Vorwort
„Internationalisierung“ ist eines der Schlagworte, das stets genannt wird, wenn es um die Zukunftsaufgaben deutscher Hochschulen geht. Und tatsächlich nahm in den letzten Jahren die Attraktivität Deutschlands als Studienort für ausländische Studierende kontinuierlich zumittlerweile belegt es weltweit hinter den USA und Großbritannien den 3. Platz in der Beliebtheitsskala für ein Auslandsstudium.
Doch diese Internationalisierung bringt Herausforderungen mit sich: der englische Wissenschaftler Paul Rastall erinnert uns daran, „dass es nicht nur eine Frage ist, WAS wir internationalisieren, sondern auch WEN - oder besser gesagt, dass Internationalisierung ein Prozess ist, der Veränderungen in den Menschen, Mitarbeitern wie Studierenden, letztlich auch den Gesellschaften, zur Folge hat.“
Deutsche Hochschulen spüren diese Herausforderung gerade durch die überproportionale Zunahme von ausländischen Studierenden mit anderen Lernerfahrungen und -kulturen, doch Studien zu diesen Gruppen, insbesondere zu einzelnen Nationalitäten, liegen für Deutschland bislang kaum vor.
Umso mehr ist daher die vorliegende Umfrage von Xueqin Mao begrüßenswert, die sich, fokussiert auf Berlin, der größten ausländischen Studierendengruppe in Deutschland widmet: den Studierenden aus China. Xueqin Mao, die selbst im Fremdsprachen und -kulturen Institut der Xiàmén Dàxué (Universität Xiamen), einer der ältesten und renommiertesten Universitäten Chinas tätig ist, hat damit einen ersten wichtigen Schritt unternommen, dem hoffentlich noch weitere an anderen Standorten folgen werden.
Ganz besonders freut es mich, dass Xueqin Mao diese Umfrage im Rahmen ihrer Teilnahme am China-Traineeprogramm durchführte, einem Kooperationsprojekt von Deutschem Studentenwerk und Robert Bosch Stiftung, das zur Zielsetzung die bessere Vorbereitung chinesischer Studierender auf ein Studium in Deutschland hat. Die Ergebnisse der Umfrage liefern uns wichtige Grundlagen für die Entwicklung des Programms, aber auch für weitere Maßnahmen zur Integration chinesischer Studierender in Deutschland.
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Xueqin Mao möchte ich an dieser Stelle herzlich für ihr Engagement danken, den Lesern eine interessante Lektüre wünschen und alle mit der Thematik Beschäftigten zur Nachahmung auffordern!
Markus Lux
Programmleiter Völkerverständigung Mitteleuropa, Südosteuropa, GUS, China Robert Bosch Stiftung
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Persönliche Merkmale
1.1 Geschlecht und Alter
1.2 Familienstand und Kinder
2. Studiendaten
2.1 Angestrebter Abschluss
2.2 Fachsemester und Zeitaufwandt für das Studium
3. Studienfinanzierung und wirtschaftliche Situation
3.1 Einnahmen der Studierenden
3.2 Ausgaben für den Lebensunterhalt
4. Leben in Deutschland
4.1 Wohnsituation
4.2 Mensa und Ernährung
4.3 Schwierigkeiten im Alltag
Bibliographie
4
Einleitung
Chinesische Studierende bildeten mit 24.746 Studierenden die größte Ausländergruppe in Deutschland. Das macht 10,3% aller ausländischen Studierenden aus. 1 An Berliner Hochschulen waren 1.450 chinesische Studierende 2009 immatrikuliert. Das sind 6,7% aller ausländischen Studierenden in Berlin. 2 Wie sieht das Profil der drittgrößten Ausländergruppe an Berliner Hochschulen aus? Wie sind die Lebensbedingungen für die Studierenden aus dem größten Schwellenland? Was stellt die größten Schwierigkeiten für chinesische Studierende in Berlin dar? Um die sozial- und wirtschaftliche Lage der chinesischen Studierenden in Berlin kennenzulernen und dem Studentenwerk wichtige Hinweise zur Qualitätsentwicklung der Service- und Beratungsangebote rund um das Studium zu liefern, wurde eine Online-Umfrage vom 29. November bis 5. Dezember 2010 im Auftrag des Studentenwerks Berlin durchgeführt. Die chinesische Zielgruppe wurde per E-Mail sowie mit Flyern auf diese Umfrage aufmerksam gemacht. Der Fragebogen wurde auf Deutsch und Chinesisch formuliert, damit keine chinesischen Studierenden wegen ihrer schlechten deutschen Sprachkenntnisse ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse basieren auf 154 verwertbaren Rückläufern, die sich an Berliner Hochschulen eingeschriebene chinesische Studierende ausgefüllt haben. Das sind 10,6% der chinesischen Studierenden in Berlin. Im vorliegenden Bericht werden die Ergebnisse dieser Auswertung dargestellt. Alle Daten von deutschen Studierenden in Berlin, die zum Vergleich angeführt worden sind, kommen aus dem Bericht »Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Berlin 2009« (Studentenwerk Berlin, 2010 ), und die Daten von deutschen Studierenden bundesweit sind vom »Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2009« (Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2010) zitiert worden. 3
1 http://www.wissenschaft-weltoffen.de/daten/1/2/3
2 http://www.wissenschaft-weltoffen.de/daten/1/7/2
3 In beiden Berichten handelt es sich um „Normalstudenten“, die sich im Erststudium befinden, außerhalb des
Elternhauses wohnen und ledig sind.
5
1. Persönliche Merkmale
1.1 Geschlecht und Alter
Drei Fünftel (59%) der chinesischen Studierenden in Berlin sind männlich, und 41% weiblich. Der Frauanteil ist acht Prozent niedriger als dem deutschen Wert in Berlin (Abb. 1).
Abb. 1: Anteil der Studierenden nach Geschlecht (in %)
80
59
51 60 49
41 männlich
40
weiblich
20
0
chinesische deutsche
Gut ein Drittel (35%) der chinesischen Studierenden befindet sich in der jüngsten Altersgruppe (bis 24 Jahre). Der Anteil ist 9 Prozentpunkte niedriger als dem deutschen (35% vs. 44%). Jeder Zweite (53%) der Befragten ist in der Altersgruppe von 25-29 Jahren vertreten. Bei den deutschen Studierenden sind es nur 41%. 12% der chinesischen Studierenden sind 30 Jahre oder älter, während dies auf 15% der deutschen zutrifft (Abb. 2).
Abb. 2: Altersstruktur der Studierenden
(in %)
53 60
44 50 41
35 40 chinesische
30
15 deutsche 12 20
10
0
bis 24 25-29 Jahre 30 Jahre
Jahre und älter
1.2 Familienstand und Kinder
Ein Fünftel (20%) der chinesischen Studierenden ist verheiratet. Dies unterscheidet sich stark von den deutschen Studierenden, von denen nur 6% verheiratet sind (Abb. 3). Acht Prozent der chinesischen Studierenden haben wenigstens ein Kind. Der Anteil ist ungefähr gleich wie bei dem deutschen Wert (8% vs. 9%). Die Hälfte (54%) der chinesischen studierenden Eltern lebt mit ihren Kindern in Berlin zusammen.
6
Abb. 3: Verheiratete Studierende und Studierende mit Kind (in %)
25 20
20
15 chinesische
9 8 deutsche 10 6
5
0
verheiratete Studierende
Studierende mit Kind
2. Studiendaten
2.1 Angestrebter Abschluss
Mit 58% (11% für Bachelor und 47% für Master) fällt der Anteil der chinesischen Studierenden aus, die in einem der neuen Studiengänge eingeschrieben sind (Abb. 4). Der Anteil, der einen traditionellen Abschluss (Diplom und Magister) anstrebt, macht 17% aus. Jeder vierte (25%) chinesische Studierende in Berlin strebt eine Promotion an. Die Doktorantenquote unter chinesischen Studienrieden ist gut doppelt so hoch wie der Durchschnitt (25% vs. 12%) der ausländischen Doktoranten in Berlin. 4 Es ist jedoch nicht erstaunlich, wenn man daran denkt, dass 2019 chinesische Doktoranten im Jahr 2009 an deutschen Hochschulen eingeschrieben haben, die die größte ausländische Doktorantengruppe gebildet haben. 5
Abb. 4: Studierende nach dem angestrebten Abschluss
(in %)
47
50
40
25 30
17
20 11
10
0
Bachelor Master Diplom/ Promotion
Magister
4 http://www.wissenschaft-weltoffen.de/daten/4/2/2
5 http://www.wissenschaft-weltoffen.de/daten/4/3/3
7
Trotz großer Unterschiede zwischen den chinesischen und deutschen Studiensystemen haben nach eigener Einschätzung nur 11% der chinesischen Studierenden bei der Orientierung im deutschen Studiensystem „große Schwierigkeiten“ und weiter 3% „sehr große Schwierigkeiten“ (Abb. 5).
Abb. 5: Einschätzung der Orientierung im Studiensystem
(in %)
gar nicht schwierig 8
nicht schwierig 29
ein bisschen schwierig 49
schwierig 11
3 sehr schwierig 0 1 0 2 0 3 0 4 0 5 0 6 0
2.2 Fachsemester und Zeitaufwandt für das Studium
Bei der Studienanfängerquote (23%) gibt es keinen Unterschied zwischen chinesischen und deutschen Studierenden in Berlin (Abb. 6). Die Hälfte (49%) der chinesischen Studierenden befindet sich im dritten bis zum sechsten Fachsemester. Der Anteil fällt deutlich höher als dem deutschen aus (49% vs. 33%). Ein Fünftel (20%) der Befragten hat 7 bis 10 Fachsemester hinter sich. Der Anteil der chinesischen Studierenden mit 11 und mehr Fachsemestern fällt nur 8% aus. In diesen zwei Gruppen mit mehreren absolvierten Fachsemestern sind deutsche Studierende hingegen stärker präsentiert (26% bzw. 17%).
Abb. 6: Studierende nach Fachsemestern
(in %)
60 49
50
33 40
chinesische 26 23 23 30 20 deutsche 17
20
8
10
0
1 bis 2 3 bis 6 7 bis 10 11 u.
mehr
Was den Zeitaufwand für das Studium betrifft, wenden die chinesischen Studierenden in einer typischen Semesterwoche durchschnittlich 31,5 Stunden auf. Das sind 2,7 Stunden weniger als der Wert von den deutschen Studierenden in Berlin (34,2 Stunden).
8
3. Studienfinanzierung und wirtschaftliche Situation
3.1 Einnahmen der Studierenden
Die Varianz der Einnahmen von den chinesischen Studierenden ist erheblich (Abb. 7). Knapp der Hälfte (46%) der Befragten stehen monatlich zwischen 401 bis 600 Euro zur Verfügung. 16% verfügen über 600 bis 800 Euro im Monat und 7% über 800 bis 1.000 Euro. Die Gruppe mit der geringsten finanziellen Ausstattung (lediglich bis zu 400 Euro monatlich) macht 16% der chinesischen Studierenden aus, diejenige mit der höchsten Ausstattung (mehr als 1.000 € monatlich) 15%.
Hervorzuheben ist, dass alle Spitzenverdiener Doktoranten sind, die ein Stipendium von mehr als 1.000 Euro erhalten. Der zweireichsten Gruppe gehören mit 82% Doktoranten an, denen ein Stipendium von über 800 bis 1.000 Euro zur Verfügung steht.
Abb. 7: Studierende nach der Höhe der monatlichen Einnahmen
Einnahmen in €
16% bis 400
7%
401-600
601-800
801-1.000 16%
über 1.000
46%
Es herrscht eine tiefe Einnahmenkluft zwischen chinesischen und deutschen Studierenden (Abb. 8). Der Anteil der chinesischen Studierenden mit monatlichen Einkommen zwischen 401 bis 600 Euro ist zweieinhalb mal größer als der deutsche Anteil (46% vs. 18%). In der einkommensschwächsten Gruppe ist der Anteil chinesischer Studierender sogar achtmal höher (16% vs. 2%). In der Gruppe mit „anständigem“ Einkommen von 601 bis 800 Euro pro Monat sind deutsche Studierende hingegen doppel so viele wie chinesische Studierende (37% vs. 16%). In der noch reicherer Gruppe mit monatlichem Einkommen von 801 bis 1.000 Euro wird die Trend noch deutlicher (26% vs. 7%). Bei der bestverdienenden Gruppe geht es um eine Ausnahme. Der Anteil von chinesischen Studierenden ist nur zwei Prozentpunkte niedriger als dem deutschen Wert (15% vs. 17%). Das ist jedoch nicht schwer zu erfassen,
9
denn alle chinesischen Mitglieder von dieser Gruppe Doktoranten sind, die Stipendien von mehr als 1.000 Euro erhalten haben.
Abb. 8: Einnahmenvergleich mit deutschen Studierenden bundesweit
(in %)
Einnahmen in €
46 50
37 40
chinesische 26 30
18 17 16 16 deutsche 15 20
bundesweit 7 10 2
0
bis 400 401-601-801-über
600 800 1.000 1.000
Die drei wichtigsten Finanzierungsquellen der chinesischen Studierenden sind der eigene Verdienst, die finanzielle Unterstützung durch das Elternhaus und das Stipendium (Abb. 9). Damit unterscheiden sich chinesische Studierende von ihren deutschen Kommilitonen, deren drei wichtigsten Quellen nach wie vor die finanzielle Unterstützung durch die Eltern, der eigene Verdienst und das BAföG sind.
Der eigene Verdienst ist die wichtigste Finanzierungsquelle von chinesischen Studierenden: 64% jobben zur Bestreitung des Lebensunterhalts. Der Anteil liegt elf Prozente niedriger als dem von den deutschen Studierenden in Berlin (75%). Ebenfalls wird ein erheblich geringerer Anteil von chinesischen Studierenden durch das Elternhaus gefördert (53% vs. 81%). Mit Abstand folgt an dritter Stelle das Stipendium. Der Anteil der über ein Stipendium verfügenden Befragten beläuft sich auf 30%. Auffallend ist, dass 72% aller Geförderten Promotion machen. Obwohl Stipendien bei der Finanzierung der deutschen Studierenden in Berlin beziehungsweise im Bundesgebiet keine große Rolle spielen, ist die BAföG-Quote mit dem Wert der chinesischen Stipendiaten vergleichbar (25% vs. 30%). Was den Anteil von Studierenden angeht, die Einnahmen aus anderen Finanzierungsquellen haben, herrscht zwischen dem chinesischen und dem deutschen Wert eine Kluft (8% vs. 41%).
10
Abb. 9: Studierende nach Finanzierungsquellen
(in %)
81 90 75 80
64 70
53 60
chinesische 41 50
40 30 deutsche 25 30
20 8
10
0
eigener Eltern Stipendium/ andere
Verdienst BAföG Quelle
Anhand einer Fünfer-Skala wurde den Befragten die Möglichkeit gegeben, ihre subjektive Sicht bezüglich der finanziellen Situation zu vermitteln. Gut ein Drittel (36%) gibt an, „keine Schwierigkeiten“ (29%) oder sogar „überhaupt keine Schwierigkeiten“ (7%) mit der Finanzierung zu haben (Abb. 10). Gegenüber bezeichnen 10% ihre wirtschaftliche Lage als „schwierig“, und weitere 2% sogar als „sehr schwierig“. Das macht zusammen 12% aus. Der Klagenanteil ist sozusagen erstaunlich klein, da allein die einkommensschwächste Gruppe mit bis zu 400 Euro im Monat schon mit 16% aller chinesischen Studierenden ausfällt.
Abb. 10: Einschätzung der finanziellen Situation
(in %)
gar nicht schwierig 7
nicht schwierig 29
ein bisschen schwierig 52
schwierig 10
sehr schwierig 2 0 1 0 2 0 3 0 4 0 5 0 6 0
3.2 Ausgaben für den Lebensunterhalt
Bei mehr als der Hälfte (53%) der chinesischen Studierenden in Berlin werden 401 bis 600 Euro für den Lebensunterhalt aufgewandt (Abb. 11). Die zweitgrößte Gruppe (22%) gibt im Monat 601 bis 800 Euro aus. 8% der Befragten geben mehr als 800 Euro aus, während 17% weniger als 400 Euro aufwenden.
11
Die Warmmiete bildet mit durchschnittlich 235 Euro die wichtigste Ausgabenposition. Die Miete im Studentenwohnheim ist mit 201 Euro niedriger. Hinter dem Durchschnittswert verbirgt sich eine nicht unbeträchtliche Streuung: 45% der chinesischen Studierenden geben bis zu 200 Euro im Monat für die Miete aus, 40% zwischen 201 und 300 Euro, 9% mehr als 300 Euro und 6% sogar mehr als 400 Euro (Abb. 12). Doktoranten geben überdurchschnittliche 280 Euro im Monat für die Miete aus.
4. Leben in Deutschland
4.1 Wohnsituation
Zwei fünftel (40%) der chinesischen Studierenden in Berlin wohnen in einem Studentenwohnheim. Darunter sind 314 Männer und 268 Frauen. 6 46% der Befragten finden ihre aktuelle Wohnsituation „zufrieden“, während 10% „unzufrieden“ sind. Für die Zufriedenheit wurden „günstige Miete“ und „gute Umgebung“ als wichtigste Gründe
6 Statistik von der Wohnheimverwaltung des Studentenwerks Berlin
12
aufgelistet. Für die Unzufriedenheit steht dagegen „teuere Miete“ mit Abstand an der ersten Stelle.
4.2 Mensa und Ernährung
Deutliche Unterschiede weist das Nutzungsverhalten von chinesischen und deutschen Studierenden in Berlin (Abb. 13). „Stammgäste“, die im Laufe der Woche mindestens dreimal das Mittagessen in der Mensa einnehmen, machen 44% der chinesischen Studierenden aus. Der Anteil von den deutschen Studierenden ist 11 Prozent niedriger (33%). Wenn von den „sporadischen Nutzern“, die im Laufe der Woche ein- bis zweimal das Mittagessen in der Mensa einnehmen die Rede ist, bleibt der Abstand zwischen chinesischen und deutschen Studierenden unverändert (46% vs. 36%). 10% der Befragten sind „Nichtnutzer“, während dreimal so viele deutsche (31%) nie die Mensa besuchen.
Abb. 13: Häufigkeit der Einnahme des Mittagessens in der Mensa
(in %)
46 44 50
36 40 33 31
30 chinesische
deutsche 20
10
10
0
Stammgäste sporadische Nichtnutzer
Nutzer
Mit dem Essenangebot von der Mensa sind 19% der chinesischen Studierenden „zufrieden“, und mit den Essenspreisen in der Mensa zeigen sich 26% „zufrieden“. 85% der Befragten geben an, dass sie oft selbst kochen. Was den Grund hierfür betrifft, haben 57% „einen chinesischen Magen“, und 31% halten Selbstkochen für preisgünstiger.
4.3 Schwierigkeiten im Alltag
Die Befragten wurden gebeten, ihre Hauptschwierigenkeiten im Alltag in Berlin aufzulisten und den jeweiligen Grad auf einer Skala von eins („sehr schwierig“) bis fünf („gar nicht schwierig“) zu bewerten.
„Wohnungssuche“ bildet mit einer Durchschnittnote von 2,8 die größte Schwierigkeit für chinesische Studierende in Berlin. Zwei Fünftel (39%) der Gefragten haben dabei „große“ (30%) sogar „sehr große“ (9%) Schwierigkeiten (Abb. 14). Ein wichtiger Grund dafür kann
13
sein, dass chinesische Studierende damit seltene Erfahrungen in ihrer Heimat gesammelt haben.
Abb. 14: Schwierigkeit bei der Wohnungssuche
(in %)
6 5
18 4
37 3
30 2
9 1 0 1 0 2 0 3 0 4 0
Es ist sicher nicht leicht, sich mit Leuten aus einer fremden Kultur gut zu verständigen. „Kontakt mit der Bevölkerung“ gilt mit einer Durchschnittnote von 2,9 als die zweitgrößte Schwierigkeit für chinesische Studierende in Berlin. Nahezu ein Drittel (30%) haben dabei „große“ (23%) oder „sehr große“ (9%) Schwierigkeiten (Abb. 15).
Abb. 15: Schwierigkeit beim Kontakt zur Bevölkerung
(in %)
7 5 19 4 42 3 23 2 9 1 0 1 0 2 0 3 0 4 0 5 0
„Verständigung in der deutschen Sprache“ wird mit einer Durchschnittnote von 3,0 als die drittgrößte Schwierigkeit bezeichnet (Abb. 16), obwohl die Mehrheit (56%) der chinesischen Studierenden schon vor ihrer Abreise nach Deutschland begonnen haben, sich mit dieser Fremdsprache zu beschäftigen. 30% der Befragten geben an, „große Schwierigkeiten“ (20%) oder „sehr große Schwierigkeiten“ (10%) in diesem Punkt zu haben.
14
Abb. 16: Schwierigkeit bei der Verständigung in der deutschen Sprache
(in %)
8 5
21 4 41 3
20 2 10 1 0 1 0 2 0 3 0 4 0 5 0
„Kontakt mit deutschen Studierenden“ steht generell mit einer Durchschnittnote von 3,0 an der dritten Stelle auf der Liste der Schwierigkeiten (Abb. 17). 23% der chinesischen Studierenden in Berlin halten es für schwer, mit deutschen Studierenden umzugehen. Weitere 7% sehen das sogar als sehr schwierig an. Bei beiden letzten Aspekten von Schwierigkeiten besteht ein innerer Zusammenhang. Auf der einen Seite würde der Kontakt mit deutschen Mitstudenten erleichtert, wenn man gut Deutsch könnte. Auf der anderen Seite würden sich die Sprachkenntnisse verbessern, wenn man viel Kontakt zu deutschen Kommilitonen hätte.
Abb. 17: Schwierigkeit beim Kontakt mit deutschen Studierenden
(in %)
5 5
29 4
36 3
23 2
7 1 0 1 0 2 0 3 0 4 0
Trotz aller Schwierigkeiten im Alltag geben 58% der chinesischen Studierenden an, sich in Berlin wohl zu fühlen. 38% der Befragten würden ihren Freunden in China gern empfehlen, in Deutschland zu studieren.
15
Bibliographie:
• Bundesministerium für Bildung und Forschung, Referat wissenschaftlicher Nachwuchs, wissenschaftliche Weiterbildung: „Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in der Bundesrepublik Deutschland 2009“. Bonn, Berlin, 2010.
• Studentenwerk Berlin, „Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Berlin 2009“. Berlin, 2010.
Internetseiten:
• http://www.wissenschaft-weltoffen.de/daten/1/7/2
• http://www.wissenschaft-weltoffen.de/daten/1/2/3 • http://www.wissenschaft-weltoffen.de/daten/4/2/2 • http://www.wissenschaft-weltoffen.de/daten/4/3/3
16
Arbeit zitieren:
Xueqin Mao, 2011, Die soziale und wirtschaftliche Lage der chinesischen Studierenden in Berlin 2010, München, GRIN Verlag GmbH
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