Inhalt
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1. Einleitung 3
1. 3
2. Der römische Triumph 4
2.1 Herkunft 4
2.2. Die Entwicklung des Triumphs 4
2.3. Rahmenbedingungen eines Triumphs 6
2.3. 6
3. Der Triumph des Titus 7
3.1. Der historische Rahmen und der Aufstieg der Flavier 7
3.2 Autor und Quelle: Flavius Josephus' bellum Iudaicum 8
3.3 Der Triumphzug der Flavier nach Flavius Josephus 8
3.4 Die Funktion des Triumphzugs 13
3.4 13
4. Fazit 14
4. 14
5. Quellen- und Literaturverzeichnis 15
5.1 Quellenverzeichnis 15
5.2 Literaturverzeichnis 15
2
1. Einleitung
Betrachtet man das Thema „Feste und Öffentlichkeit“ in der römischen Kaiserzeit, rücken zunächst offensichtliche militärgeschichtliche Ereignisse, die mit monumentalen archäologischen Quellen, wie etwa Triumphbögen, unterstrichen werden, in den Fokus. Deshalb beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit dem Thema des Triumphs, insbesondere mit dem des Titus, da dieser in Folge der Monopolisierung des Triumphs durch das Kaiserhaus als letzter Triumphzug eines römischen Feldherrn gilt.
Im Mittelpunkt der Betrachtung steht dabei der konkrete Ablauf des Triumphs mit den Elementen, die einen Triumphzug auszeichnen. Darunter fallen Raum, Akteure, verwendete Requisiten, Aktivitäten, emotionale Aspekte und in erster Linie die Funktion des Triumphs. Um dies zu leisten ist es vonnöten, zunächst allgemeine Aspekte des Triumphzugs, wie die Etymologie, die Entwicklung im Laufe der römischen Geschichte und die geforderten Rahmenbedingungen eines Triumphs zu betrachten (Kapitel 2). Im Anschluss wird speziell der Triumph des Titus betrachtet, wobei der politische Kontext (Kap. 3.1) kurz beleuchtet wird. Da der Bericht des jüdisch-hellenistischen Historikers Flavius Josephus über den Jüdischen Krieg als Hauptquelle dient, ist es unausweichlich, die Hintergründe des Autors und der Entstehung seines Werkes zu betrachten.
Der Hauptteil in Kapitel 3.3 befasst sich mit dem konkreten Ablauf des Flaviertriumphs, wobei als Hauptquelle die Beschreibung des Flavius Josephus dient, die mit Hilfe der Forschungsliteratur ergänzt wird. Mit Kapitel 3.4 folgt die Analyse der Funktion der Feierlichkeit und abschließend ein Resümee.
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2. Der römische Triumph
2.1 Herkunft
Der lateinische Begriff triumphus ist auf den Ruf io triump(h)e zurückzuführen, der von dem griechischen Festruf θριάμβε/thriámbe im Kult des Dionysos abgeleitet ist. 1 Wie Varros’ Darstellung in seiner Lingua Latina zeigt, waren sich die römischen Historienschreiber der nichtrömischen Herkunft des Triumphzugs bewusst. 2 So schreibt Varro über das Triumphieren: „[...] sic triumphare appellatum, quod cum imperatore milites redeuntes clami-
tant per urbem in Capitolium eunti “o triumphe“; id a θριαμβωι [thriambos] a graeco Liberi cognomento potest dictum.“ 3
Trotz der Zurückführung einzelner Elemente auf die Etrusker ist es unwahrscheinlich, dass es sich bei dem Triumphzug um eine direkte Übernahme aus Griechenland handelt, da der Dyonysostriumphzug im Verhältnis zum Triumphzug zu spät auftrat. 4 Auch die These einer Rückführung des Triumphzugs auf ein Neujahrs- und Inthronisationsfest, das durch die Etrusker nach Italien und dann nach Rom übertragen wurde, scheint nicht haltbar. 5 Vermutlich ist der römische Triumph auf einem alten latinischen Ritual begründet, bei dem der militärische Sieger zum Capitolium geführt wurde. 6
Nach der von Augustus geprägten Tradition gilt Romulus als erster Triumphator Roms, was die augusteischen Triumphalfasten wiedergeben, die eine fortlaufende Liste der römischen Triumphatoren seit Gründung der Stadt darstellen. 7
2.2. Die Entwicklung des Triumphs
Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Triumphzug in Anpassung an den gesellschaftlichen und politischen Kontext in seiner Erscheinungsform und seinen Funktionen. Beginnend mit den Triumphzügen des Romulus in der Königszeit durchlief der Triumphzug eine Entwicklung, aus der im 6. Jh. v. Chr. seine spätere Form hervorging. Konstituierend für die Triumphzüge der Königszeit und frühen Republik war der religiöse Charakter der Feier, die ein
1 Eder, Triumph, Triumphzug. DNP.
2 L. Bonfante Warren, Roman Triumphs and Etruscan Kings, S.62.
3 Varro, ling. Lat. 6, 68, zitiert nach Itgenshorst, Tota illa pompa, S. 19. Übersetzung: „[...] so wird es ‚Triumphieren‘ genannt, weil die Soldaten, die mit ihrem Feldherrn zurückkehren, auf dem Weg durch die Stadt hin zum Kapitol „o triumphe!“ rufen, was wohl von thriambos, dem griechischen Beinamen des Liber (= Bacchus) stammt.“
4 Rüpke, domi militiae, S. 223.
5 Eder, Triumph, Triumphzug. DNP.
6 Eder, Triumph, Triumphzug. DNP.
7 Itgenshorst, Der Princeps triumphiert nicht, S. 27.; Itgenshorst, Augustus und der republikanische Triumph, S. 438.
4
an Iuppiter gerichtetes, für die gesamte Republik glückverheißendes Fest darstellte. 8 Bei diesem religiösen Akt spielte der Triumphator eine besondere Rolle: Vor seinem Auszug in den Krieg legte er vor Iuppiter auf dem Capitol seine vota ab, die er bei seiner Wiederkehr als siegreicher Imperator in Form eines Triumphes einlöste. Als Feldherr besaß er ein imperium und das Recht auf die heilige Weissagung (auspicia). Als siegreicher Imperator war der Tri-umphator ein felix vir, Träger der felicitas und damit eine Verheißung des Glücks für die Zukunft. 9 Der Triumphzug markierte das feierliche Ende eines ganzen Feldzuges. 10 Seit dem 2. Jh. v. Chr. spielte der politische Faktor eine bedeutendere Rolle und ließ den religiösen Charakter in den Hintergrund treten. 11 Einst konnten alle Feldherren, die einen Sieg vorzuweisen hatten, in Rom triumphieren. Mit dem Beginn des dritten Jahrhunderts v. Chr. und der Ausweitung der Kriege Roms wuchs der Anspruch an einen potentiellen Triumpha-tor: Die Rahmenbedingungen des Sieges mussten gewisse Auflagen erfüllen, um vom Senat als würdig empfunden zu werden, womit der Triumphzug zur höchsten Auszeichnung geworden war. 12 In republikanischer Zeit hatte der Triumphzug unter anderem die Funktion, den durch seine militärischen Erfolge exponierten Feldherrn wieder in die Hierarchie des Senats und die zivile Gesellschaft einzugliedern. 13 Dabei übergab der Feldherr symbolisch seinen Sieg an die res publica und wurde dafür mit dem Triumph ausgestattet, 14 wobei die Standesschranken durchlässig waren und ein Aufstieg in die Führungsschicht möglich war. 15 Bei der Anerkennung der militärischen Leistung spielten der Senat und die republikanischen Familien eine große Rolle.
Mit der Herrschaft Augustus’ und dem Übergang zum Prinzipat kam es zu einem Einschnitt in der Tradition des Triumphzuges. Mit den Neuregelungen des Augustus von 27 v. Chr. änderte sich die rechtliche Situation für die Feldherren: Ihnen war oftmals kein eigenes imperium zuteil, sondern sie handelten als Legaten des Augustus. Dies bedeutete, dass errungene Siege dem Princeps zugeschrieben wurden und die rechtliche Grundlage für den Triumph eines Feldherren fehlte. 16 Augustus verzichtete zumeist auf die ihm zugeschriebenen Triumphe, was jeweils durch Ehrungen, wie etwa den Bau von Triumphbögen, begleitet wurde. 17 Darüber hinaus verhinderte er, z.B. bei Drusus, der von seinen Soldaten im Jahr 11 v. Chr. zum Imperator ausgerufen worden war, eine Anerkennung seiner Leistung mit einem Tri-
8 Künzl, der römische Triumph, S. 7.
9 Künzl, der römische Triumph, S. 7.
10 Rüpke, domi militiae, S. 225.
11 Eder, Triumph, Triumphzug. DNP.
12 Flaig, Ritualisierte Politik, S. 32.
13 Itgenshorst, Der Princeps triumphiert nicht, S. 27.
14 Itgenshorst, Der Princeps triumphiert nicht, S. 35.
15 Itgenshorst, Der Princeps triumphiert nicht, S. 50f.
16 Itgenshorst, Der Princeps triumphiert nicht, S. 35.
17 Itgenshorst, Der Princeps triumphiert nicht, S. 36 5
Arbeit zitieren:
Katharina Beyer, 2011, Der Triumphzug des Titus, München, GRIN Verlag GmbH
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