neue Entdeckungen verborgen liegen. Qualitative For- ekannte imscheinbar 8e-
Daher wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt.
2.1 Hypothesen
In der qualitativen Forschung haben Hypothesen nicht die Aufgabe, der Überprü- e- rungvon Ex-ante- 8, S. 266), da sie das Vorwissen der Forschenden auf bestimmte Aspekte festschreiben und dadurch die Gefahr gesehen wird, dass das Prinzip der Offenheit nicht mehr gewährleistet ist. Aber gehen qualitative ForscherInnen niemals mit ganz leeren Händen in von
ihren Hypothesen in eine ungefähre Richtung lenken, um sich von neuen Entdeckungen und Unvorhergesehenem überraschen zu lassen (vgl. Brüsemeister, 2009, S. 31).
Die vorläufigen Hypothesen lauten also:
H1: Die persönlichen Interessen von männlichen Jugendlichen der Jahrgangsstufe 7 haben Einfluss auf die Auswahlentscheidung für Lektüren im Deutschunterricht in der Schulbibliothek.
H2: Die peer group hat Einfluss auf die Auswahl von Lektüren männlicher Jugendlicher der Jahrgangsstufe 7 im Kontext des Deutschunterrichts in der Schulbibliothek.
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Arbeit zitieren:
Cora Ginzel, 2010, Geschlechtsspezifische Leseförderung in der Schulbibliothek: Lektürewahl bei Jungen, München, GRIN Verlag GmbH
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Gegenstandsbereiche
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