Nun trat er den Club der Jakobiner bei, welcher linksorientiert war. Dort wurde er 1790 zum Präsidenten gewählt, doch seine Karriere ging weiter. 3 1.3 Nach der Revolution
Bis zum Jahre 1791 war Robespierre der Ansicht, dass eine Republik mit Volksversammlung und einem König mit repräsentativen Aufgaben eine gute Lösung sei und hielt an ihr fest. Doch unglücklicherweise versuchte sich König Ludwig XVI. mit seiner Frau Marie Antoinette ins Ausland abzusetzen, um von dort gegen die Revolution zu arbeiten. Dieser Versuch misslang und man setzte den König wieder in Paris ohne Sanktionen fest. Doch auch weiterhin versuchte Ludwig die Revolution zu stürzen, indem er andere Königreiche aufforderte, ihm zu helfen. Folge war, dass das Königsschloss am 10. August 1792 gestürmt wurde und Ludwig von der Volksversammlung abgesetzt wurde. Außerdem schaffte Maximilien Robespierre es in die Kommune von Paris, was ein weiterer Schritt in Richtung des Erfolgs war. Als 1792 anschließend feindliche Armeen unterwegs auf den Weg nach Paris waren, um die Revolution zu stürzen kam es zu vielfachen Morden von Ludwig-Loyalisten im Staatsgefängnis, da sich die Bevölkerung von ihnen bedroht fühlte. Zu dieser Zeit gründete sich ebenfalls das sogenannte Nationalkonvent, eine neue Volksvertretung, die sich zur Zeit der Unruhen gründete. Robespierre wurde als eines der ersten Mitglieder hineingewählt. Dort forderte er am 3. Dezember 1792 die Todesstrafe gegen Ludwig, da er der Auffassung war, dass dieser ein Verbrecher aufgrund Hochverrats sei und man ihm nicht mehr vertrauen könne. Kurze Zeit später wurde dieser angeklagt. Am 20. Januar 1793 kam es zu einem Todesurteil gegen König Ludwig und seiner Frau Marie, welches mit lediglich einer Stimme Mehrheit beschlossen wurde. Am 21. Januar 1793 kam es anschließend auch zur Hinrichtung der Beiden durch die Guillotine 4 .
Im gesamten Verlauf seiner politischen Karriere berief sich Robespierre auf die „volonté génerale“ nach Rousseau, nach dem sich der Gemeinwille nach dem Gemeinwohl richtet und somit immer Recht hat. Robespierre vertrat die Ansicht, dass sich jede Person aus der aufgeklärten Gemeinschaft stelle, sobald diese den Gemeinschaftswillen angreife. So kam es zur öffentlichen Behauptung, dass Verfechter der Republik und Demokratie entweder ihre Überzeugung ändern müssten oder sterben sollten, denn je grausamer der Konvent gegenüber „Verrätern“ sei, desto mehr täte er für die Bürger, die
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in einer Republik leben möchten und die Mehrheit ausmachten. Daraus kann man deuten, dass diese Terrorherrschaft für Robespierre eine Notwendigkeit darstellte In diesem Zug fiel auch das berühmte Sprichwort „Ohne Tugend ist der Terror verhängnisvoll, ohne Terror, die Tugend machtlos.“. Eine Terrorwelle gegen die Verfechter der Revolution begann. 5
Im April 1793 erklärte er dem Nationalkonvent, dass er die Schätze der Reichen nicht anrühren wolle, versprach gegen Ende 1792 aber vorher in einem Brief die Gleichheit aller Franzosen. Wie er im April des darauf folgenden Jahres verkünden wird, meinte er nur die Gleichheit vor dem Gesetz und die gleichen Chancen in der Politik, nicht aber die Gleichheit des Vermögens, wovon viele arme Bauern träumten, denen es immer noch nicht so gut ging. 6 1.4 Der Terror in vollen Zügen
Am 27. Juli 1793 kam es zur Wahl Robespierres in den Wohlfahrtsausschuss des Nationalkonvents. Hier hatte er größere Chancen Kritiker der Revolution anzuklagen, da er deren Hinrichtung mit der Wohlfahrt der Bevölkerung begründen konnte. So kam es, dass er von zahlreichen Franzosen den Beinamen „Blutrichter“ erhielt. So wurden zahlreiche bekannte Personen wie Dante, Jacques Roux etc. hingerichtet. Auch gab es eine Verhaftung Jacques-René Hébert, welcher mit seinen Anhängern (Hébertisten) eine Wiederholung der Septemberaufstände plante. Am 10. Juni 1794 kam ein Gesetz durch, das es erlaubte, Personen auch ohne Mehrheit des Konvents hinzurichten - auch bei Mitgliedern des Konvents. Dies sah der Konvent als Vertrauensmissbrauch Robespierres an, sodass dieser seinen Rückhalt im Konvent verlor. 7 1.5 Der Sturz Robespierres
Am 26. Juli 1794 kam es zu einer Anhörung Robespierres, der weiter behauptete, es sei von Nöten Kritiker zu köpfen um das Wohl des Volkes aufrecht zu erhalten, allerdings konnte er keinen Vorschlag machen, um die brenzlige Situation im Staat zu beenden. Da Robespierre behauptete noch viele weitere „Ketzer“ zu kennen, dessen Namen er aber nicht preisgeben wollte. Daher befürchteten einige Mitglieder des Konvents, selber gehängt zu werden und bekamen Angst vor dem Terreur Robespierres und dessen Macht. So kam es, dass am folgenden Tag über den Wohlfahrtsausschuss diskutiert wurde. Da die Mehrheit des Konvents der Terrorherrschaft ein Ende machen wollte und
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Robespierre aufgrund des Gesetzes misstraute, stellte man den Antrag einer Verhaftung, der fast einstimmig angenommen wurde. Doch es gelang ihm, sich aus dem Kerker zu befreien, sodass er und einige seiner Anhänger sich im Rathaus versammelten. Dabei schoss Robespierre sich in den Mund, traf aber nur seine Kiefer. Bis heute ist ungeklärt, ob dies ein Versehen war oder er Selbstmord begehen wollte. Am 28. Juli 1794 kam es schließlich zur Hinrichtung Robespierres durch die Guillotine. Dabei wurden ebenfalls 21 seiner Anhänger enthauptet, 83 weitere sollten in den Tagen danach folgen. Nach Aussagen vieler Leute soll dabei nie eine Gerichtsverhandlung stattgefunden haben, Robespierre wurde daher wahrscheinlich nie rechtskräftig verurteilt. 8 2. Quellenanalyse
2.1. Quellenkritik
Die Primärquelle 9 "Die Prinzipien der politischen Moral", eine Rede von Maximilien Robespierre vom 5. Februar 1794, zitiert bei Hanig, handelt von der Ansicht Robespierres über die politische Moral, die in einem Land herrschen soll.
2.2 Inhaltsangabe
Im ersten Abschnitt der Rede fragt Robespierre nach dem Ziel, auf das Frankreich zustrebe. Laut ihm sei dies der Genuss der Freiheit , die ewige Gerechtigkeit und Gesetze, die sich in das Herzen des Menschen und nicht auf Gesetzestafeln einbrennen. Im weiteren Verlauf des Textes sagt er, der Ehrgeiz stehe in dem Verlangen Ruhm zu gewinnen und dem Vaterland zu dienen. Hierfür müsse sich jeder Bürger, aber auch jeder Behörde und jede Person mit Gerechtigkeit begegnen. Außerdem solle das Volk als Gemeinschaft auftreten und das Bedürfnis der Republik als Gemeinschaftswohl anzusehen. Des Weiteren solle die gesamte Wirtschaft Frankreichs ihren Reichtum zeigen, nicht ein paar Adelsburgen.
In den nächsten zwanzig Zeilen erklärt Robespierre, welche Angewohnheit der alten Bevölkerung wem weichen muss. Diese Textpassage fasst er zusammen, indem er sagt, die Lächerlichkeiten und das Laster der Monarchie müsse der Tugend und dem Wunder der neuen Republik weichen. Robespierre wolle Frankreich von Sklaverei Tyrannei und anderen Merkmalen der Monarchie in Europa rein waschen, da die französische Republik Vorbild für andere Nation sein solle.
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9 zitiert bei Hanig, Seiten J4 ff., Zeilen 1-61
Arbeit zitieren:
Simon Winzer, 2010, Analyse von "Die Prinzipien der politischen Moral" von Maximilien de Robbespierre, München, GRIN Verlag GmbH
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